Peter Urban © NDR/Niklas Kutsche
Es ist das Ende einer Radio-Ära - und der Abschied erfolgt im Streit. Peter Urban hat vor einer Woche nach 52 Jahren seine Radiokarriere beim NDR beendet. Der langjährige ESC-Kommentator nannte gegenüber dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" als Grund einen ungelösten Konflikt um seinen Podcast "Urban Pop". Urban kritisiert, dass die Folgen auch auf Webseiten verbreitet würden, die gegen seine "künstlerischen, moralischen und ethischen Grundsätze verstoßen". Er habe dabei einen "unerträglichen Ton" in den Gesprächen mit dem NDR erlebt, sagte der Moderator. "Es ist Vertrauen verloren gegangen." Der NDR verteidigte die Verbreitung über offene RSS-Feeds als üblich und betonte, die Inhalte blieben auf den eigenen Servern. Urban hingegen sorgte sich, dass seine Beiträge aus dem Zusammenhang gerissen oder mithilfe von KI verändert werden könnten. Seine wöchentliche Sendung bei NDR 2 aufzugeben, sei ihm nicht leichtgefallen. "Sie war über ein halbes Jahrhundert ein wesentlicher Teil meines Lebens", sagte Urban zum "RND". "Ich habe dort großartige Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, wunderbare Musik gespielt und mit Menschen gearbeitet, die meine Begeisterung für das Radio teilten. Ihnen fühle ich mich weiterhin verbunden."

Jürgen Udolph © RBB/Oliver Ziebe
SWR 1 Rheinland-Pfalz wird am 15. November die letzte Folge seiner Sendung mit dem Namensforscher Prof. Dr. Jürgen Udolph ausstrahlen. "Namen sind so ein spannendes Thema. Es hat mich schon als jungen Studenten begeistert", sagte Udolph. "Es ist faszinierend, wie viel Geschichte, Kultur und Identität in einem Namen steckt. Und ich bin dankbar, dass ich dieses Wissen so lange mit den Hörerinnen und Hörern teilen durfte. Dass Menschen wegen eines Nachnamens oder Ortsnamens ins Grübeln kommen und sich plötzlich für Sprachgeschichte interessieren – das war immer mein größter Antrieb." Nach 18 Jahren zieht Udolph nun einen Schlussstrich. "Alles hat seine Zeit. Man muss auch trotz aller Begeisterung und Freude an der Namenforschung wissen, wann es Zeit ist, aufzuhören", sagt er. SWR1-Rheinland-Pfalz-Programmchef Roland Welling würdigte Udolphs Leistung: "Wir haben von Herrn Udolph enorm viel gelernt – über Namen, über Sprache und über die Geschichten, die in unserem Alltag verborgen sind. Er hat uns und unsere Hörerinnen und Hörer mit großer Energie und ansteckender Leidenschaft in die Welt der Namen mitgenommen. Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Seine Rubrik hat gezeigt, dass fundierte Wissenschaft und populäres Radio sich nicht ausschließen, sondern im besten Fall gegenseitig beflügeln." Der Namensforscher will sich nun einem neuen Projekt widmen. Worum es geht, ist keine Überraschung: "Es hat was mit Namen zu tun", so Udolph.

Deutschlandfunk © Deutschlandfunk
Die geplante Programmreform des Deutschlandfunks beschäftigt jetzt auch die Justiz: Der Verein InformationsQualität hat beim Verwaltungsgericht Köln einen Eilantrag eingereicht, um den für den 30. November geplanten Umbau vorerst zu stoppen. Hintergrund ist der geplante Wegfall von sieben etablierten Fachsendungen, darunter "Forschung aktuell", "Campus & Karriere" und "Büchermarkt". Der Verein hält eine gesetzlich vorgeschriebene Leistungsanalyse und eine entsprechende Darlegung gegenüber dem Hörfunkrat vor Umsetzung der Reform für notwendig. Es gehe nicht um Programmgeschmack, sondern um Verfahrenstreue, heißt es in der Mitteilung. Das Deutschlandradio hatte zuvor betont, dass keine Fachredaktionen aufgelöst würden, und darauf verwiesen, dass Beitragszahler keinen Anspruch auf einzelne Programmentscheidungen hätten. Das Gericht muss nun klären, ob die vorgeschriebenen Prüfverfahren vor der Reform abgeschlossen sein müssen.

Reich © MDR
An diesem Donnerstag geht der ARD-Podcast "Reich" mit einer neuen Folge weiter. "Die erste Staffel von 'Reich' hat gezeigt, dass das Interesse an investigativen Recherchen über den wirtschaftlichen Einfluss auf die Politik riesig ist. Deshalb haben wir uns für eine Fortsetzung entschieden", erklärt Daniel Vogelsberg, Redaktionsleiter MDR Wissen. Im Mittelpunkt steht erneut der Einfluss wirtschaftlicher Interessen auf politische Entscheidung. Konkret geht das Investigativ-Team um Patrick Stegemann aus der ARD-Klimaredaktion der Frage nach, warum die europäische Methanverordnung plötzlich so massiv unter Druck gerät und wer davon profitieren könnte. So soll nachgezeichnet werden, welche Rolle Lobbyverbände, Unternehmen und internationale Partner dabei spielen. Gemeinsam mit FragDenStaat wertet "Reich" bislang unveröffentlichte Dokumente aus und rekonstruiert, wie die Warnungen vor drohenden Versorgungsengpässen ihren Weg in die politische Debatte fanden. "Mich beeindruckt, wie das Team mit ihren Recherchen sichtbar macht, wie stark Lobbyismus politisches Handeln beeinflussen kann. Das ist investigative Arbeit, die sich streckenweise wie ein Recherche-Krimi anhört", sagt Achim Schöbel, Leiter der ARD-Klimaredaktion beim MDR. Bei "Reich" handelt es sich um eine Produktion des Investigativ-Labels Cliff von Patrick Stegemann im Auftrag der ARD-Klimaredaktion. Für Januar 2027 ist zudem eine neue fünfteilige Staffel zum Thema Öl geplant.

True Crime Hamburg © NDR/Christian Spielmann
Fortgesetzt wird seit dieser Woche auch "True Crime Hamburg". Hamburgs Polizeipräsident a. D. Ralf Martin Meyer und Schauspieler sowie Ehrenkommissar Marek Erhardt präsentieren 15 neue Folgen des NDR-Podcasts "True Crime Hamburg". Diese erscheinen jeweils mittwochs in ARD Sounds sowie zwei Wochen später auch auf anderen Plattformen. Wie schon in der ersten Staffel erzählt Ralf Martin Meyer von spektakulären Fällen aus seiner aktiven Zeit und gewährt Einblicke in die Arbeit der Hamburger Polizei. Marek Erhardt führt als Host durch die Fälle und ordnet die Ereignisse gemeinsam mit Meyer ein. Neben einem aktuellen Vermisstenfall stehen erneut in der neuen Staffel historische Fälle im Mittelpunkt, die deutschlandweit für Aufsehen sorgten, darunter der Kaufhaus-Erpresser Dagobert und der Heidemörder.