© ORF/Thomas Ramstorfer
Austria-Update vom 21. Januar

ORF-Betriebsrat klagt gegen Sender, Late-Night bei Puls 24?

 

Die ORF-Führung befindet sich in einem Streit mit dem Betriebsrat über angeblich nicht eingehaltene Vereinbarungen über Gehaltserhöhungen. Puls 24 plant offenbar einen Late-Night-Talk und Änderungen am ORF-Gesetz kommen wohl erst 2021.

von Timo Niemeier
21.01.2020 - 11:55 Uhr

Justizia© Photocase
Der ORF-Zentralbetriebsrat hat die Geschäftsführung des Senders verklagt, Hintergrund sind angeblich nicht eingehaltene Vereinbarungen über Gehaltserhöhungen. Die Führung des Senders halte sich laut der Darstellung des Betriebsrats nicht an die Ende 2018 über zwei Jahre abgeschlossene Gehaltsrunde. Die Geschäftsführung sei einseitig von den damals getroffenen Vereinbarungen abgerückt, heißt es. Dadurch würden die Mitarbeiter 2020 real ein Gehaltsminus von einem halben Prozentpunkt haben. "Auf nahezu winkeladvokatische Weise wird – entgegen der Einhelligkeit beim Vertragsabschluss – eine Textpassage des Vertragswerks plötzlich zu unseren Lasten interpretiert", so der Betriebsrat. Die ORF-Führung dagegen argumentiert, der Betriebsrat verlange plötzlich eine andere Berechnungsmethode als ursprünglich vereinbart. Das könne man aber schon rechtlich gar nicht umsetzen, weil das nicht vom Stiftungsrat genehmigt worden sei. Nun müssen wohl Gerichte klären, was die beiden Parteien vor zwei Jahren entschieden und schriftlich festgehalten haben. 

Puls 24© ProSiebenSat.1Puls4
Der noch recht junge Nachrichtensender Puls 24 aus der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe arbeitet nach einem Bericht des "Kurier" an einer Late-Night-Show mit den Politikberater Rudi Fußi, der als sehr meinungsfreudig gilt. Laut "Kurier" soll die Sendung in drei Teile gegliedert sein: Stand-Up, Talk mit einem Einzelgast sowie Diskussionsrunde über die Ereignisse der Woche. Losgehen soll es bereits im Februar, an welchem Tag ist aber noch unklar. Puls 24 bestätigte gegenüber DWDL.de, dass man an einem Format mit Fußi arbeite. Zu Details wollte man sich aber noch nicht äußern. 

Sebastian Kurz© ÖVP/Jakob Glaser
Pünktlich zum Amtsantritt der neuen türkis-grünen Regierung hat der ORF vor einigen Tagen zwei Dokus, in denen es einmal um Kanzler Sebastian Kurz und einmal um Vizekanzler Werner Kogler ging, gezeigt. Die Kurz-Doku ist kurz danach auf dem Youtube-Kanal des Politikers aufgetaucht. Das missfällt ganz offensichtlich Heinz Lederer, der für die SPÖ im Stiftungsrat des ORF sitzt und dadurch "die Unabhängigkeit des ORF massiv in Gefahr" sieht. Er will den Fall im Programmausschuss des Stiftungsrates besprechen. Die ORF-Führung reagierte gelassen und erklärte, dass es gängige Praxis sei, Politikern entsprechendes Material für die "nichtkommerzielle, aktuelle Verwendung" zur Verfügung zu stellen. Die jeweilige Redaktion müsse aber immer zustimmen. 

Matthias Strolz© Parlamentsdirektion/Photo Simonis
Der ehemalige Spitzen-Politiker Matthias Strolz (Neos) soll bei Puls 4 und dessen Nachrichtensender Puls 24 am 30. März eine "Mega Bildungsshow" präsentieren. Das Format bildet den Auftakt zum diesjährigen 4Gamechangers Festival, das in den Tagen danach stattfindet. In der Show begibt sich die Mega Bildungsstiftung, die von der B&C Privatstiftung und Berndorf Privatstiftung ins Leben gerufen wurde, auf die Suche nach erfolgreich erprobten, innovativen Bildungsprojekten in Österreich. Das Ziel der Stiftung ist es, Österreichs Talente optimal zu begleiten - ungeachtet von Herkunft oder familiärem Hintergrund der Talente. In der Sendung werden live die Top 3 KandidatInnen und Bildungsprojekte gekürt. 

Thomas Gruber© ATV/Ernst Kainerstorfer
Die Arbeitsgemeinschaft Teletest (AGTT) gibt die Erhebung der TV-Quoten in Auftrag und hat nun einen neuen Chef. ATV-Geschäftsführer Thomas Gruber ist neuer Obmann der AGTT und übernimmt diesen Posten von IP-Österreich-Geschäftsführer Walter Zinggl. Oliver Böhm (ORF-Enterprise) und Zinggl agieren künftig als Obmann-Stellvertreter. Gruber will den Fokus seiner mindestens zweijährigen Funktionsperiode auf die Zusammenführung unterschiedlicher Messungen der TV-Nutzung, um eine gemeinsame Reichweite ("One Reach") abzubilden, richten. "Neue Technologien führen zu einem noch intensiveren TV-Konsum. Als härteste und genaueste Währung der Medienforschung wird sich der Teletest entlang der neuen Verbreitungsformen entwickeln, um die wachsende TV-Nutzung realistisch abzubilden und der werbetreibenden Wirtschaft eine solide Entscheidungsbasis zu liefern", so Gruber. Das Teletest-Panel besteht derzeit aus 1.652 österreichischen Haushalten, die eine Grundgesamtheit von 3.826.000 TV-Haushalten repräsentieren. Das Panel umfasst 3.571 Teilnehmer

ORF© ORF
Die neue Regierung will noch in diesem Jahr einen Entwurf zur Änderung des ORF-Gesetzes vorlegen, umgesetzt werden sollen die Neuerungen dann im ersten Halbjahr 2021. Das kündigte der Kanzlerbeauftragte für Medienthemen, Gerald Fleischmann, gegenüber der APA an. Beschließen will man unter anderem die Abschaffung der 7-Tage-Regelung sowie den ORF-Player als gemeinsame Bewegtbild-Plattform für ORF und Private. Ganz grundsätzlich soll der ORF dazu verpflichtet werden, stärker als bislang mit den Privaten zusammenzuarbeiten. 

ORF TVthek© ORF
Der ORF hat jetzt mitgeteilt, dass das vergangene Jahr das bislang erfolgreichste in der Geschichte der TVthek war. Demnach kam die Plattform auf 1,7 Millionen User pro Monat, diese sorgten für durchschnittlich 8,3 Millionen Visits. Die erfolgreichsten Livestreams in 2019 waren Ski-Übertragungen. Die am meisten gesehen Sendung auf Abruf war eine "Willkommen Österreich"-Folge aus dem Mai. Daneben dominieren zahlreiche Ibiza-Sondersendungen die VoD-Charts der ORF-TVthek. 

Österreich in Zahlen 

Catch! Die Europameisterschaft im Fangen© Sat.1/Willi Weber
"Catch - Die Europameisterschaft im Fangen" hat am Freitag gute Quoten bei Puls 4 geholt. Der Marktanteil in der Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen lag bei starken 9,0 Prozent. Die Gesamt-Reichweite betrug allerdings nur 115.000, damit musste sich Puls 4 insgesamt hinter ServusTV einreihen, das mit seiner Reihe "Heimatleuchten" auf 178.000 Zuschauer kam. Während man in der Zielgruppe damit 5,1 Prozent erzielte, wurden beim Gesamtpublikum 6,2 Prozent gemessen.  

Handball-EM 2020© EHF
Trotz der Primetime-Platzierung des Handball-Matches zwischen Österreich und Deutschland konnte ORF 1 damit am Montag keine sehr guten Quoten erzielen. 368.000 Menschen sahen sich die erste Halbzeit des EM-Spiels an, Halbzeit zwei sahen sich 303.000 Menschen an. Vermutlich auch wegen der sich früh abzeichnenden Niederlage der Österreicher ließ das Interesse schnell nach. Die Marktanteile beim Gesamtpublikum lagen bei elf bzw. neun Prozent und damit nur leicht über dem Senderschnitt. Richtig stark präsentierte sich ORF 1 in den vergangenen Tagen aber mit einigen Ski-Übertragungen. So erreichte die Abfahrt am Wochenende durchschnittlich 1,03 Millionen Zuschauer, 60 Prozent Marktanteil waren damit drin. Der Slalom am Sonntag holte 50 Prozent Marktanteil bei 894.000 Zuschauern im zweiten Durchgang. 

Dschungelcamp 2020© TVNow
Das Dschungelcamp war unterdessen auch für RTL Österreich weiterhin ein voller Erfolg. "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" belegt alle Plätze in den Top 5 des Senders der vergangenen Woche. Am Samstag sahen 320.000 Menschen zu - mehr waren es während der aktuellen Staffel noch nie. Die Sendung liegt außerdem bei konstant deutlich mehr als 20 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe, am Samstag waren 27,6 Prozent drin. 

Was noch zu sagen wäre… 

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