Audio-Update vom 22. Oktober
ARD-Podcast über "Unser Charly", Freie kritisieren Deutschlandfunk
© BR/picture alliance/imageBROKER/stock.adobe.com/Carina Urban
Die ARD will im Podcast "Wild Crimes: Die Wahrheit über 'Unser Charly'" erzählen, Hunderte freie Mitarbeiter üben Kritik am Deutschlandfunk, bei RT1 gibt's eine neue Audio-Chefin und einen Relaunch und das MausRadio darf im Web weiter machen.
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Der ARD-Podcast "Wild Crimes" widmet sich in seiner fünften Staffel einem Thema, das auch aus medien- und TV-kritischer Sicht spannend ist: Es geht um die Serie "Unser Charly", mit der das ZDF von 1995 bis 2012 einen (bzw. im Verlauf mehrere) Schimpansen als vermeintlich süßes Familienmitglied gezeigt hat. Schon damals wurden im Lauf der Zeit die Vorwürfe der Tierquälerei lauter, nun widmen sich die Hosts Anne Luckmann und Janne Knödler der Thematik nochmal ausführlich in vier Podcast-Folgen. Thematisiert wird, wie Tiertrainer die Schimpansen damals behandelt haben - unter anderem geht es um ein Video, in dem Tritte gegen das Tier zu sehen sind. Sie recherchieren, wie es den Schimpansen erging, nachdem sie "in Rente" geschickt wurden, weil sie mit zunehmenden Alter zu gefährlich für den TV-Einsatz wurden. Einer davon wurde in einem "schäbigen Privatzoo" aufgetan. Und es wird die Frage gestellt, welche Folgen die irreführende Affendarstellung in der Serie allgemein hatte. Die Folgen erscheinen immer dienstags, die erste steht seit dieser bereit. Neben "Wild Crimes" hat der BR noch einen weiteren Podcast zum Thema Artenschutz gestartet: "Mission Artenvielfalt" begleitet Menschen, die sich weltweit für den Schutz bedrohter Tierarten engagieren.
© Deutschlandfunk
Als der Deutschlandfunk im Sommer seine Pläne für eine Programmreform ab Ende November vorlegte, wurde zwar betont, dass es sich nicht um eine Sparmaßnahme handle - trotzdem befürchten weiterhin vor allem freie Mitarbeiter des Senders empfindliche Einbußen. In einem Offenen Brief, der von mehr als 550 Freien unterschrieben wurde, beklagen sei, dass sie noch immer keine Klarheit hätten, wie es für sie weiter gehen werde. Bisher zeichne sich keine erkennbare Beschäftigungsperspektive ab, stattdessen erhalten viele Freie sogenannte Einschränkungsmitteilungen, die offenbar einer deutlichen Reduzierung des Beschäftigungsumfangs den Boden bereiten sollen. Unterstützung erhielten die Freien von der Gewerkschaft ver.di. Der für Medien zuständige Vorstand Christoph Schmitz-Dethlefsen sagte: "Radioprogramme in der linearen und digitalen Verbreitung ständig zu überprüfen und zu optimieren ist zwar richtig. Falsch aber ist es, die Programmmachenden eines gegen alle Trends erfolgreichen Senders im Unklaren über ihre künftige Beteiligung am Programmangebot des Deutschlandfunks zu lassen und mit Beschäftigungseinbußen oder gar Jobverlust zu bedrohen." Es sei "verantwortungslos", wenn einem Großteil der Freien, die heute das Programm prägen, keine Perspektiven zur künftigen Mitarbeit aufgezeigt würden.
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Kristina Kraus wird offiziell zum 1. November bei der RT1 Media Group den neu geschaffenen Posten des Head of Audio büernehmen und damit die Gesamtverantwortung für alle Audio-Angebote der Gruppe übernehmen, also neben Hitradio RT1 auch Radio Seefunk. Sie war fast zehn Jahre für Antenne Bayern tätig, zuletzt als Head of Daytime, ehe sie 2024 als Programmchefin zu Radio Vorarlberg ging. Bei RT1 ist sie schon seit Mai wieder an Bord und kann daher auch bereits einen ersten Relaunch vorstellen: Hitradio RT1 verschiebt seinen musikalischen Schwerpunkt (neben aktuellen Hits) stärker in Richtung der 2000er-Jahre, um "noch mehr Lieder zum Mitsingen" zu bieten. Inhaltlich will man mehr Nähe zur Heimatregion bieten. "Deshalb sind wir ab sofort noch mehr vor Ort, sprechen über genau die Themen, die die Region und ihre Menschen bewegen und planen schon jetzt einige Überraschungen für unsere Community", erklärt Kristina Kraus. Neu ist auch der Claim "Meine Musik. Mein Hitradio. Mein RT1" und das Sound-Design mit neuen Jingles und neuen Verpackungsgelementen.
© Absolut Radio / Deluxe Music
Apropos 2000er: Auf die setzt bekanntlich auch Absolut Radio und hat mit Absolut Top 2000er einen eigenen Sender dafür. Nun hat man sich mit Deluxe Music zusammengetan und das Format "Absolut Deluxe" gestartet. Darin blickt Markus Kavka, der einst bei Viva und MTV das Musikfernsehen prägte und schon seit 2015 bei Deluxe Music zu sehen ist, in kurzen Snippets auf die großen und kleinen Phänomene der 2000er zurück. "Das Format passt perfekt zu unserem deutschlandweiten DAB+ Radiosender Absolut TOP 2000er. Millennials verbinden mit den 2000ern nicht nur Musik, sondern genauso große Star-Momente, Sitcoms oder auch Phänomene wie den Crazy Frog. Diese Jahre prägen uns bis heute. Und Markus Kavka ist die Person, die man mit dieser Zeit verbindet. Niemand könnte authentischer darüber sprechen", sagt Kevin Schieber, Programmdirektor von Absolut Radio. Die kurzen Beiträge sind sowohl im Radio bei Absolut Top 2000er als auch im TV bei Deluxe Music zu hören und sehen, dort immer donnerstags ab 22 Uhr in der Sendung "Deluxe 2000". Der TV-Sender setzt musikalisch im Zuge einer neuen Programmstrategie ebenfalls verstärkt auf Millennial-Nostalgie. "Ikonische Musikvideos aus den 2000ern zeigen wohlvertraute Bilder und wecken positive Emotionen bei unserem Publikum", erklärt Programmleiterin Susanne Braun.
© WDR
Der WDR hat vom Rundfunkrat grünes Licht für seinen Plan bekommen, das MausRadio ab 2027 als reinen Online-Stream zu verbreiten. Die Ausstrahlung via DAB+ endet zum 31. Dezember, danach gibt's das Angebot in der digitalen Welt der "Maus", der Maus-App und auf weiteren öffentlich-rechtlichen Audio-Plattformen. Zuvor nötig war ein sogenannter Drei-Stufen-Test. Aus Sicht des Gremiums entspricht das Angebot den gesetzlichen Anforderungen und leistet auch als Webradio einen wichtigen Beitrag zum öffentlich-rechtlichen Auftrag. Das im Verfahren eingeholte marktökonomische Gutachten sah keine relevanten negativen Auswirkungen auf den publizistischen Wettbewerb. Die mit der Änderung verbundenen Kosten bewertet der Rundfunkrat als transparent, nachvollziehbar und angemessen. "Familien und Kinder müssen sich auf sichere, werbefreie und altersgerechte öffentlich-rechtliche Angebote verlassen können. Diese Maßstäbe waren für unsere Entscheidung ausschlaggebend. Der Rundfunkrat wird die weitere Entwicklung des MausRadio verantwortungsvoll begleiten", sagt die stellvertretende Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats, Corinna Blümel.
© Madsack
Frank Bachér übernimmt zum 1. November die Geschäftsführung von radio.de und löst auf diesem Posten Katja Ostrowsky ab, die das Unternehmen nach zehn Jahren verlässt. Bachér leitete zuletzt die Werbevermarktung der Mediengruppe Oberfranken und war zuvor unter anderem schon für RMS, Julep Media, InteractiveMedia und eBay Advertising tätig. Bernd Hellermann, COO des radio.de-Eigentümers Madsack, preist Bachér als "Führungskraft mit ausgewiesener Expertise in Vermarktung und Audio" an, der nun die Weiterentwicklung von radio.de vorantreiben soll. Bachér sagt: "radio.de hat großes Potenzial. Mich reizt die Möglichkeit, einen reichweitenstarken Service weiterzuentwickeln und den Hörerinnen und Hörern den besten Zugang zur digitalen Audiowelt zu bieten. Gleichzeitig möchte ich radio.de als attraktive und wirkungsvolle Plattform für Werbekunden und Partner weiter stärken."
© SWR/Anna Glimm
Der SWR hat eine ganze Reihe neuer Podcasts gestartet: Im Fünfteiler "Twilight Forever" reist SWR-Literaturredakteurin Nina Wolf zurück ins eigene Teenie-Ich und ergründet die Frage, wie die "Twilight"-Saga zum Einen eine ganze Generation junger Leser:innen verzaubert hat, sie aber gleichzeitig gehasst wurde und das Ranking der schlechtesten Bücher aller Zeiten bei Goodreads anführt. Im Podcast "Paranormal" will Alli Neumann unterdessen das Fenster zur Welt des Unerklärlichen aufstoßen. Sie verspricht einen fesselnden und humorvollen Trip durch die größten Mythen und popkulturellen Phänomene unserer Zeit - von den Ursprüngen von Halloween über Aliens und Hexen bis zu den Freimaurern. Und "Code Wars - Im Maschinenraum der Spione" erzählt anhand geheimer Dokumente und exklusiver Interviews, wie CIA und BND jahrzehntelang Chiffriermaschinen manipulierten und Geheimdienste die internationale Kommunikation und politische Entscheidungen beeinflussten. Die erste Staffel ist schon bei ARD Sounds zu hören, Stafel 2 kommt im Januar.
ARD-Podcast über "Unser Charly", Freie kritisieren Deutschlandfunk
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