Channel 4 © Channel 4
Großbritannien: Der nächste große Deal zwischen einem europäischen Sender und einem US-Streamer ist geschlossen - diesmal zwischen Channel 4 und Disney+. Ab 2027 - das genaue Startdatum steht noch aus - wird sowohl das komplette lineare Programm von Channel 4 bei Disney+ abrufbar sein, als auch viele der größten Channel4-Formate auf Abruf - und zwar gleichzeitig mit der Veröffentlichung auf den eigenen Channel 4-Plattformen. Das umfasst etwa die Serie "Maya" mit Bella Ramsey, die Comedy "Stepping Up" mit Denise Welch und das Reality-Format "Celebrity SAS: Who Dares Wins" und zahlreiche weitere Titel. Der Deal geht nicht ganz so weit wie der von TF1 und Netflix, ist aber eine der umfangreichsten Kooperationen, die Disney+ je geschlossen hat. Bei Channel 4 erhofft man sich, neue Zielgruppen zu erreichen, Disney+ möchte sein Angebot im Wettbewerb mit anderen Streamern durch die Inhalte stärken. Zu den finanziellen Details ist nichts bekannt. Channel 4-Chefin Priya Dogra sagt: "Dieser spannende Schritt zeigt, wie die Zusammenarbeit zwischen Rundfunksendern und Streaming-Anbietern mehr Auswahl und Mehrwert für das Publikum schaffen kann." Für Disney ist es "das jüngste Beispiel für unsere globale Strategie, bei der hochwertige lokale Inhalte und kulturelle Relevanz mit einem passenden Publikum sowie einem stärker personalisierten Streaming-Erlebnis auf Disney+ verknüpft werden." Disney+ hat auch schon eine Vereinbarung zum gegenseitigen Inhalte-Austausch mit ITV. Daraus habe man gelernt, dass man sich auf die großen, "buzzy" Formate konzentrieren müsse - darauf habe man bei dieser Vereinbarung nun besonderen Wert gelegt.

Skydance © Skydance
USA: Auch wenn ein Stellenabbau bei den angekündigten Synergien bei der Zusammenführung von Paramount und Warner Bros. Discovery erklärtermaßen nicht den größten Anteil ausmachen sollen: Dass es nicht ohne gehen wird, war ebenso klar. Die Frage ist nur, wie groß der Abbau ausfallen wird. Skydance hat nun erstmal ein freiwilliges Abfindungsprogramm für Beschäftigte aufgelegt. Dass das für so manchen attraktiv ist, liegt an einer weiteren Ankündigung der Co-CEOs David Ellison und Ynon Kreiz: Die bisherigen WBD-Mitarbeiter werden schrittweise zu einer Fünf-Tage-Präsenzpflicht im Büro verpflichtet, wie es bei Paramount derzeit schon gilt. Wer diesen Wechsel nicht mitgehen möchte, kann sich für das Buyout-Programm bewerben und erhält ein individuelles Angebot. Das Programm ist Teil der angestrebten Einsparungen von sechs Milliarden US-Dollar. Neben einem möglichen Stellenabbau sollen dabei vor allem Veränderungen bei Technologie und Marketing helfen.

Viaplay © NENT Group
Niederlande: Die Viaplay Group hat den Verkauf ihres niederländischen Streaming- und TV-Geschäfts an Videoland, das zum Medienkonzern DPG Media gehört, abgeschlossen. Der Kaufpreis beträgt 142 Millionen Euro. Die Pläne waren Anfang Juli angekündigt worden und standen zunächst noch unter dem Vorbehalt regulatorischer und finanzierungsbezogener Genehmigungen. Bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen hatte Viaplay aber bereits berichtet, dass diese nun vorliegen. Mit dem Abschluss konzentriert sich Viaplay künftig vollständig auf seine nordischen Kernmärkte. Die Erlöse sollen zur Reduzierung der Nettoverschuldung und zur Stärkung der Finanzposition eingesetzt werden. Nach Abzug von Transaktions- und Restrukturierungskosten sowie Verpflichtungen aus älteren Mehrjahresverträgen erwartet Viaplay einen tatsächlichen Mittelzufluss von rund 100 Millionen Euro. Das niederländische Geschäft hatte 2025 einen Umsatz von 149 Millionen Euro erzielt. Die Jahresziele für 2026 bleiben unverändert.

Bravo © Bravo
USA: Der Vertical-Drama-Zug ist weiter in voller Fahrt und jeder möchte noch irgendwie aufspringen. Bei Fox und Endemol Shine North America ist man nun auf die idee verfallen, aus einer Reality-Show ein fiktionales Microdrama zu entwickeln. Die Rede ist von "Fear Factor", das von Fox im letzten Jahr mit Johnny Knoxville neu aufgelegt worden war. Nun wolle man das Franchise in eine völlig neue Richtung legen: In 30 rund dreiminütigen Folgen wird eine fiktionale Geschichte erzählt werden, die während der Vorproduktion am Set eines Horrorfilms spielt. Bei "Fear Factor" sei es schon immer darum gegangen, wie weit man bereit sei zu gehen und was passiere, wenn man sich seinen Ängsten stelle - diesen Kern wolle man nun ins Microdrama übertragen, erläutert Hannah Pillemer von Fox. Ebenfalls ins Geschäft mit fiktionalen Microdramas einsteigen wird der Sender Bravo - eigentlich vorrangig für seine Reality-Formate bekannt. "Charmed by a Southern Monster" soll Seifenoper, Kleinstadt-Mystery und Arbeitsplatz-Rivalitäten miteinander verbinden und setzt mit Craig Conover und Nicole Mattox auf zwei Reality-erprobte Stars. Zu sehen gibt's das Ganze bei Peacock.

Serien-Update

HBO Logo © HBO
Freunde der Ornithologie bekommen Futter: seit Mai kursiert eine geplante Serienadaption zum Tier-Horror “Die Vögel” des “Master of Suspense”, Alfred Hitchcock, und nun ist das Vorhaben bei HBO auf dem Tisch gelandet. Geplant ist dort eine Miniserie über angriffslustige und todbringende Vogelschwärme, wie Möwen, Krähen, Raben oder Spatzen, die im auf der gleichnamigen Romanvorlage von Daphne du Maurier basierenden Film von 1963 schon für anarchische Zustände sorgten. Als Hauptdarstellerin des in der Entwicklung befindenden Projekts der Produzenten Tom Spezialy (“Watchmen”) und David Heyman (“Harry Potter”) ist Emmy-Gewinnerin und “Succession”-Star Sarah Snook geplant. Doch das Vorhaben zu “The Birds” sieht sich eher als moderne Neuinterpretation und von der Vorlage inspiriert: die alleinerziehende Myra Massey (Snook) versucht das rätselhafte Verschwinden einer Kinderfreundin aufzuklären, während ein Mörder frei herumläuft und Vögel furchtbare Verletzungen anrichten. Kann es sein, dass alles miteinander zusammenhängt?  

Diplomatische Beziehungen © Netflix
Fans der Netflix-Serie “Lupin” müssen sich im deutschsprachigen Raum derzeit umgewöhnen - zumindest, wenn sie die Abenteuer des von Omar Sy gespielten Meisterdiebs nicht im Original, sondern in der Synchronfassung schauen. Denn dadurch, dass der Streamingdienst an seinen KI-Klauseln festhält, folgen einige Synchronsprecherinnen und Synchronsprecher dem Aufruf des Verbands Deutscher Sprecher:innen zum Boykott, so dass Netflix die Rollen umbesetzen muss - wie auch beim Hauptdarsteller von “Lupin”. Einen Wechsel der deutschen Synchronstimme kennen wiederum Fans der Netflix-Serie “Diplomatische Beziehungen” bestens, denn dort hat Hauptdarstellerin Keri Russell als Kate Wyler nunmehr die dritte deutsche Stimme. Hinzu kommen durch den Synchro-Zwist bei den Figuren Hal Wyler, Billie Appiah, Tom Libby, Nicol Towbridge, Frances Munning, Grace Penn weitere angepasste Stimmen in der aktuell vierten Staffel. Bestellt wurde nun eine fünfte Runde der Serie, die im Original auf “The Diplomat” hört. Spannend wird dann hierzulande nicht nur, wie es beim Streit der Botschafterin und ihren Verbündeten mit der US-Präsidentin weitergeht, sondern auch, welche erneuten Veränderungen in der Synchronisation anstehen könnten.  

Apple TV © Apple
Noch ist nichts in trockenen Tüchern, jedoch sind Apple TV und Legendary Television derzeit in intensiven Gesprächen für eine dritte Staffel des Prestigeprojekts “Monarch: Legacy of Monsters”. Große Ohren bekommt man vor allem deswegen, weil damit eine umfangreiche Neuausrichtung daher käme. Das für die ersten beiden Staffeln verantwortliche Kreativteam für die “Godzilla”-Serie soll zusammen mit dem Showrunner und Ideengeber Chris Black abgelöst werden, die Suche sei laut amerikanischen Mediendiensten in vollem Gange. So sollen in einer möglichen dritten Staffel unbekannte Titanen Teil des MonsterVerse werden. Unwahrscheinlich ist, dass man auf Riesenechse Godzilla verzichtet, jedoch ist die Zukunft der Figuren Lee Shaw (Wyatt Russell und Kurt Russell), Cate (Anna Sawai) oder Keiko (Mari Yamamoto) ungewiss, um Raum für ein neues Kapitel zu schaffen. 

Serien-Ticker +++ Hexen und Magie sind an der “Coven Academy” keine Fremdwörter. Disney+ hat nun eine zweite Staffel der übernatürlichen und gleichnamigen Jugendserie geordert +++ Bei Amazon hat man Interesse an einem Projekt von und mit Taraji P. Henson (“Empire”). Die Oscar- und Emmynominierte Schauspielerin würde in “Whiskey Matriarch”, einer Idee der Autorin Alesia Dangerfield, die Hauptrolle spielen. Erzählt wird als Dramaserie, jedoch schweigen sich die Parteien über den Inhalt bislang aus +++