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Großbritannien: Die BBC hat angekündigt, im Rahmen einer strategischen Partnerschaft erstmals eigene, originäre Formate speziell für YouTube produzieren. Finanziert werden diese "YouTube-first"-Shows aus Budgets des Fernseh- und News-Bereichs, konkrete Summen nennt die BBC nicht. Produzenten sollen Ideen pitchen, die Inhalte laufen nachgelagert auch auf iPlayer und BBC Sounds. Die Zahl der BBC-YouTube-Kanäle soll auf 50 steigen, darunter neue Sparten- und sieben Kinderkanäle. Parallel starten die BBC und YouTube ein gemeinsames Creator-Trainingsprogramm. Tim Davie, scheidender Generaldirektor der BBC, begründet das mit den Problemen, jüngere Leute auf anderem Weg zu erreichen: "Es ist wichtig, dass jeder einen Mehrwert aus der BBC zieht, und diese bahnbrechende Partnerschaft wird uns helfen, auf neue Weise mit unserem Publikum in Kontakt zu treten." YouTube-Manager Pedro Pina sagt: "Diese Partnerschaft übersetzt die erstklassigen Inhalte der BBC für ein digital orientiertes Publikum und sorgt dafür, dass ihre kulturelle Wirkung ein jüngeres, globaleres Publikum erreicht."
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Großbritannien: Der Schritt der BBC kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die BBC in Sachen Reichweite erstmals hinter YouTube zurückgefallen ist. Nach Barb-Daten hat die BBC im Dezember 78,35 Prozent der britischen Haushalte erreicht, YouTube 80,01 Prozent. Bei der täglichen Nutzungszeit liegt die BBC mit 48:06 Minuten zwar vorn, YouTube aber mit 41:27 Minuten nicht allzu weit dahinter. Unterdessen gibt es auch bei Channel 4 einen spannenden Einblick in die Veränderung der Nutzung: 16- bis 34-Jährige haben 2025 Channel 4-Inhalte zu 53 Prozent über Streaming genutzt und nur noch zu 47 Prozent übers klassische TV. Im Vorjahr betrug das Verhältnis noch 42 zu 58 Prozent. Channel 4 sieht sich dadurch in seiner ausgerufenen Strategie, der erste "Public Service Streamer" zu werden, bestätigt.
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USA: Nachdem zuletzt schon Disney+ die Einführung von Vertical Videos angekündigt hat, ist gleiches nun auch in der Netflix-App zu erwarten. Co-CEO Greg Peters sagte bei der Vorlage der Quartalszahlen, dass man ein entsprechendes Feature in den letzten Monaten schon getestet habe und in diesem Jahr ausrollen werde. Zu sehen geben soll es darin beispielsweise Clips aus Serien und Filmen, die auf diese hinweisen sollen ebenso wie der neue Bereich der Video-Podcasts, in die Netflix gerade neu investiert. Zunächst in Lateinamerika denkt man zudem bei Netflix über die Produktion sogenannter Microdramas nach, die sich dort ebenfalls gut einfügen würden. Generell arbeite Netflix an einer neuen mobilen Benutzeroberfläche, die "der Expansion unseres Geschäfts in den kommenden zehn Jahren besser gerecht wird", so Peters.
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International: Das FAST-Angebot Samsung TV Plus hat nach eigenen Angaben erstmals die Marke von 100 Millionen monatlich aktiven Nutzerinnen und Nutzern überschritten, die Nutzungszeit stieg im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent an. Im vergangenen Jahr hatte Samsung unter anderem im Bereich Live-Events investiert und etwa die Konzertreihe der Jonas Brothers gestreamt. Dabei konnte sogar per Fernbedienung über einen Song abgestimmt werden. Dazu kamen neue Partnerschaften mit Creatorn wie Mark Rober, Michelle Khare, Dhar Mann und Smosh, mit diversen Sportligen, aber auch eine Kooperation mit Spotify. "Unser Fokus liegt weiterhin darauf erstklassige, authentische Erlebnisse zu schaffen, die unser Publikum auf der ganzen Welt verbinden – und die interaktiven Highlights, Live-Events und innovativen Partnerschaften dieses Jahres zeigen, wie stark die Resonanz darauf ist", sagte Salek Brodsky, Senior Vice President & Head of Global, Samsung TV Plus.
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USA: "Peak TV" - also das Jahr mit der höchsten Anzahl an TV-Produktionen - liegt inzwischen recht deutlich hinter uns. Das dritte Jahr in Folge ging die Zahl einer Auswertung von Luminate zurück. 1.122 Serien und Formate liefen letztes Jahr in Erstausstrahlung das waren elf Prozent weniger als 2024. Auf dem Höhepunkt 2022 waren es gar noch 1.695. Bei den Kabelsendern sinkt die Zahl seit vielen Jahren kontinuierlich auf zuletzt noch 571, doch auch bei den Streamern wurde der Zenit weit überschritten Zuletzt waren es noch 384 Produktionen, vor drei Jahren hingegen noch fast 600. Besonders deutlich war der Rückgang bei HBO Max, wo sich die Zahl der Serien von 32 auf 16 halbiert hat. Mehr Zahlen hat der "Hollywood Reporter".
Serien-Update
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Welcher Schauspieler in Zukunft für die Amazon MGM Studios Wodka-Martinis trinken und den ikonischen Satz “geschüttelt, nicht gerührt” aussprechen oder zumindest denken wird, ist noch immer unklar. Die Suche nach dem neuen James Bond in der Post-Daniel-Craig-Ära dauert weiter an und die Spekulationen machten zuletzt bei Callum Turner, Aaron Taylor-Johnson oder Henry Cavill Halt. Bei dem zum Haus gehörenden Streamingdienst Prime Video geht man die Sache ab dem 25. März selbstironisch im Stile von “The Studio” mit Meta-Humor an. Zwar war schon länger klar, dass sich Oscarpreisträger Riz Ahmed und Ben Karlin (“Modern Family”) dort für eine Comedy über einen strauchelnden Schauspieler (Ahmed) zusammengetan haben, der mit der Rolle seines Lebens konfrontiert wird. Jedoch ist erst durch die Veröffentlichung eines Teasers zu “Bait” ersichtlich geworden, dass es sich hierbei um die von James Bond handelt. “Als der erfolglose Shah Latif das Vorsprechen seines Lebens ergattert, glaubt er, es sei seine letzte Chance auf den großen Durchbruch. Doch stattdessen beginnt eine viertägige, turbulente Zeit, die völlig außer Kontrolle gerät”, so der Plot. Erzählt wird satirisch in sechs Folgen - auch, mit welchen Kommentaren aus seiner eigenen Familie sich der vermeintliche James Bond herumschlagen muss. Da meint dann plötzlich auch der Cousin, er sei doch viel zu klein...
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Netflix gab in den letzten Tagen über den Globus verteilt Einblicke über kommende Titel. Dabei ist vor allem der koreanische Markt ein Schwerpunkt-Markt, denn in den letzten Jahren schafften es viele Produktionen von dort, zu weltweiten Hits zu werden. Man denke nur an “Squid Game”. Oder den Hype um den von Sony produzierten, zwar amerikanischen Animationsfilm “KPop Demon Hunters”, der jedoch an der koreanischen Musik- und Jugendkultur K-Pop andockt und damit auch nach Südkorea blickte. Das Line-Up umfasst für 2026 nun umfangreiche 33 Serien und Filme mit einer Breite von Historiendrama über RomCom bis zu Action und dem Griff zu Franchises. Und so bekommt nach Lisa von “Blackpink” mit “The White Lotus” auch Jisoo eine weitere große Bühne im schauspielerischen Bereich. Bestellt wurde die romantische Serie “Boyfriend on Demand”, in der sie als Seo Mi-rae ein eintöniges und stressiges Leben führt. Dies ändert sich mit einem - auch den Titel gebenden - Gerät, das sie in eine virtuelle Datingwelt eintauchen lässt. Doch können die dort präsentierten Männer wirklich so perfekt sein?
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Auch das neue Portfolio aus Italien wurde in Rom enthüllt, welches unter anderem an einer etablierten IP ansetzt. So soll man dort aktuell an einer sechsteiligen Spinoff mit dem Titel “SuburraMaxima” arbeiten, welches das “Suburra”-Universum dann weiter fortschreiben würde. Vor mehr als zehn Jahren wurde der auf dem Roman “Suburra: Schwarzes Herz von Rom” von Giancarlo De Cataldo und Carlo Bonini basierende Spielfilm veröffentlicht. Nur zwei Jahre später erzählte Netflix in der Serie “Suburra: Blood on Rome” die Geschichte mit teils identischen Figuren in Rom nochmals neu. Fortgesetzt wurde die Mafia-Serie wiederum 2023 mit “Suburræterna”. Und darum soll es dann im neuen Kapitel gehen: Alberto wird nach neun Jahren aus dem Gefängnis entlassen, eigentlich bereit dazu, die Kriminalität hinter sich zu lassen. Doch als ob der Fluch von Suburra über ihm kreist, findet er sich bald in alten Kämpfen wieder.
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Schon am 13. Februar geht es mit dem bei Netflix startenden “The Museum of Innocence” los, der wohl prestigeträchtigsten Serie aller Bestellungen in der Türkei. Dabei handelt es sich um die Adaption zum Buch “Das Museum der Unschuld” des Literatur-Nobelpreisträgers Orhan Pamuk aus Istanbul. Die neunteilige Serie nimmt ihren Ausgangspunkt im Istanbul der 1970er Jahre. Der reiche Kemal verliebt sich darin in eine entfernt Verwandte, eine junge Verkäuferin, die es nicht so leicht im Leben hat wie er. Während sich die Stadt verändert, entfaltet sich die Liebesgeschichte der beiden über Jahre mit dem Ergebnis, dass sich Kemal über die Zeit eine Sammlung mit Andenken von Füsun schafft. Ohrringe oder ein weggeworfener Zigarettenstummel sollen ihn zeitlebens an sie erinnern, zusammengestellt im Titel gebenden Museum.
Serien-Update
Serien-Ticker +++ CBS hat einen Großteil seiner Serien und Formate frühzeitig um eine weitere Staffel verlängert, im Einzelnen: "The Amazing Race", "Elsbeth", "Fire Country", "Georgie & Mandy's First Marriage", "Matlock", "NCIS", "NCIS: Origins", NCIS: Sydney", "Survivor" und "Tracker" +++ Offen sind bei CBS damit noch Entscheidungen zu "DMV" und "Watson" +++ Angesichts des Erfolgs des "Yellowstone"-Franchises verscuhte sich auch Netflix mit "The Abandons" am Western-Genre - aber offenbar erfoglos: Nach einer Staffel ist Schluss, ebenso wie für "The Vince Staples Show" +++ Lionsgate und Manchester United wollen eine Serie über die Historie des Vereins drehen - die Rede ist von einem "The Crown"-Stil - noch muss aber eine Plattform gefunden werden +++ SkyShowtime produziert den schwedischen Krimi "National Homicide Unit" über eine Gruppe an Ermittlern, die sich mit den komplexesten Fällen des Landes beschäftigen soll +++ Pünktlich zur Premiere der fünften hat Hulu schon eine sechste Staffel der Eishockey-Comedy "Shoresy" bestellt +++