Lionsgate © Lionsgate
Nach der Aufspaltung Abspaltung des Produktionsstudios Lionsgate von Starz gilt das Unternehmen als eines der nächsten Übernahme-Ziele im aufgeheizten M&A-Markt in den USA - und einem Reuters-Bericht zufolge soll es insbesondere aus Europa mehrere Interessenten an einer Übernahme geben. Dazu gehören demnach die Bollore-Gruppe, die auch Mehrheitsaktionär von Canal+ ist, Banijay, das mit der ITV-Übernahme gerade seine Wachstums-Ambitionen unterstrichen hat, sowie Mediawan, das damit seine Präsenz im US-Markt erheblich ausbauen könnte. Lionsgate bringt eine beachtliche Bibliothek an IPs mit, darunter Franchises wie "The Hunger Games", "John Wick" oder "Twilight" - was allerdings auch bedeutet, dass der Kaufpreis recht saftig ausfallen würde. Aktuell wird das Unternehmen mit rund 3,8 Milliarden US-Dollar bewertet. Ob es unter diesen Umständen tatsächlich zu einem Verkauf kommt, ist daher unsicher. Lionsgate hat Reuters zufolge aber in jedem Fall eine Investmentbank eingeschaltet, um die eingehenden Angebote zu prüfen.

Paramount © Paramount
Wie schon vor längerem angekündigt haben ein Dutzend US-Bundesstaaten nun Klage eingereicht, um die 111 Milliarden Dollar teure Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount zu verhindern. Angeführt wird die Koalition vom kalifornischen Generalstaatsanwalt Bonte. Er sagt: "Die unrechtmäßige Fusion dieser beiden Unterhaltungsgiganten würde zu höheren Preisen, geringerer Qualität und einem reduzierten Angebot an Filmen und Fernsehsendungen führen und damit Kinos, Kabelnetzbetreiber und letztendlich das Publikum auf jedem Sofa und Kinositz in den USA schädigen." Auf Bundesebene hatte die Regierung den Deal wie erwartet bereits im vergangenen Monat durchgewinkt. Ein Paramount-Aktionär vermutet, dass hierfür ein Deal mit Trump geschlossen wurden und hat daher Klage eingereicht, ebenfalls mit dem Ziel, den Zusammenschluss zu stoppen. Obendrein klagt auch noch die Autorengewerkschaft WGA. Eine Klage einer Reihe von Paramount+-Abonnentinnen und Abonnenten wurde unterdessen abgewiesen. Die größte Hürde dürfte aber das Vorgehen der Bundesstaaten sein - zumal Paramount unter Zeitdruck steht, weil ab September eine "Ticking Fee" fällig wird, die den Kauf jeden Tag ein bisschen teurer machen würde. Paramount-Chef David Ellison soll Berichten zufolge von Beratern gedrängt werden, den Sitz von Paramount in einen anderen Bundesstaat zu verlegen, um Druck auf Kalifornien auszuüben. 

Trump bei Tucker Carlson © Screenshot
Donald Trump hat unterdessen mal wieder gefordert, NBC und ABC die Sendelizenzen zu entziehen. Anlass diesmal: Die beiden Networks hatten sich entschieden, die Ansprache des Präsidenten am Donnerstagabend nicht komplett in ihrem linearen Programm zu übertragen, sondern lediglich im Streaming anzubieten und die Rede später nur in einer Zusammenfassung und Einordnung aufzugreifen. Generell ist das nicht ungewöhnlich: Auch bei Trumps Vorgängern wurde nicht jede Rede auf allen Sendern live übertragen. Trump hatte in der Ansprache China des größten Wahldiebstahls in der Geschichte bezichtigt und sät damit wenige Monate vor den Midterm-Wahlen in den USA weiter Zweifel am Wahlsystem. Belege für seine Vorwürfe präsentierte Trump zunächst nicht. CBS hatte sich zwar entschieden, die Rede zu zeigen - allerdings schickte der Moderator Tony Dokoupil voraus, dass vieles, was der Präsident gleich zu dem Thema sagen werde, falsch sei. Trump warf ABC, NBC und anderen Medien vor, Teil einer "Verschwörung" zu sein, den "Betrug" fortsetzen zu wollen und die "radikale Linke" - die für Trump aus allem außerhalb von MAGA besteht - zu schützen. Sinclair als einer der großen Betreiber lokaler TV-Stationen, die in den USA die großen Networks übertragen, entschied unterdessen, auf seinen ABC- und NBC-Stationen die Rede trotzdem live zu übertragen. Sinclair gehörte auch zu den Unternehmen, die "Jimmy Kimmel Live" zunächst nicht mehr ausstrahlen wollten, was zu dessen vorübergehender Suspendierung führte.

BBC © BBC
In Großbritannien wird darüber diskutiert, wie man die Einnahme-Basis der BBC stabilisieren könnte. Die Lizenzgebühr für die BBC - also das Pendant zum deutschen Rundfunkbeitrag - muss dort bislang jeder Haushalt zahlen, der klassisches Fernsehen nutzt. Nutzung von BBC-Angeboten ist dabei explizit kein Kriterium. Wer allerdings kein klassisches Fernsehen hat, sondern nur Streamer wie Netflix, Disney+ oder Prime Video abonniert, wird bislang nicht erfasst. Das könnte sich nun ändern. Die Streaming-Anbieter selbst sollen dabei nicht zur Kasse gebeten werden, vielmehr würden die Nutzerinnen und Nutzer zahlen. Denkbar sei ein gestaffeltes Modell mit geringeren Beiträgen für Haushalte, die BBC-Angebote kaum nutzen. Hintergrund der Debatte sind rückläufige Einnahmen aus der TV-Lizenz: Die Zahl der zahlenden Haushalte sank zuletzt um eine halbe Million auf 23,3 Millionen, während die BBC zugleich betont, dass 94 Prozent der Erwachsenen ihre Angebote monatlich nutzen. Wenig angetan ist man von den Plänen bei den US-Streamern, BBC-Generaldirektor Tim Davie hingegen unterstützt sie und wies darauf hin, dass die jahrzehntelangen Investitionen der BBC überhaupt erst ermöglicht hätten, dass Netflix & Co. heute in Großbritannien produzieren könnten.

Disney+ © DWDL
Disney+ will den “Mickey Mouse Club” für Kids und Teens wiederbeleben und hat eine Pilotbestellung getätigt. Der Mix aus Unterhaltung und Nachwuchsförderung blickt auf eine lange Geschichte zurück: von Walt Disney als Bühnenshow in den 1920ern selbst erdacht, nahm ABC die Idee in den 1950er Jahren auf. Neben einem Reboot Ende der 1970er Jahre stand die glorreiche Zeit ab 1989 beim Disney Channel noch bevor. Dort wurden die Sprungbretter heutiger Weltstars wie Britney Spears, Justin Timberlake, Christina Aguilera oder auch Ryan Gosling gezimmert. Disney will mit der Neuauflage von “The Mickey Mouse Club” “eine Bühne für die talentiertesten jungen Künstlerinnen und Künstler von heute sein, auf der Musik, Innovation und Selbstverwirklichung im Mittelpunkt stehen”. Mit Hudson Stone, Casey Trotter, Brooklynn Pitts, Varonica Mitchell, Erianthe Akaata Bottom, Scarlett London Diviney, Michael Cash, Kauai, Carter Barnes, Scarlett Grace Petty und Yonas Kibreab stehen die Namen von elf neuen Nachwuchsstars, auch Mouseketeers genannt. Die Produktionsfirma hinter Hulus “The Kardashians”, Fulwell Entertainment, startet noch diesen Monat mit den Dreharbeiten in Los Angeles. 

Netflix © Netflix
Vor mehr als einem Jahr hat sich bereits abgezeichnet, dass ein großer Streamer “Monopoly” spielen will. Und nun gibt es Gewissheit: bei Netflix bekommen die Straßen Boardwalk und Park Place - Schlossallee und Parkstraße - die große Show-Bühne, denn der Streamingdienst hat bei Studio Lambert (“Squid Game: The Challenge”) und Hasbro Entertainment eine auf dem Spielbrett-Klassiker basierende Wettbewerbsshow geordert. Gegeneinander antreten sollen dabei 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zwar auf einem lebensgroßen Monopoly-Spielfeld, das physisch aufgebaut ist. Wie im mit dem Kapitalismus liebäugelnden Originalspiel von Hasbro sollen diese alles daran setzen, möglichst viel Vermögen anzuhäufen, immer Gefahr laufend, bei Risiko bankrott zu gehen. Dies passiert auch, bis nur noch eine Person übrig ist, die dann 2 Millionen US-Dollar als Preisgeld erhält. Challenges machen auch Rhett McLaughlin, Link Neal und Josh Scherer über ihre Shows von Mythical Entertainment. Und das wird nun nicht mehr nur bei YouTube zu sehen sein, sondern zeitgleich auch bei Netflix: “Good Mythical Morning”, “Mythical Kitchen” und “Last Meals” bringen weitere Creator-Inhalte zum Anbieter mit den roten Großbuchstaben. 

Serien-Update

SkyShowtime © ViacomCBS / Comcast
SkyShowtime nimmt den Mord am spanischen Politiker Javier Ardines im Jahr 2018 in den Blick und hat eine Adaption zum Podcast “The Two Deaths of Javier Ardines” geordert. Die sechsteilige Mini-Serie mit dem Titel “Death in Llanes” im Westen Bilbaos folgt den Ermittlungen der Guardia Civil, die zunächst in “politischen Rivalitäten, manipulierten Gutachten und persönlichen Konflikten” Gründe für die Tat sehen. Jedoch ist da auch noch ein Liebesdreieck, welches eine Wende in die Lösung des Mordrätsels bringt. “Death in Llanes” (“Muerte en Llanes”) ist ein packender, atmosphärisch dichter Thriller, der von einem tatsächlich erschütternden Kriminalfall inspiriert wurde”, so Kai Finke, SkyShowtime-Content-Chef. Javier Gutiérrez, María Vázquez und Isak Férriz sind in den Hauptrollen in der Produktion von Jeús Mesas Silva zu sehen.

Hulu © Disney
Vor fast 30 Jahren führte John Woo im Film “Im Körper des Feindes” ein Szenario vor, in dem bei John Travolta als Sean Archer und Nicolas Cage als Castor Troy mittels Gesichtstransplantation ein Identitätstausch vollzogen wurde. Diese Erinnerungen werden nun bei der jüngsten Pilotbestellung mit dem Namen “Shifter” von Hulu wach. Basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel von Koren Shadmi, wollen der aus “Severance” bekannte Adam Scott (Mark Scout), Drehbuchautor Ezra Clayton Daniels und Eli Jorné (ebenfalls “Severance”) eine Geschichte in naher Zukunft erzählen, die verbotene kosmetische Verfahren zur Gesichtsveränderung in den Fokus stellt. Entstanden ist dort eine Branche im Untergrund, die aus sogenannten “Shiftern” besteht, die gegen Bezahlung Gesichter verändern. Das “Severance”-Trio ist diesen Sommer zwar noch mit der Produktion der dritten Staffel bei Apple TV beschäftigt, hat nun aber diese neue Sci-Fi-Produktion bei Hulu im Köcher. 

The Rookie © Fox
Zu einem ungewöhnlichen und für Fans erfreulichen Schritt hat man sich bei “The Rookie” auf Hulu entschieden. Dort gibt es ab dem 20. Juli eine “Extended-Cut-Version”, eine Art Director’s Cut für eine Serienfolge. Konkret geht es um die zehnte Episode der aktuell verfügbaren achten Staffel mit dem Titel “His Name Was Martin”, bei der Schöpfer Alexi Hawley selbst Regie führte. Die erweiterte Fassung ist circa fünfeinhalb Minuten länger und enthält zusätzliche Actionszenen, sowie eine aus Zeitgründen gestrichene Dialogszene. In der Folge muss das Team um Rookie John Nolan (Nathan Fillion) eine Reinigungskolonne einer Psychiatrie unter Kontrolle bringen. Diese haben sich durch chemische Stoffe vergiftet, so dass sie sich wie Zombies verhalten. In aller Konfusion fällt ein tödlicher Schuss. 

BBC Three © BBC
Die in Stockport bei Manchester geborene Aimee Lou Wood kehrt für die BBC zurück nach Stockport. Allerdings nur noch einmal. Denn bei BBC Three schlüpft sie in einer dritten Staffel von “Daddy Issues” nochmals in ihre Rolle als junge Mutter Gemma Moscrip, die bei ihrem zum Chaos neigenden und emotional nicht ganz so reifen Vater Malcolm einziehen musste. Die aus “Sex Eduction” und später vor allem der Thailand-Staffel von “The White Lotus” bekannte Schauspielerin mit markantem Überbiss wird neben David Morrissey damit nochmals das Tochter-Vater-Duo geben. Die finale Staffel der Comedy setzt 18 Monate nach der zweiten Staffel an, so dass Tochter Sadie bereits den Kindergarten besucht. Gemma selbst wurde im Frisörsalon befördert, jedoch kreisen die Gedanken verstärkt um ihr Liebesleben, weswegen die geordnete Bahn schon wieder Schieflage bekommen könnte. 

Serien-Ticker: +++ Der Hund mit dem lustigsten Namen seit “Idefix”, “Beethoven” und “Scooby Doo”, “Colin From Accounts”, hat ausgebellt. Die gleichnamige Comedy endet mit der dritten Staffel +++ Mit einer dritten Staffel weiter geht es hingegen für die Drama-Serie mit Bibel-Fokus “House of David” bei Prime Video +++ “Sullivan’s Crossing bekommt von The CW die volle Hand: bestellt wurde eine fünfte Staffel +++ In UK geht es bei 5 mit “Cooper & Fry” mit einer zweiten Staffel weiter +++