Paramount © Paramount
USA: Paramount ist nicht bereit, sein feindliches Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery in finanzieller Hinsicht nochmal nachzubessern. Man habe alle Kritikpunkte von WBD adressiert und geklärt, an dem vorgelegten Angebot halte man daher in dieser Form fest. Paramount bietet rund 108 Milliarden Dollar für die Komplett-Übernahme des Konkurrenten inklusive der Kabelsender. Kurz vor Weihnachten hatte man das Angebot nochmal mit Blick auf persönliche Finanzgarantien durch Larry Ellison nachgebessert, der Vorstand von Warner Bros. Discovery hatte es in dieser Woche aber erneut als dem schon geschlossenen Netflix-Deal unterlegen eingestuft. Netflix möchte erst die Abspaltung des Geschäfts mit linearen Sendern abwarten und dann nur den Studio- und Streaming-Teil für rund 82,7 Milliarden Dollar übernehmen. Die Entscheidung liegt direkt in den Händen der Aktionäre, die noch bis zum 21. Januar Zeit haben, das Angebot von Paramount Skydance anzunehmen. Entscheidet sich eine Mehrheit dafür, dann platzt der schon verkündete Netflix-Deal nachträglich.

DAZN © DAZN
Belgien: Ganz so einfach wie sich DAZN das gedacht hat, ist es wohl doch nicht, aus dem Vertrag mit der belgischen Fußball-Liga herauszukommen. Der Streamer hatte der Pro League im November kurzerhand mit sofortiger Wirkung gekündigt, weil es nicht gelungen war, mit Netzbetreibern Distributionsverträge zu schließen, wodurch die eigene Kalkulation nicht mehr aufging. Man berief sich darauf, dass nach belgischem Recht kein Unternehmen gezwungen werden könne, Verluste zu machen. Die Pro League sah das anders, eine Schlichtungsstelle hat DAZN nun angewiesen, die Liga zumindest noch bis Ende dieser Saison zu übertragen und dafür auch den vorgesehenen Betrag zu bezahlen. Bei DAZN spricht man von "vorläufigen Maßnahmen", zu denen man sich bereiterklärt habe, die aber nichts an der eigenen Rechtsauffassung ändern würden. Man gehe von einer rechtmäßigen Beendigung des Vertrags aus, sei aber bereit für eine neue Vereinbarung zu "ausgewogenen Konditionen".

CPB © CPB
USA: Die Corporation for Public Broadcasting, die seit 58 Jahren für die Verteilung von Steuergeldern zur Unterstützung von öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsendern zuständig war, hat die Selbstauflösung beschlossen. Vorher hatte die Trump-Regierung sämtliche Bundesmittel für die CPB gestrichen - auch 1,1 Milliarden Dollar, die bereits genehmigt waren. Trump wirft den öffentlichen Medien generell eine unausgewogene Berichterstattung zu seinen Ungunsten vor. Nach den "anhaltenden politischen Angriffen" sei es der CPB nicht mehr länger möglich, ihrer Aufgabe nachzukommen. Die Gelder kamen mehr als 1.500 lokal betriebenen Radio- und Fernsehsendern zugute - in vielen Teilen der USA eine der Hauptquellen für verlässliche Informationen. "Was mit den öffentlichen Medien geschehen ist, ist verheerend", sagt Ruby Calvert, Vorsitzender des CPB-Vorstands. Er sei aber "davon überzeugt, dass die öffentlichen Medien überleben werden und dass ein neuer Kongress sich mit der Rolle der öffentlichen Medien in unserem Land befassen wird, da dies für die Bildung unserer Kinder, unsere Geschichte, Kultur und Demokratie von entscheidender Bedeutung ist." NPR (Radio) und PBS (TV) werden durch das Ende der staatlichen Unterstützung nicht abgeschaltet, vor allem in ländlichen Gegenden führt es aber zu großen finanziellen Problemen und Kürzungen. 

Stella Li, Pierre-Antoine Capton © Mediawan
China/Frankreich: BYD, das kürzlich Tesla mit Abstand als größter Elektroauto-Hersteller der Welt abgelöst hat, schickt sich an auch in der Popkultur eine größere Rolle zu spielen und geht dafür eine Kooperation mit Mediawan ein. Als offizielles Ziel geben Stella Li (EVP BYD) und Pierre-Antoine Capton (Chairman Mediawan) an, gemeinsam "die Entwicklung und Finanzierung von Premium-Inhalten fördern" zu wollen. Konkret heißt das, das BYD-Autos in künftigen großen Produktionen von Mediawan - wie etwa dem "Miraculous"-Kinofilm - zu sehen sein werden. Daneben sollen eigene Formate entwickelt werden, die von der Marke BYD "inspiriert" seien. Und man ruft gemeinsam den "Build Your Dreams"-Preis ins Leben, mit dem am Rande der Filmfestspiele von Cannes die besten aufstrebenden kreativen und jungen Talente ausgezeichnet und mit einem Stipendium in Höhe von 40.000 Euro gefördert werden sollen. 

Disney+ © DWDL
USA: TikTok & Co. lassen grüßen: Disney+ hat im Rahmen der CES in Las Vegas unter anderem die Einführung von vertikalen Videos angekündigt. Seit vergangenem Sommer gibt es bereits in der ESPN-App vertikale Videos, die Erfahrungen damit waren offenbar gut. Ziel sei es nun, "die Verwendung in verschiedenen Kategorien und Inhaltstypen für einen personalisierten und dynamischen Feed zu erforschen. Dazu gehört auch die Ausweitung auf Nachrichten und Unterhaltung, um Disney+ zu einem unverzichtbaren täglichen Ziel zu machen." Denkbar seien etwa eigene Kurzformate, umfunktionierte Social-Media-Clips, umgestaltete Szenen aus längeren Serienfolgen und Filmen oder eine Kombination daraus. Die Ankündigung kam von Erin Teague, EVP Product Management bei Disney+, die im letzten Jahr von YouTube zu Disney kam. Während ihrer Zeit bei YouTube wurden dort YouTube Shorts als Antwort auf TikTok, Instagram Reels & Co. eingeführt. Inzwischen würden die meisten YouTube Shorts nicht mehr am Mobiltelefon, sondern auf dem Fernseher angeschaut.

Serien-Update

Emily in Paris © Netflix
Seit dem 18. Dezember können sich Fans von "Emily in Paris" wieder ihren Guilty-Pleasure-Speicher auffüllen, denn noch vor Weihnachten stellte Netflix weitere zehn Folgen der Rom-Com in einer fünften Staffel bereit. Zwischen Paris und Rom und irgendwie auch Griechenland will die von Lily Colins gespielte Emily wieder beruflich wie privat unverzichtbar sein und hat hier und da - in der Werbung wie in der Liebe - die Qual der Wahl. Netflix macht weiter mit dem Konzept über die amerikanische Protagonistin mit ausgefallenem Kleidungsstil in Europa und spendiert eine sechste Staffel der Produktion von “Sex and the City”-Macher Darren Star. Eine gute Möglichkeit also, die Story mit Cliffhangern zum Ende der aktuellen Staffel weiter in ein neues Kapitel zu überführen.

Iris - Die Wahrheit © ZDF/TV4/Filmlance International
Die schwedisch-deutsche Ko-Produktion "Iris - Die Wahrheit", beziehungsweise "Sanningen" / "Fallen", erhält eine dritte Staffel. Gestartet war die Krimi-Serie über eine einen privaten wie beruflichen Neuanfang wagende Polizistin im Dezember 2023 auf dem schwedischen TV4 und knapp zwei Monate später im ZDF. Derzeit läuft in Schweden bereits die zweite Staffel, die die Polizistin Iris Broman (Sofia Helin) in Malmö bei der Abteilung für “Cold Cases” (also ungeklärte Fälle) und ihren durch einen Schicksalschlag bedingten Flashbacks begleitet. Die Produktion zur dritten Staffel soll im Frühling beginnen. 

Netflix © Netflix
Die Macher von "Stranger Things", Ross und Matt Duffer, müssen einen Rückschlag hinnehmen. Eigentlich sollten sie für Netflix das Buch "The Talisman" von Stephen King und Peter Straub in Serienform bringen, doch dem Projekt wurde nun eine Absage erteilt. Dieses wurde bereits vor vier Jahren angekündigt und sollte die Geschichte des jungen Jack Sawyer erzählen, der sich auf eine Reise nach einem Talisman macht. Der magische Gegenstand soll seiner kranken Mutter helfen. Dabei entdeckt er, dass eine weitere Welt existiert, die er betreten kann. Gemunkelt wird, ob der Wechsel der Duffer-Brüder von Netflix zu Paramount etwas mit der Absage zu tun haben könnte. Das Animationsprojekt zu "Stranger Things" der beiden soll in diesem Jahr aber noch auf Netflix erscheinen.

Stranger Things © Netflix
Apropos "Stranger Things". Dort setzte man zum Abschluss auf drei Teile und nutzte Thanksgiving, Weihnachten und Neujahr als Gelegenheit zur Platzierung der Folgen. Immerhin geben die Feiertage Zeit zum Bingen, zur Diskussion über Gelingen oder Misslingen der letzten Folgen und zum Wiedereinstieg vergangener Musik-Klassiker in die Hitlisten (Stichwort Prince oder David Bowie). Erwartungsgemäß führte "Stranger Things" über den Jahreswechsel die Netflix-Charts im Serien-Bereich an. Und auch in den Alltime-Charts ist Staffel 5 nun angekommen und belegt mit bislang 105,7 Millionen Views Platz 9 im Ranking der englischsprachigen Serien (was etwa das koreanische "Squid Game" außen vor lässt). Da alle Views in den ersten 91 Tagen nach Veröffentlichung berücksichtigt werden, dürfte es noch ein ganzes Stück nach oben gehen. Die vierte Staffel von "Stranger Things" brachte es so auf 140,7 Millionen Views und belegt damit Rang 3 in der ewigen Bestenliste, ganz vorne rangiert die erste "Wednesday"-Staffel mit 252,1 Millionen Views. In der Messung von Nielsen sorgte die Finalstaffel von "Stranger Things" unterdessen für einen Rekord: die Premierenfolge brachte mit 8.46 Milliarden Minuten die höchste jemals gemessene wöchentliche Sehdauer eines Streamingtitels. Zuvor lag dieser bei 7.2 Milliarden Minuten, der bei der ersten Folge von Staffel vier erzielt wurde. In dem Fall schlug sich "Stranger Things" also selbst.

Serien-Ticker +++ Das war ein kurzes Comeback für Michael Weatherly und Cote de Pablo in ihren “NCIS”-Rollen Tony DiNozzo und Ziva David: Paramount+ verabschiedet sich nach nur einer Staffel von “NCIS: Tony & Ziva”, das in Europa spielte +++ Wenig überraschend erhält das neue Aushängeschild “The Pitt” von HBO Max eine Fortführung. Bestellt wurde noch vor der Ausstrahlung der zweiten Staffel der Krankenhausserie eine dritte +++ Ethan Hawke spielt in “The Lowdown” weiterhin einen eigenbrötlerischen Journlisten und Buchladenbesitzer, denn FX hat eine zweite Staffel bestellt +++ Anders sieht dies bei Apple TV für “The Last Frontier” aus. Dort geht es nach nur einer Staffel nicht weiter +++ Eine fünfte Staffel erhält die Dramaserie “Mayor Of Kingstown” mit Jeremy Renner von Taylor Sheridan, der bekanntlich 2029 zu NBCUniversal wechseln wird, bei Paramount+. Allerdings ist danach Schluss +++ Channel 5 widmet sich dem Skandal um den BBC-Nachrichtenmoderator Huw Edwards, der im Zusammenhang mit Kinderpornografie steht. Die Hauptrolle der zweiteiligen Serie “The Downfall of Huw Edwards” soll Martin Clunes übernehmen +++ Verliehen wurden zum 16. Mal die Critics Choice Awards am 4. Januar in Santa Monica. Im TV-Bereich konnten sich vor allem “Adolescence”, “The Pitt” und “The Studio” durchsetzen. Bei den Talkshows gewann der im letzten Jahr zwischenzeitlich abgesetzte und wiederbelebte Jimmy Kimmel mit seiner Late-Night-Show +++