
Der Molkereiunternehmer Theo Müller steht seit einiger Zeit wegen seiner Kontakte zur AfD in der Kritik. Für Aufsehen sorgten insbesondere mehrere persönliche Treffen mit AfD-Chefin Alice Weidel, bei denen sich Müller nach eigenen Angaben auch über das Programm der Partei austauschte. Kritiker werfen ihm vor, durch seine Kontakte und öffentlichen Äußerungen zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Rechtspopulisten beizutragen. Die Kampagnenorganisation Campact organisierte diverse Protestaktionen. Müller bestreitet indes, die Partei finanziell zu unterstützen.
Müller ist derweil für viele TV-Sender ein wichtiger Werbespender, das zeigt ein Blick auf die Werbestatistik des Unternehmens. Alleine in diesem Jahr schaltete die Unternehmensgruppe fast 14.000 Spots auf den verschiedensten Sendern. Das Brutto-Werbevolumen der Buchungen betrug insgesamt rund 40,6 Millionen Euro. Netto dürften die Ausgaben für Müller niedriger ausgefallen sein. Der Wert zeigt aber recht gut, dass Müller durchaus eine gewisse Relevanz besitzt.
Spannend ist jedoch die Tatsache, dass Müller seine Ausgaben für TV-Werbung massiv zurückgefahren hat. Zwischen Januar und September 2025 schaltete das Unternehmen noch rund 24.000 Spots mit einem Brutto-Werbevolumen in Höhe von 67,5 Millionen Euro. Das macht ein Minus in Höhe von etwa 40 Prozent. In der vergangenen Woche brachte es das Unternehmen mit 1.142 Spots auf eine Bruttoreichweite in Höhe von 445 XRP. Das bedeutete Platz acht in den wöchentlichen Werbecharts, die die Zahlenspezialisten von All Eyes on Screens ermitteln.
Interessant ist auch ein Blick auf die Sender, bei denen Müller vorrangig wirbt. In der vergangenen Woche entfielen rund ein Drittel aller Spots auf die Sender der El Cartel Brothers, allen voran TLC und RTLzwei wurden häufig gebucht. Ähnlich sieht es für das Gesamtjahr aus: Auf die El Cartel Brothers und Seven.One Media entfallen jeweils gut ein Drittel aller Müller-Spots, die RTL-Gruppe bzw. die Ad Alliance kommt zusammengerechnet auf rund 16,5 Prozent der Spots. Überhaupt nicht präsent war Müller in diesem Jahr bislang in den Werbeblöcken der Öffentlich-Rechtlichen.
Die Werbecharts der vergangenen Woche wurden derweil erneut von Vinted angeführt. Mit mehr als 5.000 Spots brachte es das Unternehmen auf eine Bruttoreichweite in Höhe von 1.100 XRP. Das Treppchen wird vervollständigt von der Ferrero-Marke Kinder (836 XRP) und Kaufland (706 XRP).
Das Werberanking kurz erklärt
All Eyes On Screens (früher: AdScanner) stellt für das Ranking eine Liste aller in der vergangenen Woche im deutschen TV ausgestrahlten Werbespots zusammen und ermittelt für diese die in Summe erzielte Reichweite in den gemessenen Vodafone-Haushalten. Da hier die sekundengenaue Reichweite statt der bislang branchenüblichen Werbeinselreichweite als Grundlage dient, spricht All Eyes On Screens von XRP (Exact Rating Points). Da es sich um Brutto-Reichweiten handelt, werden dafür die Einzel-Reichweite jeder Ausstrahlung aufaddiert. Zur Veranschaulichung: Läuft ein Spot zehn Mal und erreicht dabei jeweils fünf Prozent der gemessenen Vodafone-Haushalte, ergibt das für die gesamte Woche 50 XRP - auch wenn es immer die gleichen fünf Prozent gewesen wären.
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