Austria-Update vom 7. Januar
Deutlich weniger Serienförderung, Jahresmarktanteile 2025
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Die Bilanz des Jahres 2025 fällt für viele Sender gut aus: Der ORF erreichte das stärkste Jahr seit 2021, für ServusTV lief es überhaupt nur einmal besser seit dem Sendestart. Ein Dämpfer kommt aber von der Politik: Der Film- und Serienfördertopf Fisa+ fällt 2026 deutlich kleiner aus.
© ORF
Die meistgesehene TV-Sendung im österreichischen Fernsehen ist im vergangenen Jahr eine "Zeit im Bild"-Ausgabe gewesen. Die Nachrichtensendung kam am 6. Januar auf 1,83 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer - an dem Tag erhielt FPÖ-Chef Herbert Kickl den Auftrag zur Regierungsbildung. Der Marktanteil lag bei 65 Prozent. Aus der Regierungsbeteiligung der Rechtspopulisten ist dann schließlich doch nichts geworden, die hohe Reichweite aber zeigt, wie sehr die damalige Situation die Menschen im Land bewegt hat. Weitere ORF-Sendungen mit hohen Reichweiten waren das Skispringen in Bischofshofen, die Opernball-Eröffnung, der ESC sowie diverse Ski-Übertragungen. ORF 1 erzielte im Jahr 2025 einen Marktanteil in Höhe von 10,8 Prozent und konnte sich so um 0,7 Prozentpunkte steigern, ORF 2 war mit 20,8 Prozent unangefochtener Marktführer. Insgesamt erzielten die ORF-Sender 34,6 Prozent Marktanteil und damit den höchsten Wert seit 2021. Blendet man die Corona-Zeit aus, war es sogar der höchste Wert seit 2016. ORF 1 war derweil bei den 12- bis 49-Jährigen der erfolgreichste Sender, hier verzeichnete man 11,4 Prozent. ORF 2 kam in der gleichen Altersklasse auf 10,5 Prozent.
© ServusTV
Sehr gut verlief das Jahr auch für ServusTV, das sich insgesamt über 4,7 Prozent und beim jungen Publikum über 4,4 Prozent Marktanteil freuen konnte. Für den Salzburger Privatsender war es damit das zweitbeste Jahr in der Geschichte, besser lief es nur 2024, als man zahlreiche Spiele der Fußball-EM übertragen konnte. Erneut war ServusTV im Jahr 2025 der größte Privatsender, bei den 12- bis 49-Jährigen reichte es zum zweiten Platz im Privat-TV. Gepunktet hat ServusTV in den vergangenen zwölf Monaten mit der Formel 1 und diversen Fußball-Übertragungen, abseits des Sports erzielten eigenproduzierte Krimis sehr hohe Reichweiten. Gut möglich, dass die meistgesehene Sendung im gesamten TV 2026 bei ServusTV laufen wird: Das WM-Spiel zwischen Österreich und Argentinien ist beim Sender im Juni ab 19 Uhr zu sehen. Zwei weitere WM-Spiele der ÖFB-Elf laufen im ORF, werden aber um 6 und 4 Uhr angepfiffen.
© Puls 4
Erfolgreichster Privatsender in der klassischen Zielgruppe ist im Jahr 2025 Puls 4 geworden, der Sender erzielte 4,9 Prozent Marktanteil, damit war er deutlich erfolgreicher als noch 2024, als man nur knapp über der 4-Prozent-Marke lag. ATV hat seinen Durchhänger aus der ersten Jahreshälfte in den zurückliegenden Monaten hinter sich gelassen und erzielte letztlich 4,0 Prozent Marktanteil. Mit allen Sendern der Gruppe (also auch ProSieben Austria etc.) erzielte man 26,4 Prozent Marktanteil, das war etwas mehr als im Jahr davor. Reichweitenstärkste Sendung der Gruppe war eine Ausgabe von "Bauer sucht Frau" aus dem Dezember, die auf 367.000 Zuschauerinnen und Zuschauer kam. Bei Puls 4 dominierten Fußball-Übertragungen sowie das US Open Finale das Ranking.
© Mediengruppe Österreich
Zufrieden Bilanz ziehen kann man derweil auch beim Nachrichtensender oe24.TV, dieser kam im vergangenen Jahr auf einen Tagesmarktanteil in Höhe von 1,8 Prozent (12-49) - besser lief es für den Kanal der Mediengruppe Österreich überhaupt noch nie. Die quotenstarke Darts-WM hat sich im Dezember übrigens auch wieder in den Quoten von Sport1 in Österreich niedergeschlagen, der Spartensender erreichte 1,5 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum - rund dreimal so viel wie in Normalzeiten. Auf Jahressicht erzielte Sport1 0,6 Prozent und damit etwas mehr als 2024.
Was sonst noch passiert ist
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Der Film- und Serienfördertopf Fisa+ ist in diesem Jahr mit nur noch 55 Millionen Euro dotiert, Anträge können seit wenigen Tagen eingereicht werden. Nachdem die Förderung 2025 lange brach lag und überhaupt keine Anträge möglich waren, erfolgte im Herbst der Neustart des Systems. Damals standen 80 Millionen Euro zur Verfügung, die dann aber auch ziemlich schnell aufgebraucht waren. Der Rückgang auf 55 Millionen ist jetzt ziemlich deutlich. Die neue Förderhöhe hat das zuständige Wirtschaftsministerium gegenüber der Nachrichtenagentur APA bestätigt. Seit dem Start von Fisa+ wurden 193 Projekte mit 180 Millionen Euro unterstützt und damit 485 Millionen Euro an Produktionsausgaben in Österreich ausgelöst.
© ORF/Hans Leitner
Der ORF hat für Mitte 2026 die Eröffnung eines neuen Nahost-Büros angekündigt, in diesem Zuge kommt es auch zu personellen Veränderungen. Karim El-Gawhary (Foto links), der seit vielen Jahren das Nahost-Büro des ORF aus Kairo leitet, wird künftig als Freelancer für den Sender tätig sein. Vor der Ankündigung gab es Spekulationen darüber, dass sich der ORF komplett von seinem angesehenen Journalisten trennen wolle, was für reichlich Kritik sorgte. Nun spricht der Sender von einem "wesentlichen Schritt in der Weiterentwicklung [des] Korrespondentennetzes und im Sinn eines aktiven Managements des sich vollziehenden Generationenwechsels". Für das neue Büro wolle man in den kommenden Wochen mögliche Standorte sondieren, sagt Chefredakteurin Gabi Waldner-Pammesberger. Bis März will sie ein "entscheidungsreifes Konzept für eines der arabischen Länder im östlichen Mittelmeerraum" vorlegen. Das neue Büro soll Mitte des Jahres eröffnet werden und wird sukzessive die Aufgaben des Büros in Kairo übernehmen. Karim El-Gawhary selbst sagt: "Über zwei Jahrzehnte durfte ich für den ORF die arabische Welt widerspiegeln und werde das noch weitere letzte sechs Monate als Korrespondent in Kairo tun. Ich schaue nach vorne und werde sicherlich auch danach in Österreich und Deutschland eine öffentliche Stimme über die arabische Welt bleiben."
© ORF/Skiweltcup Flachau/wildbild/Doris Wild
Mit durchschnittlich 700.000 Zuschauerinnen und Zuschauern sowie Marktanteilen weit über dem ORF-Senderschnitt ist "Hermann Maier’s Star Challenge" im vergangenen Jahr ein großer Erfolg gewesen - und einer, der sich offenbar herumgesprochen hat. Wenn das Event am 12. Januar zurückkehrt, wird erstmals auch der SRF mit dabei sein und live übertragen. Angesichts dessen treten Skilegenden aus Österreich und der Schweiz zum Länderkampf gegeneinander an, erneut bilden ein Ex-Profi sowie ein Promi ohne Weltcup-Erfahrung ein Team. Gefahren wird in Flachau - unmittelbar neben jener Piste, auf der einen Tag später der Nachtslalom der Damen ansteht. Und so funktioniert der Wettkampf: Der Skistar fährt als erster ins Ziel, der Promi muss unmittelbar vor dem Start schätzen, wie viele Sekunden ihn/sie von der Zeit des Profis letztlich trennen. Siegerpaar ist jenes, das dieser Schätzung am nächsten kommt. Prominente Teilnehmer sind 2026 Johann Lafer, Aaron Karl, Nico Langmann, Andreas Herzog, Anna Strigl, Thomas Muster, Christa Rigozzi, Gabi Hiller, Philipp Hansa, Julian Le Play, Nina Hartmann und Valerie Huber. Für die Schweiz treten unter anderem Bernhard Russi, Christa Rigozzi und Sonja Nef an.
Deutlich weniger Serienförderung, Jahresmarktanteile 2025
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