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Mai Thi Nguyen-Kim © WDR/Linda Meiers
"Zeitgemäßer Wissenschaftsjournalismus"

Fernsehpreis: Mai Thi Nguyen-Kim bekommt Förderpreis

 

Ob "Quarks", "maiLab" oder ihr "Tagesthemen"-Kommentar: Mai Thi Nguyen-Kim hat in diesem Jahr für ebenso viel Aufmerksamkeit wie Aufklärung gesorgt. Nun wird die promovierte Chemikerin mit dem Förderpreis des Fernsehpreises ausgezeichnet.

von Alexander Krei
17.06.2020 - 11:04 Uhr

"Eine klare Sprache ist absolut wichtig. Viele Wissenschaftler tun sich schwer damit, vor einem Laienpublikum zu sprechen", sagte Mai Thi Nguyen-Kim erst kürzlich im DWDL.de-Interview mit Blick auf viele Expertinnen und Experten, die es in den zurückliegenden Wochen im Zusammenhang mit der Corona-Krise vor die Kamera zog. Sie selbst beherrscht die klare Sprache hervorragend - und erhält dafür nun den mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises.

Dass eine 32-jährige promovierte Chemikerin den Förderpreis erhält, mag auf den ersten Blick kurios erscheinen. Tatsächlich aber hat sich Nguyen-Kim insbesondere in den vergangenen Monaten als Erklärerin komplexer Sachverhalte positiv hervorgetan - im Fernsehen ebenso wie im Netz, wo sie einen erfolgreichen YouTube-Kanal betreibt.

Sie habe "nicht zuletzt mit ihrem Corona-Kommentar um Herdenimmunität in den 'Tagesthemen'" überzeugt, lobt die Fernsehpreis-Jury. "Als Moderatorin des WDR-Formats 'Quarks' und mit ihren im Rahmen des Netzwerks funk zu sehenden 'maiLab'-Videos macht sie deutlich, wie zeitgemäßer Wissenschaftsjournalismus komplexe Sachverhalte nachhaltig vermitteln kann." Das außergewöhnliche Nachrichtenjahr habe, wie enorm wichtig eine verständliche Vermittlung komplexer, wissenschaftlicher Themen sei. "Mai Thi Nguyen-Kim hat maßgeblich dazu beigetragen", so die Jury.

Im Gespräch mit DWDL.de sprach Mai Thi Nguyen-Kim kürzlich auch über das, was Wissenschaftsjournalismus insbesondere vor dem Hintergrund von Corona ausmachen sollte. "Natürlich könnte man sagen, warum soll ich mich überhaupt auf die Wissenschaft verlassen, wenn die es auch nicht so genau wissen? Bloß: Andere wissen es noch weniger. Die Wissenschaft spricht solche Unsicherheiten nur sehr klar aus." 

Das sei für viele ungewohnt, die sich damit nicht Tag für Tag befassen, so Nguyen-Kim. "Gerade deshalb ist es auch die Aufgabe von Wissenschaftsjournalismus, immer wieder klar zu machen, dass die wissenschaftliche Arbeit eine gute Sache ist."


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