Matthäus-Evangelium © Screenshot
Italien: Während die deutschen Olympia-Übertragungen bislang ohne große Skandale verliefen, gab es in anderen Ländern schon so manche Aufregung. In Italien musste Paolo Petreca, Sportchef der öffentlich-rechtlichen RAI, seinen Rücktritt einreichen, nachdem er sich während der Live-Übertragung der Olympia-Eröffnungsfeier mächtig blamiert hatte. Petreca hatte selbst kommentiert, weil er den eigentlich vorgesehenen Kommentator wegen einer angeblichen Indiskretion nicht ans Mikrofon lassen wollte - war aber offensichtlich sehr schlecht vorbereitet. Er verwechselte reihenweise Leute: Mariah Carrey hielt er für eine italienische Schauspielerin, IOC-Präsidentin Kirsty Coventry für die Tochter des italienischen Staatspräsidenten, den Einzug des brasilianischen Teams kommentierte er damit, dass Brasilianer "den Tanz im Blut" hätten. Er trat nach massiver Kritik auch aus den eigenen Reihen zwar zurück, sieht sich aber offenbar selbst als Opfer, wie eine denkwürdige Instagram-Story nahelegt. Er postete dort ein Bild mit dem Verweis auf eine Bibel-Stelle aus dem Matthäus-Evangelium (Mt 26, 29-29), in dem Jesus den Verrat durch einen seiner Jünger ankündigte.

Danika Mason © Screenshot Channel 9
Australien: Weltweite Bekanntheit erlangte in den letzten Tagen zudem Danika Mason aus dem australischen Fernsehen. Bei einer Live-Schalte zur Morningshow des Senders Channel 9 aus Livigno redete sie in einem lallenden Ton unter anderem über Kaffeepreise, Leguane und Lindsey Vonn, später legte sie sich noch hin und machte einen Schnee-Engel. Beim Sender hielt man es trotzdem für eine gute Idee, die Schalte durchzuführen, wofür wiederum Channel 9 in der Kritik steht. Mason meldete sich am nächsten Morgen dann nüchtern, entschuldigte sich und übernahm die Verantwortung. Ihr Verhalten entspreche nicht dem Anspruch, den sie an sich selbst habe. Zur Erklärung sagte sie: "Ich hätte nichts trinken sollen – und erst recht nicht unter diesen Bedingungen: Es ist kalt, wir sind in großer Höhe, und dass ich nichts zu Abend gegessen hatte, hat wahrscheinlich auch nicht geholfen."

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Die Verräter © RTL / Stefan Gregorowius
International: "The Traitors" setzen ihren weltweiten Siegeszug weiter fort: All3Media International hat nun bekanntgegeben, dass das Format, das hierzulande von RTL als "Die Verräter" umgesetzt wurde, mittlerweile in 40 Länder verkauft wurde. Neu kam nun noch eine indonesische Version, die von der Produktionsfirma Falcon umgesetzt werden wird, hinzu, obendrein wird es auch weitere europäische "Verräter" geben: Das Format wurde auch in die Slowakei, nach Estland und Serbien verkauft. In Malta ist obendrein eine Promi-Version geplant. In Indien hat Prime Video nach dem starken Start der ersten direkt grünes Licht für eine zweite Staffel gegeben. Entwickelt wurde "The Traitors" ursprünglich in Holland durch IDTV in Zusammenarbeit mit RTL.

Nippon TV © Nippon TV
Japan: Die japanische Sendergruppe Nippon TV hat eine eigene Vertical Video-Division namens Viral Pocket gegründet, um im gerade gehypten Markt der Microdramas mitzumischen. Ganz neu ist das Genre für Nippon TV nicht, zum Repertoire gehören bereits Microdramas wie "We Are Coy Every Day" oder "The Final Lesson – Only Survivors Graduate", künftig will man das Engagement hier aber deutlich ausbauen: "Die Dynamik hinter den auf sozialen Plattformen entstandenen Inhalten ist außergewöhnlich und bringt ständig neue kulturelle Bewegungen und Trends hervor. Bei Nippon TV sind wir bestrebt, IP-gesteuerte Inhalte zu erweitern und unsere Verbindung zum Publikum auf der ganzen Welt zu vertiefen, mit dem Ziel, eine noch breitere Fangemeinde aufzubauen", sagt Hirofumi Tanaka, Präsident für Content-Strategie bei Nippon TV.

SOKO Köln © ZDF/Lars Laison
Niederlande: In Deutschland erreicht das ZDF allabendlich mit seinen SOKO-Serien ein Millionen-Publikum - und auch als Export sind sie ein gefragtes Gut: ZDF Studios hat einen großen Deal mit dem niederländischen Talpa Network bekannt gegeben. Im Rahmen dessen hat sich Talpa die Free-TV-Rechte an rund 250 Episoden unterschiedlicher SOKO-Reihen, unter anderem aus Potsdam, Hamburg, Köln und Wismar gesichert. Die SOKO-Serien wurden unter anderem auch bereits in die USA, Kanada, Finnland, Hongkong, Nigeria, die Niederlande, Italien, Japan, Frankreich, Spanien, Bulgarien, die Slowakei und Tschechien verkauft. "Das Franchise hat weltweit seine Stärke unter Beweis gestellt, und wir sind überzeugt, dass die Mischung aus spannenden Fällen und charaktergetriebenen Geschichten hervorragend zu unseren Zuschauerinnen und Zuschauern passen wird", sagt Bastiaan van Dalen, Fernsehchef bei Talpa Network.

Teheran © Apple TV
Israel: Die bekannte israelische Produzentin Dana Eden ist während der Arbeiten für eine neue Staffel der Serie "Teheran", die wie üblich nicht in der iranischen Hauptstadt, sondern in Athen stattfinden, überraschend verstorben. Sie war leblos in ihrem Hotelzimmer aufgefunden worden, die Todesursache ist bislang nicht bestätigt, die Produktionsfirma hinter "Teheran" trat aber schnell aufgekommenen Gerüchten entgegen, sie sei möglicherweise von iranischen Agenten ermordet worden. Diese seien nicht wahr und unbegründet. "Teheran" wird im Auftrag von Apple TV und dem israelischen Sender KAN produziert, beim US-Streamer läuft aktuell die dritte Staffel. In einem KAN-Statement heißt es: "Dana gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der israelischen Fernsehbranche und spielte eine zentrale Rolle bei der Konzeption und Leitung einiger der bekanntesten und einflussreichsten Produktionen der Rundfunkanstalt. Ihr berufliches und persönliches Vermächtnis wird das israelische Fernsehen noch viele Jahre prägen." Apple zeigte sich in einem Statement ebenfalls "zutiefst betrübt" über den Verlust "einer außergewöhnlichen Produzentin und kreativen Partnerin, deren Leidenschaft für das Geschichtenerzählen einen bleibenden Eindruck auf das Publikum weltweit hinterlassen hat". Über konkrete Auswirkungen auf die Produktion der vierten Staffel ist nichts bekannt.

Netflix © Netflix
International: Netflix hat nach einer Auswertung von Ampere Analysis im vergangnen Jahr zum ersten Mal mehr nicht-englischsprachige als englisch-sprachige Originals veröffentlicht. 2019 und 2020 lag der Anteil der internationalen Produktionen demnach noch bei rund einem Drittel, 2023 und 2024 war es dann schon fast die Hälfte, 2025 stieg der Anteil demnach auf 52 Prozent. Besonders viele Produktionen sind dabei naheliegenderweise in der weit verbreiteten spanischen Sprache, auf die allein 21 Prozent entfallen. Stark gewachsen sind aber auch südkoreanische Produktionen, die ein Fünftel der nicht-englischsprachigen Netflix-Originals ausmachen. Auch wenn nun die Mehrzahl der Netflix-Originals also längst nicht mehr aus den USA kommt: Geht man nach den Produktionskosten, dann investiert Netflix weiterhin den Großteil in englischsprachige Inhalte, weil dort die aufwändigeren Produktionen entstehen.

Serien-Update

The Hunt © Apple TV
Eigentlich hätte die von Gaumont produzierte französische Serie "The Hunt" schon am 3. Dezember bei Apple TV an den Start gehen sollen. Als allerdings Plagiats-Vorwürfe aufgekommen waren, wurde die Serie kurzfristig aus dem Programm genommen. Nun gibt es einen neuen Termin: Die Veröffentlichung ist nun für den 4. März vorgesehen. Gaumont räumte in einem Statement ein, dass die Serie auf einem existierenden Werk basiert: Douglas Fairbairns "Shoot". "Sobald diese Information bekannt wurde, unternahm Gaumont, der Produzent der Serie, unverzüglich die notwendigen Schritte, um die Rechteinhaber zu ermitteln und die erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Die Achtung der Werke und Urheberrechte ist ein grundlegendes Prinzip für Gaumont, das nur mit dem Vertrauen und der Transparenz der kreativen Künstler umgesetzt werden kann", so Gaumont. Fairbairns Roman "Shoot" stammt aus dem Jahr 1973, 1976 gab es auch eine Verfilmung. Ursprünglich war Regisseur Cédric Anger als Creator der neuen Serie genannt worden. Nun spricht man von einer "Serie von Anger, basierend auf dem Roman 'Shoot' von Douglas Fairbairn" und dürfte auch entsprechende Zahlungen an die Rechteinhaber geleistet haben. Fairbairn selbst ist bereits 1997 gestorben.

Disney+ © DWDL
Disney ist mit "Locker Diaries" ins boomende Microdrama-Genre eingestiegen und setzt dabei auf eine ganze Reihe bekannter Charaketere aus "Zombies", "Descendants" und "Phineas & Ferb". Sie sind in kleinen Abenteuern zu sehen, die sich allesamt auf Schulfluren abspielen und durch offene Spind-Türen erzählt werden - daher der Name "Locker Diaries". Die ersten beiden von elf Episoden zum Thema Zobmies können auf den diversen Social-Kanälen des Disney Channel gestreamt werden und sind auch auf Disney+ verfügbar, das bekanntlich selbst künftig in der App auch verstärkt Vertical-Video-Inhalte setzen will. In den ersten Folgen sind Malachi Barton, Freya Skye, Swayam Bhatia, Julian Lerner und Mekonnen Knife zu sehen, die ihre Rollen aus "Zombies 4: Dawn of the Vampires" wieder aufnehmen. Neue Folgen gibt's immer samstags, im kommenden Monat gibt's dann auch eine Ausstrahlung auf dem Disney Channel.

+++ Serien-Ticker +++ Das gerade bei Hulu veröffentlichte Finale der dritten Staffel von "Tell Me Lies" wird zugleich das Serienfinale sein, wie Showrunnerin Meaghan Oppenheimer bekanntgab. Es sei das Finale, das sie und ihr Team vom Anfang an im Kopf gehabt hätten +++ Mehr Staffeln gewünscht hätte sich hingegen Creator Mattson Tomlin von seiner Netflix-Anime-Serie "Terminator Zero". Wegen zu geringer Abrufzahlen ist nach einer Staffel aber Schluss +++ Netflix hat die animierte Comedy "Dang" von den Machern von "The Good Place" um Mike Schur bestellt. Es geht um ein chaotisches Geschwisterpaar in New York, deren schlimmster Alptraum wahr wird, als ihre erfolgreiche ältere Schwester auftaucht und mit ihnen Zeit verbringen will +++