Paramount © Paramount
USA: Das US-Justizministerium (wo auch die Kartellwächter angesiedelt sind) hat Paramount grünes Licht für die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery gegeben - und zwar ohne nennenswerte Auflagen. Dass die Trump-Administration den Deal genehmigen würde, war angesichts der guten Beziehungen der Ellisons zu Trump allgemein erwartet worden. In der Erkärung des Justizministeriums heißt es: "Die Film- und Fernsehbranche ist äußerst dynamisch, und es ist unwahrscheinlich, dass die geplante Transaktion den Wettbewerb oder die amerikanischen Verbraucher beeinträchtigt." Paramount dankte der Behörde für die Genehmigung nach einer "gründlichen Prüfung" - wie gründlich diese war, ist allerdings umstritten. Das "Wall Street Journal" berichtete diese Woche, dass führende Beamte des Justizministeriums Schritte unternommen hätten, die kartellrechtliche Untersuchung einzustellen ehe das mit der Untersuchung beauftragte Anwaltsteam eine Empfehlung abgegeben hatte. Die demokratische Senatorin Warren, die als Kritikerin des Deals bekannt ist, verlangte auf Bluesky Aufklärung: "Die amerikanische Bevölkerung muss wissen, ob diese Fusion als politischer Gefallen genehmigt wurde. Das riecht nach Korruption." Konsequenzen haben dürfte diese Forderung freilich nicht. Problematischer könnte werden, dass die Generalstaatsanwälte von Kalifornien, New York und fast einem Dutzend weiterer Bundesstaaten eine Kartellklage in Erwägung ziehen, um das Entstehen eines Mega-Studios zu verhindern. Schon eine Verzögerung der Genehmigung über den 30. September hinaus würde Paramount teuer zu stehen kommen: Ab dann fällt eine "Ticking Fee" von mehreren Millionen Dollar pro Tag an, die man den Aktionären bis zur endgültigen Genehmigung zahlen müsste.

BBC © BBC
Großbritannien: Dass die BBC über die kommenden drei Jahre die enorme Summe von 500 Millionen Pfund - umgerechnet also etwa 577 Millionen Euro - sparen muss, steht schon länger im Raum. Nun hat sich der neue BBC-Generaldirektor Matt Brittin an seine Belegschaft gewandt und ein paar Eckpunkte genannt, für einen kompletten Plan aber noch um etwas Geduld gegeben. In den Bereichen News, Nations and Content müssen demnach allein 160 Millionen Pfund eingespart werden. Dafür werden dort 550 Stellen abgebaut - BBC-weit sollen es am Ende bis zu 2.000 sein. Für die Programmbeauftragung stehen 2027/28 etwa 80 Millionen Pfund weniger zur Verfügung. Man werde sich von einigen Formaten trennen müssen und stelle auch die linearen TV- und Radiosender auf den Prüfstand - auch hier wird es also womöglich das ein oder andere Angebot künftig nicht mehr geben. "Die BBC soll einfacher und schneller werden – wir müssen Doppelarbeit abbauen, die Verantwortlichkeiten klarer regeln und die Entscheidungsfindung beschleunigen. Dazu gehört auch, die Zahl der Führungskräfte um mindestens 10 % zu reduzieren", schreibt Brittin. Er wolle "möglichst bald" für Klarheit sorgen - erstmal bleiben es für die BBC-Belegschaft aber weitere Wochen und Monate der Unsicherheit.

SRG © SRG
Schweiz: In der Schweiz beläuft sich die Spar-Vorgabe für die SRG auf 270 Millionen Franken bis 2029, weil dort die Medienabgabe schrittweise gesenkt wird. Nun wurden die Sparmaßnahmen für 2027 konkretisiert, wo schon 80 Millionen eingespart werden müssen - und damit erheblich weniger als die ursprünglich mal genannten 125 Millionen Franken. Die Differenz erklärt man unter anderem damit, dass die laufenden Sparprogramme bereits stärkere Wirkung als geplant entfalten und die kommerziellen Erträge weniger stark sinken als bislang erwartet. Dadurch könne man die erforderlichen Einsparungen "zeitlich gleichmäßiger verteilen", am Gesamtziel von 270 Millionen Franken ändere sich jedoch "zum aktuellen Zeitpunkt nichts". Im nächsten Jahr könne man den Großteil aber nun durch Anpassungen bei den Strukturen, Prozessen, Herstellungsweisen und Partnerschaften einsparen, um das Programm "bestmöglich zu schützen", so die SRG. "Mittel- und längerfristige Auswirkungen auf das Programm sind bei diesen hohen Sparsummen jedoch unumgänglich", heißt es weiter. Konkret werden 35,2 Millionen Franken durch die Vereinfachung der SRG-Führungs- und Organisationsstruktur und im Immobilien-Bereich eingespart. 13,2 Millionen Franken will man durch effizientere Herstellungsweisen einsparen, 9,1 Millionen durch effizientere Abläufe und die Reduktion von Gremien. Auf Anpassungen im Programmangebot entfallen nur 3,7 Millionen Franken. Hier trifft es etwa die Fokussierung in der Sportproduktion und die Entscheidung, sich nicht mehr um die Champions-League-Rechte zu bemühen. 

Lionsgate © Lionsgate
USA: Seit Netflix bei der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery doch noch durch Paramount ausgestochen wurde, wird dem Streamer immer wieder Interesse an anderen Übernahmen nachgesagt. Die jüngste Spekulation war in dieser Woche eine Übernahme von Lionsgate, das nach der Abspaltung des Sender/Plattform-Geschäfts von Starz nun als recht kleines eigenständiges Studio unterwegs ist - aber trotzdem eine reichhalte Sammlung an bekannten IPs mit sich bringt. Nachdem die Lionsgate-Aktie angesichts der neuen Übernahme-Gerüchte in die Höhe geschossen war, beeilte sich ein Sprecher unmissverständlich klarzustellen: "Netflix ist nicht interessiert und wird Lionsgate nicht übernehmen". Gegenüber "Deadline" stellte man prophylaktisch auch noch klar, dass man auch Imax nicht übernehmen will, auch wenn dort ebenfalls die berühmten "strategischen Optionen" geprüft werden. "Deadline" bescheinigt Netflix unterdessen, potenziell Interesse an Sony Pictures Entertainment zu haben. Problem hier allerdings: Das steht aktuell gar nicht zum Verkauf.

Fußball-WM 2026 © FIFA
Türkei: Einen kuriosen Fehler hat sich der türkische Fußball-Kommentator Murat Ekrem Cimen bei der Übertragung der WM-Partie zwischen Iran und Neuseeland beim Sender TRT geleistet: Er hat die beiden Teams verwechselt. Erst mehrere Minuten nach dem Anpfiff bemerkte er, dass der Iran gar nicht in Schwarz und Neuseeland in Weiß spielt, sondern umgekehrt. Ein Video der Szene ging in den sozialen Netzwerken daraufhin schnell viral. TRT hat sich in einer Stellungnahme danach entschuldigt und Cimen suspendiert: Er werde bei keinem weiteren WM-Spiel mehr zum Einsatz kommen. Ein solcher Fehler sei "inakzeptabel", zumal bei einem Journalisten mit mehr als 30 Jahren Erfahrung. Man dulde keine Verstöße gegen die eigenen Übertragungsstandards für derartige Großereignisse, die ein Millionenpublikum erreichen. Das Spiel war in der Türkei nachts um 4 zu sehen.

TF1 © TF1
Frankreich: Ziemlich genau ein Jahr nach der Ankündigung haben Netflix und die französische Sendergruppe TF1 ihre Partnerschaft gestartet. Seit Freitag können Netflix-Abonnenten in Frankreich nicht nur ausgewählte Inhalte des Streamingdienstes TF1+ abrufen, sondern auch die linearen Sender TF1, TMC, TFX, TF1 Séries Films und LCI live sehen, ohne Netflix verlassen zu müssen. Erstmals bietet Netflix damit in Frankreich auch Live-TV und Live-Sport an, darunter Spiele der französischen Fußball-Nationalmannschaft und Rugby-Übertragungen. Die Inhalte sind in die gewohnte Netflix-Oberfläche eingebunden. Bei TF1 hofft man, dass man so an neue bzw. verloren gegangene Zielgruppen herankommt, etwa indem der Netflix-Algorithmus auch Inhalte von TF1 empfiehlt. Es ist weltweit die erste derartige Zusammenarbeit zwischen Netflix und einem klassischen TV-Haus - dementsprechend gespannt wartet man weltweit auf die Erfahrungen, die beide Partner damit machen.

Serien-Update

Netflix © Netflix
Der Gewinner des Stanley Cup der amerikanischen NHL ist mit den Carolina Hurricanes gefunden. Und auch wenn jüngere Zielgruppen mit dem Namen des Wettbewerbs eher einen übergroßen Trinkbecher vorzugsweise in Pastell verbinden, arbeitet die Fiktion nicht zuletzt seit dem Überraschungshit “Heated Rivalry” (Romanvorlage von Rachel Reid) an einer Präsenz des Eishockeys. Nun dockt auch Netflix bei dieser Thematik an und möchte den College-Roman “Icebreaker” von Hannah Grace adaptieren. Auch hierbei ist das Label “Romance” in Verwendung, jedoch stärker heterosexueller Natur. Erzählt wird die Geschichte einer ehrgeizigen Eiskunstläuferin mit Olympia-Ambitionen. Diese muss jedoch plötzlich die  Eisfläche mit dem Eishockeyspieler Nate Hawkins teilen, der seinerseits auch hohe Ambitionen hat und Profi werden möchte. Die beiden bewegen sich fortan zwischen eisiger Ablehnung und feuriger Anziehung. Verlieren beide dadurch ihre beruflichen Ziele aus den Augen?

Peacock © NBC Universal
Peacock schnappt sich die Serienadaption zur gefeierten Science-Fiction-Fantasy-Reihe “Dungeon Crawler Carl” von Matt Dinniman, der sich gerne lustvoll wie absurd mit dem Ende der Welt beschäftigt. Dieser Aufgabe nimmt sich kein Geringerer als der Vater von “Family Guy”, Seth MacFarlane, an, der zwar primär in der Animation zu Hause ist, mit der Aufbereitung der Apokalypse jedoch eine Live-Action-Serie mit seiner Produktionsfirma Fuzzy Door plant. Die Story: eine Alieninvasion hat den Großteil der Menschheit ausgelöscht. Unter den Überlebenden sind jedoch der Titel gebende Carl, sowie die sprechende Katze seiner Exfreundin, Princess Donut, die ihre Exzentrik vor sich her trägt. In einer ungewöhnlich sadistischen Gameshow kämpfen sie mit anderen ums Überleben, wobei Monster, Außerirdische und eine wahnsinnige KI Paroli bieten. Entstanden ist die Idee zur Story vor sieben Jahren als Dinnaman ein neues Hobby fand und kurze Episoden auf einer digitalen Plattform selbst veröffentlichte. Dabei überrascht die Figur der Katze wenig, wenn man bedenkt, dass damals einer seiner Jobs Zeichner bei Katzenausstellungen war.  

Disney+ © DWDL
Die Obamas machen gemeinsame Sache mit Disney+ - und zwar im Bereich einer animierten Kinderserie. Zusammen mit Higher Ground entsteht bei Disney Kids & Family die nun bestellte Serie mit dem Arbeitstitel “Journey”, ein “episches Abenteuer, das von einer jungen Heldin getragen wird, deren Mut die Menschen um sie herum inspiriert”, so Ayo Davis von Disney. Besagte Protagonistin Journey folgt darin einem mysteriösen Ruf und macht sich auf die Suche hinter die Mauern ihrer Stadt in ein eigentlich verbotenes Land. Dort findet sie Hinweise auf das Verschwinden ihres Vaters und entdeckt eine Magie in sich, die ein Schlüssel zur Rettung ihres Volkes sein könnte. 

The Boroughs © Netflix
Wenn man mit “Stranger Things” solch einen Staffel übergreifenden Hit gelandet hat, sollte  man eigentlich meinen, dass ein Nachfolgeprojekt mit Beteiligung der Macher allein schon deshalb einen ähnlich langen Atem haben könnte. Nicht zu erwarten wäre jedoch, dass das Projekt nach nur einer Staffel in die Abstellkammer gestellt wird. Doch genau das ist nun beim von den Duffer-Brüdern produzierten “The Boroughs” passiert, denn Netflix trennt sich schon nach dem achtfolgigen Auftakt über eine Gemeinschaft aus Seniorinnen und Senioren und dem Kampf gegen eine übernatürliche Bedrohung von der Sci-Fi-Horrorserie. Die Serie von Jeffrey Addiss und Will Matthews startete zwar mit guten Reviews, jedoch hingen die Abrufzahlen hinterher, so dass nun schon Schluss ist. Mehr will man jedoch beim Streamer von “The Four Seasons” von und mit Tina Fey haben. Der Split in vier Jahreszeiten erfolgt dann nochmals in einer dritten Staffel, die wieder zwei je vierteilige Hälften haben wird und dem bekannten Freundeskreis folgt. Auf dem Weg zu drei Staffeln befindet sich auch das “House of Guinness”, denn auch dort hat Netflix Hand angelegt. Bestellt wurde zwar noch kein Drittling, dafür aber eine zweite Runde.

Serien-Update +++ Disney+ und Hulu haben die dritte Staffel von "Rivals" bestellt +++ Prime Video hat noch vor dem Start der ersten Staffel bereits grünes Licht für Staffel 2 von "Bloodaxe" von Michael und Horatio Hirst gegeben +++ Eugene Levy ist für Apple TV weiter als "The Reluctant Traveler" unterwegs, Staffel 4 wurde nun bestellt +++ Betches, das sich auf Inhalte für junge Frauen spezialisiert hat, hat mit "Sisters" erstmals eine fiktionale Long-Form-Comedy bestellt, basierend auf der Sketch-Serie gleichen Namens. Bislang war Betches nur im Short-Form-Bereich unterwegs +++