Quelle der Daten für diesen Artikel: all eyes on screens

Trotz der aus deutscher Sicht späten Anstoßzeit um 22:00 Uhr hat das letzte WM-Vorrundenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Fans über weite Teile bis zum Abpfiff vor dem Fernseher gehalten. Das geht aus den Daten hervor, die All Eyes On Screens auf Basis ausgewerteter Vodafone-Haushalte errechnet hat. Ähnliches zeigte sich bereits am vergangenen Samstag, als die DFB-Elf ebenfalls erst am späten Abend spielte.

Erneut verabschiedeten sich allerdings in der Halbzeitpause einige Fans - nach dem Wiederanpfiff konnte das Reichweiten-Niveau der ersten Hälfte nicht mehr ganz erreicht werden. Die drückende Überlegenheit gegenüber den Programmen der Konkurrenz blieb allerdings freilich hoch. Die Verlaufskurve zeigt außerdem, dass auch die kurze Trinkpause einigen Fans Anlass zum Abschalten bot - hier fiel der Knick jedoch nicht so groß aus wie während der Halbzeitpause.

260625 Verlauf © AEOS

Vor dem Anpfiff dominierte Das Erste mit seiner Übertragung indes ebenfalls das Geschehen - und sammelte die Fans ab 20:30 Uhr kontinuierlich ein. Die Vorberichterstattung begann wegen des "Brennpunkts" zum Erdbeben in Venezuela übrigens früher, weil die ARD im Gegenzug kurzerhand auf die Ausstrahlung einer Dokumentation über Google verzichtete. Aus Reichweiten-Sicht hat sich das wohl gelohnt, denn schon vor dem ursprünglich angekündigten Beginn um 21:00 Uhr zeigte der Reichweiten-Trend nach oben.

Nennenswerte Konkurrenz bot zunächst nur das ZDF, das mit den "Bergrettern" das Publikum bis 21:55 Uhr vor dem Fernseher hielt. Die Daten von All Eyes on Screens zeigen außerdem, dass RTL nach dem kurzfristig ins Programm genommenen "RTL aktuell Spezial" schnell einen großen Teil seiner Zuschauerinnen und Zuschauer verlor: Trotz des starken Vorlaufs erwiesen sich "Die Bachelors" schon von Beginn an als Abschalter.

Übrigens: Die Primetime-Kurve von All Eyes On Screens finden Sie täglich an ihrem festen Platz in der DWDL-Zahlenzentrale. Dort gibt es auch jeden Tag das Ranking der Marken, die am bruttoreichweitenstärksten im deutschen Fernsehen geworben haben. Am Montag nahm hier Google den ersten Platz ein.

Wie die Kurven von All Eyes on Screens zu lesen sind

Die Daten von All Eyes On Screens sind, anders als die AGF-Zahlen, nicht bevölkerungsrepräsentativ. Sie werden also nicht anhand eines Panels gewichtet und hochgerechnet, sondern geben die tatsächlich gemessenen Gerätedaten aus rund einer Million von insgesamt knapp neun Millionen Vodafone-Haushalten wieder. Mehr Hintergrund zu diesen Daten gibt es hier. Aussagekräftig sind somit weniger die Höhe der Reichweitenkurven zueinander als die Entwicklung innerhalb eines Senders und die Erkenntnisse zu Umschaltzeitpunkten.