The Voice © NBC
USA: Die Castingshow "The Voice" geht bei NBC im kommenden Jahr bereits in ihre 31. Staffel - und die wird eine Weltpremiere darstellen: Erstmals werden Promis darum kämpfen, dass die Coaches ihren Buzzer drücken und sich zu ihnen umdrehen. Wer dabei sein wird, ist noch nicht bekannt, die Rede ist aber von einer großen Bandbreite aus Bereich wie Sport, Schauspiel, Comedy, Reality-TV und Musik, auch Influencerinnen und Influencer werden bei "The Voice: Celebrity" dabei sein. Das verändert auch das Storytelling: Man wird sie schon vor den Blind Auditions begleiten, wie sie sich im "Voice Boot Camp" auf ihren Auftritt vorbereiten. Im "VIP Room" werden Stars die Auftritte ihre Kontrahentinnen und Kontrahenten beobachten und kommentieren können, im "Workroom" sind sie zu sehen, wie sie sich Strategeien überlegen und auf die Battles vorbereiten. Moderiert wird die Staffel von Keke Palmer, als Coaches sind Joe Jonas, Queen Latifah und Riley Green angekündigt. Für Joe Jonas ist es das Debüt, die anderen sind alle schon in diesem Herbst dabei.

Studio TF1 © TF1
Frankreich: Die TF1 Group prüft einem Reuters-Bericht zufolge den Verkauf ihrer Produktionsaktivitäten, die bei Studio TF1 gebündelt sind. Das bis Ende 2024 noch als Newen Studios bekannte Konglomerat besteht aus mehr als 50 Produktionsfirmen und Labels in insgesamt zwölf Ländern, in Deutschland hält man Beteiligungen an Flare Film und Dog Haus. Das Preisschild soll bei mehr als 400 Millionen Euro liegen. Die Überlegungen zum möglichen Verkauf von Studio TF1 sind laut Reuters noch in einem frühen Stadium, die Investmentbank Rothschild soll aber mit der Vorbereitung eines möglichen Verkaufsprozesses beauftragt worden sein. Demnach überlege man, sich stärker auf das eigene Streaming-Geschäft zu fokussieren. Der Schritt würde dem von ProSiebenSat.1 ähneln: Auch in Unterföhring hat man sich schon vor einiger Zeit vom globalen Produktionsgeschäft getrennt, um sich auf den eigenen Markt zu konzentrieren. Die TF1 Group steht wie viele andere klassische Medienhäuser unter Druck: Im ersten Halbjahr sank der Umsatz um fast zehn Prozent, auch der Gewinn war rückläufig. Für Studio TF1 wurde ein kleiner operativer Verlust ausgewiesen. TF1 ließ als Reaktion auf den Bericht lediglich mitteilen, dass man Spekulationen und Gerüchte nicht kommentiere.

Schweiz © DWDL
Schweiz: Während in Deutschland die Investitionsverpflichtung für Streamer erst noch durchs parlamentarische Verfahren muss, ist in der Schweiz die im Filmgesetz verankerte Investitionspflicht bereits seit dem 1. Januar. Die als "Lex Netflix" bekannt gewordene Regelung schreibt dort vor, dass Streamingdienste mindestens vier Prozent ihrer in der Schweiz erzielten Bruttoumsätze in Schweizer Produktionen investieren muss, also ein deutlich geringerer Wert als in Deutschland. Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat nun Bilanz gezogen. Die Investitionen ins "Schweizer Filmschaffen" stiegen demnach deutlich um 25 Prozent, lagen aber noch nicht so hoch, wie sie sein sollten. 22 Unternehmen fallen demnach unters Gesetz. sie machten einen Umsatz in Höhe von 817 Millionen Schweizer Franken. Sie hätten also 33 Millionen investieren müssen, es waren aber nur 19,9 Millionen Franken, davon 12 Millionen auf die Herstellung und den Ankauf von Schweizer Werken. Weitere 7,9 Millionen wurden für Maßnahmen eingesetzt, die ebenfalls angerechnet werden - etwa die Bewerbung von Filmen oder Zahlungen für Urheberrechte an Verwertungsgesellschaften. Die Differenz erklärt sich dadurch, dass die Unternehmen die Investitionen bis Ende 2027 aufschieben können - wird die Lücke bis dahin nicht aufgeholt, werden Ersatzabgaben ans BAK fällig, die dieses dann wiederum in die eigene Film- bzw. Serienförderung stecken könnte.

LOL 7 © Amazon
USA: "LOL: Last One Laughing" ist für Prime Video in vielen Ländern ein Hit, nicht zuletzt auch in Deutschland, wo die in der Regel von Michael Bully Herbig präsentierte Sendung zu den größten lokalen Erfolgen des Streamers gehört. Um so überraschender, dass es in der Amazon-Heimat USA keine "LOL"-Ausgabe gab - bislang. Denn nun hat Amazon grünes Licht für eine US-Umsetzung gegeben, die von Fulwell Entertainment umgesetzt werden soll. Details zum Termin oder zur Besetzung sind allerdings noch nicht bekannt. Sicher ist nur, dass man am simplen Konzept festhält: Zehn Comedians verbringen sechs Stunden miteinander und müssen versuchen, die Anderen zum Lachen zu bringen. Wer allerdings selbst lacht, wird erst verwarnt und fliegt beim zweiten Lacher raus. "LOL: Last One Laughing" basiert auf dem japanischen Format "Documental" und wurde bislang in 25 Ländern adaptiert.

Last Week Tonight with John Oliver © HBO
USA: Wem auch immer HBO als Teil von Warner Bros. Discovery demnächst gehören wird: John Oliver wird an Bord bleiben - mindestens bis Ende 2027. Dass John Oliver und HBO sich diesmal nur auf eine einjährige Verlängerung verständigt haben, lässt aber durchaus aufhorchen - bislang waren 3-Jahres-Kontrakte die Regel. John Oliver hat sich in "Last Week Tonight" schon mehrfach sehr kritisch über Paramount und die Ellisons geäußert. Als die ersten Gerüchte aufkamen, dass Paramount Warner übernehmen will, sagte John Oliver noch: "Please stay the fuck away from us. You are not my real business daddy, and you never will be." Auch mit der Entwicklung von CBS News nach der Übernahme von Paramount durch Skydance hat er sich schon mehrfach kritisch auseinandergesetzt. "Last Week Tonight" ist seit 2014 fester Bestandteil von HBO und wurde während dieser Zeit mit zahlreichen Emmys ausgezeichnet. Ob die Paramount-Übernahme überhaupt über die Bühne geht, ist aufgrund der Klage von zwölf Bundesstaaten noch unklar. Verhandelt wird der Fall erst im Frühjahr 2027, bis dahin kann Paramount den Deal nicht vollziehen.

Serien-Update

Paramount+ © Paramount
Dass zwei US-Streamer gemeinsam eine Serie produzieren lassen, kommt nicht häufig vor, beim Medizin-Thriller "Trauma" sind Paramount+ und Prime Video nun aber beide als Vertriebspartner in unterschiedlichen Territorien dabei. Während Prime Video die Serie mit Richard Madden in der Hauptrolle in Großbritannien und Irland zeigen wird, hält Parmaount+ die Rechtre in allen anderen Ländern, in denen es vertreten ist. Hinter der Serie steht Lionsgate und die Produktionsfirma 42, Creator ist Geoff Bussetil. In der Serie spielt Madden einen ehemaligen Sanitäter der Royal Marines und heutigen Notfallmediziner, der sich seinen Weg durch ein Londoner Krankenhaus bahnen muss, nachdem Terroristen das Gebäude besetzt und den britischen Premierminister während einer Operation als Geisel genommen haben. Paramount+ hat noch einen weiteren Thriller in Auftrag gegeben: "Ascent". Viola Davis spielt darin eine "Problemlöserin" für milliardenschwere Firmenkunden, die ihre Fähigkeiten im Krisenmanagement und in der Schadensbegrenzung unter Beweis stellen muss, als ihre Tochter, von der sie sich eigentlich entfremdet hat, in Gefahr gerät.

HBO Max © Warner Bros. Discovery
Die BBC hatte die Dramaserie "1536" bereits vor einiger Zeit angekündigt, nun bekommt das Tudor-Drama prominente Unterstützung aus den USA: HBO steigt als Koproduzent in die auf acht Folgen angelegte Serie ein. Das von "The Great"-Autorin Ava Pickett entwickelte Format spielt im England des 16. Jahrhunderts und erzählt vor dem Hintergrund der Verhaftung von Anne Boleyn von drei jungen Frauen in einem Essex-Dorf. Während der Hof von Heinrich VIII. in einen Machtkampf stürzt, kämpfen Anna, Mariella und Jane mit gesellschaftlichen Zwängen, Beziehungen, Verrat und der wachsenden Unterdrückung von Frauen in einer zunehmend instabilen Zeit. Produziert wird "1536" von Drama Republic. Unterdessen hat HBO eine Miniserie über das Gerichtsverfahren gegen das damals 18-jährige britische Au-Pair Louise Woodward bestellt. Sie war angeklagt, ein acht Monat altes Baby zu Tode geschüttelt zu haben, das ihr von ihrer amerikanischen Gastfamilie anvertraut worden war. In dem von großer medialer Aufmerksamkeit begleiteten Prozess wurde sie zunächst wegen Mordes zweiten Grades schuldig gesprochen, später wurde das Urteil in fahrlässige Tötung umgewandelt.

Serien-Ticker +++ Peackock buht ein weiteres "Five Star Weekend" und schickt die Serie mit Jennifer Garner in eine zweite Staffel. Staffel 1 war im Juli mit starken Abrufzahlen gestartet +++ Hulu schickt dsas "Oliver Twist"-Sequel "The Artful Dodger" in die dritte Staffel, die zugleich aber die letzte sein wird. +++ Die Impro-Multicamer-Comedy "DINKS" geht bei Prime Video in Serie. Für Prime Video ist es das erste Multicamera-Format. Im Mittelpunkt steht ein Paar, das sich mangels Ehe oder Kindern dazu entschließt, gemeinsam ein Leben aufzubauen, indem es ihr Albtraum eines Traumhauses renoviert.