RTLzwei reagiert auf die enttäuschenden linearen Quoten von "Love Island VIP" und hat jetzt sich jetzt dafür entschieden, die Realityshow nicht mehr um 20:15 Uhr auszustrahlen. Wie der Privatsender ankündigte, wandert "Love Island VIP" schon ab der kommenden Woche auf einen Sendeplatz am späten Abend. Konkret soll das von ITV Studios Germany produziert ab dem 22. Oktober immer mittwochs um 22:15 Uhr zu sehen sein.

An die Stelle von "Love Island VIP" rückt stattdessen ein RTLzwei-Klassiker, der schon seit vielen Jahren nicht mehr neu produziert wird: Die Dokusoap "Zuhause im Glück" soll fortan für hohere Quoten um 20:15 Uhr sorgen. Die Umstellung sorgt zugleich dafür, dass die gerade erst gestartete Realityshow "Maison Tabou" künftig erst nach Mitternacht gezeigt wird: Wer das Format im linearen Programm sehen will, muss fortan bis 0:35 Uhr wach bleiben. "Stranger Sins", das bislang zwischen "Love Island VIP" und "Maison Tabou" lief, läuft ab der kommenden Woche sogar erst um 1:30 Uhr.

Mit Blick auf die Quoten ist der Schritt nachvollziehbar: Während "Love Island VIP" im Streaming bei RTL+ erfolgreich ist, hatten sich im linearen Programm in dieser Woche gerade einmal 150.000 Zuschauerinnen und Zuschauer für die Show entschieden. Die beiden gezeigten Folgen blieben dabei auch in der klassischen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen mit Marktanteilen von 1,9 und 2,6 Prozent blass. "Stranger Sins" erzielte danach nur 1,2 Prozent, ehe "Maison Tabou" gar auf 0,5 Prozent zurückfiel.

Beim "Promihof", einer weiteren Realityshow des Senders, hatte RTLzwei jüngst bereits von vornherein eine lineare Ausstrahlung für 22:15 Uhr angekündigt - ahnend, dass sich das Format im Linearen schwer tun würde (DWDL.de berichtete). Der Sender folgt damit seiner Prämisse, "Streaming und Fernsehen in Zukunft getrennter betrachten" zu wollen, wie RTLzwei-Geschäftsführer Thorsten Braun schon im Frühjahr gegenüber DWDL.de ankündigte.

"In der Vergangenheit war es so, dass wir in der Primetime immer wieder Programme ausgestrahlt haben, die zwar im Streaming richtig stark funktionierten, im Linearen aber nicht", erklärte Braund damals. "Das wollen wir ändern, indem wir beide Verbreitungswege künftig unabhängiger voneinander planen." Davon betroffen ist nun also auch mit "Love Island" eine Marke, die anfangs auch linear noch erfolgreich war.