Ofcom © Ofcom
Großbritannien: In UK werden große Streaming-Angebote künftig ebenso wie traditionelle TV-Sender von der Ofcom beaufsichtigt und damit einer stärkeren Regulierung unterworfen. Betroffen sind alle Angebote mit mindestens 500.000 Nutzerinnen und Nutzern, also beispielsweise Netflix, Prime Video oder Disney+ ebenso wie die Plattformen der Sender wie ITVX und Channel 4. Für sie werden dann ähnliche Regeln hinsichtlich genauer und unparteiischer Nachrichten oder des Schutzes vor schädlichen oder anstößigen Inhalten gelten wie für Sender, im Detail müssen die Regeln noch ausformuliert werden. Verstöße kann die Ofcom untersuchen und gegebenenfalls einschreiten und Strafen verhängen. "Indem wir die beliebtesten Video-on-Demand-Dienste einer strengeren Regulierung durch die Ofcom unterwerfen, stärken wir den Schutz der Zuschauer, schaffen gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Branche und unterstützen unseren dynamischen Mediensektor", begründet Kulturministerin Lisa Nandy den Schritt.

Künstliche Intelligenz © IMAGO / Bihlmayerfotografie
Großbritannien: Die Chefs mehrerer britischer Medienorganisationen haben eine Koalition mit dem Namen SPUR - kurz für "the Standards for Publisher Usage Rights coalition" - zum Thema KI-Veröffentlichungsrechte gegründet und einen offenen Brief verfasst, in dem sie andere globale Führungskräfte dazu auffordern, sich ihnen anzuschließen. Unterzeichnet wurde das Schreiben vom scheidenden BBC-Generaldirektor Tim Davie, der Vorstandsvorsitzende von Sky News, David Rhodes, sowie den CEOs von Telegraph Media Group, "The Guardian" und "Financial Times". "Künstliche Intelligenz verändert grundlegend die Art und Weise, wie Inhalte erstellt, verbreitet, entdeckt und monetarisiert werden", heißt es in dem Brief. "Wir glauben, dass wir uns zusammenschließen müssen, um den originären Journalismus zu schützen und die langfristige Nachhaltigkeit unserer Branche zu sichern." Als Grund dafür führt die SPUR-Koalition mangelnde Transparenz darüber an, wie KI-Antworten erstellt werden. Dies birge die "Gefahr, das Vertrauen der Öffentlichkeit sowohl in die Nachrichten als auch in die Technologien, mit denen auf sie zugegriffen wird, zu untergraben". Die Mission von SPUR sei es daher, gemeinsame technische Standards und Lizenzierungsrahmen zu schaffen, die sicherstellen, dass KI-Entwickler auf "legitime, verantwortungsvolle und bequeme Weise" Zugang zu hochwertigem, zuverlässigem Journalismus erhalten, während gleichzeitig den Verlagen „die praktische Kontrolle über ihre Inhalte zurückgegeben wird".

Formel 1 © Formel 1
USA: Apple und Netflix haben sich auf einen ungewöhnlichen Deal verständigt. Wie beide Unternehmen mitteilten, wird die achte Staffel der Formel-1-Dokuserie "Drive to Survive" in diesem Jahr nicht nur bei Netflix zu sehen sein, sondern in den USA auch bei Apple TV. Im Gegenzug darf Netflix vom 22. bis 24. Mai auch den Formel-1-Grand-Prix in Kanada live für die Fans in den USA übertragen. Dadurch hätten die Fans von "Drive to Survive" die Möglichkeit, "die Rivalitäten, die sie seit Jahren verfolgen, in Echtzeit mitzuerleben". In den USA hält Apple TV seit diesem Jahr die Übertragungsrechte an der Formel 1, die dort durch "Drive to Survive" in den vergangenen Jahren einen massiven Popularitätsschub erhielt. Medienberichten zufolge soll Apple jährlich 140 Millionen US-Dollar für die Rechte bezahlen - über 50 Prozent mehr als Disney bislang. 

ZDF Studios © ZDF Studios
Deutschland / Frankreich / Italien: Das ZDF, France Télévisions und Rai arbeiten an einer computeranimierten Serie, die auf Bonnie Bryants Buchreihe "The Saddle Club" basiert. Das Pariser Studio Frog Box und das Mailänder Red Monk Studio produzieren die Serie in Zusammenarbeit mit Studio Moshi und ZDF Studios. Superights übernimmt den internationalen Vertrieb. Die Bücher wurden weltweit über 16 Millionen Mal verkauft und handelt von mehreren Freunden, Unabhängigkeit und einer tiefen Bindung zwischen Kindern und Pferden. Die Ausstrahlung ist für 2027 geplant.

Ghosts © WDR/BBC Studios/Frank Dicks
Tschechien: Der tschechische Privatsender TV Nova hat eine lokale Adaption der britischen Comedyserie "Ghosts" beauftragt. Geplant sind zunächst zwölf Episoden. Ursprünglich wurde die Serie von Mathew Baynton, Simon Farnaby, Martha Howe Douglas, Jim Howick, Laurence Rickard und Ben Willbond entwickelt und für BBC One produziert. Inzwischen gibt es zahlreiche internationale Adaptionen, darunter auch in Deutschland. Gerade erst war bekannt geworden, dass der WDR eine zweite Staffel bestellt hat, deren Produktion BBC Studios Germany übernehmen wird (DWDL.de berichtete).  

Serien-Update

Industry-Team in Berlin © David Jon-Getty Images / HBO Max
USA: HBO hat eine fünfte und letzte Staffel von "Industry" bestellt. Die weltweiten Abrufzahlen der vierten Staffel lagen zuletzt nach Angaben des Senders 30 Prozent über denen der dritten Staffel. "'Industry' hat uns über vier Staffeln hinweg begeistert und zugleich die Themen Politik, Klasse, Macht und Geld seziert", so Francesca Orsi, Executive Vice President, HBO Programming, Head of HBO Drama Series and Films, und versprach, die Serie "zu einem würdigen Abschluss führen" zu wollen. Mickey Down und Konrad Kay, die als Serienschöpfer, Showrunner, Autoren, Regisseure und Executive Producer fungierten, erklärten: "Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns damit, wie wir die Serie auf einem herausragenden Höhepunkt beenden können. Im Gegensatz zu manchen unserer Figuren wissen wir, wann es Zeit ist, eine Party zu verlassen."

BBC © BBC
Großbritannien: Nach fast zehn Jahren legt die BBC die Dramaserie "Doctor Foster" neu auf - mit einer dritten und letzten Staffel. Darin spielt Suranne Jones erneut die Hauptrolle - an der Seite von Bertie Carvel und Tom Taylor. Geplant sind fünf Folgen, die von Mike Bartlett kreiert und geschrieben werden. Die Produktion übernimmt Drama Republic, gedreht werden soll im späten Frühjahr. "Als ich den Anruf bekam, ob ich als Gemma Foster zurückkehren möchte, wusste ich, dass der Zeitpunkt perfekt war", so Suranne Jones. "Wir brauchten nach den ersten beiden Staffeln etwas Abstand und Tom - Gemmas und Simons Ausreißer Sohn - musste als Erwachsener mit vielen Fragen zurückkehren." Nun gebe es "so viel aufzuarbeiten". Mike Bartlett erklärte: "Ich habe immer gehofft, dass wir den letzten Teil von Gemmas Geschichte erzählen können - die Geschichte einer Frau, die in einer ungerechten Welt nach Gerechtigkeit sucht. Das ist heute genauso relevant wie damals, als Gemma das erste blonde Haar auf dem Schal fand."

+++ Serien-Ticker +++ Apple TV schielt auf eine Miniserie mit Julia Louis-Dreyfus und Cecily Strong. Entwickelt wird eine Serie, die auf der Geschichte "The Nanny Squatter" von Bindu Bansinath aus dem "New York Magazine" basiert - noch gibt's aber kein grünes Licht. +++ "Heated Rivalry" wird voraussichtlich im kommenden Jahr zurückkehren. Serienschöpfer Jacob Tierney erklärte, derzeit an der zweiten Staffel zu schreiben und im August mit den Dreharbeiten beginnen zu wollen. +++ Winona Ryder Star aus dem Netflix-Hit "Stranger Things", bleibt dem Streamingdienst treu und wird in der dritten Staffel von "Wednesday" zu sehen sein. Es kommt damit zu einer Wiedervereinigung. Die Rede ist von einer Gastrolle, über die bislang noch nichts bekannt ist. Ryder und Regisseur Tim Burton haben schon mehrfach zusammengearbeitet, darunter 1998 bei "Beetlejuice". Mit "Wednesday"-Star Jenna Ortega stand Ryder zudem 2024 für die "Beetlejuice"-Fortsetzung vor der Kamera