© Paramount
Europa/USA: Während eine US-Richterin gerade verfügt hat, dass aufgrund der Kartellklage von zwölf US-Bundesstaaten die Übernahme von Warner durch Paramount vorerst nicht vollzogen werden darf und die Pause jetzt nochmal bis 17. Augut verlängerte, hat die EU-Kommission nun unter Auflagen grünes Licht gegeben. In der Entscheidung heißt es, dass im Produktionsbereich auch nach der Übernahme genug Wettbewerb herrsche, im Bereich der Distribution komme es aber zu einer zu hohen Konzentration. Wie erwartet muss sich Paramount daher innerhalb von 13 Monaten aus dem Joint Venture UIP, das man mit Universal betreibt, zurückziehen. Zugleich wird es Paramount untersagt, innerhalb der nächsten zehn Jahre eine anderweitige Vereinbarung oder Absprache mit Universal über den gemeinsamen Vertrieb in Europa zu schließen oder in den UIP-Ländern den Vertrieb auf den bislang jeweils bislang vom anderen Unternehmen genutzten Vertriebspartner zu verlagern. Es sind Auflagen, die Paramount recht leicht verschmerzen kann - die Blicke ruhen also um so stärker auf den verschiedenen noch anhängigen US-Kartellklagen.
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Großbritannien: An einem mangelt es ganz bestimmt nicht: Datingshows. Trotzdem steigt nun auch noch Apple TV in dieses bereits ziemlich überlaufene Genre mit einem eigenen Ansatz ein. In der achtteiligen Reihe "The Last Person on Earth" werden zwei Menschen, die auf den ersten Blick sehr gegensätzlich wirken, an die abgelegensten und romantischsten Orte der Welt geschickt, wo man dann beobachten kann, ob sie eine Verbindung zueinander finden. Die Auswahl der Paare erfolgt durch Bestseller-Autorin und Paartherapeutin Esther Perel un einem Team aus Partnervermittlern. Die Beschreibung des Formats liest sich so: "Angesichts einer Rekordzahl an Singles sowie zunehmender Polarisierung und sozialer Isolation stellt dieses innovative Experiment die Frage: Könnte ausgerechnet der Mensch, mit dem man sich am wenigsten eine Verabredung vorstellen kann, am Ende derjenige sein, ohne den man nicht mehr leben möchte? Und wird eine unerwartete Paarung im Paradies den eigenen Horizont erweitern und den Beginn einer lebensverändernden Beziehung markieren?" Produziert wird das Format von den britischen Boldprint Studios, einen Starttermin gibt's noch nicht.
© FIFA
USA: Die Fußball-WM in die Vereinigten Staaten (sowie an Kanada und Mexiko) zu vergeben hat sich für die FIFA auch deswegen ausgezahlt, weil viele US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner offenbar plötzlich unerwartet großes Interesse am Fußball entwickelten. Das Finale zwischen Frankreich und Argentinien verfolgten bei Fox, Telemundo und Peacock 62,8 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer – damit war es nicht nur das meistgesehene Spiel dieser WM, sondern mit Abstand auch die Fußball-Übertragung mit der höchsten US-Reichweite aller Zeiten. Der vorherige Rekord lag bei knapp 46 Millionen und wurde ebenfalls bei dieser WM bei der Niederlage des US-Teams gegen Belgien gemessen. Nun bleibt abzuwarten, ob das Interesse am Fußball auch außerhalb einer WM im eigenen Land bestehen bleibt.
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Frankreich: Die französische Filmförderung führt ein neues Bonus/Malus-System ein, um für mehr Geschlechtergerechtigkeit bei Filmproduktionen zu sorgen. Ab dem 1. Januar gibt es einen Bonus in Höhe von 10 Prozent, wenn mindestens 40 Prozent der Schlüsselpositionen hinter der Kamera mit Frauen besetzt werden, zugleich wird die Fördersumme um 10 Prozent gekürzt, wenn bestimmte Mindestgrenzen unterschritten werden. Diese Untergrenzen werden im Lauf der Zeit weiter ansteigen. Schon seit 2019 gab es ein Bonus-System, das aber bislang keine Kürzungen vorsah. Zuletzt qualifizierte sich trotzdem nur jede dritte Produktion für den Bonus - zwei Jahre zuvor waren es immerhin noch knapp 40 Prozent. Nur noch gut jeder vierte Film wurde von einer Frau inszeniert - und bei diesen Filmen lagen die Budgets im Schnitt auch noch signifikant niedriger. Die Berechnung der Gender-Quote wurde unterdessen auch vereinfacht, indem genau bestimmt wurde, welche Positionen dafür herangezogen werden. Bislang gab es ein komplizierteres Punkte-System.
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Großbritannien: Schon seit fast fünf Jahrzehnten ist bei ABC in Amerika das Format "20/20" auf Sendung, nun wird Disney erstmals eine internationale Version davon produzieren: Für Disney+ entstehen in Großbritannien sechs Folgen unter dem Titel „20/20 Britain’s Most Notorious Crime Investigations“. Ursprünglich war „20/20“ in den USA mal als Konkurrent für das CBS-Nachrichtenmagazin „60 Minutes“ gestartet, seit 2019 konzentriert man sich aber auf True-Crime-Geschichten. Diese Ausrichtung hat auch die UK-Version. Behandelt wird unter anderem Fall der ehemaligen Assistentin und Garderobierin der Herzogin von York, Jane Andrews, die wegen Mordes verurteilt wurde, der des charmanten jungen Kirchenvorstehers Ben Field, dem vorgeworfen wird, ältere Menschen dazu verleitet zu haben, ihm ihr Vermögen zu übertragen sowie Joanna Yeates, die in einer eiskalten Nacht in Bristol verschwand. Diese drei Fälle wurden auch schon als fiktionale Miniserien erzählt.
© Atresmedia
Spanien: Mediaset España gelang ein Coup: Der Konzern hat sich Josep Pedrerol und damit gleich ein ganzes Erfolgsformat von Atresmedia geschnappt. Nach 13 Jahren wechselt der Sportjournalist mit "El Chiringuito de Jugones" sowie seinem bisherigen Team zum Konkurrenten. Die Fußball-Talkshow lief bei Atresmedia zwar auf dem kleinen Spartenkanal Mega, war dort aber ein echtes Zugpferd und erreichte ein Vielfaches des Senderschnitts. Mediaset übernimmt damit eine etablierte Marke mit großer Fanbasis und einem Format, das weit über die lineare TV-Reichweite hinaus in sozialen Netzwerken funktioniert. Wo "El Chiringuito" künftig läuft, ist noch offen. Sollte Mediaset Pedrerol auf einem größeren Sender wie Cuatro oder gar Telecinco platzieren und es dort weiter Fahrt aufnehmen, könnte der Abschied Atresmedia noch stärker schmerzen.
© Trump Vance Transition Team
USA/Großbritannien: Donald Trump hat einen Teil seiner 10 Milliarden Dollar schweren Verleumdungs- und Schadensersatz Klage gegen die BBC fallen lassen. Demnach nahm er die Vorwürfe gegen BBC Studios Distribution und BBC Studios Production zurück, gegen die BBC geht Trump aber weiterhin vor. Zuletzt gab es obendrein Berichte, dass sich auch die - von Trump angeführte - Regierung der Klage anschließen könnte. Der Fall ist einigermaßen irrwitzig: Die BBC hatte im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl 2024 eine Trump-Doku gezeigt, in der es auch um den Kapitolsturm vom 6. Januar ging. Dabei waren zwei Passagen aus unterschiedlichen Teilen seiner Rede aneinandergeschnitten worden, was den Eindruck verstärkte, er habe seine Anhänger direkt zum Sturm aufs Kapitol aufgerufen. Erst ein Jahr später schlug das dann plötzlich hohe Wellen: Trump forderte trotz seines Wahlsieges Ersatz für einen wie auch immer gearteten Schaden, den er mit 10 Milliarden Dollar bezifferte. Die BBC verweist darauf, dass die Doku, anders als von Trumps Anwälten behauptet, gar nicht in den USA ausgestrahlt worden sei. Es gelang der BBC bislang trotzdem nicht, die Klage abweisen zu lassen. Die Verhandlung soll im Februar 2027 stattfinden.
© NBC Universal
USA: Nun hat es also auch NBC Universal geschafft, seinen Streamingdienst Peacock zumindest auf 3-Monats-Basis erstmals in die schwarzen Zahlen zu bringen. 189 Millionen US-Dollar Gewinn wurden in den Monaten April bis Juni hier eingefahren. Die Zahl der Abonnentinnen wuchs um rund zwei Millionen auf jetzt 48 Millionen. Peacock gehört damit aber weiterhin zu den kleineren Streamern in den USA. Comcast steht ja bekanntlich vor der Aufspaltung, noch ist es aber ein integrierte Konzern, der in Summe ein Umsatz-Minus von 1,2 Prozent auf knapp unter 30 Milliarden Euro verzeichnete. Das geht vor allem auf Rückgänge bei den Kabelanschlüssen zurück. Der Bereich Content & Experiences, der als NBC Universal wieder unabhängig werden soll, verzeichnete hingegen einen Umsatzsprung um 22,9 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro, der operative Gewinn stieg um 7,1 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Das erklärt sich vor allem durch die Übertragung der Fußball-WM und der NBA-Finals bei Peacock.
Serien-Update
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Während eine Meldung zum Ausbruch einer KI aus einer Testumgebung kursiert und die Gefahren von Hackerangriffen durch Künstliche Intelligenz gesellschaftlich diskutiert werden, hat Amazon eine zunächst acht Folgen umfassende Serienversion zum Science-Fiction-Klassiker “Robocop”, der satirischen Dystopie von Paul Verhoeven aus dem Jahr 1987, bestellt. Darin soll ein Technologiekonzern so viel Macht haben, dass er die Stadt davon überzeugen kann, einen hochgerüsteten Roboter in seinen Reihen aufzunehmen. Das Bewusstsein des Cyborgs wiederum stammt von einem im Dienst ums Leben gekommenen Polizisten. Verantwortet wird die Wiedergeburt aus dem Hause MGM laut “Variety” von Peter Ocko (“The Leftovers”) - mit an Bord sind aber auch Ed Neumeier und Michael Miner, die bereits Teil des Originalfilms waren und nun als ausführende Produzenten der Serie fungieren. James Wan (“Conjuring”), ebenfalls Teil des Produzententeams, freut sich auf die serielle Aufbereitung: “Was Paul Verhoeven 1987 schuf, war seiner Zeit um Jahrzehnte voraus und die darin aufgeworfenen Fragen zu Technologie, Identität und den eigentlichen Interessen von Konzernen haben seither noch an Dringlichkeit gewonnen”.
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Das bekannteste Werk des amerikanisch-britischen Schriftstellers Henry James, “Bildnis einer Dame”, von 1881 wird in einer amerikanisch-britischen Serienversion erzählt. Die BBC und PBS Masterpiece tun sich zusammen, um über Number 9 Films und Beta Film die Geschichte über die New Yorkerin Isabel Archer und ihre lebensverändernde Reise nach Europa entsprechend aufzubereiten. Darin erbt sie ein großes Vermögen und heiratet trotz Warnungen den manipulativen Gilbert Osmond, der sie in ihrer Freiheit beschränkt. Doch es gibt auch gesellschaftliche Zwänge - welches Leben kann sie führen? Für die große Leinwand verfilmt wurde der Stoff “The Portrait of a Lady” bereits 1996 mit Nicole Kidman und John Malkovich. In der gleichnamigen Serienversion soll “Game of Thrones”-Star Tiger Free Isabel spielen und Jim Sturgess Gilbert. Darüber hinaus mit an Bord sind Gemma Arterton, Bill Nighy und Miranda Richardson.
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Netflix hat eine Premiere in petto, denn zum ersten Mal überhaupt bestellt der Streamingdienst eine Dramaserie aus Neuseeland. In den Warenkorb gelegt wurde eine Produktion mit dem Titel "Queenstown", die in einem luxuriösen Ski-Ressort spielt. Auch wenn beim Gedanken an die Insel im Südwestpazifik eher das Meer, das Surfbrett oder die Kiwi als Assoziationen aufploppen, setzt Netflix auf das Setting in einem winterlichen Ferienresort, in dem eine reiche und privilegierte Familie urlaubt. Dort treffen sie auf die Angestellten, die der Macht, dem Reichtum und gesellschaftlichen Status der Gäste nacheifern. Frances O’Connor (“Wednesday”) und Rufus Sewell (“The Diplomat”) verleihen dem Hauch von “The White Lotus” ihre Note.
Serien-Ticker: +++ Nächstes Jahr startet die fünfte Staffel über Machtkämpfe, Skandale und persönliche Auseinandersetzungen hinter den Kulissen des Frühstückfernsehens bei Apple TV. Doch damit ist dann Schluss: “The Morning Show” mit Reese Witherspoon und Jennifer Aniston endet mit er fünften Staffel +++ Eine Rolle rückwärts gibt es bei Netflix, denn dort gibt es nun doch eine vierte Staffel von “Beauty In Black” von Tyler Perry +++ Zwei Bestellungen, zwei Comic-Reihen und ein Berlanti: Greg Berlanti ist sowohl bei der Aufbereitung der “Afterlife With Archie”-Reihe bei Disney+ am Start, als auch bei der von “Stillwater” für Prime Video. Das Team hinter “Riverdale” erzählt in “Afterlife With Archie” wie Riverdale von Zombies überrannt wird. Horrorserie “Stillwater” folgt einem Ex-Häftling ins gleichnamige Örtchen. Dort altert nix und niemand, man kann weder entkommen noch sterben +++ Paramount+ reist mit Kenneth Branagh in die schottischen Highlands. Bestellt wurde die Familiensaga “Laird” +++