Joyn Österreich © Joyn
Joyn wird wohl auch auf absehbare Zeit nicht nach Österreich kommen. Zunächst war noch ein Start Ende 2019 in Aussicht gestellt worden, Mitte 2020 hieß es dann, man befinde sich "in den Startlöchern". Doch nach wie vor sehen die User ein großes "Coming Soon", wenn sie joyn.at aufrufen wollen (Joyn Plus+ über joyn.de funktioniert) - und dabei wird es auch noch eine Weile bleiben. Denn inzwischen geht man bei Joyn lieber auf Nummer sicher und nennt gar kein Datum mehr für einen möglichen Österreich-Start. "In diesen dynamischen Zeiten ist es momentan schwer einen Ausblick zu geben", heißt es von einer Unternehmenssprecherin gegenüber DWDL.de. Und weiter: "Unser Bestreben ist nach wie vor die lokale Streaming-Plattform Nummer 1 in Deutschland zu werden. Nach eineinhalb Jahren am Markt sind wir bislang sehr zufrieden mit der Entwicklung von Joyn und fokussieren uns darauf diesen Weg so weiterzugehen." Die Prioritäten würden derzeit in der Optimierung der Plattform und dem Ausbau des Portfolios liegen. 

Zappn © P7S1P4
Darüber hinaus will sich Joyn nicht zu seinen Österreich-Plänen äußern. So gibt’s von der Streamingplattform gegenüber DWDL.de auch kein Dementi auf die Frage, ob der Österreich-Start komplett abgesagt sei. Von ProSiebenSat.1Puls4 ist zu hören, dass ein Start der Plattform weiterhin geplant sei, nur aber eben ohne Datum. Eilig wird man es bei der Tochter der P7S1-Gruppe nicht haben: Dort hat man mit Zappn bereits eine funktionierende App, die seit Jahren im Markt etabliert ist und über die beispielsweise auch ORF-Sender zu empfangen sind. Im Januar erreichte Zappn nach eigenen Angaben erstmals eine Viewtime von mehr als 100 Millionen Minuten. Schon Mitte 2019 stellte sich die Frage, wie man mit Joyn umgeht. Damals hieß es noch, Zappn solle zu Joyn "migriert" werden. Ob es dazu tatsächlich noch kommt erscheint fraglich. Dazu sind die Fragezeichen beim Joint Venture von ProSiebenSat.1 und Discovery derzeit zu groß (DWDL.de berichtete). 

FPÖ © FPÖ
Wer bei Puls 4 zu Gast in einer Talkshow oder anderen Sendung ist, muss sich vorab auf das Coronavirus testen lassen. So will der Sender eine Einschleppung des Virus verhindern und Gäste wie Mitarbeiter schützen. FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch lehnte einen solchen Test im Vorfeld der Sendung "Pro und Contra" jedoch öffentlichkeitswirksam ab und sprach von einem "Corona-Diktat eines Fernsehsenders". Belakowitsch: "Ich habe abgelehnt, weil ich gesund bin." Dass es der Politikerin wohl nur um die Aufregung ging, zeigt die Tatsache, dass sie auch eine angebotene Skype-Schalte ablehnte. Belakowitsch fiel schon vorher mit kruden Corona-Aussagen auf. Vor Weihnachten empfahl sie, sich lieber gar nicht testen zu lassen, wenn man ein ruhiges Fest haben wolle. 

Peter Klien © ORF/Roman Zach-Kiesling
Nachdem zuletzt Unklarheit herrschte, wie es mit ORF-Satiriker Peter Klien und seiner Sendung "Gute Nacht Österreich" weitergehen würde, gibt es nun Gewissheit. ORF-Chef Alexander Wrabetz hat angekündigt, dass "Klien bleibt". Mit dem richtigen Sendeplatz und neuem Konzepte werde die Sendung neu starten und in zwölf Jahren die 500. Sendung feiern - "wie jetzt ‘Willkommen Österreich’", so Wrabetz. "Gute Nacht Österreich" lief bis zum Jahreswechsel am Mittwochabend - zeitgleich gegen die "ZiB 2" war aus Quotensicht aber nicht viel zu holen. Nach dem Wechsel auf den Freitagabend zogen Reichweiten und Marktanteile an. 

Österreich in Zahlen

ORF © ORF
ORF 1 und ORF 2 sind mit fantastischen Quoten ins neue Jahr gestartet. ORF 2 erreichte im Januar einen Monatsmarktanteil in Höhe von 22,2 Prozent, der Sender profitiert nach wie vor von dem hohen Informationsbedürfnis der Zuschauer, so gut wie alle Nachrichtensendungen laufen mit hervorragenden Quoten. Hinzu kamen starke Krimis in der Primetime und beispielsweise das Neujahrskonzert. ORF 1 landete im Januar bei ebenfalls sehr guten 12,3 Prozent und profitierte, wie immer zum Jahresstart, von zahlreichen Wintersport-Übertragungen. Zusammen mit ORF III und ORF Sport Plus kam die Sendergruppe auf einen Monatsmarktanteil in Höhe von 37,6 Prozent, das waren 3 Prozentpunkte mehr als noch 2020. Durch die vielen Sport-Übertragungen konnte ORF 1 (12,4 Prozent) seinen Schwestersender auch beim jungen Publikum wieder überholen, ORF 2 erreichte aber ebenfalls gute 11,8 Prozent.  

ServusTV © ServusTV
ServusTV kam im Januar auf 3,1 Prozent Marktanteil und lag damit auf einem Niveau mit ATV. Für ServusTV ging es damit im Jahresvergleich allerdings 0,4 Prozentpunkte nach unten, gefehlt haben dem Sender im Januar die Australian Open, die 2021 im Februar stattfinden. Dafür lagen die "Servus Nachrichten" im ersten Monat des Jahres bei durchschnittlich 7,1 Prozent Marktanteil - das ist ein neuer Bestwert für die Sendung um 19:20 Uhr. ServusTV stellt damit die erfolgreichste Nachrichtensendung im österreichischen Privatfernsehen. Puls 4 erreichte beim Gesamtpublikum im Januar 2,9 Prozent. 

Café Puls © Puls 4
In der Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen erreichte Puls 4 immerhin 5,1 Prozent, damit lag man auf dem 2020er-Schnitt. Sehr erfolgreich beim Sender war und ist "Café Puls" mit einem Monatsschnitt von 34 Prozent Marktanteil, damit lief es so gut wie seit Juni 2012 nicht mehr. Und auch insgesamt performte die Sendung mit 23,3 Prozent sehr stark. ATV lag im Januar bei 4,6 Prozent, hat aber mit großen Problemen in der Daytime zu kämpfen. Zwischen 20:15 und 23 Uhr kommt der Sender im Schnitt nämlich auf 6,9 Prozent, der Rest des Tages zieht die Quoten dann oft nach unten. ServusTV erreichte beim jungen Publikum im Januar 2,1 Prozent und lag damit weit hinter der Konkurrenz. 

oe24.tv © Mediengruppe Österreich
Die beiden Nachrichtensender oe24.TV und Puls 24 haben ihre gute Performance aus dem vergangenen Jahr derweil auch im Januar bestätigt. oe24.TV erreichte insgesamt einen Monatsmarktanteil in Höhe von 0,9 Prozent, in der Zielgruppe waren es sogar 1,2 Prozent. Puls 24 lag etwas dahinter und kam auf 0,6 (insgesamt) und 0,9 Prozent (12-49). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sah es für beide Sender damit deutlich besser aus. 

Was noch zu sagen wäre…