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Deutscher Fernsehpreis 2020 © Deutscher Fernsehpreis
Siegerinnen und Sieger im Überblick

Und der Deutsche Fernsehpreis 2020 geht an...

 

Großer Gewinner beim Deutschen Fernsehpreis 2020 ist das ZDF, erstmals und gleich doppelt ausgezeichnet wurde Netflix. "Preis der Freiheit" (ZDF), "Eine harte Tour" (ARD) und "The Masked Singer" (ProSieben) räumen ab. DWDL mit dem Überblick

von Timo Niemeier
17.06.2020 - 11:03 Uhr

Die große TV-Gala des Deutschen Fernsehpreises ist wegen des Coronavirus abgesagt worden. Stattdessen wurden die Gewinnerinnen und Gewinner am Mittwochvormittag online bekannt gegeben. In insgesamt 29 Kategorien hat die Fachjury Produktionen und Menschen ausgezeichnet, die zwischen Januar 2019 und April 2020 einen besonderen Beitrag zum deutschen Fernsehen geleistet haben. In der Information legte man einen Fokus auf die Corona-Berichterstattung der Sender. Hier hat die Jury ohne Nominierungen einen Sonderpreis an gleich mehrere Sender verliehen. Bedacht wurden ARD, ZDF, RTL, ntv, ProSieben und Sat.1. 

Zu den regulären Kategorien: Als beste Moderatorin in der Information ist Marietta Slomka für ihre Interviews im "heute journal" ausgezeichnet worden, das beste Infotainment kommt ebenfalls vom ZDF und heißt "Leschs Kosmos". Die beste Dokumentation ist eine Kooperation von WDR, NDR und "SZ" gewesen: In "Die Story im Ersten: Die unheimliche Macht der Berater" hatten sich die Macher mit Beratungsfirmen wie Deloitte beschäftigt. Als beste Sportsendung wurde "Die Finals - Berlin 2019" von ARD und ZDF geehrt. Und dann ist auch noch ein Förderpreis an die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim vergeben worden. Sie machte zuletzt an mehreren Stellen komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge einfach verständlich und sorgte zudem mit einem Kommentar in den "Tagesthemen" zur Herdenimmunität für Gesprächsstoff. "Im Bereich Information überzeugten einmal mehr formal und inhaltlich hochwertige Dokumentationen sowie die kompetente journalistische Aufbereitung aktueller Entwicklungen in Interviews Nachrichtensendungen und Talkshows. Die Corona-Pandemie wurde gerade in diesem Programmsegment zur Bewährungsprobe und als solche mit Bravour gemeistert", sagt der Jury-Vorsitzende Wolf Bauer. 

In der Unterhaltung lobt Bauer die "Wiederentdeckung der Live-Show", was sich auch in der Kategorie Beste Unterhaltung Show bemerkbar macht, hier können sich ProSieben und Endemol Shine Germany über die Auszeichnung für "The Masked Singer" freuen. Die Show setzte sich auch bei der besten Ausstattung gegen die Konkurrenz durch. Vom Live-Faktor profitiert hat auch die RTL-Show "Denn sie wissen nicht, was passiert": Barbara Schöneberger, Günther Jauch, Thomas Gottschalk und Thorsten Schorn erhalten den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Moderation/Einzelleistung. "Das Sommerhaus der Stars" (RTL) holt die Auszeichnung in der erstmals vergebenen Kategorie Beste Unterhaltung Reality und das Vox-Format "Wir sind klein und ihr seid alt" wurde von der Jury als bestes Factual Entertainment ausgezeichnet. Einziger öffentlich-rechtlicher Sieger in den Unterhaltungs-Werkkategorien ist das ZDF, das mit der "heute-show" den Sieg in der Kategorie Beste Comedy abräumte. 

In der Fiktion war der Mehrteiler "Preis der Freiheit" mit fünf Nominierungen der große Favorit, am Ende wurden es drei Auszeichnungen - unter anderem die als bester Mehrteiler. Sky lieferte mit "Der Pass" nach Ansicht der Jury die beste Drama-Serie und Netflix setzte sich mit "How to Sell Drugs Online (Fast)" in der Kategorie Beste Comedy-Serie durch. Von seinen zwei Nominierungen brachte Netflix übrigens beide durchs Ziel, denn auch der Preis für die beste Ausstattung Fiktion gegen an den Streamingdienst bzw. an die Macher der Netflix-Serie "Unorthodox". Als beste Schauspielerin ist Barbara Auer ("Preis der Freiheit") geehrt worden, ihr männliches Pendant ist Joachim Król ("Endlich Witwer", "Preis der Freiheit"). Der ARD-Streifen "Bist du glücklich?" ist der beste Fernsehfilm. "Die Jury hat sich über große Drama-Serien und vor allem über herausragende Comedy-Serien gefreut. Die Verantwortlichen und Mitwirkenden dieser Formate zeigen, dass das deutsche Fernsehen auch in diesem Genre mittlerweile Großartiges zu leisten imstande ist", sagt Wolf Bauer. 

Mit elf Auszeichnungen ist das ZDF der Gewinner des Deutschen Fernsehpreises 2020, die ARD bringt es auf acht Preise. Aber auch die Privaten müssen sich nicht verstecken, so gingen fünf Fernsehpreise an die Mediengruppe RTL und vier an ProSiebenSat.1. Beide großen privaten Sendergruppen erhielten damit mehr Auszeichnungen als ein Jahr zuvor. Netflix holte in seinem ersten Jahr gleich zwei Auszeichnungen und Sky bringt es auf eine Trophäe. Inklusive Sonder- und Förderpreis gingen 41 Preise an Frauen und 47 Preise an Männer.

Jury-Chef Wolf Bauer: "Hinter uns liegt eine außergewöhnlich aufregende und vielfältige Reise durch die Programmsaison 2019/20. Der auf 16 Monate ausgeweitete Begutachtungszeitraum war eine der vielen Herausforderungen, denen sich die Jury mit großem Engagement gestellt hat. Nicht zuletzt mussten wir unsere Kommunikation in der entscheidenden Phase corona-bedingt auf den Audio-Modus beschränken. Doch auch unter diesen Umständen ist es uns gelungen, die hohe Qualität unserer Diskussionen und die große Sorgfalt bei den Entscheidungsfindungen jederzeit aufrechtzuerhalten. Wir freuen uns, die herausragenden Leistungen der Fernsehschaffenden durch neu eingeführte Kategorien noch präziser würdigen zu können und gratulieren allen Nominierten, Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich."

Die Preisträger im Überblick

Information, Dokumentation und Sport

Sonderpreis der Jury für „Beste Information“ – Die Corona-Berichterstattung

  • „Tagesschau“/„Tagesthemen“: Marcus Bornheim, Chefredakteur ARD-aktuell (ARD)
  • „ARD extra: Die Corona-Lage“: Rainald Becker, ARD-Chefredakteur, und Ellen Ehni, WDR-Chefredakteurin (ARD)
  • „RTL aktuell“/„RTL Nachtjournal“: Michael Wulf, Chefredakteur infoNetwork (RTL)
  • „ntv Corona-Berichterstattung“: Sonja Schwetje, Chefredakteurin (ntv)
  • „ProSieben Spezial Corona-Update. Live“: Stefan Vaupel, Chefredakteur (ProSieben)
  • „SAT.1 Frühstücksfernsehen. Gemeinsam durch die Krise“: Jürgen Meschede, Chefredakteur MAZ&MORE TV Produktion (SAT.1)
  • „heute“/„heute journal“: Bettina Schausten, Leitung Aktualität (ZDF)
  • „auslandsjournal Spezial Corona Global“: Katrin Helwich, Redaktionsleitung (ZDF)

Beste Moderation/Einzelleistung Information

  • Marietta Slomka für ihre Interviews im „heute journal“ (ZDF)

Bestes Infotainment

  • „Leschs Kosmos“ (ZDF)

Beste Dokumentation/Reportage

  • „Die Story im Ersten: Die unheimliche Macht der Berater“ (ARD/WDR/NDR/Süddeutsche Zeitung)

Beste Kamera Information/Dokumentation

  • Dominic Gill, Angelo Conte, Gordon Kalbfleisch für „Barfuß ohne Sattel – Die kleinen Reiter von Sumbawa“ (ZDF/Arte/7T1 Media)

Bester Schnitt Information/Dokumentation

  • Michael Scheffold für „Resistance Fighters – Die globale Antibiotika-Krise“ (ZDF/Arte/Broadview Pictures)

Beste Sportsendung

  • „Die Finals – Berlin 2019“ (ARD/RBB/ZDF)

 

Unterhaltung

Beste Unterhaltung Show

  • „The Masked Singer“ (ProSieben/Endemol Shine Germany)

Beste Comedy

  • „heute-show“ (ZDF/Prime Productions)

Bestes Factual Entertainment

  • „Wir sind klein und ihr seid alt“ (VOX/RedSeven Entertainment)

Beste Unterhaltung Reality

  • „Das Sommerhaus der Stars“ (RTL/Seapoint Productions)

Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung

  • Barbara Schöneberger, Günther Jauch, Thomas Gottschalk, Thorsten Schorn für „Denn sie wissen nicht, was passiert! Die Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show“ (RTL/i&u TV)

Beste/r Autor/in Unterhaltung

  • Maren Kroymann, Sebastian Colley für „Kroymann“ (ARD/RB/SWR/NDR/WDR/btf)

Beste Regie Unterhaltung

  • Andrea Achterberg für „Schlag den Star“ (ProSieben/Raab TV-Produktion), „Unsere Schätze – Die große Terra X-Show“ (ZDF/Gruppe 5 Filmproduktion/ Riverside Entertainment) und „Ready to beef!“ (VOX/Endemol Shine Germany)

Bester Schnitt Unterhaltung

  • Bettina Böttger für „Hochzeit auf den ersten Blick“ (SAT.1/RedSeven Entertainment)

Beste Ausstattung (Kostüm/Szenenbild) Unterhaltung

  • Alexandra Brandner (Kostümbild) für „The Masked Singer“ (ProSieben/Endemol Shine Germany)

 

 Fiktion

Bester Fernsehfilm

  • „Bist du glücklich?“ (ARD/HR)

Bester Mehrteiler

  • „Preis der Freiheit“ (ZDF/Gabriela Sperl Produktion/W&B Television/Wilma Film)

Beste Drama-Serie

  • „Der Pass“ (Sky/W&B Television/epo-film)

Beste Comedy-Serie

  • „How to Sell Drugs Online (Fast)“ (Netflix/btf)

Beste Schauspielerin

  • Barbara Auer für „Preis der Freiheit“ (ZDF/Gabriela Sperl Produktion/W&B Television/Wilma Film)

Bester Schauspieler

  • Joachim Król für „Endlich Witwer“ (ZDF/Bavaria Fiction) und „Preis der Freiheit“ (ZDF/Gabriela Sperl Produktion/W&B Television/Wilma Film)

Beste Regie Fiktion

  • Isabel Kleefeld für „Eine harte Tour“ (ARD/WDR/Roxy Film/Mestiere Cinema)

Bestes Buch Fiktion

  • Dominique Lorenz für „Eine harte Tour“ (ARD/WDR/Roxy Film/Mestiere Cinema)

Beste Kamera Fiktion

  • Ngo The Chau für „Bad Banks“ (ZDF/Arte/Letterbox Filmproduktion/IRIS Productions)

Bester Schnitt Fiktion

  • Barbara Brückner für „Tatort: Anne und der Tod“ (ARD/SWR)

Beste Musik Fiktion

  • Tina Pepper, Sophie Hunger für „Rampensau“ (VOX/UFA Serial Drama)

Beste Ausstattung Fiktion

  • Silke Fischer (Szenenbild), Justine Seymour (Kostüm) für „Unorthodox“ (Netflix/Studio Airlift/Real Film Berlin)

Förderpreis

  • Mai Thi Nguyen-Kim für „Quarks“, ihren „Tagesthemen-Kommentar“ und „maiLab“ (ARD/WDR/funk)

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