Canal+ © Canal+
Frankreichs Filmbranche streitet offen über den wachsenden Einfluss von Medienunternehmer Vincent Bolloré, der unter anderem den rechtsgerichteten Nachrichtenkanal CNews kontrolliert und auch größter Anteilseigner von Canal+ ist und damit auch des zugehörigen Produktionsstudio Studiocanal ist. Mehr als 600 Filmschaffende wandten sich während des Filmfestivals in Cannes nun in einem Offenen Brief gegen die zunehmende Machtkonzentration im französischen Kino durch Bollorés Medienimperium. Konkret richtet sich die Kritik gegen die Beteiligung von Canal+ an UGC, der drittgrößten Kinokette des Landes. Der Brief spricht von der Gefahr einer ideologischen Einflussnahme und "faschistischen Übernahme" des französischen Kinos, wenn Bolloré künftig die gesamte Wertschöpfungskette im Kinobereich kontrolliere. Canal+-Chef Maxime Saada erklärte daraufhin, sein Unternehmen werde künftig nicht mehr mit den Unterzeichnern des Briefes zusammenarbeiten. Die Petition sei ungerecht gegenüber Canal+ und seiner Belegschaft und stelle diese als "Kryptofaschisten" dar. Mit Menschen, die solche Vorwürfe erheben, wolle er nicht mehr kooperieren. Die Initiatoren des Briefes wiesen die Darstellung zurück, bezeichneten Saadas Ankündigung als Einschüchterungsversuch und sehen sich dadurch in ihrer Kritik noch bestätigt. Sie betonten, die Kritik richte sich ausschließlich gegen Bolloré und nicht gegen die Mitarbeiter von Canal+. Bolloré selbst weist Vorwürfe, seine Medienbeteiligungen für politische oder ideologische Zwecke zu nutzen, seit Jahren zurück.

Eurovision Song Contest 2026 © ORF
Eine der alle Jahre wiederkehrenden Diskussionen rund um den Eurovision Song Contest sind die teils deutlichen Abweichungen zwischen dem Publikums- und dem Jury-Votum, die beide zu je 50 Prozent ins Gesamtergebnis eingehen. Besonders heftig wurde die Diskussion dieses Jahr in Moldau geführt. Das Publikum vergab zwölf Punkte an die Nachbarländer Rumänien und Ukraine, die Jury hingegen an die Ukraine gar keinen, an Rumänen drei, dafür die Höchstpunktzahlen für Polen und Israel. Nun sollte man meinen, dass das System funktioniert hat - die Jury ist schließlich nicht für Freundschaftspunkte an die Nachbarn zuständig. Trotzdem ist Vlad Turcanu, Generaldirektor des moldauischen Rundfunks und Fernsehens, nach heftiger Kritik in den sozialen Medien zurückgetreten. Auf einer Pressekoferenz sagte er: "Wir haben uns von der Juryentscheidung distanziert, aber es bleibt unsere Verantwortung, in erster Linie meine Verantwortung als Leiter dieser Institution."

SkyShowtime © ViacomCBS / Comcast
Wenn Paramount die Übernahme von Warner Bros. Discovery erfolgreich abschließt, stellt sich die Frage, was eigentlich aus SkyShowtime wird. Paramount und Comcast haben sich in dem Joint-Venture zusammengetan, um in 22 europäischen Märkten gemeinsam aufzutreten, mehr als neun Millionen Abos hat man dort gesammelt. Teil der Vereinbarung ist aber, dass beide Partner dort nicht mit eigenen Angeboten am Start sind. HBO Max allerdings, das bekanntlich mit Paramount+ zusammengeführt werden soll, ist in fast allen dieser Länder ebenfalls erhältlich. Spekuliert wird nun, dass Paramount SkyShowtime dann entweder komplett oder mehrheitlich übernehmen könnte. Bei Comcast steht ohnehin das amerikanische Streaming-Geschäft im Fokus. In Europa ist man zwar in UK und Italien mit der Tochter Sky stärker vertreten, in aus Deutschland zog man sich aber bekanntlich zurück. Interesse an einem größeren internationalen Rollout von  Peacock zeigte man bislang nicht. Offiziell kommentiert wurden die Spekulationen nicht.

Matt Brittin © BBC
Der neue BBC-Generaldirektor Matt Brittin hat an seinem ersten Arbeitstag die Bedeutung der BBC als "vertrauenswürdigste Nachrichtenquelle" und zentrale Säule der britischen Kreativwirtschaft betont, zugleich aber harte Einschnitte angekündigt. Angesichts erheblicher finanzieller Herausforderungen müsse die BBC in den kommenden Jahren 500 Millionen Pfund einsparen, was bis zu 2.000 Stellen kosten könnte. Der frühere Google-Manager kündigte an, den Umbau des Senders mit hoher Geschwindigkeit voranzutreiben und die BBC stärker auf jüngere Zielgruppen auszurichten. In einer Mitteilung an die Belegschaft sprach Brittin von "unvermeidbaren schwierigen Entscheidungen" und forderte mehr Innovation sowie eine stärkere Präsenz auf digitalen Plattformen. Brittin übernimmt die Führung des Hauses in einer schwierigen Phase, die von Sparzwängen, Tarifkonflikten und den anstehenden Verhandlungen über die Zukunft der BBC-Finanzierung geprägt ist.

Netflix © Netflix
Netflix nimmt erstmals eine tägliche Live-Show in sein Angebot auf: Die Radioshow "The Breakfast Club" mit Charlamagne Tha God, DJ Envy und Jess Hilarious. Die Sendung gibt's auch bislang schon bei iHeartMedia, ab dem 1. Juni dann aber zusätzlich auch auf Netflix, das seine im vergangenen Jahr geschlossene Partnerschaft mit iHeartMedia damit ausbaut. Während die Radioversion weiterhin klassische Werbeblöcke enthält, will Netflix während dieser Zeit zusätzliche Inhalte wie exklusive Bonussegmente, Behind-the-Scenes-Material und erweiterte Gespräche anbieten. Während Netflix mit seinen Video-Inhalten sonst eher abends punkten kann, könnte die Kooperation die Netflix-Nutzung auch außerhalb der klassischen Primetime steigern.

Serien-Update

Emily in Paris © Netflix
Für die einen ist es allein wegen der Outfits und des Schöpfers Darren Star das neue “Sex and the City”, für andere einfach nur Guilty Pleasure - in jedem Fall ist “Emily in Paris” für Netflix so was wie ein Hit. Doch nun heißt es für Lily Collins Abschied nehmen von ihrer Figur, der PR-Expertin und Influencerin Emily Cooper, die beruflich wie privat als Amerikanerin in Europa als “fish out of water” positioniert ist. “Nach sechs Jahren, vielen Städten und unzähligen Erinnerungen kommt nun die letzte Staffel - und sie verspricht einen unvergesslichen Abschied”, so der Streamingdienst via Instagram. Nachdem die Serie vor allem in Paris angesiedelt war, reiste man zuletzt mit der fünften Staffel nach Italien, vor allem Venedig und Rom. In der finalen, sechsten Staffel wird der Radius nochmals erweitert. Aktuell wird in Griechenland gedreht. Adieu, ciao, jassu!

Grey's Anatomy © © 2024 Disney. All rights reserved.
Der Dinosaurier unter den Medicals erhält eine texanische Erweiterung. ABC hat eine Woche nach den Upfront-News noch eine weitere Big News: bestellt wurde ein Spinoff zu “Grey’s Anatomy” (23 Staffeln), das von der Schöpferin des Originals, Shonda Rhimes, kommt und in Zusammenarbeit mit Showrunnerin Meg Marinis entsteht. Die für die Midseason 2027 geplante Krankenhausserie wird zudem von Ellen Pompeo - spielt die prägende und Serien gebende Figur Dr. Meredith Grey - mit produziert. Beschrieben wird die aktuell noch namenlose Dramaserie als provokant und im ländlichen Westen von Texas gelegen als “die letzte Möglichkeit für medizinische Versorgung, bevor kilometerweit nichts mehr kommt”. Nach “Private Practice” und “Station 19” wird das Universum also weitergeschrieben, allerdings mit dem Unterschied, dass dies nicht um eine bereits bekannte Figur der Mutterserie herum gebaut wird. Zwar soll es Bindeglieder geben, jedoch soll eine gänzlich neue Gruppe aus Medizinerinnen und Medizinern im Mittelpunkt stehen. 

FX © FX
Vor etwas weniger als einem Jahr machte die Pilotbestellung zu Frankenstein Junior die Runde. Für FX tat sich ein kreatives Gespann zusammen, um eine Serienadaption zum Film “Young Frankenstein” von Mel Brooks von 1974 zu pilotieren - seinerseits eine Parodie auf den Roman-Klassiker von Mary Shelley, der 1931 erstmalig verfilmt wurde. Hinter dem auf den Namen “Very Young Frankenstein” lautenden Projekt steht die Autorin Stefani Robinson und Regisseur Taika Waititi (“What We Do in the Shadows”), die Produktionsbegleitung unter anderem auch vom 99-jährigen Mel Brooks erhalten. Nun hat FX die Comedy tatsächlich in Serie geschickt und hat Namen des schauspielenden Personals bekannt gegeben: Zach Galifianakis, Dolly Wells und Spender House reisen nach Transsilvanien. Auch wenn sich das Team über den Inhalt noch bedeckt hält, dürfte die Story einem “sehr jungen Frankenstein” folgen und vermutlich eher das Aufwachsen des späteren Monsters begleiten, sprich zeitlich vor “Young Frankenstein” liegen. 

Harry Potter bei Max © Max
HBO Max verliert seine Ginny Weasley. Auch wenn der Serienauftakt zu “Harry Potter” erst um Weihnachten herum zu sehen sein wird und eine Nachfolgestaffel kürzlich in den Warenkorb gelegt wurde, muss der Sender für den geplanten Drehstart des Zweitlings im Herbst nochmals ins Casting. Die Jungschauspielerin Gracie Cochrane steigt überraschend “aufgrund unvorhergesehener Umstände” aus der Produktion aus, wie ihre Familie bekannt gab. Seitens HBO hieß es: “Wir unterstützen die Entscheidung von Gracie Cochrane und ihrer Familie, in der nächsten Staffel der HBO-Serie “Harry Potter” nicht mehr mitzuwirken und sind dankbar für ihre Arbeit in der ersten Staffel der Serie”. Die Serie orientiert sich staffelweise an den Büchern von J.K. Rowling, so dass die Figur Ginny Weasley immerhin erst nach Staffel eins eine zentralere Rolle spielen wird. 

SkyShowtime © ViacomCBS / Comcast
Eine Premiere gibt es bei SkyShowtime zu vermelden. Dort wurde nun zum ersten Mal eine eigens produzierte, animierte Serie bestellt, die als Familienabenteuer beschrieben wird und “Hidden Islands” heißt. Der Start der Produktion von Madeleine Bernadotte und Karini Gustafson-Teixeira erfolgt in ein paar Monaten, aber noch dieses Jahr exklusiv auf der Plattform. Dabei nimmt man auch einen Bildungsauftrag an: die 20 je 7-minütigen Folgen sollen Kinder ermutigen, die Welt außerhalb des Digitalen zu entdecken, um sich nicht mit dem WLAN, sondern mit der Natur zu connecten. In einer Robinsonade ohne Grausamkeiten à la “Herr der Fliegen” wird über drei Kinder erzählt, die auf einer mystischen Insel landen. Dort versuchen sie kooperativ die Rätsel des geheimnisvollen Ortes zu lösen, indem sie verborgenen Hinweisen nachgehen, um wieder nach Hause zu gelangen.

Serien-Ticker +++ Sony und der kanadische Streamer Crave haben beim "Good Doctor"-Team Freddie Highmore und David Shore die Dramaserie "I'm Not Here to Hurt You" bestellt. Darin geht's um einen Mann, der sich nach einem Fahrradunfall, bei dem er jemanden getötet hat, vornimmt, niemandem mehr wehzutun - und dadurch in ein Leben voller Verbrechen abgleitet +++ "Ella - Verflixt und Zauberhaft" bekommt bei Disney+ womöglich eine Serien-Adaption, an der Anne Hathaway, Star des gleichnamigen Films aus dem Jahr 2004, arbeitet +++ Hulu schickt den "Handmaid's Tale"-Ableger "The Testaments" in eine zweite Staffel +++ Hulu entwickelt eine Serien-Adaption des Romans "What Remains" von Wendy Walker, Kerry Washington soll die Hauptrolle übernehmen