The Bachelorette © ABC
USA: Nachdem das "Bachelor"-Franchise im vergangenen Jahr vor allem wegen Vorwürfen eines toxischen Arbeits-Umfeldes Schlagzeilen machte, sollte nach längerer Pause mit der neuen "Bachelorette"-Staffel am kommenden Sonntag eigentlich das große Comeback gelingen. Stattdessen befindet man sich mitten im nächsten Skandal: ABC die Ausstrahlung der bereits fertig produzierten Staffel kurzfristig abgeblasen. Am Donnerstag hatte TMZ ein Handyvideo aus dem Jahr 2023 veröffentlicht, das eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Taylor Frankie Paul, die in der neuen Staffel als "Bachelorette" auf Partnersuche gehen sollte, und ihrem Ex Dakota Mortensen zeigt. Darin ist zu sehen, wie sie mit Barhockern nach Mortensen wirft und schlägt. Teil des Videos sind schwarz, die Tonspur deutet aber darauf hin, dass auch ihre Tochter anwesend war und möglicherweise ebenfalls getroffen wurde. ABC sagte die Premiere daraufhin ab, der Fokus liege jetzt darauf, die Familie zu unterstützen, so der Sender.

ABC steht jetzt vor einem Scherbenhaufen, den man eigentlich hätte kommen sehen müssen - denn die Vorwürfe gegen Taylor Frankie Paul sind nicht nur nicht neu, sie waren sogar Thema in einer anderen Disney-Reality, "The Secret Lives of Mormon Wives". Pauls Festnahme im Anschluss an den Vorfall war dort sogar explizit zu sehen, sie bekannte sich später der schweren Körperverletzung schuldig, Anklagepunkte wegen Kindesmisshandlung, Sachbeschädigung und häuslicher Gewalt in Anwesenheit eines Kindes wurden aber fallen gelassen. Neu ist, dass es nun erstmals öffentliches Bildmaterial vom Vorfall selbst gibt. Die letzte Staffel von "Secret Lives" zeigte unter anderem wie sich Paul auf die Dreharbeiten von "The Bachelorette" vorbereitete - doch der große Cross-Promo-Plan endet nun in einer Situation, die den Konzern womöglich einen höheren zweistelligen Millionenbetrag kosten könnte, falls die Staffel gar nicht ausgestrahlt würde. Und mehr noch: Auch die aktuellen Dreharbeiten für "Secret Lives of Mormon Wives" sind nach neuen Vorwürfen häuslicher Gewalt von beiden Seiten erst einmal unterbrochen.

Voice of America © VoA
USA: Ein US-Richter hat die drakonischen Sparmaßnahmen, die die Trump-Administration vor rund einem Jahr gegen die United States Agency for Global Media als verantwortliche Behörde für die US-Auslandssender (allen voran Voice of America) verhängt hatte, für größtenteils unrechtmäßig erklärt. Trump bezeichnete Voice of America als "Stimme eines radikalen Amerikas" und bemängelte unter anderem, dass manche Reporter sich auf Social Media Trump-kritisch geäußert hätten. Das jährliche Budget von bis dahin rund 950 Millionen Dollar wurde handstreichartig fast komplett gestrichen, über 90 Prozent der Festangestellten wurden beurlaubt, die Zusammenarbeit mit hunderten freien Mitarbeitern eingestellt. Nach dem Gerichtsurteil sollen die mehr als 1.000 beurlaubten Beschäftigten nun wieder zur Arbeit erscheinen. Im Urteil heißt es, dass der Kongress klare Vorgaben zu den Aufgaben und zur Finanzierung von USAGM gemacht habe - und auch Donald Trump kann darüber nicht einfach hinweg gehen. Zu den Aufgaben gehöre die objektive Berichterstattung "über jede bedeutende Region der Welt". Die Verantwortlichen hätten sich "offen geweigert", diesen Verpflichtungen nachzukommen.

BBC © BBC
Großbritannien / USA: Die BBC hat nun offiziell Schritte unternommen, um die 10-Milliarden-Dollar-Klage von Donald Trump abweisen zu lassen. "Einfach gesagt: Die Dokumentation wurde weder in Florida noch in den USA ausgestrahlt", erklärte ein BBC-Sprecher. "Sie war in den USA weder auf dem iPlayer noch online oder auf anderen Streaming-Plattformen wie BritBox und BBC Select verfügbar. Wir haben daher die Zuständigkeit des Gerichts in Florida angefochten und einen Antrag auf Abweisung der Klage des Präsidenten gestellt." Die BBC hatte im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl 2024 eine Trump-Doku gezeigt, in dem es auch um den Kapitolsturm vom 6. Januar ging. Dabei waren zwei Passagen aus unterschiedlichen Teilen seiner Rede aneinandergeschnitten worden, was den Eindruck verstärkte, er habe seine Anhänger direkt zum Sturm aufs Kapitol aufgerufen. Erst ein Jahr nach der Ausstrahlung schlug die Doku dann hohe Wellen, Trump kündigte eine Klage wegen Verleumdung und Verstoßes gegen ein Gesetz gegen irreführende und unlautere Handelspraktiken in Florida an, BBC-Generaldirektor Tim Davie und Nachrichtenchefin Deborah Turness traten zurück. Die BBC entschuldigte sich, sieht aber keine Grundlage für eine Klage. Scheitert die Klageabweisung, soll die Verhandlung im kommenden Jahr stattfinden.

Viaplay © NENT Group
Schweden: Bloomberg berichtet über Pläne, das skandinavischen Medienunternehmen Viaplay von der Börse zu nehmen. Canal+ und PPF, die jeweils 29,3 Prozent der Anteile an dem Unternehmen halten, sollen demnach entsprechende Erwägungen anstellen. Viaplay hatte sich an großen Expansionsplänen über das eigene Kerngebiet hinaus verhoben und war dadurch in eine finanzielle Schieflage geraten. Nur durch eine Rekapitalisierung und Neuausrichtung war das Unternehmen gerettet worden. Viaplay hat sich aus zahlreichen Märkten zurückgezogen oder den geplanten Launch abgeblasen. Der Kurs von Viaplay hat sich seit dem Tiefstand deutlich erholt, ist aber weit von dem Niveau von vor der Krise entfernt.

BET+ © BET
USA: Bevor man sich bei Paramount damit beschäftigen muss, wie man nach der voraussichtlichen Übernahme von Warner Bros. Discovery Paramount+ und HBO Max zu einem Streaming-Angebot vereint, hat man nun erstmal im eigenen Unternehmen aufgeräumt: BET+ wird im Juni in Paramount+ integriert, damit kommen mehr als 1.000 Stunden an Content neu zu Paramount+. Möglich wird das, weil Paramount die Anteile, die bislang Tyler Perry Studios an BET+ gehalten hat, ebenfalls übernommen hat. Wie hoch diese genau waren, ist unbekannt, die Rede ist von 25 Prozent. Tyler Perry ist einer der wichtigsten Produzenten für die BET Media Group, der aktuelle Overall-Deal läuft noch bis 2028. Zu den Produktionen gehören beispielsweise "Ruthless", "Divorced Sistas", "All the Queen’s Men", "Zatima", "Average Joe" und "Diarra from Detroit". Bei Paramount+ gibt's schon jetzt einen BET-Hub, der Inhalte des linearen Senders zeigt, aber nicht die expliziten BET+-Originals. BET+ ist mit geschätzten dreieinhalb Millionen Abonnentinnen und Abonnenten ein kleiner Player, die Inhalte könnten als Teil von Paramount+ also deutlich größere Verbreitung finden.

Disney+ © DWDL
USA: In dieser Woche fand bei Disney die Staffelübergabe von Bob Iger zum neuen Boss Josh D'Amaro statt. Der schickte schöne Grüße an Paramount und Warner: "Während andere in unserer Branche sich nur konsolidieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben, oder darum kämpfen, in einer fragmentierten und von Umbrüchen geprägten Welt relevant zu bleiben, ist Disney eine Klasse für sich und bereit, in unsere nächste Ära der Innovation und des Wachstums vorzustoßen." Im Zentrum stehe dabei Disney+: "Disney+ wird sich über einen traditionellen Streaming-Dienst hinaus weiterentwickeln und zum digitalen Herzstück unseres Unternehmens werden – zu einem Portal, das unsere Geschichten, Erlebnisse, Spiele, Filme und vieles mehr auf völlig neue Weise miteinander verbindet." Dana Walden ordnet unterdessen ihren Entertainment-Bereich neu, um alle Inhalte stärker zu vernetzen. Alan Bergman bleibt für Filmstudios zuständig. Joe Earley und Adam Smith leiten Streaming, Debra O’Connell das TV-Geschäft. Auch Sean Shoptaw (Games) und John Landgraf (FX) bleiben an entscheidender Stelle.

Serien-Update

Sarah Michelle Gellar in © 20th Century Fox Television
Das "Buffy"-Reboot kommt nun doch nicht, wie Sarah Michell Gellar auf Instagram bekanntgab. "Leider hat Hulu beschlossen, 'Buffy: New Sunnydale' nicht weiterzuverfolgen", so die Schauspielerin, die im Reboot in einer wiederkehrenden Rolle wieder als Buffy hätte zu sehen sein sollen, während Ryan Kiera Armstrong als neue Vampirjägerin im Mittelpunkt gestanden hätte. Hulu hatte die Pläne erstmals im Februar 2025 öffentlich gemacht. Ganz ausgeschlossen ist eine Rückkehr von "Buffy" in anderer Form aber nicht, "Variety" berichtet, dass bei Hulu weiterhin "viel Liebe" für Projekte auf Basis dieser Marke bestehe. Und auch Sarah Michelle Gellar lässt eine Tür offen: "Ich verspreche euch: Wenn die Apokalypse tatsächlich kommt, könnt ihr mich immer noch anpiepsen."

Prime Video © Amazon
Amazon hat nach knapp zweijähriger Entwicklungszeit nun endgültig grünes Licht für die Miniserie "The Challenger" gegeben, in der Kristen Stewart ihre erste Serienhauptrolle übernehmen wird. Sie spielt darin Sally Ride. Ride war einst die erste Amerikanerin im Weltraum, damals an Bord der Raumfähre Challenger. Nach der Challenger-Katastrophe wurde Ride in die Kommission zur Untersuchung des Unglücks berufen. "Sally Rides Mut und Brillanz haben die Geschichte verändert, und wir könnten uns keine passendere Darstellerin vorstellen, um ihre Geschichte zum Leben zu erwecken, als Kristen Stewart", sagte Peter Friedlander, Leiter des Bereichs Global Television bei Amazon MGM Studios. Die Beschreibung der Serie liest sich so: "Während die Mitglieder der Rogers-Kommission von 1986 die komplexen Abläufe innerhalb der NASA untersuchen, um herauszufinden, was oder wer für das verhängnisvolle Schicksal der Challenger verantwortlich war, beleuchtet die Serie den persönlichen Werdegang der Kommissionsmitglied Sally Ride. Wir begleiten Sally und den Rest der vielfältigen Astronautenklasse von 1978 durch die verschiedenen Stufen des Shuttle-Programms, von der ersten Rekrutierung und Ausbildung über berufliche und persönliche Höhen und Tiefen bis hin zu Sallys historischem Durchbruch, als sie als erste Amerikanerin ins All fliegt."

Netflix © Netflix
Auch Netflix hat mehrere Serien-Orders ausgesprochen. Zum Einen geht es um die Serien-Adaption des Romans "Enigma Variations" von André Aciman. Ursprünglich war hier mal Jeremy Allen White als Hauptdarsteller vorgesehen, nun übernimmt aber Aaron Taylor-Johnson die Hautprolle. Laut offizieller Kurzbeschreibung handelt die Serie von Paul, "einem Mann, der durch die Liebhaber, die ihn über zehn prägende Jahre hinweg erst entfachen und dann wieder zerstören, neu geformt wird. Es ist ein intimes und zugleich weitreichendes Porträt von Männlichkeit, Sexualität und moderner Liebe – und in einer Welt der unendlichen Möglichkeiten stellt es die Frage: Werden wir wissen, wann wir den Richtigen gefunden haben?" Bei Darren Star ("SATC", "Emily in Paris") und David Schulner ("New Amsterdam") hat der Streamer eine Romcom über einen Winzer, der für eine zweite Chance ins Napa Valley zurückkommt, bestellt. Der Titel: "Uncorked". Und aus Kanada kommt eine Adaption von Carley Fortunes Besteseller "This summer will be different". Auch hier geht's um eine Liebesgeschichte, die über mehrere Sommer hinweg erzielt wird. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die ihre erste große Liebe mit dem Bruder ihrer besten Freundin erlebt – dem einzigen Menschen, in den sie sich niemals hätte verlieben dürfen.

Serien-Ticker +++ Pünktlich zum Finale der 2. Staffel hat Amazon grünes Licht für Staffel 3 der Serie "Cross" mit Aldis Hodge gegeben +++ "Paradise" geht bei Hulu in eine dritte Staffel, die voraussichtlich auch die letzte sein wird +++ Bert Kreischers Netflix-Sitcom "Free Bert" erhält eine zweite Staffel +++ Nathan Fillion hat angekündigt, dass "Firefly" als animierte Serie zurückkommen soll +++ Shonda Rhimes stellt das nächste "Bridgerton"-Spinoff in Aussicht. Diesmal könnte es um Violet, gespielt von Ruth Gemmell, gehen