© ORF/Thomas Jantzen
Austria-Update vom 26. März

Neue "Liebesg'schichten", Infoschiene in ORF eins startet

 

Trotz des Todes von Elizabeth T. Spira wird der ORF im Sommer neue Ausgaben von "Liebesg'schichten und Heiratssachen" zeigen. Außerdem: Christoph Dichand geht gegen Funke in die Offensive, ORF eins startet bald seinen neuen Info-Vorabend und bei ATV kommt "Blutwies’n" unter die Räder.

von Timo Niemeier
26.03.2019 - 15:53 Uhr

Elizabeth T. Spira© ORF/Wega Film/Robert Neumüller
Vor einigen Tagen ist die Filmemacherin Elizabeth T. Spira gestorben (DWDL.de berichtete). Nun hat der ORF bekanntgegeben, wie es mit ihren "Liebesg’schichten und Heiratssachen" weitergehen wird, für die sie bis zum Schluss Interviews geführt hat. So wird es eine neue Staffel geben, die frischen Folgen werden ab Juli zu sehen sein. Der ORF erklärte, Spira und die Produktionsfirma Wega Film hätten bereits im Herbst einen großen Teil der Interviews für die Reihe gedreht. Die Anzahl der sendefähigen Folgen steht derzeit noch nicht fest, der konkrete Sendestart ist von der Episodenanzahl abhängig. Ob und wenn ja wie es danach für das Format weitergehen könnte, will der ORF "aus Respekt vor Elizabeth T. Spiras Werk" erst nach der Ausstrahlung der 23. Staffel sagen. ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner sagt: "Nach dem Tod von Elizabeth T. Spira haben wir gemeinsam mit den Produzenten und dem Redaktionsteam beschlossen, ihre laufende Produktion der 23. Staffel ‚Liebesg’schichten und Heiratssachen‘ mit vereinten Kräften abzuschließen und im Sommer im ORF zu zeigen. Auch das ist Ausdruck unserer Verneigung vor der außergewöhnlichen Chronistin der österreichischen Seele."

Alexander Wrabetz, ORF© ORF/Thomas Ramstorfer
ORF-Chef Alexander Wrabetz hat die mögliche Streichung von Landesstudios in Aussicht gestellt, sollte der ORF künftig deutlich weniger Gebührengelder als heute erhalten. Zuletzt pochte die FPÖ auf ein Aus der Gebühren, man will den ORF lieber aus dem Staatsbudget heraus finanzieren - und dabei auch gleich die Mittel zusammenkürzen. Dagegen gibt es aber viel Widerstand, auch in den Bundesländern selbst. Wrabetz sagt nun: Mit rund 150 Millionen Euro weniger pro Jahr werde es nicht mehr alle neun Landesstudios geben können. Außerdem wären dann rund 1.500 Jobs in Gefahr. Die Abschaffung der GIS-Gebühr könnte die Politik nach Meinung von Wrabetz nur mit Zweidrittelmehrheit durchdrücken - ob dem tatsächlich so ist, erscheint fraglich. Die "Krone" hat zuletzt ein angebliches FPÖ-Papier veröffentlicht, das auch von der ÖVP größtenteils so mitgetragen werden soll. Kernpunkte demnach: Deutliche Einsparungen, Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, eine neue Führungsmannschaft und mehr Freiraum für die privaten Sender.

Kronen Zeitung© Kronen Zeitung
Nachdem bekannt geworden ist, dass die Funke Mediengruppe "Krone"-Herausgeber Christoph Dichand loswerden will, hat sich dieser nun selbst zu Wort gemeldet. Dichand nennt das Vorgehen einen "Angriff auf die Unabhängigkeit der ‘Krone’ und ihrer Redaktion - und damit letztlich auch auf die Pressefreiheit". Diese sei ein Fundament der Demokratie, daran würden auch "Finanzinvestoren" nichts ändern. Dichand: "An die Adresse jener, welche die Macht über die größte Tageszeitung des Landes erlangen wollen, sei unmissverständlich gesagt: Die Krone ist kein Spekulationsobjekt, sondern eine unabhängige Zeitung. Die Sicherstellung dieser Unabhängigkeit ist ein Vermächtnis und Auftrag meines Vaters. Ich nehme diese Verpflichtung ernst und werde sie gemeinsam mit der Redaktion mit aller Kraft verteidigen. Es hat in den letzten 60 Jahren immer wieder Versuche gegeben, die Unabhängigkeit der Krone und ihrer Redaktion zu zerstören. Diese sind allesamt gescheitert." Die "Krone" hat nun auch noch einmal bestätigt, dass man Funke als Gesellschafter loswerden will. Eine Gesellschafterversammlung hat vorerst kein Ergebnis gebracht: Die Hälfte (Funke) stimmte für die Entlassung Dichands, die andere Hälfte (Dichand) stimmte dagegen.

Lisa Gadenstätter und Stefan Lenglinger© ORF/Thomas Ramstorfer
Die lang erwartete Vorabend-Infoschiene bei ORF eins wird im April starten. Am 8. April geht demnach um 18:10 Uhr das neue "Magazin 1" auf Sendung. Lisa Gadenstätter und Stefan Lenglinger präsentieren das neue Format im Wechsel von Montag bis Freitag. Ausgelegt ist "Magazin 1" auf Reportagen, Hintergrund-Berichte und Interviews. Es soll um Hard News, aber auch um Kultur und Unterhaltung gehen. Ebenfalls am 8. April startet um 18 Uhr das neue "ZiB 18". Das Team rund um Gerhard Maier, Jürgen Pettinger und Christiane Wassertheurer will dann immer die Frage stellen, was der jeweilige Tag gebracht hat. Wie sich die neue Info-Schiene mit dem bestehenden Infotainment-Programm in ORF 2 vertragen wird, muss sich freilich erst noch zeigen.

Österreich in Zahlen

ServusTV© ServusTV
Das neue ServusTV-Magazin "Factum" aus der Quo Vadis Veritas Redaktion hat einen guten Einstand hingelegt. 50.000 Menschen sahen sich die erste Ausgabe, in der es um Missbrauch in der katholischen Kirche ging, am Mittwoch um 22:15 Uhr an. Sowohl beim Gesamtpublikum als auch bei den jungen Zuschauern im Alter zwischen 12 und 49 Jahren lag das Magazin damit bei 2,5 Prozent Marktanteil. Damit lag "Factum" zum Start auf Höhe des Senderschnitts. 

Foto: Photocase/derfabseBeim ORF gab es unterdessen am Wochenende eine erfolgreiche Premiere: Erstmals übertrug man am Sonntag ein EM-Qualispiel ohne österreichische Beteiligung. Die Partie zwischen Deutschland und den Niederlanden sahen sich in der ersten Halbzeit knapp eine halbe Million Menschen an, während den zweiten 45 Minuten waren es 468.000. Die Marktanteile lagen bei 15 und 18 Prozent. Das ging vor allem auf Kosten von RTL Österreich, das ohne die Übertragung im ORF wohl deutlich mehr Zuschauer gehabt hätte. Doch auch hier sahen immerhin 115.000 bzw. 130.000 Menschen zu. An die Partie zwischen Österreich und Israel kam die Partie trotz besserem Sendeplatz nicht heran. Dieses Spiel sahen sich im ORF nämlich 734.000 (Halbzeit eins) bzw. 848.000 (Halbzeit zwei) Menschen an. Die Marktanteile lagen bei 37 und 28 Prozent.

Blutwiesn© ATV
Bei ATV kommt der neue Donnerstagabend bereits in Woche zwei kräftig ins schwimmen. "Trucker Babes Austria" holte nach einem guten Start mit 6,2 Prozent in der Zielgruppe sieben Tage später nur noch 3,8 Prozent, 85.000 Menschen schalteten ein - das waren 13.000 weniger als beim Auftakt. Noch schlechter steht es aber um das auf dem Papier spannend klingende "Blutwies’n". Hier reichten 27.000 Zuschauer aber nur noch zu 1,7 Prozent.

Was noch zu sagen wäre…

Über den Autor

Timo Niemeier schreibt mit kleiner Unterbrechung seit 2014 für DWDL.de, er lebt in Wien und ist damit der Alpen-Beauftragte. Mag seichte Unterhaltung ebenso wie anspruchsvolle High-End-Serien, kann sich aber auch in Geschäftsberichten verlieren.

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