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Wolf Bauer © UFA / Deutscher Fernsehpreis
Interview im "Blickpunkt Film"

Bauer kritisiert Nebeneinander von Fernsehpreis & Akademie

 

Corona-bedingt fällt die Rückkehr mit großer Gala ins Fernsehen für den Deutschen Fernsehpreis aus, alle Stifter betonen aber, dass das 2021 nachgeholt werden soll. Der Jury-Vorsitzende Wolf Bauer äußert unterdessen Kritik am Nebeneinander zweier Preise

von Uwe Mantel
11.06.2020 - 10:23 Uhr

Weil der Deutsche Fernsehpreis in der Hoffnung, so attraktiver fürs TV-Publikum zu werden, einen Großteil der Preise für einzelne Gewerke abgeschafft hatte, gründete sich einst die Deutsche Akademie für Fernsehen, die seit 2013 auch eigene Auszeichnungen verleiht, um die so entstandene Lücke zu füllen. Inzwischen gab's beim Fernsehpreis ein Stück weit ein Umdenken, diverse Personen-Kategorien wurden wieder eingeführt, seit diesem Jahr auch in den non-fiktionalen Kategorien in deutlich stärkerer Form. Zeit also, dieses Nebeneinander wieder zu beenden?

Wenn es nach dem langjährigen Fernsehpreis-Jury-Vorsitzenden Wolf Bauer geht, dann schon. In einem Interview mit "Blickpunkt Film" sagte er nun: "Ich bin fest davon überzeugt, dass für eine wirkungsvolle Kultur der Anerkennung EIN dominanter, glamouröser und besonders begehrenswerter Preis ausgestaltet werden muss. Alle, die dazu einen Beitrag leisten können, sollten dafür an einem Strang ziehen."

Die Verleihung dieses Preises müsse dann auch unbedingt wieder ins Fernsehen. Geplant war die Rückkehr nach vierjähriger Abstinenz schon in diesem Jahr, corona-bedingt musste sie dann allerdings abgesagt werden. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, betonen Bauer ebenso wie alle vier Stifter. Ein "großes glamouröses Ereignis", das live in der Primetime im Fernsehen übertragen werde, sei "die richtige Präsentationsform, weil sie den Zuschauern noch einmal vor Augen führt, welche programmlichen Glanzlichter ihnen im Verlauf eines Jahres angeboten worden sind", so Wolf Bauer.

Sat.1-Chef Kaspar Pflüger räumt zwar ein, dass Preisverleihungen "per se eine Herausforderung" seien, für die die Relevanz der Preisträger, nominierte und ausgezeichnete Programme für die Zuschauer der Schlüssel sei, über das Konzept seien sich aber alle Stifter weiter einig. Stephan Schäfer, Geschäftsfüher Inhalte & Marken der Mediengruppe RTL, betonte ebenfalls, dass man 2021 auf eine Umsetzung der gemeinsamen Vision der Stifter hoffe. "Für die Zuschauer und die Branche möchten wir einen emotionalen, humorvollen und temporeichen Abend mit vielen beliebten Stars inszenieren. Gleichzeitig werden wir das vielfältige Spektrum, die Exzellenz und den Erfolg der Kreativen und unserer Gattung würdigen. Dabei wollen wir ganz bewusst an vielen Stellen die klassische Dramaturgie einer Preisverleihung aufbrechen und mit neuen Ideen überraschen."

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