Rai © Rai
Italien: Seit einer Woche laufen die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina, doch nach der Eröffnungsfeier stand in Italien zunächst der Sportchef des übertragenden Senders Rai im Zentrum der Aufmerksamkeit. An Paolo Petrecca hatte es massive Kritik gegeben, weil er während der Eröffnung in seiner Rolle als Komentator mehrfach Personen im Stadion verwechselte, darunter IOC-Präsidentin Kirsty Conventry, die er für die Tochter des italienischen Staatspräsidenten hielt. Groß ist der Druck auf Petrecca auch intern: Die Rai-Sportredaktion hat nach den peinlichen Patzern angekündigt, nach den Olympischen Spielen drei Tage in einen Streik treten zu wollen. Zudem wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hre Namen nicht mehr unter ihre Berichte und Beiträge setzen. Arbeitnehmervertreter kritisierten Petrecca zudem dafür, "sich den Job selbst gegeben und dann gezeigt zu haben, völlig ungeeignet dafür zu sein".

NBC © NBC
USA: Wirbel um die Olympia-Übertragungen gab es jüngst auch in den USA. Der US-Sender NBC hatte nämlich Buhrufe und Pfiffe, die während der Eröffnungsfeier aus Teilen des Publikums kamen, als US-Vizepräsident JD Vance und seine Ehefrau Usha eingeblendet wurden, aus der Übertragung herausgeschnitten. Das Weiße Hause teilte den bearbeiteten Ausschnitt später auf der Plattform "X". Einem Bericht der britischen Tageszeitung "The Guardian" dementierte NBC allerdings, die Übertragung bearbeitet zu haben. Der Kommentator des konkurrierenden US-Senders CBS machte die Buhrufe gegen Vance hingegen zum Thema der Berichterstattung.

Super Bowl LX 2026 © NFL
USA: Mit Blick auf die Quoten und Abrufzahlen kann man bei NBC indes sehr zufrieden sein: Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele erreichte durchschnittlich 21,4 Millionen Zuschauer auf NBC und Peacock, was einem Anstieg von 34 Prozent gegenüber der Eröffnung der Winterspiele 2022 in Peking entspricht. Der Super Bowl musste am vergangenen Sonntag hingegen erstmals seit drei Jahren wieder einen leichten Zuschauerrückgang hinnehmen: Durchschnittlich 124,9 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sahen das Spektakel auf NBC, Telemundo, NBC Sports Digital und NFL+ - das entspricht einem leichten Rückgang von 2,2 Prozent gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres. Es war dennoch der zweitmeistgesehene Super Bowl aller Zeiten, nachdem vor einem Jahr mit 127,7 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern ein Allzeit-Rekord aufgestellt wurde. Und selbst der sogenannte "Puppy Bowl" - eine Sendung zur Förderung von Tieradoptionen - war am Super-Bowl-Sonntag ein Erfolg: 15,3 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer waren auf Animal Planet, Discovery, TBS, truTV, HBO Max und Discovery+ mit dabei - so viele wie seit acht Jahren nicht mehr.

HBO Max © Warner Bros. Discovery
Großbritannien / Irland: Während HBO Max hierzulande bereits seit einigen Wochen zu haben ist, müssen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer in Großbritannien und Irland noch bis zum 26. März gedulden. Dann soll der Streamingdienst auch dort starten, wie Warner Bros. Discovery jetzt angekündigt hat. Gebucht werden kann HBO Max direkt oder über Amazon und Sky angeboten. Der günstigste Einstiegspreis beträgt 4,99 Pfund - inklusive Werbung. Der teuerste Premiumtarif ist dagegen für fast 15 Euro zu haben. Darüber hinaus sollen TNT-Sports-Abonnenten über HBO Max auf ihre Konten zugreifen können. Discovery+ wiederum soll als eigenständiger Dienst erhalen bleiben, wird aber voraussichtlich denWarner-Bros.-Kosmos verlassen, sobald die geplante Ausgliederung Discovery Global als eigenständiges Unternehmen über die Bühne gegangen ist.

Second Marriage at First Sight © Channel 4
Großbritannien: Channel 4 hat ein Spin-Off des Formats "Married at First Sight" - hierzulande unter dem Titel "Hochzeit auf den ersten Blick" in Sat.1 zu sehen - angekündigt. Der Titel: "Second Marriage at First Sight". Darin sollen einige der bekanntesten Gesichter aus "Married at First Sight" aus den UK- und Australien-Versionen des Formats zurückkehren, um eine zweite Liebeschance zu erhalten. Geplant sind insgesamt 24 Folgen, in denen die Briten mit einem völlig neuen Partner aus Down Under zusammengebracht werden, während die Australier mit einem Fremden aus Großbritannien verkuppelt werden. "Diese acht beliebten Singles von 'Married at First Sight' haben beim ersten Mal nicht die große Liebe gefunden, aber sie haben nicht aufgegeben - und wir auch nicht", sagte Steve Handley, Leiter der Reality-TV-Abteilung von Channel 4. "Jeder verdient eine zweite Chance in der Liebe, und dieses Mal geben sie einem Fremden am anderen Ende der Welt das Ja-Wort und riskieren alles für einen weiteren Versuch. Ich glaube, es wird unsere bisher größte Liebesgeschichte." Der Ableger wird ebenso wie das Original von Seven.One Studios International vertrieben.

Serien-Update

Channel 4 © Channel 4
Großbritannien: Channel 4 hält auch fiktionalen Nachschub bereit. Gesprochen wurde nun öffentlich über drei neue Serien, die auch im Zusammenhang mit spannenden Kreativen der Insel stehen. Mit dabei ist "The Siege", das auf dem Buch von Ben Macintyre basiert, von "Slow Horses"-Macher Will Smith adaptiert und von Lews Arnold in Szene gesetzt wird. In sechs Folgen wird die wahre Belagerung der iranischen Botschaft in London 1980 erzählt, bei der 26 Menschen als Geiseln genommen wurden. Im Ensemble ist auch "Rivals"-Schauspieler Danny Dyer. Im vierteiligen "Close to Home" wird Anthony Boyle den in Belfast geborenen Sean mimen, der nach seiner Zeit an der Uni in seine Heimat zurückkehrt. Sein Leben stellt sich auf den Kopf, als er auf einer Party handgreiflich wird. Und dann wäre da noch das sechsteilige "Wrong Move" von Roughcut TV, was als schwarze Komödie beschrieben wird. Drei Familien geraten in einem Hauskauf/-verkaufsprozess in Verbindung und verstricken sich gleichzeitig mit einem Psychopathen.

Apple TV © Apple
Deutschland: Berlin steht mit der Berlinale momentan im Zeichen des Austauschs künstlerischer Unterhaltung. Gedreht wird in der Hauptstadt derzeit aber auch eine prestigeträchtige Serie, geschrieben von "Konklave"-Oscarpreisträger Peter Straughan für Apple TV, für die man in die 1920er Jahre eintaucht und den von Philip Kerr geschaffenen Charakter des Mordermittlers Bernie Gunther (gespielt von Jack Lowden) in Szene setzt. Im letzten Frühling wurde bereits bekannt, dass man sich Kerrs "Berlin-Noir"-Reihe vornimmt und dabei mit dem Buch "Metropolis" startet, welches sich um die Suche nach einem Serienmörder dreht, der Prostituierte ermordet und anschließend skalpiert. Für die Produktion von Bad Wolf, Tom Hanks und Gary Goetzman wurde neben Jack Lowden nun sein Gegenpart gefunden: Oscargewinner Colin Firth stößt zur bislang unbenannten Serie und wird darin Paul Lohser, einen brillanten, aber komplizierten Mordermittler der Berliner Polizei spielen. Um den Mörder zu überführen, sieht er sich gezwungen, als Art Mentor für den ganz anders tickenden Gunther zu fungieren. 

Prime Video © Amazon
Irland: Bei Prime Video greift man auf eine IP zurück, die sich durch BookTok in weiter erfolgreiche Sphären hoch schwingt. Die "Boys of Tommen"-Buchserie der irischen Autorin Chloe Walsh umfasst derzeit sechs Bücher - geplant sind jedoch weitere Bände, um die fortlaufende Liebesgeschichte über diverse Paare fortzuschreiben. Der Clou: Jedes von ihnen bekommt in einem Zweiteiler eine größere Aufmerksamkeit, um dann den Staffelstab quasi zu übergeben. Die "New York Times"-Bestseller werden von den Produzenten von "The Summer I Turned Pretty" für Prime Video in eine Serienadaption überführt. Zunächst nimmt man sich hierfür die ersten beiden Titel "Binding 13" und “Keeping 13” vor, um acht Folgen daraus zu stricken. Drehen wird sich der Auftakt konkret um den Rugby-Star Johnny am irischen "Tommen College", der vor dem Sprung zum Profi stehend womöglich eine Verletzung verheimlicht und dem schüchternen Neuzugang an der Hochschule, Shannon. Diese hat ebenfalls ihre im Privaten liegenden Geheimnisse in der unerwünschten romantischen Verbindung.  

James Van Der Beek © IMAGO / AFF-USA
Am 11. Februar ist "Dawson’s Creek"-Star James Van Der Beek im Alter von nur 48 Jahren verstorben. Neben großer Anteilnahme von seinen ehemaligen schauspielerischen Weggefährten im Netz, wurde auch eine GoFundMe-Aktion für seine Frau Kimberley und seine sechs Kinder aufgesetzt, um die immensen Kosten der Behandlung seiner Darmkrebserkrankung abzufedern. Neben Steven Spielberg gab es über 36.000 Spenderinnen und Spender, so dass das Ziel von umgerechnet 1,1 Millionen Euro schnell erreicht war. Im Juli gibt es den Teeniestar aus den 1990er Jahren, der zusammen mit Katie Holmes, Michelle Williams und Joshua Jackson in sechs Staffeln "Dawson’s Creek" den Millennials mit ihren Charakteren ein weites Spektrum jugendlichen Fühlens anbot, in zwei weiteren Rollen zu sehen. Ab Juli ist er Teil des Prequels zu "Natürlich blond" auf Prime Video, das auf den Namen "Elle" hört. Darin spielt er Dean Wilson, den neuen Bürgermeisterkandidaten der Stadt und Leiter des Schulbezirks. Darüber hinaus wird er demnächst im Kino in "The Gates" von John Burr zu sehen sein. Dies ist bereits am 13. März der Fall. Gemunkelt wird laut “Deadline Hollywood” auch, dass er sich zwischen “The Masked Singer”, “Overcompensating” und den besagten Parts an seine Memoiren für eine etwaige posthume Veröffentlichung gemacht haben soll.

Serien-Ticker: +++ Der Startschuss für "Off Campus" erfolgt bei Prime Video zwar erst im Mai und dennoch gibt es bereits ein Go für den Fortgang. Amazon hat eine zweite Staffel bestellt +++ Nachdem die beiden Staffeln "Severance" von Fifth Season stammten, geht die IP und alle Rechte aus Kostengründen - ähnlich zur Vorgehensweise bei "Silo" - direkt an Apple über. An Bord bleibt das Studio aber dennoch. Staffel 3 soll im Sommer kommen +++ BBC Studios macht sich an eine US-Version der Comedy "Here We Go". Dies kommt von Universal Television und Paper Kite, dem Studio von Amy Poehler +++ Bei Peacock hat man Interesse an Royalem: entwickelt wird dort eine Adaption zum Buch "Royal Spin" von Omid Scobie und Robin Benway über den Buckingham Palace +++ Bei A24 liegt ein Skript für einen Erotikthriller. Eine Hauptrolle übernehmen könnte Nicole Kidman +++ Bei den 78. DGA Awards, dem Preis für die beste Regieleistung, konnte sich Amanda Marsalis für "The Pitt" (HBO Max) im Drama-Bereich durchsetzen. Der Preis im Comedy-Segment ging an Seth Rogen und Evan Goldberg für "The Studio" (Apple TV). Bei den Mini- und Anthologieserien war Shannon Murphy für "Dying for Sex" (FX on Hulu) erfolgreich +++