Screenshot: DWDL.deDie Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten, kurz KJM, geht derzeit gegen die Werbung für Sex-Hotlines vor, die seit vielen Jahren in den Teletexten der privaten Fernsehsender zu finden sind und dort häufig auch auf der Startseite 100 beworben werden.

Anders als das Medienmagazin Zapp des NDR am Mittwoch berichtete, betrifft das Problem aber nicht allein RTL II. Eine KJM-Sprecherin bestätigte gegenüber DWDL.de, dass die zwei Schreiben vom 12. November 2007 und vom 14. Januar 2008 insgesamt an 13 Privatsender verschickt wurden.


Bei RTL II sowie der ProSiebenSat.1-Gruppe bestätigt man den Eingang dieser Schreiben. Darin fordert die KJM die Sender dringend auf, "unverzüglich" die Angebote, die gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag verstoßen würden, aus den Teletexten zu entfernen, so eine KJM-Sprecherin gegenüber DWDL.de. Die Jugendschützer stoßen sich daran, dass diese Angebote zu jeder Tageszeit abrufbar und damit auch Kindern zugänglich seien.

Die KJM hat den Sendern eine Frist bis zum 24. Januar gesetzt. Falls die Jugendschutzbestimmungen auch danach nicht eingehalten würden, werde man ein Aufsichtsverfahren einleiten, an dessen Ende Bußgelder stehen können. Gegenüber "Zapp" sprach der KJM-Vorsitzende Prof. Wolf-Dieter Ring von Bußgeldern bis zu 500.000 Euro - allerdings wären sie in dieser Höhe wohl kaum zu erwarten.

Bei den Sendern hat man inzwischen reagiert. Bei RTL II gibt es derzeit - anders als noch zahlreiche andere große Sender - zumindest auf der Startseite keine Werbung mehr für die Sex-Angebote. Bei ProSiebenSat.1 heißt es, man sei für das Thema sensibilisiert und wolle schnell zu einer einvernehmlichen Lösung mit der KJM kommen. Am Freitag treffen sich in jedem Fall die Jugendschutzbeauftragten der Sender , um über Maßnahmen zu beraten.