Bundesvision Song Contest 2009Die Anzeichen verdichten sich, dass es in Deutschland größere Änderungen im Vorfeld des Eurovision Song Contests geben könnte. Nachdem die "Süddeutsche Zeitung" am Montag berichtet hatte, dass man seitens der ARD darüber nachdenke, beim 'ESC' künftig mit dem Raab-Sender ProSieben zu kooperieren, deutet im Laufe des Montags einiges darauf hin, dass die Überlegungen schon weiter gediehen sein könnten, als zunächst angenommen.

Bereits im Vorfeld des 'ESC', der am vergangenen Wochenende stattgefunden hat, sagte NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber, man wolle unmittelbar nach dem Wettbewerb ein neues Konzept präsentieren. Beim NDR gibt man sich derzeit nebulös und verweist auf eine Pressekonferenz, die wahrscheinlich am Dienstag stattfinden solle - an welchem Ort, zu welcher Zeit und mit welchem Partner lässt man derzeit noch im Unklaren. Neben Hamburg, dem Sitz des NDR steht auch Köln im Raum. Dort wiederum sitzt die Produktonsfirma Brainpool, die unter anderem die Showevents mit Stefan Raab - darunter auch der "Bundesvision Song Contest" - realisiert. Bei Brainpool und ProSieben kommentiert man die Meldungen über eine eventuelle Kooperation mit der ARD nicht.
 

 
Aus gut unterrichteten Kreisen ist allerdings zu hören, dass auch ProSieben bei der Pressekonferenz am Dienstag mit von der Partie sein soll. Bereits im Vorfeld des "ESC" am Wochenende sagte Thomas Schreiber in einem Interview, das auf den Internetseiten des NDR veröffentlicht wurde: "Im nächsten Jahr werden wir eine professionelle, interessante Initiative starten, die deutlich mehr mit dem Gedanken arbeitet: Der deutsche Beitrag für den ESC ist eine nationale Aufgabe! Also nicht nur eine Aufgabe des NDR oder der ARD. Wir werden mit neuen Partnern zusammen arbeiten und werden uns auch über einen längeren Zeitraum als bisher im Fernsehen mit diesem Thema beschäftigen."

Es werde im kommenden Jahr keine Vorentscheidung im klassischen Sinne geben. "Aber es wird Fernsehsendungen geben, in denen es um den deutschen 'ESC'-Beitrag geht", so Schreiber weiter. In dem Interview hatte er auch angekündigt, dass man sich vor dem Eurovision Song Contest in Moskau noch einmal "in einem bestimmten Kreis" zusammensetzen werde.
 
Laut einem Bericht von "Welt Online" befindet sich die ARD bereits seit rund einem Jahr im Gespräch mit ProSieben in Sachen "ESC". Das Konzept, über das die Programmdirektoren der Landesrundfunkanstalten am heutigen Montag in Köln beraten sollten, sehe dem Bericht zu Folge vor, die Talentsuche im kommenden Jahr über mehrere Monate bei ProSieben und im Ersten im Wechsel zu zeigen. Geplant seien Sendungen von den Castings, über die Vorentscheidungen bis hin zur eigentlichen Show, so "Welt Online".
 
Sollten beide Häuser sich tatsächlich auf dieses Konzept verständigt haben, wäre dies die erste enge programmliche Zusammenarbeit eines öffentlich-rechtlichen und eines privaten Senders im Unterhaltungsbereich. Bei den Rede-Duellen vor den beiden vergangenen Bundestagswahlen gab es bereits eine Zusammenarbeit des Ersten und des ZDF mit den Sendern Sat.1 und RTL.