
Schon seit langer Zeit gilt Procter & Gamble als der wichtigste Werbekunde im deutschen TV. Das hat der Konzern in der vergangenen Woche auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Mit 636 XRP schaffte es die P&G-Marke Wick auf Platz eins der reichweitenstärksten Marken. Um dieses Ergebnis zu erreichen waren 917 Spots nötig. Mit Pampers kam gleich die nächste Marke des Konzerns auf Platz zwei: Hier lief es mit 632 XRP ähnlich stark, wobei sogar 1.149 Pampers-Spots geschaltet wurden.
Welche Marktmacht P&G hat, wird auch beim Blick auf die weiteren Plätze des Rankings deutlich: Auch Ariel, Always und Lenor schafften den Sprung ins Werberanking - alle Marken landeten sogar in den Top 10. Über alle Marke hinweg haben die Zahlen-Spezialisten von All Eyes on Screens in der zurückliegenden Woche rund 6.400 Spots von Procter & Gamble registriert. Der Brutto-Werbewert dieser Spots lag bei etwas mehr als 40 Millionen Euro. Tatsächlich dürfte P&G als Großkunde wohl satte Rabatte einstreichen und dadurch weniger zahlen - dennoch hat der Konzern seinen Status als Werbe-Schwergewicht damit noch einmal unterstrichen.
Das Werbe-Treppchen der vergangenen Woche wird komplettiert durch Kaufland: Die Supermarkt-Kette schaltete rund 1.200 Spots und brachte es so auf eine Bruttoreichweite in Höhe von 609 XRP. Für Kaufland ist es die bislang werbeintensivste Woche des noch jungen Jahres gewesen. Die Schaltungen entfielen vor allem auf größere, reichweitenstarke Sender. Die meisten Kaufland-Spots waren in Sat.1 (11,3 Prozent aller Spots), RTL (8,5 Prozent) und RTLzwei (8,33 Prozent) zu sehen. Kaufland hat damit sein TV-Werbebudget auch über die drei großen Vermarkter hinweg verteilt.
Extrem stark ist weiterhin die Online-Plattform Wirkaufendeinauto.de unterwegs. In der vergangenen Woche reichten 1.847 Spots für eine Bruttoreichweite in Höhe von 589 XRP. Hier setzte man jedoch vor allem auf viele Schaltungen bei kleineren Spartensendern, unter anderem waren Sport1, Welt und ntv sehr häufig belegt. Vinted packte derweil noch einmal über 1.000 Spots drauf, sodass man insgesamt mehr als 2.800 Mal in den Werbeblöcken präsent war. Die Reichweite lag trotzdem nur bei 584 XRP.
Etwas weiter hinten im Werberanking sieht man, dass die laufende Oster-Kampagne von Lindt mittlerweile an Fahrt aufnimmt. 486 Spots in der vergangenen Woche reichten für 388 XRP, dabei zog der Werbedruck vor allem am letzten Tag der Woche an. Am Sonntag waren 179 Spots in den Werbeblöcken zu sehen, es ist der werbeintensivste Tag im Jahr 2026 für den Schokoladenhersteller gewesen. Lindt konzentriert sich dabei vor allem auf Sender der Ad Alliance und von Seven.One Media. Einige wenige Spots liefen auch im Ersten, bei RTLzwei, Tele 5 und Sky.
Das Werberanking kurz erklärt
All Eyes On Screens (früher: AdScanner) stellt für das Ranking eine Liste aller in der vergangenen Woche im deutschen TV ausgestrahlten Werbespots zusammen und ermittelt für diese die in Summe erzielte Reichweite in den gemessenen Vodafone-Haushalten. Da hier die sekundengenaue Reichweite statt der bislang branchenüblichen Werbeinselreichweite als Grundlage dient, spricht All Eyes On Screens von XRP (Exact Rating Points). Da es sich um Brutto-Reichweiten handelt, werden dafür die Einzel-Reichweite jeder Ausstrahlung aufaddiert. Zur Veranschaulichung: Läuft ein Spot zehn Mal und erreicht dabei jeweils fünf Prozent der gemessenen Vodafone-Haushalte, ergibt das für die gesamte Woche 50 XRP - auch wenn es immer die gleichen fünf Prozent gewesen wären.
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