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Austria-Update vom 26. Mai

Romys vergeben, Fortsetzung der "Piefke-Saga" geplant

 

Alle Gewinner des Film- und Fernsehpreises Romy stehen fest, die Quoten der Preisverleihung waren aber überschaubar. Außerdem: P7S1P4-Chef Breitenecker droht Kabelnetzbetreiber Liwest und Autor Felix Mitterer arbeitet an einer Fortsetzung der "Piefke-Saga".

von Timo Niemeier
26.05.2020 - 12:48 Uhr

Tobias Pötzelsberger© ORF
Am Wochenende ist der Film- und Fernsehpreis Romy vergeben worden. Nachdem die Akademie-Gewinner bereits zuvor bekanntgegeben wurden, handelte es sich bei der Verleihung vor allem um die Publikumspreise. Als beliebteste Schauspielerin in einem Kino- bzw. TV-Film wurde Heike Makatsch geehrt, ihr männliches Pendant wurde Fritz Karl. In der Information ging die Romy an ORF-Journalist Tobias Pötzelsberger (Foto links), der zuletzt befördert wurde und inzwischen die "Zeit im Bild" moderiert. Bester Unterhaltungsmoderator ist Andreas Moravec von ServusTV ("Quizmaster"). Als Fernsehevent des Jahres ausgezeichnet wurde "The Masked Singer" von ProSieben und der TV-Moment des Jahres war das Ibiza-Video, das die Regierung und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu Fall brachte. Alle Romy-Gewinner finden Sie hier

Markus Breitenecker© Ernst Kainerstorfer
ProSiebenSat.1Puls4-Chef Markus Breitenecker hat dem oberösterreichischen Kabelnetzbetreiber Liwest in einem Interview mit dem Branchendienst "Horizont" mit einem "juristischen Nachspiel auf mehreren Ebenen" gedroht. Hintergrund ist die Tatsache, dass Liwest Puls 24 nach wie vor nicht einspeist, laut dem Kabelnetzbetreiber gibt es keine Einigung bei den Verträgen. ProSiebenSat.1Puls4 argumentiert, Puls 24 falle unter die sogenannte "Must Carry"-Regelung. "Die Einspeisung wird vermutlich ohnehin behördlich angeordnet werden", sagt Breitenecker. Bei ProSiebenSat.1Puls4 geht man nun aber noch weiter und droht, sich ganz aus dem "veraltet agierenden Kabelnetz" zurückzuziehen. Die interessierten Zuschauer könnten die Sender auch anders empfangen, argumentiert Breitenecker, etwa über die Streamingapp Zappn. Dass man die Europa League an ServusTV und den ORF verlieren wird, sieht Breitenecker sportlich. "Wenn sich ServusTV mit seinen Möglichkeiten hineinhaut, dann werden wir das nicht mehr hoch gewinnen, um mit ­einem Fußballer-Legenden-Statement zu antworten. Und wenn der staatlich subventionierte ORF Gebührengelder ins Rennen wirft, dann gilt ohnehin: Mal verliert man, mal gewinnen die anderen". Als einziges der drei Unternehmen müsse man wirtschaftlich agieren, sagt der ProSiebenSat.1Puls4-Chef. 

ORF© ORF
Wie DWDL.de bereits berichtete, hat der ORF einen Mitarbeiter entlassen, der sich vor wenigen Wochen nicht gegen die damals geltenden Isolationsbestimmungen im Landesstudio Vorarlberg gehalten haben soll. Gegen die Entlassung hat nun der ORF-Redakteursrat mit scharfen Worten protestiert. Der betroffene Kulturredakteur habe sich in seiner Funktion als gewählter Redakteurssprecher für den Erhalt der Kultursendung auf Radio Vorarlberg stark gemacht und sich so den Unmut von Landesdirektor Markus Klement zugezogen, heißt es vom Redakteursrat. Die fristlose Kündigung ohne Verwarnung oder Hinweis auf Konsequenzen sei "völlig überzogen", so die Redakteursvertretung. Es sei naheliegend, dass es sich hier um eine "Racheaktion für einen unbequemen, mutigen Belegschaftsvertreter" handele. Der Mitarbeiter geht vor dem Arbeitsgericht gegen seine Entlassung vor. 


Piefke-Saga© NDR
Der Tiroler Autor Felix Mitterer arbeitet an einer Fortsetzung der "Piefke-Saga". Der vierteilige Fernsehfilm aus den 90er Jahren, entstanden in Zusammenarbeit zwischen ORF und NDR, soll nun um ein fünftes Kapitel erweitert werden. Er arbeite bereits an einem Exposé, sagte der 72-Jährige in einem Interview mit der Nachrichtenagentur APA. Der Wunsch nach einer Fortsetzung sei mehrfach an ihn herangetragen worden, so Mitterer. Nach den Vorfällen in Tirol (genauer: Ischgl) in der aktuellen Coronakrise müsse es nun einen weiteren Film dazu geben. Mitterer hofft auf eine Beteiligung des ORF. "Die Darsteller leben ja noch, die wären jedenfalls mit Begeisterung wieder dabei", so Mitterer. In der "Piefke-Saga" der 90er geht es auf satirische Weise um das Verhältnis zwischen deutschen Touristen und einheimischen Tirolern. 

Bussi Fussi© Puls 24/Fellner
Ende Februar hat Puls 24 erstmals die neue Late-Night-Show "Bussi Fussi" mit Politikberater Rudi Fußi ausgestrahlt, wegen Corona wurde die Produktion kurz darauf aber unterbrochen. Nun kehrt das Format zurück - allerdings nicht beim Sender, sondern in Eigenregie bei Youtube. Puls 24 sehe sich im Moment nicht in der Lage, die Sendung vor Herbst fortzusetzen, so Fußi in einer Pressemitteilung. Als Grund führt er die wirtschaftliche Situation mit Kurzarbeit und Budgetkürzungen an. Daher werde er die Sendung nun wöchentlich bei Youtube präsentieren. Sämtliche Autoren sowie Kamera- und Schnittmitarbeiter arbeiten vorerst ohne Honorar. 

Österreichische Fußball Bundesliga© ÖFB
Nachdem sich der ORF zuletzt Sublizenzen von Sky für die aktuelle Fußball-Bundesliga-Saison gesichert hat, steht nun auch fest, welche Spiele man im Free-TV übertragen wird. Insgesamt 15 Spiele wird der ORF zwischen Anfang Juni und Anfang Juli übertragen. Los geht es am Mittwoch, den 3. Juni, um 20:15 Uhr mit dem Match zwischen Salzburg und Rapid. Insgesamt 13 der 15 Spiele hat man bereits fixiert, kurzfristig entscheiden wird man sich in der jeweils letzten Runde von Meister- und Qualifikationsgruppe. Am häufigsten werden die Spiele von Rapid (5) und LASK (4) übertragen. 

Österreich in Zahlen 

Romy © Kurier
Die Verleihung des Romys ist am Samstagabend kein großer Quotenerfolg für ORF 2 gewesen. Wegen des Coronavirus wurde auf eine große Gala verzichtet, die von Andi Knoll moderierte Alternative erreichte nur 423.000 Zuschauer und 14 Prozent Marktanteil. Normalerweise erzielt ORF 2 rund 20 Prozent. Vor einem Jahr sagen sich noch 495.000 Menschen die Preisverleihung an - damals natürlich noch in ganz anderer Form. Der Marktanteil 2019 lag bei 21 Prozent. 

Germany's next Topmodel© ProSieben / Richard Hübner
Einen Rekord hat das "Germany’s Next Topmodel"-Finale bei ProSieben Austria zwar verpasst, mit 413.000 Zuschauern lief es trotzdem richtig gut. Eine Woche zuvor sahen sogar noch etwas mehr Zuschauer zu. Mit 26,9 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe war es allerdings die erfolgreichste "Topmodel"-Ausgabe seit 2008. Durchschnittlich verfolgten in den zurückliegenden Wochen durchschnittlich 345.000 Zuschauer die Show von Heidi Klum - besser lief es für das Format noch nie. Der durchschnittliche Marktanteil lag bei 19,7 Prozent. 

oe24.tv© Mediengruppe Österreich
Der Nachrichtensender oe24.TV hat am vergangenen Freitag einen kleinen Meilenstein erreicht. So war man in der Stunde zwischen 9 und 11 Uhr mit 8,8 Prozent Marktanteil bei den 12- bis 49-Jährigen meistgesehener Sender in ganz Österreich - das schaffte man vorher noch nie. Zwischen 10 und 11 Uhr erreichte der Sender nach eigenen Angaben mit 12,2 Prozent sogar einen neuen Bestwert. Inhaltlich zeigte man am Freitagvormittag die Pressekonferenzen von Regierung und Opposition zur Corona-Krise, danach analysierte man diese im Studio. Der Tagesmarktanteil lag letztlich bei 1,1 Prozent in der Zielgruppe, insgesamt waren es 0,8 Prozent. 

Was noch zu sagen wäre…

 

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