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USA: Bei CBS News sorgt die Neubesetzung der Führung von "60 Minutes" für heftige Turbulenzen. Erst vergangene Woche hatte CBS-News-Chefin Bari Weiss überraschend den früheren Technologiejournalisten und Dokumentarfilmer Nick Bilton zum neuen Executive Producer des traditionsreichen Nachrichtenmagazins ernannt. Bilton verfügt allerdings kaum über Erfahrung im TV-Nachrichtengeschäft und übernahm die Verantwortung in einer Phase, in der bereits die Vorbereitungen für die 59. Staffel laufen. Nur wenige Tage später kam es bei einer Redaktionssitzung zum Eklat: Star-Reporter Scott Pelley kritisierte Bilton und die neue Führung scharf, woraufhin Bilton ihn entließ. Pelley reagierte mit einer öffentlichen Abrechnung. In einer ausführlichen Stellungnahme wirft er dem Management um Weiss "Inkompetenz und Unprofessionalität" vor und erhebt schwere Vorwürfe wegen Einmischungen in die redaktionelle Arbeit. So sei er aufgefordert worden, in einem politisch sensiblen Beitrag "Unwahrheiten und Voreingenommenheit" einzubauen sowie unbestätigte Behauptungen zu übernehmen – Anweisungen, denen er nach eigenen Angaben stets widersprochen habe. Auch sei es unvereinbar mit den journalistischen Prinzipen, dass sich Politiker ihre Interviewer mitllerweile aussuchen könnten. Pelley sieht hinter den Umbrüchen bei CBS zudem politischen Druck und spricht von einem Versuch, sich die Gunst der Trump-Regierung zu sichern - schließlich wartet CBS-Mutter Paramount immer noch auf die Genehmigung der Übernahme des Warner-Deals. Die traditionsreiche Nachrichtensendung befinde sich dadurch in ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten.
Skandinavien: Die Fiction-Produktion in den skandinavischen bzw. nordischen Ländern fiel 2025 im Vergleich zum Vorjahr rapide um etwa 30 Prozent, wenn man nach der Anzahl der Serien und Filme geht, die in der Region im vergangenen Jahr Premiere gefeiert haben: 2024 waren es 79, 2025 nur noch 57, so eine Auswertung von Mediavision. Das lag vor allem daran, dass lokale Privatsender ihren Output um fast 40 Prozent zurückgefahren haben, doch auch von internationalen Streamern kamen rund 30 Prozent weniger Produktionen. Die Öffentlich-Rechtlichen waren da noch ein Stabilitätsanker, auch wenn selbst dort die Anzahl der Produktionen um zehn Prozent gefallen ist. Trotzdem ist der Anteil der globalen Streaming-Plattformen am gesamten Output inzwischen auf 37 Prozent gestiegen. 2023 waren es noch 25 Prozent.
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Brasilien: Präsident Lula kündigte auf der Konferenz Rio2C den Start des staatlich finanzierten, kostenfrei nutzbaren Streamingdienstes Tela Brasil an, über den sich zum Auftakt 555 brasilianische Produktionen aus den Jahren 1910 bis 2025 abrufen lassen. Zur Nutzung ist lediglich ein Account auf der staatlichen brasilianischen Digital-Plattform gov.br nötig. Die Inhalte reichen von Film-Klassikern bis zur Talkshow "Sem Censura". Für die Entwicklung der Plattform hat die Regierung überschaubare 1,5 Millionen Euro ausgegeben. "Tela Brasil wird den Menschen helfen, ein Land wie Brasilien besser zu verstehen. Ich hoffe, dass Tela Brasil zu einer wichtigen Plattform wird, um den Brasilianern ihre eigene Kultur näherzubringen. Es ist sehr wichtig für uns, unser eigenes Volk kennenzulernen", sagte Lula. "Kultur öffnet den Geist, erweitert den Horizont und hilft uns, weiter zu blicken. Wir müssen den Brasilianern Möglichkeiten schaffen, Zugang zu allem zu erhalten."
© ZDF
Tschechien: "Herzkino" made in Germany kommt auch bei unseren tschechischen Nachbarn offenbar bestens an: ZDF Studios hat eine erweiterte Vereinbarung mit der Prima Group über ein Paket von 360 Titeln aus Reihen wie "Rosamunde Pilcher", "Inga Lindström", "Ein Sommer in..." oder "Katie Fforde" geschlossen. Die neu erworbenen Inhalte sind in erster Linie für die Ausstrahlung auf Prima Love in der Tschechischen Republik und in der Slowakei vorgesehen und stärken das Programmangebot des Senders im Bereich romantischer Unterhaltung für seine Kernzielgruppe. "Diese Titel passen perfekt zu Prima Love und haben sich bei unseren Zuschauern als äußerst beliebt erwiesen. Die neue Vereinbarung ermöglicht es uns, unser Programmangebot mit fesselnden und emotional ansprechenden Inhalten weiter zu stärken", sagt Simona Goddardová, Head of Acquisitions bei FTV Prima. Mirela Nastase von ZDF Studios freut sich über den Ausbau der Partnerschaft: "Unsere ‘Herzkino’-Titel stoßen weiterhin auf große Resonanz beim Publikum in Mittel- und Osteuropa, und wir sind stolz, dass diese beliebten Filme die Zuschauer auf Prima Love erreichen."
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Vereinigte Arabische Emirate: Sky UK zieht sich aus seinem Engagement beim Nachrichtensender Sky News Arabia mit Sitz in Abu Dhabi zurück, den man bislang in einem Joint Venture mit International Media Investments (IMI) betrieben hat. Der Sender wird über ein Lizenzabkommen zwar weiterhin die Marke Sky im Namen behalten, Kompletteigentümer und damit für die komplette strategische und operative Führung verantwortlich sein wird aber künftig IMI. Zuvor hatte es monatelange Untersuchngen der Berichterstattung des Senders über den Bürgerkrieg im Sudan gegeben. Der Sudan hatte den Sendebetrieb von Sky News Arabia im Jahr 2024 zusammen mit Al Arabiya und Al Hadath ausgesetzt und dabei Bedenken hinsichtlich Professionalität, Transparenz und Lizenzierung angeführt. Sky News Arabia ging 2012 an den Start, IMI spricht nun von einer "natürlichen Weiterentwicklung" hin zu einer bedeutenden regionalen Medienorganisation. Während die Marke Sky in der Region weiterhin sichtbar bleibt, ging Sky in Down Under einen anderen Schritt: Dort wurde der Vertrag mit Sky News Australia kürzlich beendet, sodass der Sender im Lauf des Jahres in News 24 umbenannt werden muss.
Serien-Update
© HBO/Sky
Das Finale der dritten Staffel der US-Version von "Euphoria" war für HBO ein voller Erfolg: 8,7 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sahen in den USA plattformübergreifend innerhalb der ersten drei Tage zu, weltweit seien es sogar 25 Millionen, so zumindest die eigenen Angaben von HBO Max. Das sei im Vergleich zur zweiten Staffel nochmal ein Plus von 17 Prozent. Trotzdem wird es nicht weiter gehen: Sam Levinson, Creator der Serie, hat in einem Interview mit dem "Popcast" der "NYT" bestätigt, dass das Finale der 3. Staffel zugleich das Serienfinale war - und zwar eines, mit mehreren überraschenden Todesfällen. Ganz überraschend kommt das nicht, auch Hauptdarstellerin Zendaya hatte zuvor schon öffentlich vermutet, dass es sich wohl um die letzte Staffel handeln könnte. Zwischen der zweiten und dritten Staffel lag eine ungewöhnliche lange Wartezeit von vier Jahren. Dem Erfolg Abbruch getan hat das aber offenbar nicht.
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Aus dem eigentlichen geplanten Reboot des "Stargate"-Franchises bei Amazon wird nun doch nichts: Obwohl der Writers Room schon 20 Wochen an der im November vergangenen Jahres für Prime Video bestellten neuen "Stargate"-Serie garbeitet hatte, wurde die Bestellung nun doch wieder gecancelt. Zur Erklärung heißt es, dass die Vision und kreative Ausrichtung der Serie, die von Martin Gero entwickelt wurden, nicht mehr mit der Programmstrategie von Amazon zusammenpasse, wie zuerst "Variety" berichtete. Die Beauftragung des "Stargate"-Reboots war eine der ersten Entscheidungen von Peter Friedlander als Chef der TV-Abteilung von Amazon MGM Studios, fällt aber nun in den Zuständigkeitsbereich von Brett Fetter, der für Worldbuilding & Genre-Serien verantwortlich ist und erst im Februar kam. Die Führungskräfte, die die Entwicklung vorangetrieben hatten, haben das Unternehmen inzwischen hingegen verlassen.
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Nachdem "The Lincoln Lawyer" zu Ende geht, hält man bei Netflix offenbar Ausschau nach einem Ersatz im Legal-Genre und ist dabei auf den Film "...und Gerechtigkeit für alle" ("...And Justice for All") mit Al Pacino aus dem Jahr 1979 gestoßen. Sony Pictures Television arbeitet für den Streamer nun an einer Neuauflage in Serien-Form, die von Jeremy Miller and Dan Cohn geschrieben wird. In dem Film kämpft ein idealistischer Anwalt gegen die Widersprüche und Korruption des US-Justizsystems, bis er ausgerechnet einen Richter verteidigen muss, von dessen Schuld er überzeugt ist. Unvergessen blieb vor allem die finale Gerichtsszene, in der Al Pacino mit dem Ausruf "You're out of order! The whole trial is out of order!" einen der bekanntesten Filmmonologe der US-Kinogeschichte liefert.
Serien-Ticker +++ Das "Power"-Franchise wächst weiter: Starz hat den Ableger "Power: Legacy" bestellt, in dem Joseph Sikora and Michael Rainey Jr. in ihre Rollen als Tommy Egan and Tariq St. Patrick zurückkehren Die Serie schließt ans finale von "Power Book IV: Force" an +++ Netflix hat eine dritte und zugleich finale Staffel der Animationsserie "Devil May Cry" bestellt +++ Peacock hat die Miniserie "The Break-In" in Auftrag gegeben, hinter der das Team von "All her fault" steht. Für Peacock ist es die erste Fiction-Bestellung seit mehr als einem Jahr +++ Mal wieder neuer Content aus dem Sherlock-Universum: Fremantle und Archery Pictures entwickeln gemeinsam eine Serie, die sich um seinen Gegenspieler Moriarty drehen soll. Beschrieben wird sie als "moderne Neuerfindung des Crime Procedurals", in dem Moriarty neben seiner Tätigkeit als Uni-Professor ein Doppelleben als kriminelles Mastermind führt.