Matt Brittin © BBC
Großbritannien: Matt Brittin wird der nächste Generaldirektor der BBC. Er tritt am 18. Mai die Nachfolge von Tim Davie an, der im Zuge der Diskussion über eine zusammengeschnittene Rede in einer Doku über Donald Trump zurückgetreten war. Brittin stand bis 2024 18 Jahre lang in Diensten von Google, zuletzt als Chef des EMEA-Geschäfts. Die BBC hat sich damit erstmals nicht für einen Chef mit klassischem Medien-Hintergrund, sondern aus dem Technologie-Bereich entschieden. Die Zusammenarbeit mit der Google-Tochter YouTube hatte die BBC kürzlich erheblich ausgebaut. Zu seiner Wahl erklärte Brittin: "Heute brauchen wir mehr denn je eine starke BBC, die in einer komplexen, unsicheren und sich schnell verändernden Welt für alle da ist. Im besten Fall zeigt sie uns und der Welt, wer wir sind." Und weiter: "Dies ist ein Moment echter Risiken, aber auch echter Chancen. Die BBC braucht das Tempo und die Energie, um sowohl dort zu sein, wo die Geschichten entstehen, als auch dort, wo das Publikum ist. Um auf der heutigen Reichweite, dem Vertrauen und den kreativen Stärken aufzubauen, Herausforderungen mutig anzugehen und als öffentlich-rechtlicher Dienstleister für die Zukunft zu gedeihen."

Disney+ © DWDL
USA: Gerade mal dreieinhalb Monate ist es her, dass Disney seinen selbst als "wegweisend" eingeschätzten Deal mit OpenAI verkündet hat, jetzt hat sich der letzte große strategische Schritt von Bob Iger in Luft aufgelöst. Im Rahmen des Abkommens sollte es in Kürze jedem möglich sein, über die OpenAI-App Sora selbst KI-generierte Videos mit über 200 Charakteren von Disney, Marvel, Pixar und Star Wars zu erstellen. Eine Auswahl davon sollte zudem auch in Disney+ gezeigt werden, das man gerade mit vertikalen Kurz-Videos anreichern will. Doch diese Woche hat OpenAI überraschend verkündet, seine KI-Videogenerierungs-Plattform Sora einzustellen. Gründe wurden nicht genannt, klar ist aber, dass es - wie fast alle KI-Anwendungen - ein Milliardengrab war. Berichten zufolge fielen pro Tag 15 Millionen Dollar Verlust an - ohne dass es einen richtigen Plan zur Monetarisierung gab. Sora war auch mit einer Art sozialem Netzwerk ausgerüstet worden, das die KI-generierten Videos ausspielte und so TikTok Konkurrenz machen sollte. Nach einem kurzen Hype ließ das Interesse daran aber schnell wieder nach. Disney erklärte, dass man die Entscheidung von OpenAI respektiere, man aber auch weiterhin mit anderen KI-Plattformen zusammenarbeiten wolle, "um neue Wege zu finden, die Fans dort abzuholen, wo sie sind, und gleichzeitig neue Technologien verantwortungsbewusst einzusetzen, die geistiges Eigentum und die Rechte der Urheber respektieren". Auch der Kauf von OpenAI-Anteilen im Wert von einer Milliarde Dollar ist damit vom Tisch.

SRG © SRG
Schweiz: Der Kahlschlag durch die Halbierungsinitiative bleibt der SRG zwar erspart, ein Sparprogramm inklusive eines Abbaus von insgesamt 900 Stellen war aber ohnehin schon beschlossen. Dieser kommt nun auch im vollen Umfang. Im Rahmen eines Konsultationsverfahrens hatte die Belegschaft die Möglichkeit, Vorschläge einzureichen, wie Kündigungen vermieden werden können. Nach Prüfung der Vorschläge haben diese aber nicht dazu geführt, dass weniger Stellen abgebaut werden. Viele hätten sich mit der ohnehin geplanten Stoßrichtung des Programms Enavant gedeckt. Ein Drittel des Stellenabbaus ist schon im Gange, bis 2029 werden nun 600 weitere Stellen abgebaut. Nur ein Teil davon kann über Fluktuation und Pensionierungen erfolgen. Hintergrund: Die SRG strukturiert um, weil sie bis 2029 270 Millionen Franken einsparen muss, nachdem der Bundesrat eine Reduktion der Medienabgabe beschlossen hat. Der erste Schritt erfolgt schon Anfang 2027, bis dahin müssen 125 Millionen Euro eingespart werden. Mehr zu den Umstrukturierungen gibt's hier.

Series Mania © Series Mania
Europa: Das "European Audiovisual Observatory" hat auf der Series Mania seinen Key Trends 2026 Report vorgelegt und dafür den Produktionsmarkt aus dem Jahr 2024 ausgewertet. Demnach hat sich der Anteil der Investitionen der internationalen Streamer in europäische Produktionen seit 2000 von acht auf 24 Prozent verdreifacht. Netflix, Prime Video, Disney+ und Co. investieren dabei häufig in hochpreisigere Produktionen - denn gemessen an der Anzahl der Produktionen sind sie nur für 14 Prozent verantwortlich. Generell fiel die Zahl der fiktionalen TV-Produktionen um fünf Prozent. Mehr als die Hälfte der Aufträge kommt weiterhin von den öffentlich-rechtlichen Sendern, 30 Prozent von Privaten. Nun könnte man argumentieren, dass eine Investitionsverpflichtung angesichts des Anstiegs nicht nötig ist - ein Teil davon geht allerdings auf genau solche Regelungen zurück.

WarnerBros. Discovery © WarnerBros. Discovery
USA: Der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount stehen bislang vor allem die noch ausstehenden kartellrechtlichen Genehmigungen entgegen - daneben müssen aber auch die Aktionäre von Warner Bros. Discovery dem Deal erst noch zustimmen. Für den 23. April hat das Unternehmen dafür nun eine außerordentlichen Aktionärsversammlung angesetzt, im Rahmen derer die Abstimmung durchgeführt wird. Ursprünglich hätte am 20. März über den Disney-Deal abgestimmt werden sollen - kurz zuvor löste die Warner-Führung aber den Deal und lief nach einem nachgebesserten Angebot zu Paramount über. Das Board of Directors empfiehlt die Annahme einstimmig - und angesichts des enormen Kaufpreises und der fehlenden Alternative dürfte eine Zustimmung der Mehrheit der Aktionäre wohl sicher sein, zumal bei einem nachträglichen Scheitern und selbst bei Verzögerungen Strafzahlungen durch Paramount fällig werden.

LRT © LRT
Litauen: Die European Broadcasting Union und rund 30 Medienhäuser warnen vor einer Reform des Mediengesetzes in Litauen. Geplante Änderungen für den öffentlich-rechtlichen Sender LRT könnten Unabhängigkeit und Finanzierung gefährden. Kritisiert werden fehlende Transparenz im Verfahren, politische Einflussrisiken sowie Einschnitte bei Budget und Einnahmen, etwa durch eingefrorene Mittel. Auch neue, unklare Abberufungsregeln für die Senderleitung sorgen für Kritik. Zudem droht durch neue Gremien mehr Einfluss auf redaktionelle Entscheidungen. Die EBU fordert Nachbesserungen im Einklang mit EU-Standards.

Jeopardy! © Jeopardy
USA: Nachdem "Jeopardy" mit der "Pop Culture"-Edition schon einen Streaming-Ableger hat, dessen erste Staffel bei Prime Video lief und dessen zweite Staffel dann zu Netflix wechselte, soll der Gameshow-Klassiker nun auch YouTube erobern. Sony Picutures hat den Start einer eigenen YouTube-Edition angekündigt, die den allgemeinen Jeopardy-Kanal dort pushen soll, der dazu frisch gerelauncht wird. In der YouTube-Version treten drei YouTube-Creator gegeneinander an - in Folge 1, die am 31. März erscheint, sind das Monét X Change, Rebecca Black und Brennan Lee Mulligan. Moderiert wird diese besondere Ausgabe, die exklusiv auf YouTube läuft, ebenfalls von Ken Jennings.

Stephen Colbert © CBS
Am 21. Mai wird Late-Night-Talker Stephen Colbert zum letzten Mal die Bühne des Ed Sullivan Theater am Broadway in New York für “The Late Show with Stephen Colbert” betreten. Wie CBS letzten Sommer informierte, würde die Show aus “rein finanziellen Gründen” enden, auch wenn Insider wie weltweite Beobachter vermuten, dass die Rolle von US-Präsident Donald Trump der eigentliche Grund ist. Klar ist nun auch, welche Hauptaufgabe der 61-Jährige danach erst einmal übernehmen wird. Zusammen mit seinem Sohn und Peter Jackson sowie Philippa Boyens wird er an einem Drehbuch für einen neuen “Herr der Ringe”-Film schreiben. Als glühender Tolkien-Fan möchte der Comedian “Die Gefährten” auf die Leinwand bringen und dabei nah an der Romanvorlage bleiben. Die Idee dazu entstand angeblich schon vor zwei Jahren, wie der neuseeländische Starregisseur Jackson und Colbert via Social Media bekannt gaben, allerdings war damals noch nicht klar, dass schon ab 2026 mehr Platz im Kalender sein wird. Ein Update gab es dabei auch zum Spinoff “The Hunt for Gollum” von Andy Serkis. Der Film sei auf einem guten Weg und Serkis wird wieder selbst die Rolle des Gollum übernehmen. 

Serien-Update

Oprah With Meghan And Harry © Screenshot CBS
Wie “Deadline Hollywood” berichtet, soll es nun eine weitere Zusammenarbeit von Prinz Harry und Meghan Markle mit Netflix geben. Die beiden wurden bereits letzten Sommer von einem umfangreichen Vertrag zu einem First-Look-Deal herabgestuft. Zuletzt hat vor allem das Magazin “Variety” über einen größeren Bruch des Streamingdienstes mit dem Paar spekuliert. Immerhin zog sich der Streamer nach Beendigung von “With Love, Meghan” auch noch von Markles Lifestyle-Marke “As ever” zurück, die auch Luxus-Lebensmittel vertreibt. Doch nun gibt es doch Neues: Nachdem die beiden 2024 bereits eine Doku-Serie über den Polo-Sport mit dem Streamer realisierten, soll nun eine fiktionale Drama-Serie folgen, die sich um den aristokratischen Sport dreht. Darin geht es um die Rivalität zweier Teams in der reichen Stadt Wellington, die sich selbst als Pferdestadt begreift. Aufgeschrieben wird der Plot von Francisca X. Hu (“Warrior” und “Monarch”), realisiert wird es von der Produktionsfirma Archewell (Harry&Meghan) und Fake Empire, dem Studio von “Gossip Girl”-Macher Josh Schwartz. 

Hacks © HBO Max
Nicht nur bei “The Bear” war es eine Art “Hü und Hott” was das Verlängern anbelangt, sondern in einer abgeschwächten Form auch bei “Hacks”. Wie am Monatsanfang bekannt wurde, wird die Koch-Dramedy mit Jeremy Allen White in der Hauptrolle tatsächlich mit der fünften Staffel bei FX on Hulu enden. Und auch zum Monatsende ist eine weitere Sache klar: die HBO Max-Comedy “Hacks” wird ebenfalls auf diese Zahl kommen und nach fünf Staffeln zu Ende erzählt sein. Hannah Einbinder, neben Jean Smart Hauptdarstellerin der Serie, gab gegenüber dem Magazin “Collider” bekannt: “Ja. Ich weiß nicht, was ich sagen darf und was nicht. Einmal habe ich etwas Falsches gesagt, und dann haben wir es zurückgenommen. Aber damals war es wahr, und jetzt ist es auch wahr. Also ja, es ist die letzte Staffel, okay”. HBO Max dies inzwischen bestätigt - wie auch, wann der Startschuss fällt. Mit dem letzten Kapitel über die Stand-up-Comedienne los geht es am 9. April. 

Serien-Ticker +++ Während heute die fünfte Staffel von "For All Mankind" startet, hat Apple TV nun bekanntgegeben, dass es auch noch eine sechste Staffel geben wird, die dann aber zugleich die letzte ist. Unabhängig davon steht Ende Mai auch noch das Spinoff "Star City" an +++ "Star Trek: Starfleet Academy" kam zwar bei Kritikern bestens an, beim Publikum allerdings weniger, wie nicht nur ein Blick auf Rotten Tomatoes, sondern auch das Fehlen in den Streaming-Hitlisten zeigt. Nach der noch ausstehenden zweiten Staffel ist daher schon wieder Schluss +++ Kein Ende in Sicht ist hingegen für "Criminal Minds: Evolution": Paramount gab grünes Licht für Staffel 20 +++ Zu den diversen "FBI"-Serien gesellte sich in diesem Jahr bei CBS auch noch die "CIA" hinzu. Das lief so gut, dass man nun eine zweite Staffel beauftragt hat +++ Disney+ schickt die Marvel-Serie "Wonder Man" in eine zweite Staffel +++ Paramount+ gab grünes Licht für Staffel 4 von "School Spirits" +++ Die kanadische Serie "Getting under your skin" wird mit einer zweiten Staffel fortgesetzt +++ Nach der Eingliederung von BET+ in Paramount+ geht "The Ms. Pat Show" dort mit einer sechsten Staffel weiter +++