UIP © UIP
Europa / UK: Um grünes Licht von der EU-Kommission für die Übernahme von Warner Bros. Discovery zu bekommen, hat Paramount Skydance nun zugesagt, sich aus dem internationalen Filmvertriebs-Joint-Venture United International Pictures mit Universal Pictures zurückzuziehen. Die Wettbewerbsbehörden hatten den Verkauf der Beteiligung als Auflage ins Spiel gebracht, um kartellrechtliche Bedenken auszuräumen. Die 1981 gegründete UIP hat allerdings ohnehin schon an Bedeutung verloren und ist heute nur noch in wenigen europäischen Märkten aktiv, darunter Dänemark, Griechenland, Kroatien, Ungarn, Norwegen, Polen und Schweden. Die EU-Kommission hat ihre Frist für die Entscheidung über den Deal unterdessen vom 7. auf den 22. Juli verlängert. Allgemein wird erwartet, dass es auf eine Genehmigung mit Auflagen hinausläuft. Problematischer könnte es in Großbritannien werden: Kulturministerin Lisa Nandy erwägt ein Eingreifen und will prüfen lassen, ob der Deal die Medienvielfalt im Vereinigten Königreich beeinträchtigen könnte. Bis zum 6. Juli können die Unternehmen dazu nun Stellung nehmen.

Fußball-WM 2026 © FIFA
USA: In Deutschland wird diese Fußball-WM nach dem frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft wohl eher keine Quoten-Rekorde mehr brechen - in den USA sieht es anders aus. Das US-Team hat gerade erstmals seit 24 Jahren wieder einen Sieg in der K.O.-Phase eingefahren und mit dem Sieg über Bosnien-Herzegowina am Mittwoch rund 33,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer vor den Fernseher gelockt. Das verteilt sich auf rund 24,4 Millionen für die englischsprachige Übertragung bei Fox und 9,1 Millionen für die spanischsprachige Übertragung bei Peacock und Telemundo und stellt den bisherigen US-Rekord für eine Fußball-Übertragung, der bei 26,7 Millionen lag, bei Weitem in den Schatten. Gemessen daran, dass Fußball im Vergleich zu anderen Sportarten in den USA eigentlich eine kleinere Rolle spielt, sind das schon erstaunliche Zahlen. Zum Vergleich: Das viel beachtete, entscheidende Spiel der NBA Finals holte mit 24,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern gerade die höchste Reichweite seit 28 Jahren. Der Super Bowl spielt mit rund 125 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern aber freilich in einer ganz anderen Liga.

TF1 © TF1
Frankreich: Während die Partnerschaft mit Netflix gerade angelaufen ist, hat TF1 einen anderen langjährigen Verbreitungspartner erstmal verloren: Canal+ wird die Sender von TF1 in Frankreich, der Schweiz und Afrika nicht mehr verbreiten. Canal+ erklärte in einer Stellungnahme, dass trotz monatelanger Verhandlungen keine umfassende Einigung erzielt werden konnte, obwohl man bereit gewesen sei, die Konditionen "in jeder Hinsicht zu verbessern". Man bleibe aber weiter gesprächsbereit, um eine Einigung zu fairen Bedingungen zu erzielen, die im Interesse beider Unternehmen seien. TF1 erklärte in einer Stellungnahme, dass man die Entscheidung von Canal+ bedaure und dass sie dazu führe, dass damit einem breiten Publikum der einfache Zugang zu den Programmen verwehrt würde. Dies sei ein "besorgniserregendes Signal für die gesamte Branche". Zugleich verwies man auf andere Anbieter und die eigene App TF1+. Weiter heißt es: "Diese Entscheidung von Canal+ veranlasst die TF1-Gruppe dazu, ihre Verbreitungsstrategie vor dem Hintergrund des rasant wachsenden digitalen Angebots zu überdenken."

STUDIOCANAL TV GmbH © STUDIOCANAL TV GmbH
Skandinavien: Studiocanal stärkt sein Produktionsgeschäft in Skandinavien. Die Produktions- und Vertriebstochter von Canal+ erhöht ihre Beteiligung an der dänischen Produktionsfirma Sam Productions auf 51 Prozent. Im Zuge dessen wird Sam Productions mit Meta Film und A&M Productions unter einem Dach zusammengeführt. Die neue Gruppe soll künftig standortübergreifend in Kopenhagen, Stockholm und Oslo arbeiten und ihre Entwicklung sowie Produktion von Serien, Filmen und Non-Fiction-Formaten bündeln. Laut StudioCanal soll die größere Struktur die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken, ohne dass sich im Tagesgeschäft oder bei den laufenden Projekten etwas ändert. Die Gründer Adam Price und Meta Louise Foldager Sørensen bleiben mit jeweils 24,5 Prozent beteiligt und führen das Unternehmen weiter.

Netflix © Netflix
USA: Der US-Regissseur Carl Rinsch wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er die elf Millionen Dollar, die Netflix ihm 2020 zur Fertigstellung der Serie "White Horse" überwiesen hat, nie dafür verwendete. Stattdessen leitete er die Summe auf sein privates Konto um, spekulierte am Kryptomarkt und schaffte innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Luxus-Gegenstände an - darunter sechsstellige Summen für zwei Matratzen. Die Serie "White Horse" wurde hingegen nie fertiggestellt. Schon Ende letzten Jahres war er schuldig gesprochen worden, die nun verhängte Haftstrafe fiel allerdings nur halb so hoch aus wie von der Staatsanwaltschaft beantragt. Rinsch führte vor Gericht psychische Probleme an und räumte sein Fehlverhalten ein. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm "blanke Gier" vorgeworfen. Zur Zahlung von elf Millionen Dollar Schadensersatz ist Rinsch ohnehin verpflichtet.

Serien-Update

Millie Bobby Brown, David Harbour © Getty Images for Netflix
Über die Dreharbeiten zu “Stranger Things” hieß es lange, dass der Schauspieler David Harbour (Jim Hopper) und der einstige Nachwuchsstar Millie Bobby Brown (Eleven) eine fast Vater-Tochter ähnliche Freundschaft aufgebaut hätten. Allerdings kamen im letzten Jahr Berichte auf, wonach es zu großen Spannungen hinter den Kulissen kam, was angeblich sogar in einer Beschwerde wegen Mobbings und unangemessenen Verhaltens von Brown gegenüber Harbour kulminierte. Doch richtig bestätigt wurde dies nie, dagegen angekämpft aber schon etwas und nun hat Netflix eine Spionage-Serie mit den beiden in den Hauptrollen geordert, worin sie Vater und Tochter spielen, die sich fremd geworden sind. Als Ex-FBI-Agent wird Matt Wolfe (Harbour) zurück in die Behörde geholt, da seine Tochter Rebecca (Brown) während eines FBI-Einsatzes verschwindet. Und dort merkt er: es hat sich einiges verändert. Das Projekt kommt von “Adolescence”-Autor Jack Thorne und wird unter dem Dach von A24 realisiert. Darüber hinaus wird Netflix sein Portfolio auch mit den Bestellungen von “Das Monster von Florenz” und “Nemesis” erweitern. Beide gehen in eine zweite Runde. 

Mark Harmon © IMAGO / MediaPunch
Großes Neues gibt es im Bereich des “NCIS”-Franchise von CBS gleich in doppelter Hinsicht zu berichten. Der in der Mutterserie “Navy CIS” pensionierte und von Mark Harmon über rund 18 Jahre porträtierte Leroy Jethro Gibbs kehrt zurück. Nachdem er sich 2021 aus dem festen Cast zurück zog und sich hier und da auf Gastauftritte beschränkte, wird sein Charakter laut “Variety” umfangreicher zurückkehren - allerdings im Spin-off “NCIS: Origins”. Für die dritte Staffel ist eine übergreifende Story geplant, so dass er in jeder Folge auftauchen wird. Das Prequel nimmt sich dabei den Beginn seiner Ermittler-Karriere in Camp Pendleton vor. Die Hauptserie wiederum profitiert von einem Comeback eines weiteren Urgesteins und zwar von Michael Weatherly, der seine Rolle als Tony DiNozzo wieder in “NCIS” aufnimmt und bei Instagram kommentierte: “Wir sehen uns im Herbst!”. Weatherly stieg mit Ausnahme eines folgenden Cameo 2021 aus dem Ensemble aus und zeigte seinen Charakter zuletzt im Ableger “NCIS: Tony & Ziva”, das jedoch nach nur einer Staffel bei Paramount+ abgesetzt wurde. Das Wiedersehen gibt es dann in der 24. Staffel. 

Prime Video © Amazon
Prime Video bietet demnächst eine Reise nach Lappland an, konkret in den Nationalpark Sarek. Denn dort soll der nun bestellte Psycho-Thriller bestehend aus vier Teilen mit dem gleichnamigen Titel spielen. Fokussiert wird dabei eine Gruppe aus Freunden bei einem Wanderausflug, der vor einer gewaltigen, wie unbarmherzigen Kulisse zur Gefahr wird. Die auf dem Debüt-Roman von Ulf Kvensler basierende Produktion ist für 2027 mit einem exklusiven Start in den nordischen Ländern geplant. Eine Zugabe beim Streamingdienst erhält hingegen “Every Year After”, die Adaption zu Charley Fortunes Roman “Every Summer After”. In der zweiten Staffel übers Lieben, Verlieren und Wiederfinden in jungen Jahren verlagert sich der Schwerpunkt dabei auf Charlie und nimmt sich den Fortsetzungsroman “One Golden Summer” vor. Weitererzählt werden jedoch auch die Geschichten der Figuren der Auftaktstaffel. 

Malta © Malta
Die “Belagerung von Malta” aus dem Jahr 1565 wird auf dem kleinen Bildschirm erzählt. Darin versuchte sich Sultan “Süleyman der Prächtige” in der Eroberung der Insel, die jedoch vom Malteserorden verteidigt wurde. Das Ziel zur Erweiterung des Osmanischen Reichs und der Vorherrschaft im Mittelmeer scheiterte jedoch. Spielen soll das von Stephen Poliakoff (“Perfect Strangers”) stammende, acht Folgen umfassende Projekt “The Order” in den Monaten vor und während des Konflikts und ist als internationaler, Polit-Thriller ausgelegt. Spielen und gedreht wird das Historien-Drama des BAFTA- und Emmy-Nominierten in Malta.

Serien-Ticker +++ "Breslau" war die erste polnische Eigenproduktion von Disney+, nun erhält sie eine zweite Staffel. Außerdem lässt der Streamer in Polen noch die Comedy "Everything under Control" und den Thriller "The Game" produzieren +++ Ein Jahr liegt die vierte Staffel von "Godfather of Harlem" bei MGM+ schon zurück, nun hat man sich entschieden, die Erzählung noch mit einem zweistündigen Finalfilm zu Ende zu bringen +++  Disney bestellt eine 2. Staffel der Anime-inspirierten Serie "Dragon Striker" +++