Austria-Update vom 8. April
ServusTV schraubt am Nachmittag, Puls 4 im März stark
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Puls 4 ist im März stark unterwegs gewesen, gleiches gilt für ServusTV. Der Privatsender aus Salzburg hat außerdem Änderungen an seinem Nachmittagsprogramm vorgenommen. Und: Bekannte Vorwürfe gegen den Chef von ORF 3 könnten neu aufgerollt werden.
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ServusTV hat an seinem Nachmittagsprogramm geschraubt. Seit dieser Woche läuft das tägliche Nachmittagsmagazin nicht mehr um 14, sondern um 15 Uhr. Die Sendung hört daher ab sofort auf den Namen "Servus um 3" (vormals "Servus um 2"). Darüber hinaus hat ServusTV angekündigt, dass das Format künftig abwechselnd von Judith Nagiller und Gerald Schober moderiert wird. Schober war auch schon bislang das Gesicht der Sendung. Inhaltlich soll sich nichts ändern. Man wolle einen "abwechslungsreichen Mix aus aktuellen Reportagen, Porträts und hilfreichen Tipps zu Themen wie Gesundheit und Alltag" anbieten.
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Peter Schöber
Nachdem sich der Wirbel um den ehemaligen ORF-Chef Roland Weißmann etwas gelegt hat, richten sich beim Sender die Blicke nun auf einen anderen Fall, der eigentlich schon abgeschlossen schien. Dem Chef von ORF 3, Peter Schöber, wurde 2024 unter anderem Mobbing und Diskriminierung vorgeworfen. Eine ORF-Untersuchung attestierte Schöber ein "teilweise problematisches" Führungsverhalten, der Manager wurde entmachtet, blieb aber als Geschäftsführer im Unternehmen. Nun wird dieser Fall wieder aktuell. Unter der vorläufigen Generaldirektorin Ingrid Thurnher wird gerade an einem Maßnahmenkatalog gegen problematisches Verhalten am Arbeitsplatz gearbeitet. "In diesem Zusammenhang wird auch evaluiert, ob im Fall Schöber eine neuerliche, unabhängige und externe Untersuchung des Sachverhalts notwendig ist", erklärt der ORF gegenüber dem "Standard" und dem Investigativpodcast "Die Dunkelkammer". Schöber hat sich noch nicht geäußert, alleine die Stellungnahme des ORF in der Sache ist aber schon bemerkenswert und ungewöhnlich.
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Der Privatsenderverband VÖP verspürt eine Existenzangst. Im Interview mit der Tageszeitung "Kurier" sagt VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm: "Die Lage ist äußerst ernst. Dutzende Kolleginnen und Kollegen haben in den letzten Monaten und Wochen ihren Arbeitsplatz verloren." Diese Kündigungen würden für einen "strukturellen Trend" stehen. Drumm: "Steigende Kosten und sinkende Werbeerlöse aufgrund des massiven Abflusses von Wertschöpfung zu globalen Plattformen setzen Privatsender unter enormen Druck." Zusammen mit dem VÖP-Vorsitzenden Christian Stögmüller fordert Drumm "spürbare Entlastungen und mehr Freiraum" für den privaten Rundfunk. Außerdem will der VÖP strengere Regeln für globale Tech-Plattformen und mehr Unterstützung vom ORF.
Österreich in Zahlen
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Nach einem sehr starken Jahresstart im Januar und Februar musste ORF 1 im März wieder kleinere Brötchen backen. Ohne Wintersport kam man noch auf einen Monatsmarktanteil in Höhe von 12,6 Prozent, das waren fast 4 Prozentpunkte weniger als im Februar. Gegenüber dem März 2025 hielt man sich aber auf einem stabilen Niveau, insofern kann man zufrieden sein. ORF 2 ist auch im dritten Monat des Jahres der erfolgreichste Sender gewesen und verzeichnete starke 20,3 Prozent Marktanteil.
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Sehr gut verlief vor wenigen Tagen in ORF 1 zudem die TV-Premiere des Films "Herzklang - Zurück zu mir". Der ist deshalb so besonders, weil Schlagersängerin Melissa Naschenweng darin eine Hauptrolle spielt - für sie ist es die erste Rolle dieser Art. Und offenbar konnten viele Fans mobilisiert werden: Durchschnittlich 454.000 Menschen sahen sich den Streifen zur besten Sendezeit an, der Marktanteil lag bei sehr guten 21 Prozent. ORF 1 lag damit am Karsamstag zur besten Sendezeit noch vor ORF 2, wo der "Erzgebirgskrimi" 384.000 Personen sowie 18 Prozent erreichte. Auch beim jungen Publikum kam der Naschenweng-Film gut an, bei den 12- bis 49-Jährigen wurden 20 Prozent Marktanteil gemessen.
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Grund zur Freude hatte auch ServusTV: Mit einem Monatsmarktanteil in Höhe von 4,7 Prozent beim Gesamtpublikum sowie 4,4 Prozent beim jungen Publikum bewegte man sich auf dem Niveau der Vorjahres-März’. Beim Sender spricht man vom erfolgreichsten März seit Senderbestehen. In der klassischen Zielgruppe ist ServusTV jedenfalls deutlich an ATV vorbeigezogen, das nur auf 3,6 Prozent kam. In den ersten beiden Monaten des Jahres lief es für den Sender der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe noch besser als für ServusTV, nun also das Überholmanöver. Insgesamt blieb ServusTV der erfolgreichste österreichische Privatsender.
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Beim jungen Publikum ist Puls 4 der erfolgreichste Privatsender im März gewesen. Der Sender kam auf 5,5 Prozent Marktanteil, was einem deutlichen Plus gegenüber den Normalwerten entspricht. Gut gelaufen ist beim Sender im März unter anderem "Roadtrip Australien". Der Nachrichtensender Puls 24 erreichte im März 0,8 Prozent in der klassischen Zielgruppe, damit musste man oe24.TV abermals den Vortritt lassen, dieser erreichte 1,3 Prozent, was im Vergleich zum März 2025 jedoch einem satten Minus in Höhe von rund einem Prozentpunkt entsprach.
ServusTV schraubt am Nachmittag, Puls 4 im März stark
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