International Update vom 6. März
Ellison sagt CNN Unabhängigkeit zu, Schweiz stimmt über SRG-Zukunft ab
© SRG
David Ellison versucht Sorgen über Eingriffe bei CNN zu beschwichtigen, die Schweiz stimmt über die "Halbierungsinitiative" ab, Netflix kauft Ben Afflecks KI-Firma und "The Bear" geht zu Ende
© SRG
Schweiz: Am Sonntag wird es in der Schweiz spannend: Die Abstimmung über die sogenannte Halbierungsinitiative ("200 Franken sind genug!") steht an. Sie fordert, die Radio- und Fernsehabgabe für Haushalte von derzeit 335 Franken auf 200 Franken zu senken und Unternehmen komplett von der Abgabe zu befreien. Dadurch würde sich das Budget der öffentlich-rechtlichen SRG nahezu halbieren, was deutliche Einschnitte beim Programm und bei regionalen Angeboten bedeuten könnte. In den letzten Umfragen deutete sich ein leichter Vorsprung für das Nein-Lager an, erwartet wird aber trotzdem ein enges Rennen. Eine schrittweise Reduzierung der Abgabe von 335 auf 300 Franken bis 2029 ist ohnehin bereits beschlossen, die SRG fährt daher schon ein umfangreiches Sparprogramm - bei Annahme der Initiative wäre das Angebot aber sicher nicht mehr in ähnlichem Umfang wie bislang aufrecht zu erhalten.
© CNN
USA: Wenn Paramount alle regulatorischen Hürden für die Übernahme von Warner Bros. Discovery nimmt, wird das nicht nur enorme Auswirkungen auf Hollywood, das Film- und Streaming-Business haben. Vor allem die Zukunft von CNN steht im Blickpunkt. CNN ist seit jeher Trump-kritisch, die Ellison-Familie gilt hingegen als Trump-nah - und CNN ist eines der von Trump meistgehassten Medien. Die Sorge ist dementsprechend groß, dass unter neuem Eigentümer eine andere Ausrichtung forciert wird. In einem Interview mit CNBC sagte Ellison nun: "CNN ist eine unglaubliche Marke mit einem unglaublichen Team und wir glauben fest an die Unabhängigkeit, die für diese unglaublichen Journalisten gewahrt bleiben muss". Die redaktionelle Unabhängigkeit bleibe genauso gewahrt wie bei CBS - vor allem diese Anmerkaung dürfte die Gemüter in der CNN-Belegschaft allerdings kaum beruhigen: Bei CBS News wurde kurz nach der Übernahme durch Skydance Bari Weiss, Gründerin von "The Free Press" als Chefredakteurin installiert, seither läuft dort ein Umbau. Schlagzeilen machte unter anderem, dass die Ausstrahlung eines regierungskritischen Beitrags verhindert wurde. "Wir wollen im Geschäft mit der Wahrheit tätig sein, wir wollen im Geschäft mit dem Vertrauen tätig sein, und daran wird sich nichts ändern", so Ellison. Was das in einem Land bedeutet, in dem der Präsident über eine Plattform namens "Truth Social" kommuniziert, bleibt aber Auslegungssache.
© Netflix
USA: Netflix hat nach dem Ausstieg im Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery unterdessen plötzlich noch mehr Cash verfügbar als ohnehin schon - denn der Ausstieg aus dem schon geschlossenen Deal hat Warner Bros. Discovery satte 2,8 Milliarden Dollar gekostet, die von Paramount gezahlt wurden. Einen kleinen Teil davon hat man nun in die Übernahme von Inter Positive, einer KI-Firma von Ben Affleck, investiert. Überrascht war man in Hollywood vor allem davon, dass Affleck überhaupt ein solches Unternehmen hat - das war bislang kaum bekannt. Inter Positive entwickelt KI-Tools, die von und für Filmemacher gebaut werden und die deren "kreative Möglichkeiten schützen und erweitern" sollen. Das 16-köpfige Team wird nun unter Netflix-Ägide an Bord bleiben, Affleck selbst als Berater fungieren. Elizabeth Stone, Chief Product and Technology Officer bei Netflix: "Das Team von InterPositive schließt sich Netflix an, weil wir die gemeinsame Überzeugung teilen, dass Innovation Geschichtenerzähler befähigen und nicht ersetzen sollte. Die beeindruckende Technologie von InterPositive wurde speziell für Filmemacher und Showrunner entwickelt, damit sie mit Tools arbeiten können, die ihre kreativen Visionen und die Art und Weise, wie sie diese umsetzen möchten, auf natürliche Weise unterstützen." Mehr dazu hier.
© Wild Child
Großbritannien: Das Animationsstudio Wild Child mit Sitz im schottischen Stirling hat Insolvenz angemeldet. Es war 2020 von CEO Sueann Rochester, COO Ron Henry, den Kreativdirektoren Will Adams und Rory Lowe sowie Finanzdirektor Michael McKeirnan gegründet worden. Vorerst wird der Geschäftsbetrieb fortgeführt und nach einem Käufer für das Unternehmen gesucht. Direkt betroffen ist die kommende Serie "Zog", an der Wild Child für Magic Light Pictures arbeitet. Magic Light Pictures übernimmt nun vorerst die Kosten im Rahmen des Vertrags, um diese Arbeiten nicht zu gefährden. Wild Child ist einer der großen Player im Animations-Business in Großbritannien und hat seit 2020 u.a. für Partner wie Warner, die BBC und Sky produziert und zahlreiche Auszeichnungen erhalten.
© BBC
Großbritannien: Die BBC schlägt im Rahmen des derzeitigen Charter Review-Prozesses vor, ihren iPlayer für Inhalte anderer Public Service Broadcaster in Großbritannien zu öffnen. Diese Bündelung sei eine Möglichkeit, öffentlich-rechtliche Inhalte trotz der Verlagerung der Nutzung in Richtung Streaming weiter prominent zu präsentieren und eine stärkere Alternative zu globalen Streaming-Plattformen zu schaffen. Noch ist hier aber nichts entschieden, die Idee solle in den kommenden Monaten nun weiter geprüft werden.
© ARD Degeto Film/NDR/Servus TV/HR/Zeitgeist Filmproduktion/EPO-Film/Petro Domenigg
Europa: Während die deutsch-österreichische Serie "Sternstunde der Mörder" hierzulande noch auf ihre Ausstrahlung wartet (Veröffentlichung online Ende März, lineare Ausstrahlung am Karfreitag), ist sie in Österreich bereits gestartet. International kann man nun zudem Verkaufserfolge melden. Zugeschlagen hat der schwedische Sender SVT, zudem bringt Canal+, das die Serie bereits u.a. in Österreich zeigt, "The Widow Killer" auch in die Niederlande, Belgien, Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Rumänien. Basierend auf dem hochgelobten gleichnamigen Roman von Pavel Kohout spielt die 4-teilige Serie im von Deutschland besetzten Prag während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Als die Witwe eines Generals der deutschen Wehrmacht brutal ermordet wird, muss der tschechische Polizeineuling Jan Morava mit dem Gestapo-Agenten Erwin Buback zusammenarbeiten, um einen sadistischen Serienmörder zu finden, bevor er wieder zuschlägt.
Serien-Update
© Sat.1
Die Geschichte über die US-Adaption von “Einstein” sorgte in den letzten Jahren immer wieder für Kopfschütteln. Nachdem die von Zeitsprung stammende Krimiserie letzten April dann doch final von CBS bestellt wurde, kam nur wenige Wochen später heraus, dass sie nochmals ein um Jahr verschoben wird. Generell gab es vier Versuche, die in Deutschland im Sat.1-Kosmos beheimatete Serie mit Tom Beck in der Hauptrolle, für den US-Markt zu adaptieren. Gefunden wurde vor einem Jahr bereits die passende Person für die männliche Hauptrolle, in die Ex-”Criminal Minds”-Star Matthew Gray Gubler schlüpfen wird. Aufgrund des Hin und Hers wieder abgesprungen ist im letzten Mai jedoch Rosa Salazar, so dass der Part für die weibliche Hauptrolle wieder offen war. Nun ist endlich klar: Melissa Fumero (“Brooklyn Nine-Nine”) übernimmt und wird als Teri eine Polizistin bei der New Jersey State Police spielen, die mit dem Nachfahren Einsteins (Gubler) zusammenarbeiten wird. Die Produktion der für die TV-Season 2026/27 geplanten amerikanischen “Einstein”-Fassung soll noch diesen Monat beginnen.
© Fx
Aus und vorbei ist es für den “King of the Kitchen” laut “Deadline Hollywood” nun wirklich mit der fünften Staffel. Wie schon häufig kolportiert wird die Küchen-Dramedy “The Bear” von Christopher Storer nicht unendlich fortgeführt, sondern - entgegen des eigentlichen Vorhabens - nicht nach der vierten, sondern nach der fünften Staffel bei FX zu Ende gehen. Kurios ist dabei auch die Kommunikation rund um den Award-Liebling, denn verstärkt in Gang brachte die News über das Aus ausgerechnet Gaststar Jamie Lee Curtis. Diese postete ein Foto vom Set für Staffel 5 in Verbindung mit Aussagen wie, “Stark beendet” oder dass “die Geschichte dieser außergewöhnlichen Familie zu Ende erzählt” sei. Darauf vom “Hollywood Reporter” angesprochen, meinte sie: “Aber alle haben doch bestätigt, dass die Serie endet. Ich verstehe nicht, warum das so ein großes Ding ist (...). Wenn nicht, dann habe ich es komplett vermasselt”. Einer geht also, ein anderer kommt jedoch: bestellt hat FX das Drama “Disinherited” von “Better Call Saul”-Co-Schöpfer Peter Gould. Die Serie fokussiert zwei rivalisierende Schwestern, die eine unerwartete Erbschaft erreicht. Dadurch gelangen sie in ein Netz aus Jahrzehnte lang gewachsenem Reichtum, das auch nicht ohne verborgene Verbrechen auskommt.
© Netflix
Erst letzte Woche gab es gute Nachrichten für Fans des HBO-Überraschungshits “Heated Rivalry”. Der kanadische Schöpfer Jacob Tierney arbeitet bereits an einer zweiten Staffel über die homosexuelle Liebe im Profi-Eishockey. In diesem Fahrtwind hat nun auch Netflix bei ihm zugeschlagen und eine Serie über Alexander den Großen in Serie geschickt, bei der er mit der Produktionsfirma von Jason Bateman gemeinsame Sache macht. Die neue Serie über den antiken Herrscher basiert auf dem Roman der Kanadierin Annabel Lyon von 2009, “The Golden Mean” und widmet sich konkret dem Verhältnis von Aristoteles zu seinem Schüler Alexander, beginnend mit der Zeit in Makedonien. Die Storyline liest sich folgendermaßen: “Inmitten von Palastintrigen, verbotener Liebe, brutalen Kriegen und rücksichtslosen Machtambitionen formt ihre unwahrscheinliche Freundschaft ein Imperium - und verändert den Lauf der Geschichte”. Begeistert ist man beim Streamingdienst mit den roten Buchstaben auch von “Unsere kleine Farm”. Noch vor dem Start des Remakes “Little House on the Prairie” am 9. Juli wurde eine zweite Staffel bestellt.
© See Saw Films
Aus dem Hause See-Saw Films, welches hinter dem Apple-Spionagehit “Slow Horses” mit Gary Oldman in der Rolle des Jackson Lamb steht und sich die Bücher von Mick Herron vornimmt, könnte eine weitere Roman-Adaption kommen. Vor hat man dort nämlich, die Kriminalromane des britischen Schriftstellers John Grant über seine Figur mit dem mysteriösen Namen “Lovejoy” wieder aufzulegen. Publiziert wurden von ihm zwischen 1977 und 2008 24 Schriftstücke, die unter dem Pseudonym Jonathan Gash einzuordnen sind. Bereits ab den 1980er Jahren sah man bei der BBC das Potential, daraus eine Serie zu stricken, die dann mit dem Titel “Lovejoy” und Ian McShane in der Hauptrolle in 70 Folgen über den Schirm liefen. Rund 30 Jahre später soll also ein Remake gebastelt werden, das im Osten Englands angesiedelt ist und über den gleichnamigen, charismatischen Antiquitätenhändler erzählt, der zwischen echten Artefakten und Betrügereien zu unterscheiden weiß. Mit einer Neuauflage von “Lovejoy” kommt fast eine Prise “Bares für Rares” in die Fiktion - bei welchem Sender oder Streamingdienst es das zu sehen geben wird, ist bislang jedoch noch unklar.
Serien-Ticker +++ ABC hat eine ganze Reihe seiner Serien verlängert: "9-1-1", der Ableger "9-1-1: Nashville", die Comedyserie "Abbott Elementary" sowie "High Potential" wird man alle in der kommenden Season wiedersehen +++ Keine Zukunft hat hingegen "Palm Royale" bei Apple TV: Nach der zweiten Staffel ist dort Schluss +++ Fox schickt die in dieser Season neu gestartete Serie "Best Medicine" in eine zweite Staffel +++
Ellison sagt CNN Unabhängigkeit zu, Schweiz stimmt über SRG-Zukunft ab
URL zu diesem Artikel: https://www.dwdl.de/internationalupdate/105762/ellison_sagt_cnn_unabhaengigkeit_zu_schweiz_stimmt_ueber_srgzukunft_ab/
© DWDL.de GmbH, 2001-2026