Das Geschäft mit der Liebe © ATV
Mitte Dezember hatte die Medienbehörde KommAustria dem Privatsender ATV einen Gesetzesverstoß rund um das umstrittene Format "Das Geschäft mit der Liebe" bescheinigt (DWDL.de berichtete). Die Behörde sprach damals von einer "Missachtungen der Menschenwürde" sowie "Aufstachelungen zur Gewalt gegen Frauen aufgrund des Geschlechts". Mit der Bereitstellung der Sendung auf Abruf habe ATV zudem gegen Jugendschutzbestimmungen verstoßen. Doch der Bescheid ist bis heute nicht rechtskräftig - und nach DWDL.de-Informationen wird "Das Geschäft mit der Liebe" künftig auch noch Gerichte beschäftigen. 

ATV Logo © ATV
ATV hat Beschwerde gegen den KommAustria-Bescheid eingelegt, in der nächsten Instanz wird sich das Bundesverwaltungsgericht mit der Sache auseinandersetzen. Die KommAustria hat das gegenüber DWDL.de bestätigt. Bei ATV bittet man auf Anfrage um Verständnis, "dass wir die Thematik nicht mehr extern kommentieren werden". Das ist insofern überraschend, weil man beim Sender offenbar noch Klärungsbedarf sieht. Zur Erinnerung: Weil in den Folgen der Sendung Frauen regelmäßig degradiert wurden, hagelte es im Frühjahr dieses Jahres Kritik am Format und dem Sender. Auch die Politik schaltete sich ein. ATV nahm die Reality kurz danach vom Sender, entschuldigte sich und zeigte die betroffene Staffel einige Monate neu geschnitten, inzwischen hat man sich aber vorerst vom Format getrennt (DWDL.de berichtete). 

Justizia © Photocase
Im Verfahren der KommAustria nahm ATV im vergangenen Jahr zum Sachverhalt noch ausführlich Stellung. So räumte der Sender ein Versagen der internen Kontrollmechanismen ein, die Aussagen einzelner Protagonisten seien in der Abnahme nicht ausreichend genug geprüft worden. Der Sender verwies außerdem darauf, die ursprüngliche Version der Staffel offline genommen zu haben. Zudem habe man Produktionsrichtlinien überarbeitet. Dennoch wehrt man sich dagegen, dass die Medienbehörde durch ihre Entscheidung die dem Sender durch die Europäische Menschenrechtskonvention garantierte Meinungs- und Rundfunkfreiheit einschränke. Dies will man aber bewusst nicht als Rechtfertigung oder Relativierung der im Raum stehenden Kritik verstanden wissen. Den Vorwurf der "Aufstachelung zur Gewalt gegen Frauen aufgrund des Geschlechts" weist ATV zurück. Während sich die Verantwortlichen inhaltlich bereits in den Staub geworfen und sich entschuldigt haben, will man die Sache nun offenbar juristisch bis zum Ende durchkämpfen. 

Weitere News aus Österreich

Wir sind Song Contest © ORF/IP Media/Peter Krivograd
In Deutschland wird Barbara Schöneberger mal wieder den Vorentscheid zum ESC moderieren - diesmal mit Hazel Brugger an ihrer Seite. Aber auch in Österreich hat Schöneberger ESC-Aufgaben vor der Brust, der ORF hat nun eine dreiteilige Show mit der Moderatorin angekündigt. In "Wir sind Song Contest", zu sehen erstmals am 24. April, blickt Schöneberger mit verschiedenen Gästen auf den ESC zurück. In den Shows sollen Fragen geklärt werden wie: Warum war Österreich beim ersten Song Contest nicht vertreten? Und was ist aus den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geworden? Der ORF will die drei Shows, die jeweils unter einem bestimmten Motto stehen, als Einstimmung auf den eigentlichen Wettbewerb verstanden wissen. In einem Quiz haben Fans auch noch einmal die Chance, Tickets für die Finalshow in Wien zu ergattern.

Exxpress © Exxpress
Das rechte Krawallmedium "Exxpress", das zur Mehrheit zur "Nius"-Mutter Vius gehört, richtet sich erklärtermaßen an alle "Selberdenker". Und nun hat man eine Meldung in eigener Sache veröffentlicht, die die hartgesottenen "Selberdenker" möglicherweise vor eine große Herausforderung stellen wird. So hat man angekündigt, dass Laura Sachslehner neben Herausgeberin Eva Schütz Chefredakteurin der Plattform wird. Bislang schrieb Sachslehner für das Medium bereits Kolumnen. Überraschend kommt die Beförderung trotzdem, ist Sachslehner doch gar keine ausgebildete Journalistin. Sie war viele Jahre Mitglied in der ÖVP und war im Jahr 2022 sogar einige Monate lang Generalsekretärin der Partei. Als solche galt sie als eine Vertreterin des Rechtsaußenflügels der Partei. 

Servus Nachrichten in 90 Sekunden © ServusTV
ServusTV hat auf seiner Streamingplattform ServusTV On ein neues und kompaktes Nachrichtenformat gestartet. In "Servus Nachrichten in 90 Sekunden" will man, der Titel weist schon darauf hin, die wichtigsten Nachrichten in eineinhalb Minuten zusammenfassen. Produziert wird das Format nach Senderangaben von jungen Redakteurinnen und Redakteuren der News-Redaktion. Zu sehen gibt es die "Servus Nachrichten in 90 Sekunden" montags bis freitags jeweils um 7, 9, 12, 15 und 18 Uhr. Am Wochenende und an Feiertagen gibt es Ausgaben um 10 und 15 Uhr. "Mit dem neuen Format wollen wir die bestehenden TV-Ausgaben der ‘Servus Nachrichten’ online sinnvoll ergänzen und erweitern. Die neuen Online-Nachrichten werden für unsere Zuschauer zum Tagesbegleiter und lassen uns gleichzeitig als Redaktion besonders rasch und flexibel reagieren. Gleichzeitig schaffen wir zusätzliche eine spannende Einsatzmöglichkeit für junge journalistische Talente", sagt ServusTV-Infochef und Nachrichten-Moderator Hans Martin Paar.

2 Minuten 2 Millionen © ProsiebenSat1Puls4
Die neue Staffel von "2 Minuten 2 Millionen" meldet sich am 10. Februar im Programm von Puls 4 zurück. Dabei müssen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer auf Veränderungen einstellen. So müssen sich die Gründerinnen und Gründer künftig nicht nur vor dem Investoren-Panel beweisen, sondern vor dem gesamten Publikum: Erstmals werden ihre Ideen auch durch begleitende Marktumfragen und Markttests geprüft, deren Ergebnisse in der Sendung präsentiert werden. Als Investoren sind in den neuen Folgen Katharina Schneider, Eveline Steinberger, Christian Jäger, Mathias Muther, Alexander Schütz und Erich Falkensteiner mit dabei.

School of Champions © ORF/BR/SRF/Superfilm Filmproduktions GmbH/Montage: BR
Seit Anfang des Jahres gibt’s bei ORF On die dritte Staffel der Skiserie "School of Champions" zu sehen, am Sonntag und Montag sind die ersten vier Folgen auch linear zu sehen gewesen. Und auch wenn man sich beim Sender über einen "Top-Saisonstart" freut, lohnt sich ein detaillierter Blick auf die Zahlen. Am Sonntag erreichten die ersten beiden Folgen 248.000 und 236.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, einen Tag später waren es etwas mehr - 278.000 und 264.000. Die Marktanteile lagen bei 9 und 10 Prozent. Das ist ein solides, aber kein allzu starkes Ergebnis. Zum Auftakt waren am Sonntag bei den 12- bis 29-Jährigen 13 Prozent Marktanteil drin. Der ORF hat zudem zwei interessante Zahlen aus dem Streamingbereich veröffentlicht: So kamen die Folgen eins und zwei der neuen Staffel seit Beginn des Jahres bei ORF On auf eine Durchschnittsreichweite in Höhe von 52.000 und 44.000. Das steigert die Gesamtreichweite signifikant. "School of Champions" ist damit ein solider Erfolg für den ORF - aber eben kein bahnbrechender.