© Paramount
USA: Neue Volte im Kampf von Paramount, die Warner-Übernahme vielleicht doch noch vor dem Start der "Ticking Fee" Anfang Oktober über die Bühne zu bekommen - oder zumindest deren Kosten abzuwälzen. Zur Erinnerung: Im Vertrauen darauf, die behördlichen Genehmigungen problemlos zu bekommen, versprach Paramount den Aktionären von Warner Bros. Discovery, eine tägliche Zahlung in Höhe von rund 7 Millionen Dollar für jeden Tag ab dem 1. Oktober, an dem die Übernahme noch nicht vollzogen werden konnte. Tatsächlich gelang es, weltweit von allen involvierten Kartellbehörden grünes Licht zu bekommen - doch noch stehen Kartellklagen von zwölf US-Bundesstaaten und der US-Autorengewerkschaft einem Abschluss im Weg. Die Verhandlung darüber soll erst im März 2027 stattfinden - was durch die Ticking Fee eine Milliardenzahlung für Paramount nach sich zöge. Nun versucht Paramount mit einer aggressiven Kampagne Druck auf die Kläger aufzubauen, um doch noch vorher zu einer Einigung zu kommen.
© State of California DoJ
Dazu gehört bereits die Drohung, Hollywood und den Bundesstaat Kalifornien zu verlassen und das Unternehmen anderswo anzusiedeln. Nun kam die Forderung nach der Hinterlegung einer Sicherheitsleistung in Höhe von knapp 1,9 Milliarden Dollar durch die klagenden Staaten dazu. In Bundesgesetzen sei geregelt, dass die geschädigte Partei im Fall einer Abweisung einer Kartellklage Anspruch auf Ersatz des entstandenen Schadens habe - und der sei hier ziemlich genau bezifferbar. Zu der Ticking Fee kommen u.a. noch Finanzierungskosten. Paramount wirft den Bundesstaaten eine Verzögerungstaktik vor, weil diese auf einer ungewöhnlich langen Vorbereitungszeit auf den Prozess beharrt hätten. Paramount strebte ursprünglich eine Verhandlung noch in diesem Jahr an. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta sagte, dass sich Paramount und Warner bewusst für eine solche Ticking Fee entschieden hätten, obwohl sie wussten, dass der Deal noch nicht in trockenen Tüchern sei. Zudem habe Paramount dem Terminplan bereits zugestimmt, ohne dafür Sicherheitsleistungen zu fordern. "Paramount ist diesen Prozess sehenden Auges eingegangen. Sie haben sich das Bett selbst gemacht, in dem sie nun liegen müssen, und versuchen erneut, uns zu erpressen, damit wir nachgeben", so Bonta. Die Entscheidung, ob eine Sicherheitsleistung hinterlegt werden muss, soll nicht vor dem 24. September fallen - also nur rund eine Woche vor dem Start der Ticking Fee.
© ABC
USA: Die Disney-Tochter ABC hat Klage gegen die US-Medienaufsicht FCC wegen Verletzung des ersten Verfassungszusatzes eingereicht, der unter anderem die Rede- und Pressefreiheit garantiert. Mit dem Antrag will ABC die vorzeitige Überprüfung der Sendelizenzen mehrere Sender stoppen. US-Präsident Donald Trump fordert immer wieder öffentlich, ABC und anderen Networks, denen er falsche Berichterstattung vorwirft, die Sendelizenzen zu entziehen. ABC ist nicht zuletzt auch wegen Late-Night-Talker Jimmy Kimmel immer wieder im Visier des US-Präsidenten. Ein Hebel für einen Lizenzentzug könnten die von der FCC eingeleiteten Untersuchungen wegen vermeintlicher Verstöße gegen Anti-Diskriminierungs-Vorgaben sein - und zwar in der Hinsicht, dass Diversity-Programme nun als Diskriminierung von unter anderem Weißen und Männern ausgelegt werden. In der Klageschrift schreibt ABC: "Die Folgen der Kampagne der Regierung gegen die Meinungsfreiheit gehen weit über ABC hinaus. Sollte sich die Regierung durchsetzen, wäre die Botschaft an jedes Medienunternehmen des Landes unmissverständlich: Berichtet nur über Geschichten, die die Regierung als genehm erachtet, oder bekommt es mit dem Zwangsapparat der Bundesregierung zu tun. In einer solchen Welt könnte die Presse keinesfalls mehr als frei bezeichnet werden." Die FCC erklärte, dass Disney wie alle anderen Rundfunksender verpflichtet sei, im öffentlichen Interesse zu handeln und verwies auf die mögliche Diskriminierung durch Diversity-Programme. Man werde sich "weiterhin an den Fakten und der Rechtslage orientieren, wohin auch immer diese führen."
© SRG/Severin Nowacki
Schweiz: Nach knapp zehn Jahren hat SRG-Präsident Sean-Michel Cina seinen Rücktritt angekündigt. Er habe den Zeitpunkt bewusst gewählt, weil das laut SRG "wichtigste strategische Projekt" erfolgreich Enavant aufgegleist sei und nun in seine Umsetzungsphase trete. Mit Transformations- und Sparprogramm Enavant reagiert die SRG auf die Senkung der Rundfunk- und Fernsehabgabe. Da im Frühjahr auch die neue Geschäftsleitung ihre Arbeit aufgenommen habe, sei nun auch der richtige Zeitpunkt, das Verwaltungsratspräsidium in neue Hände zu legen, so Cina. Während seiner Amtszeit hatte es zwei Volksabstimmungen gegeben, die die Zukunft der SRG in bisheriger Form in Frage gestellt hatten: Die No-Billag-Initiative 2018 und die Halbierungsinitiative 2026. Cina engagierte sich hier stets stark, um die SRG zu verteidigen - und tatsächlich scheiterten beide Initiativen auch deutlich. Seine Nachfolge soll im Frühjahr 2027 durch die Delegiertenversammlung gewählt werden. Bis dahin bleibt Cina als Präsident des Vereins und Vorsitzender des Verwaltungsrats im Amt.
© Amazon MGM Studios
USA: Seit der damals bei Netflix für die US-Serien verantwortliche Peter Friedlander im Herbst 2025 zu Amazon MGM Studios wechselte und dort die Leitung des globalen TV-Geschäfts übernahm, baut er sich dort ein wachsendes Netzwerk aus ehemaligen Netflix-Kollegen auf. Jenn Levy machte er Anfang des Jahres zur Chefin fürs Non-Fiktionale, Blair Fetter kam im Frühjahr als Head of Worldbuilding and Genre Series, Mandy Schaffer wurde zur Head of Business Affairs. Und nun wirbt Friedlander Andy Weil, den langjährigen Comedy-Chef von Netflix ab und macht ihn zum Head of Comedy bei Amazon MGM Studios. Zur Abwechslung gibt es aber auch mal einen Wechsel in die andere Richtung: Sebastian Gibbs kehrt nach vier Jahren bei Amazon MGM Studios, wo er Senior Television Development Executive war, zu Netflix zurück und wird dort wieder Director Original Series. Gibbs hatte diesen Posten schon ab 2020 für rund zweieinhalb Jahre inne.
© Videoland
Niederlande: Der ehemals zur RTL Group gehörende Streaming-Dienst Videoland, der inzwischen als Teil von RTL Nederland an DPG Media verkauft wurde, macht Schluss mit Werbefreiheit. Selbst in den teuersten Abo-Modellen wird man demnach künftig auf werbliche Botschaften stoßen. Zwar gibt es keine Unterbrecher-Werbung, allerdings dürfte man dort künftig etwa auf "Pause-Ads" treffen. Dabei handelt es sich um statische Bilder, die dann angezeigt werde, wenn man das Abspielen eines Videos pausiert und direkt wieder verschwinden, wenn man die Wiedergabe fortsetzt. Werbung in begrenztem Umfang auszuspielen sei notwendig, um weiterhin in hochwertige lokale Produktionen investieren zu können, heißt es seitens RTL Nederland gegenüber dem niederländischen Fachmagazin Emerce. Angesichts eines in vielen Ländern schon gesättigten Marktes haben fast alle Streamer Werbung inzwischen als wichtiges Wachstumsfeld ausgemacht.
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USA: Nach der Dokumentation "Melania" könnte Amazon schon bald weiteres Material über die First Lady der USA zeigen. Ein bislang nicht offiziell bestätigtes Dokuserien-Projekt soll laut Melania Trumps langjährigem Berater Marc Beckman noch in diesem Herbst erscheinen. Auch Regisseur Brett Ratner, der für den 2026 veröffentlichten Amazon-Film „Melania“ verantwortlich war, kündigte auf Instagram "die nächsten zwei Kapitel" der Doku an. Weitere Details sind bislang offen, Amazon hat das Projekt nicht bestätigt. Möglicherweise handelt es sich um Bonusmaterial, das ursprünglich bereits im Rahmen des rund 75 Millionen Dollar teuren Deals für den Kinofilm angekündigt worden war, aber bislang nicht erschienen ist. "Melania" spielte weltweit im Kino lediglich 16,6 Millionen Dollar, steht seither aber bei Prime Video zum Abruf bereit. Bei der Beauftragung der Dokumentation dürften wirtschaftliche Gründe aber wohl nicht die einzige Rolle gespielt haben.
Serien-Update
© FX
Sechs Jahre lang surrten, brummten, knatterten die Motorräder von “Sons of Anarchy” bei FX. Nachdem 2014 damit Schluss war und Fans von dunklen Lederjacken durch den Ableger “Sons of Anarchy: Mayans M.C.” in den Genuss einer Weiterführung des Universums kamen, wurde vor drei Jahren ein Ende eingeläutet. FX hat jetzt allerdings nochmals ein weiteres Spin-off bestellt, welches als Miniserie daher kommt und zudem einen großen Twist bereit hält. Zwar sind Charlie Hunnam (Jax), Ron Perlman (Clay), Katey Sagal (Gemma), Maggie Siff (Tara), Mark Boone Junior (Bobby), Tommy Flanagan (Chibs), Kim Coates (Tig) und Theo Rossi (Juice) in “Legends” mit von der Partie, sie treffen sich jedoch Jahre nach der Serie auf einer Fan-Convention wieder, so dass die Grenzen zwischen Kunst und realem Leben verschwimmen. Angeboten wird eine Meta-Erzählung mit Original-Castmitgliedern, die eine fiktionalisierte Version ihrer selbst spielen. Die “zerbrochene Bruderschaft sieht sich plötzlich einer realen Bedrohung gegenüber, die gefährlicher ist als alles, womit sie in ihrer Serie jemals konfrontiert war”, so die Beschreibung.
© AMC Global Media
Netflix und AMC Global Media haben zwar seit zwei Jahren eine Partnerschaft, so dass AMC-Inhalte auch bei Netflix gestreamt werden können, jetzt gehen sie allerdings noch einen Schritt weiter und führen diese Verbindung bei der ersten gemeinsamen Serienproduktion weiter. AMC Studios produziert an der Seite des Streamers den Spionagethriller “Bannerman”, der auf der Romanreihe von John R. Maxim basiert und von Shane Black und Craig Silverstein kommt. Drehen wird sich die Serie um Paul Bannerman, ein Geheimagent in Pension, der in einem Vorstadtidyll Connecticuts einen Alltag im Verborgenen führt. Von den Vorzügen eines normalen Lebens will er auch eine Gruppe gefährlichster Aufgragskiller überzeugen. Doch “alte Feinde, schlechte Angewohnheiten, eine paranoide Regierung und ein unerbitterlicher Ex-Polizist machen ihren Ruhestand zur bisher schwierigsten Mission”.
© Netflix
Netflix sorgt auch im Bereich der Young-Adults-Produktionen für Nachschub und hat eine romantische Mysteryserie geordert, die auf Übernatürliches setzt. Die neue Serie heißt "Sid & Zoey", stammt von Jon Kasdan (“Willow”) und John Shiban (“Ozark”) und wird von Bad Robot und Blumhouse Atomic Monster realisiert. Wenig überraschend stehen die beiden Namen der Titel gebenden Charaktere im Zentrum des Geschehens: Teenager Sid wird von New York in die Heimat seiner Mutter nach Mississippi geschickt und soll dort beim örtlichen Polizeichef der idyllischen Kleinstadt wohnen. Seine rebellische Tochter Zoey ist nicht gerade angetan und lebt zunächst in Ablehnung zum unerwünschten neuen Mitbewohner. Doch sie nähern sich immer mehr an und geraten zugleich gemeinsam in ein Gebilde aus kruden Geheimnissen, was tödlich enden kann. Allerdings nicht, wenn sich die beiden vorher gegenseitig umbringen.
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Nur “Sex and the City”-Ableger “And Just Like That…” kann das “Big Bang”-Spin-off “Stuart Fails To Save the Universe” im Comedy-Bereich von HBO Max bei den Abrufen toppen. Doch wenn man nach eigenen Angaben global auf Platz zwei der Launches rangiert, ist eine Verlängerung um eine zweite Staffel nicht sonderlich überraschend. Und so geht “Stuart Fails To Save The Universe” in eine zweite Staffel bei HBO Max. Dass diese Erfolge jedoch kein Signum für einen extra langen Atem sein müssen, zeigte sich bei “And Just Like That…”, welches Sarah Jessica Parkers Charakter Carrie Bradshaw dann mit der dritten Staffel ruhen ließ. Doch erst einmal kann Chuck Lorre zusammen mit seinem Team weiter an Stuarts Weltrettung arbeiten.
Serien-Ticker +++ Aller guten Dinge sind in dieser Woche also zwei? Der Horror nach Stephen King, “Es: Welcome to Derry”, bekommt von HBO ebenfalls eine zweite Staffel ausgegeben +++ Hulu möchte eine zweite Staffel der True-Crime-Anthologie “Good American Family” und konzentriert sich dabei auf Lorena Bobbitt. Diese trennte ihrem Mann John 1993 im Schlaf das Geschlechtsteil mit einem Küchenmesser ab +++ Und “Sterling Point” erhält ebenfalls eine zweite Staffel +++ Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, denn die “Deli Boys” erhalten nach zwei Staffeln rotes Licht von Hulu +++ “Blue Eye Samurai” bekommt eine dritte Staffel von Netflix. Dies ist dann zugleich die letzte Runde für die französisch-amerikanische Animationsserie. Mit der zweiten Staffel geht es erst einmal im Januar 2027 weiter +++ Ein drittes Kapitel erhält “Bookish” von Mark Gatiss. Die britische Krimiserie von U&Alibi bekommt darüber hinaus auch noch ein zweiteiliges Weihnachtsspecial für dieses Jahr +++