International Update vom 6. Februar
Amazon vor DAZN bei Sport-Ausgaben, YouTube mit 60 Mrd. Umsatz
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YouTube setzt mehr um als Netflix, Amazon investiert mehr in Sportrechte als DAZN, Mediawan wächst in Amerika kräftig durch die Übernahme von North Road, Apple gibt Ausblick und Stephen Fry spielt in neuer Fox-Serie.
© YouTube
USA: Die Google-Mutter Alphabet hat bei der Vorlage ihrer Geschäftszahlen fürs Jahr 2025 erstmals auch eigene Zahlen für YouTube veröffentlicht. Demnach generierte das Streaming-Angebot alleine Umsätze von über 60 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr, wenn man die Einnahmen aus Werbung und Abos zusammenzählt. Selbst wenn man also nicht Google oder Alphabet, sondern allein YouTube betrachtet, dann gibt es nur einen US-Medien-Konzern, der einen höheren Umsatz erzielt hat: Disney mit rund 95,7 Milliarden im Jahr 2025 - nur dass hier ein großer Teil aus dem Geschäft mit Freizeitparks, Kreuzfahrten etc. kam. Netflix erzielte 2025 auf einen Jahresumsatz von 45,2 Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal 2025 beliefen sich die globalen Werbeeinnahmen von YouTube auf etwa 11,4 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs um 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal - der aber trotzdem unter dem lag, was Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Zählt man YouTube Premium, YouTube TV und Google One zusammen, dann hat das Unternehmen inzwischen 325 Millionen Bezahlabos unter die Leute gebracht.
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USA: Wie teuer es ist, sich mit YouTube TV anzulegen - das mittlerweile eine der bedeutendsten Plattformen für andere Pay-TV-Sender ist - geht aus dem jüngsten Disney-Geschäftsbericht hervor. Im Herbst hatte es im Streit über die Höhe der Zahlungen, die YouTube dafür an Disney zahlt, einen langwierigen Streit gegeben, durch den alle Disney-Sender zwei Wochen lang von der Plattform verschwanden. Gekostet hat das Disney demnach 110 Millionen US-Dollar. Trotzdem hat Disney im letzten Quartal seine Einnahmen um fünf Prozent auf knapp 26 Milliarden Dollar steigern können. Der operative Gewinn sackte im Entertainment-Bereich aber um 35 Prozent auf 1,1 Milliarden ab, stabilisierend wirkten die gestiegenen Gewinne im Experiences-Segment (u.a. Freizeitparks, Kreuzfahrten). Im Streaming-Bereich konnte Disney die Einnahmen um elf Prozent steigern, der operative Gewinn stieg deutlich um 189 auf 450 Millionen an. Es waren die letzten Zahlen, die Bob Iger vorgelegt hat: Im März übergibt er den CEO-Stab an Josh D'Amaro.
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Frankreich: Der in Frankreich beheimatete europäische Produktionsriese Mediawan, zu dem auch Leonine gehört, macht einen großen Schritt in Richtung Nordamerika und übernimmt Peter Chernins North Road Company. Zu North Road gehören mehrere Produktionsfirmen wie Chernin Entertainment, Kinetic Content, Words + Pictures, North Road Television Studio und Perro Azul in Mexico. Chernin wird im Rahmen der Übernahme in den Vorstand von Mediawan einziehen, als CEO von North Road fungiert künftig Scott Manson. "Im Zeitalter des Streamings sind alle Plattformen zu globalen Käufern geworden. Es ist an der Zeit, dass ein globales Content-Unternehmen mit Führungspositionen in allen Regionen der Welt das Potenzial dieser neuen Landschaft maximiert. Ich freue mich sehr, mit Pierre-Antoine, der diese globale Vision teilt, und Mediawan zusammenzuarbeiten, um dieses Unternehmen aufzubauen", sagt Peter Chernin. Mediawan-CEO Pierre-Antoine Capton: "Angesichts der Konsolidierung unserer Branche ist es unser Ziel, die Position von Mediawan als führende unabhängige Plattform für Premium-Inhalte und als vertrauenswürdiger Partner für Streaming-Plattformen und alle Content-Distributoren weltweit zu stärken. Wir werden diese Arbeit mit Bescheidenheit und Flexibilität fortsetzen und unseren Zuschauern und Partnern weltweit die bestmöglichen Inhalte liefern."
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International: Die Generalisten unter den Streamingdiensten greifen immer stärker in den Kampf um weltweite Sportrechte ein - und insbesondere Amazon greift hier tief in die Taschen. Daten von Ampere Analysis zufolge, wird Prime Video in diesem Jahr sogar erstmals DAZN als Streamer mit den höchsten Ausgaben für Sportrechte überholen. Der Analyse zufolge belaufen sich die Gesamt-Ausgaben der Streamer für Sportrechte in diesem Jahr auf 14,2 Milliarden Dollar, eine Milliarde mehr als noch im vergangenen Jahr. Und allein auf Prime Video entfallen davon 27 Prozent. 3,8 Milliarden investiert Amazon demnach, eine halbe Milliarde mehr als noch im vergangenen Jahr. 2026 schlägt erstmals der elfjährige NBA-Deal (1,8 Milliarden pro Saison) voll durch. DAZN, das seit 2018 die höchsten Sport-Ausgaben aller Streamer hatte, liegt mit 22 Prozent der Ausgaben nur noch auf Rang 2. Durch den UFC-Deal steigt Paramount+ nun zudem auf Platz 4 hinter YouTube TV. Dass Paramount sich hier stärker engagiert, wurde jüngst auch durch den Erwerb der Champions League-Rechte in Deutschland klar, wo man sich überraschend gegen DAZN durchgesetzt hat.
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Großbritannien: Während man hierzulande hofft, die Produktionsflaute durch die jüngste beschlossene Investitionsverpflichtung wieder in Gang zu bringen, läuft es in Großbritannien offenbar prächtig. Der vom British Film Institute vorgelegte Report verzeichnet für das Jahr 2025 Investitionen in Höhe von 6,8 Milliarden Pfund in Filme und High-End-TV-Produktionen. Das ist ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zu 2024 und der dritthöchste je erreichte Wert. Treiber war die Kinofilm-Produktion mit einem Plus von 31 Prozent. Inländische Produktionen machten dabei 85 Prozent der gesamten Ausgaben aus. In den High-End-TV-Bereich entfielen etwa zwei Staffeln von "Slow Horses" und die angelaufenen Dreharbeiten für die erste Staffel der Harry-Potter-Serie.
Serien-Update
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Der Santa Monica’s Barker Hangar bei Los Angeles fungierte diese Woche als Entertainment-Location für Apple, um dort im Rahmen eines Presse-Events den Fahrplan für 2026 vorzustellen. Viele Trailer, etliche Starts aber wenig richtig Neues gab es hierbei vom Apfelkonzern. Neben weiteren Staffeln für bestehende Serien, der Vertiefung des Filmgenres nach dem Erfolg von “F1”, gibt es neue Serien, die einen Rückgriff auf Buchvorlagen wagen. Einblicke gab es vor allem in drei - alle in Los Angeles gedrehte - Serien. In “Lucky” wird Anya Taylor-Joy eine Trickbetrügerin mimen, die sich von ihrem kriminellen Leben entfernen will. Doch dafür muss sie nochmals zurück in die Vergangenheit. Elisabeth Moss, Kerry Washington und Kate Mara vereinen sich im Thriller “Imperfect Women”. Dort spielen sie enge Freundinnen, deren Verbindung durch ein Verbrechen aus den Fugen gerät. Zusammen mit A24 hat man zudem noch die Dramedy “Only Margo” mit Elle Fanning im Köcher. Darin spielt sie eine junge Mutter, deren Finanzen in dieser speziellen Situation aus dem Ruder geraten. Eine Vorschau gab es auch in die viel erwartete Adaption von Martin Scorseses “Cape of Fear” (“Kap der Angst”), welches eine deutliche Horrornote erhält. Gesichert ist die Zukunft von “Your Friends & Neighbors”, denn nach dem Start der zweiten Staffel im Frühling, ist klar, dass eine dritte Staffel folgen wird. Keine größere Bühne bekamen hingegen das im Sommer wiederkehrende “Ted Lasso”, sowie der Award-Liebling “Severance” und der Veteran “The Morning Show”.
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Nachdem im September ein “Baywatch”-Reboot von Fox für die neue TV-Season 2026/27 beauftragt wurde, stößt nun eine weitere Serie zum Portfolio - und weitere Projekte stehen zur Disposition. Generell deutet nun Mehreres darauf hin, dass der Pfad des Non-Fiktionalen verlassen wird und man bei Fox wieder mehr auf Serien setzt. Direkt in den Warenkorb gelegt wurde das Spionagedrama “The Interrogator” von und mit dem britischen Multitalent Stephen Fry. Damit geht auch eine Rückkehr zum Sender einher, denn Fry hatte einst eine wiederkehrende Rolle bei “Bones”. Die Story von “The Interrogator” erinnert dabei etwas an “Slow Horses” (Apple). Im Mittelpunkt steht der von Fry gespielte, schrullige wie clevere Charakter Conrad Henry, ein ehemaliger MI6-Agent und ein Elite-Team. Um Verbrechen zu entschlüsseln sind die gemischten Qualitäten des Spionage-Sonderlings sehr hilfreich.
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Netflix will mehr vom dänischen Krimidrama “The Asset”. Im Oktober ging die Serie über die Nachwuchspolizistin Tea (Clara Dessau) beim Streamingdienst mit den roten Versalien live. Darin bekommt sie einen verlockenden Job: als Trainee soll sie undercover in eine Drogenbande einsteigen und alles über sie herausfinden. Was in der Theorie in Sachen Abgrenzung einfach klingt, ist in der Praxis schwierig. So solidarisiert sie sich mit Ashley (Maria Cordsen), der Frau eines Anführers, und ist fortan zwischen Loyalität ihr gegenüber und der Profilbeschreibung des Jobs hin- und hergerissen. Die Dreharbeiten zur zweiten Staffel der Serie von Profile Pictures sollen noch in diesem Jahr in Kopenhagen beginnen.
Serien-Ticker +++ Schon vor dem Start der vierten Staffel hat AMC eine fünfte Staffel von "Dark Winds" bestellt +++ Netflix schickt die YA-Serie "Finding Her Edge", die weltweit gerade auf Platz 3 in den Netflix-Charts liegt, in eine zweite Runde +++ Ein weiterer Inside-Job winkt Ted Danson: "A Man on the Inside" erhält eine dritte Staffel. In Deutschland kennt man die Serie auch als "Undercover im Seniorenheim" - was mit Blick auf wechselnde Schauplätze aber eine nicht zu Ende gedachte Idee war +++ Die beiden NBC-Comedys "St. Denise Medical" und "Happy's Place" werden mit einer dritten Staffel fortgesetzt +++ Man muss sich noch bis April gedulden, ehe Jon Hamm wieder in "Your Friends & Neighbors" bei Apple TV zu sehen sein wird - doch schon jetzt ist klar: Auch danach wird's mit einer dritten Staffel weitergehen +++ HBO gibt grünes Licht für Staffel 3 von "It's Florida Man"
Amazon vor DAZN bei Sport-Ausgaben, YouTube mit 60 Mrd. Umsatz
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