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Thailand: Der Eurovision Song Contest (ESC) bekommt einen Ableger in Asien. Noch in diesem Jahr soll mit dem Eurovision Song Contest Asia ein Ableger an den Start gehen, die erste Ausgabe der Musikshow soll demnach in Bangkok über die Bühne gehen. Das Finale steigt am 14. November. Bei der Veranstaltung handelt es sich, anders als bei einer russischen Version der Show, um einen offiziellen ESC-Ableger, die EBU ist auch hier eingebunden. Mit Thailand, Südkorea, den Philippinen, Vietnam, Malaysia, Kambodscha, Laos, Bangladesch, Nepal und Bhutan haben bereits zehn Länder ihre Teilnahme bestätigt. ESC-Direktor Martin Green sagt: "Es geht darum, den Eurovision Song Contest gemeinsam mit Asien weiterzuentwickeln und etwas zu schaffen, das die Stimmen, Identitäten und Ambitionen der Region widerspiegelt, während wir dem treu bleiben, was den Wettbewerb seit jeher so besonders macht."
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USA: Paramount Skydance verliert kurz nach der gewonnenen Übernahmeschlacht rund um Warner Bros. Discovery (WBD) seinen Präsidenten. Jeff Shell ist von diesem Posten zurückgetreten, nachdem Vorwürfe gegen den Manager öffentlich wurden. So soll Shell vertrauliche Informationen weitergegeben haben. Demnach soll der Paramount-Präsident angeblich erklärt haben, man zahle für die Übernahme von WBD zu viel. Paramount hat erklärt, die Vorwürfe überprüft zu haben. Demnach liege "kein Verstoß gegen das Wertpapiergesetz" vor. Shell geht juristisch gegen die Vorwürfe vor und hat dafür nun zeitlich genügend Spielraum. Auch Paramount Skydance hat eine Reaktion auf die "leichtfertigen und unbegründeten Behauptungen" angekündigt. Vor rund drei Jahren flog der damalige CEO Shell bei NBCUniversal raus, Hintergrund waren damals Vorwürfe des unangebrachten Verhaltens gegenüber einer Mitarbeiterin.
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Spanien / Italien: Disney hat Kooperationen mit RTVE (Spanien) und Rai (Italien) angekündigt. Die Zusammenarbeit sieht in beiden Fällen ähnlich aus. Herzstück sind Shows, die nach der linearen Ausstrahlung auf den Sendern direkt bei Disney+ zum Abruf zur Verfügung stehen. Vor allem der Deal in Spanien ist spannend, bei RTVE handelt es sich schließlich um die öffentlich-rechtliche Rundfunkorganisation des Landes. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein europäisches, öffentliches Unternehmen einen solchen Deal mit einer Streamingplattform eingeht, bei dem die Shows direkt nach der Premiere verfügbar sind. Disney+ arbeitet in ganz Europa mit verschiedenen Free-TV-Sendern zusammen, in Deutschland unter anderem mit ARD, ZDF und ProSiebenSat.1.
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Spanien: RTVE hat darüber hinaus den Start eines neuen Kulturkanals in Zusammenarbeit mit Arte angekündigt, die Vorbereitungen dazu laufen aktuell. Der Launch des Senders soll im Juni erfolgen. RTVE hat darüber hinaus eine umfassende Kulturoffensive angekündigt, Herzstück soll eben der neue TV-Sender sein. Wie spanische Medien berichten, soll sich der Sender auf darstellende Künste, spanisches Kino, klassische Musik, Oper, neue Musiktrends und Eigenproduktionen konzentrieren. Eine finale Entscheidung über den Namen gibt es aktuell noch nicht, möglich ist aber offenbar eine Positionierung unter der Marke Arte España. Arte selbst verbreitet schon heute ein digitales Angebot in spanischer Sprache.
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Josh D’Amaro
USA: Der erst vor wenigen Wochen angetretene Disney-CEO Josh D'Amaro plant offenbar schon ein umfassendes Restrukturierungsprogramm. Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten, sollen beim Konzern 1.000 Stellen abgebaut werden. Demnach müssten wohl vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um ihre Jobs zittern, die im Marketing des Konzerns arbeiten. Erst Anfang des Jahres waren die verschiedenen Marketing-Teams von Disney unter einem Dach vereint worden, diese Abteilung wird seither von Asad Ayaz als Chief Marketing und Brand Officer geleitet - und der neue Chef hat offenbar Einsparungspotenziale erkannt.
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Großbritannien: HBO Max ist in Großbritannien erst seit Ende März verfügbar - der Start verlief aber allem Anschein nach sehr erfolgreich. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmen Ampere Analysis kam der Streamingdienst alleine in den ersten fünf Tagen nach dem Start auf 1,5 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten. Ein Großteil kam dabei offenbar über die Sky-Plattform. Dem Streamingdienst von Warner Bros. Discovery (WBD) gelang es jedenfalls schneller als allen anderen Plattformen, die Marke von 1 Million Abos zu überschreiten. WBD hatte 6 Millionen Abos bis Ende des Jahres als Ziel für HBO Max genannt, laut Ampere ist das nach dem erfolgreichen Start ein realistisches Ziel. Damit wäre HBO Max der viertgrößte Streamer auf der Insel.
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Argentinien: Netflix hat ein neues Büro in Buenos Aires eröffnet, aus dem künftig 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten sollen. Bei der Veranstaltung hat man auch gleich drei neue Projekte aus Argentinien vorgestellt. Zu den angekündigten Projekten gehört die Serie "Disorganised Crime", die Thriller-Elemente mit Humor verbindet. Darüber hinaus sind zwei Dokumentarfilme in Planung. Insgesamt 16 andere Produktionen aus Argentinien hatte Netflix in den zurückliegenden Monaten bereits in Aussicht gestellt. "Argentinien hat sich aufgrund seiner audiovisuellen Tradition, seiner kreativen Kraft und seiner Fähigkeit, lokale Geschichten zu erzählen, deren Bedeutung und Wirkung sie universell machen, zu einem wichtigen Akteur in unserer regionalen Strategie entwickelt", sagte Francisco Ramos, VP of content für Lateinamerika.
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USA: AMC Networks hat sich einem Rebranding unterzogen, der Konzern hinter Serien wie "The Walking Dead" und "Breaking Bad" hört künftig auf den Namen AMC Global Media. Der neue Name wurde auch deshalb gewählt, weil das klassische TV-Geschäft ("Networks") immer weniger wichtig ist. Gleichwohl bleiben Sender wie AMC, BBC America oder auch SundanceTV wichtige Stützen für das Unternehmen, das sich aber zunehmen im Streamingbereich bewegt. "Unser neuer Name spiegelt den laufenden Wandel unseres Unternehmens hin zu einem globalen, von Medien und Studios geprägten Konzern wider, bei dem das Streaming als unsere wichtigste Einnahmequelle im Inland im Vordergrund steht", sagt Kristin Dolan, CEO von AMC Global Media.
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Italien: Regelmäßig haben Streaminganbieter Ärger in verschiedenen Ländern, weil sie dort ihre Preise angehoben haben, nun trifft es Netflix in Italien. Dort hat ein Gericht entschieden, dass die von Netflix gesetzten Preisanhebungen zwischen 2017 und 2024 unrechtmäßig waren. Pro Kunde könnten nun Rückerstattungen von bis zu 500 Euro auf das Unternehmen zukommen. Geklagt hatte eine Verbraucherschutzorganisation, das Gericht folgte den Gründen in weiten Teilen. Außerdem müssen die Preise auf das Niveau von vor der Erhöhungen gesenkt werden. Netflix muss nun aktuelle und ehemalige Kunden über ihre Rechte informieren und die Entscheidung nicht nur auf seiner Webseite veröffentlichen, sondern auch in überregionalen Zeitungen. Es drohen Strafen, sollte das Unternehmen dem nicht nachkommen. Netflix hat jedoch schon angekündigt, in Berufung zu gehen. Man sei der Meinung, dass die Geschäftsbedingungen mit dem italienischen Recht im Einklang stehen.
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USA: Die Krise der Teleshoppingkrise greift immer weiter um sich. Während hierzulande Channel 21 zuletzt in die Insolvenz ging, taumelt in den USA mit QVC auch ein wesentlich größerer Player, der auch auf dem deutschen Markt aktiv ist. Nun nehmen die Zweifel an der Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu. Nachdem man zuletzt bereits die Vorlage der Geschäftszahlen für 2025 verschieben musste, hat das Unternehmen jetzt "erhebliche Zweifeln" an der Fortführungsfähigkeit des eigenen Geschäfts geäußert. In einer Meldung an die US-Börsenaufsichtsbehörde erklärte das Unternehmen, man sei nicht in der Lage, den Jahresfinanzbericht fristgerecht "ohne unverhältnismäßigen Aufwand oder Kosten" einzureichen. Gleichzeitig bestätigte man Gespräche mit Kreditgebern. Stichtag ist nun der 15. April: Bis dahin muss QVC seinen Jahresbericht eingereicht haben.
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USA: In wenigen Wochen verabschiedet sich Stephen Colbert von CBS, seine "Late Show" ist am 21. Mai zum letzten Mal zu sehen. Nun hat der Sender verraten, wie man den Sendeplatz künftig bespielen wird. Die vorgestellte Lösung ist keine sonderlich große Überraschung: Man zieht "Comics Unleashed" mit Byron Allen schlicht nach vorn, bereits ab dem 22. Mai ist das Format auf dem bisherigen Sendeplatz der "Late Show" zu sehen. Künftig sollen zwei Ausgaben der Comedy-Talkshow nacheinander gesendet werden. CBS hatte zuvor bereits durchblicken lassen, dass man sich nach dem Ende der "Late Show" vom Genre Late Night verabschieden wird. "Comics Unleashed" läuft bereits seit 2006. Im Anschluss zeigt CBS übrigens "Funny You Should Ask" - eine Show, die von Byron Allen produziert wird.
Serien-Update
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Der Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wurde bislang zwar in Dokus erzählt - beispielsweise ziemlich erfolgreich in "Jeffrey Epstein: Stinkreich" bei Netflix - jedoch gab es bislang noch keine fiktionale Serie, die sich um das Thema dreht. Dies könnte sich nun ändern, denn Sony Pictures Television sucht gerade einen Abnehmer für eine Mini-Serie, die auf dem Buch "Perversion of Justice: The Jeffrey Epstein Story" der in dem Bereich prägenden Aufdeckerin Julie K. Brown basiert. Darin geht es um die besagte, investigative Journalistin des Miami Herald und ihre Jahre währende Arbeit über den Fall, die dazu führte, dass Licht in die dunklen Machenschaften von Epstein und Ghislaine Maxwell kam. Erzählt wird also aus der Sicht der Recherche - gespielt werden soll die Rolle Browns wiederum von Oscarpreisträgerin Laura Dern, die auch mit produziert. Mit an der Produktion beteiligt ist neben Dern auch die Journalistin Brown selbst, sowie Adam McKay ("Succession") und "House of Cards"-Autorin Sharon Hoffmann.
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Bereits 2011 unternahm man bei HBO den Versuch, den bei Buchpreisen erfolgreichen Roman "Die Korrekturen" von Bestsellerautor Jonathan Franzen aus dem Jahr 2001 auf den kleinen Bildschirm zu bringen. Passieren sollte dies unter der kreativen Leitung von Noah Baumbach ("Jay Kelly") mit Chris Cooper, Dianne Wiest, Ewan McGregor und Maggie Gyllenhaal, was jedoch mit dem Pilot scheiterte. Fast 15 Jahre später gibt es ein neues Leben für den Romanstoff. Zwei Jahre lang fand sich das Projekt "The Corrections" in der Entwicklung bei Paramount, allerdings wird dieses nun von Paramount Television Studios für Netflix produziert, das eine Miniserie beauftragt hat. Und wieder ist es namhaft: Meryl Streep spielt die Matriarchin, die ihre drei Kinder noch ein letztes Mal zu einem Weihnachtsfest versammeln will. Diese haben beruflich wie privat verschiedenste Probleme und wollen nur eines nicht: werden wie ihre Eltern. Dabei merken sie nicht, dass sie bereits auf dem besten Weg dorthin sind. Entstehen soll "ein scharfzüngiges, komisches Porträt einer Familie aus dem Mittleren Westen". Das Drehbuch zu seinem dritten Roman kommt von Franzen - inszenieren wird die Adaption Cord Jefferson ("Amerikanische Fiktion", "Watchmen").
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Tom Wolfes episches Werk "Fegefeuer der Eitelkeiten" könnte ein weiteres Kapitel erhalten. Angefangen hat die Geschichte im "Rolling Stone" Magazin, in dem die Handlung über ein Jahr hinweg als Fortsetzungsroman ausgebreitet wurde, was dann in einen Roman mündete. Ein paar Jahre später verfilmte Brian De Palma den Stoff über die Wall Street der 1980er Jahre mit Tom Hanks, Bruce Willis und Morgan Freeman für die große Leinwand, das jedoch floppte. Und nun tun sich David E. Kelley ("Aus Mangel an Beweisen") und Matt Reeves ("The Batman") zusammen und wollen die Satire über Geld, Medien und Politkultur New Yorks zu neuem Leben erwecken. "The Bonfire of the Vanities" wird für Apple TV in Zusammenarbeit mit Warner Bros. TV entwickelt. Im Zentrum stehen ein Börsenmakler, der in einen Unfall mit Fahrerflucht verwickelt wird, ein über den Fall berichtender Boulevard-Journalist und ein Staatsanwalt, der ebenfalls ein Interesse an Aufklärung hat.
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Die britisch-amerikanische Sängerin und Schauspielerin Minnie Driver ("Suche mich nicht") hat ein neues Engagement. Paramount+ hat eine Adaption der belgisch-niederländischen Serie "De Dag" ("24 Hours - Two Sides of Crime") von 2018 bestellt, die es zunächst mit Abos in Großbritannien und Irland zu sehen gibt. Entwickelt wurde die Dramaserie über eine Geiselnahme in einer Bankfiliale damals unter anderem in Zusammenarbeit mit ZDFneo. Interessant war auch die Erzählstruktur: in ungeraden Folgen wurde die Perspektive der Polizei-Spezialkräfte betrachtet und in den geraden Episoden die Sichtweise der Täter und Opfern geschildert. Die Neuinterpretation soll ebenfalls von einem Banküberfall handeln. Die gut vorbereiteten Gangster verschanzen sich in der Bank vor der Polizei. Drivers Figur wiederum hat die Aufgabe, mit diesen über die Freilassung der Geiseln zu verhandeln. Aktuell läuft das Projekt unter dem Arbeitstitel "The Day".
Serien-Ticker: +++ Der Veteran unter den Medicals geht weiter: ABC hat Shonda Rhimes' "Grey’s Anatomy" um eine 23. Staffel verlängert und unterstreicht damit den Rekord, das am längsten laufende Medizin-Drama in der Primetime zu sein +++ Auch das "Chicago"-Franchise wächst weiter: NBC verlängert "Chicago Fire" (15. Staffel), "Chicago P.D." (14. Staffel) und "Chicago Med" (12. Staffel) +++ Die Verbindung von Humor und Herz gelang Bill Lawrence bereits bei "Ted Lasso". Im HBO-Neustart "Rooster", zusammen mit Matt Tarses, scheint auch das wieder der präferierte Ansatz. Steve Carell darf in seiner Rolle als Autor auch weiterhin an der Beziehung zu seiner Tochter am College arbeiten, denn die Serie wurde um eine zweite Staffel verlängert +++ Auf diese Zahl kommt auch das Crime-Drama "Memory of A Killer" mit Patrick Dempsey. Fox hat einen Zweitling in den Warenkorb gelegt +++ Nicht weiter geht es hingegen für "Watson" und "DMV" bei CBS, sowie "Talamasca: The Secret Order" bei AMC nach einer Staffel +++ Amazon will mehr von der mexikanischen "The Office"-Adaption "La Oficina" und bestellt eine zweite Staffel, die Reise endet dort jedoch nach dem Auftakt für "The Runarounds". Beauftragt wurde allerdings der Crime-Thriller "Calamities", der in Texas angesiedelt ist von einem schief gelaufenen Drogendeal in einer Grenzstadt erzählt +++ Bei CBS wurde die Familiencomedy "Eternally Yours" bestellt, die von den Showrunners von "Ghosts" stammt. Auch hierbei treten wieder Zwischengestalten in Erscheinung: statt Geister nun jedoch Vampire +++ Bei der BBC gibt es Zuwachs, denn dort wurden die Drama-Serien "The Witch Farm" (Podacst-Adaption) und "Old Town Murders" (Murder-Mystery) bestellt. Beide spielen in Wales und werden auch dort produziert +++