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Großbritannien: Seit Mai amtiert der langjährige Google-Manager Matt Brittin als neuer BBC-Chef auf dem Edinburgh TV Festival hat er nun eine Vision für eine neue britische Content-Plattform umrissen: Eine Art öffentlich-rechtliches YouTube, auf dem neben den BBC-eigenen Inhalten dann auch nutzergenerierter Content zu sehen sein könnte. "Wir möchten eine offene Plattform für Kreativität sein. Was wäre, wenn wir den Leuten sagen könnten: Erstellt Inhalte über euren Wohnort, über die Sportmannschaften, denen ihr folgt, über die Fähigkeiten und Unternehmen in der Region – und zwar im Einklang mit unseren Richtlinien?", so Brittin. Im Gegenzug könnten diese dann von Reichweite, Vertrauen und Expertise der BBC profitieren. Zugleich plädierte Brittin für einen Public-Service-Algorithmus, der Inhalte nicht nach kommerziellen Interessen oder den Vorgaben US-amerikanischer Tech-Konzerne sortiert, sondern nach den öffentlich-rechtlichen Zielen Information, Bildung und Unterhaltung. Brittin betonte allerdings, dass es sich zunächst um eine persönliche Idee und nicht um eine beschlossene BBC-Strategie handle. Auch wenn Brittin sich hier nun kritischer zu seinem Ex-Arbeitgeber positioniert: Anfang des Jahres hat die BBC eine strategische Partnerschaft mit YouTube geschlossen und lässt inzwischen YouTube-First-Sendungen produzieren.
© Paramount
USA: Eine Woche ist vergangen seit unserem letzten Update zum Warner-Paramount-Deal - und entscheidend weiter gekommen ist Paramount beim Versuch, mit einem Vergleich einen monatelangen Prozess und damit eine milliardenschwere Ticking Fee abzuwenden, bislang wohl nicht. Dabei hätte es Anfang der Woche ein Treffen zwischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta und Vertretern von Paramount geben sollen, wie am Wochenende bekannt wurde. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom erklärte öffentlich, er begrüße, dass es bereits zahlreiche Gespräche gebe und eine außergerichtliche Einigung ausgelotet werde - immerhin hatte Paramount damit gedroht, Hollywood und Kalifornien zu verlassen. Er nehme diese Drohung ernst, hoffe aber, dass es nicht soweit komem, so Newsom. Das erhöhte den Druck auf den - unabhängig gewählten - Generalstaatsanwalt. Dann sickerte allerdings durch, was Bonta & Co. angeblich fordern: Die getrennte Führung beider Studios und den Verkauf einiger Kabelsender. Als diese Meldungen die Runde machten, sagte Bonta das Treffen kurzerhand ab und warf Paramount vor, für die Indiskretionen verantwortlich zu sein. "Sie haben Lügen an die Presse durchgestochen, während wir uns in Vergleichsverhandlungen befanden. Das geht gar nicht, das ist inakzeptabel, das ist amateurhaft. Das sind Spielchen", echauffierte sich Bonta. Vertraulichkeit sei notwendig, um offen sprechen zu können und produktiv und kreativ zu Lösungen kommen zu können. Paramount bestritt, die Quelle für die Meldungen zu sein und betonte, man sei weiterhin an Vergleichsverhandlungen interessiert. Seitens Bonta hieß es, man könne sich treffen, wenn Paramount "auf Spielchen verzichtet" - bislang gibt es aber keinen neuen Termin.
© EBU
Niederlande: Der niederländische Sender Avrotros erklärte in einer Mitteilung, dass er auch im kommenden Jahr nicht an dem Musikwettbewerb teilnehmen werde, da die Veranstaltung nicht als neutral gelten könne, solange "eines der teilnehmenden Länder in einen groß angelegten militärischen Konflikt verwickelt" sei. Das trifft auch auf die Ukraine zu, es geht dem Sender aber offenbar um Israel, da im weiteren Text explizit geopolitische Spannungen im Nahen Osten und das humanitäre Leid im Gazastreifen verwiesen wird. Die EBU hatte zuletzt einige Regeln geändert, die beispielsweise eine Austragung in Israel verhindern würden, solange sich das Land in einer "angespannten geopolitischen Lage" befindet. Zudem wird über Änderungen der Abstimmungsregeln nachgedacht. Avrotros schreibt nun aber, dass die Anpassungen keine Gewissheit brächten, "dass der unabhängige und neutrale Charakter des Song Contest wiederhergestellt werden" könne. Eine Teilnahme sei daher mit den Grundwerten des Senders nicht vereinbar. Avrotros hat daher die Zuständigkeit für den ESC an die öffentlich-rechtliche Dachorganisation NPO zurückgegeben. Denkbar wäre nun, dass ein anderer öffentlich-rechtlicher Sender einspringt, bislang gibt es hier keine Entscheidung. Insgesamt hatten in diesem Jahr fünf Länder den ESC wegen der Teilnahme Israels boykottiert.
Korrektur-Hinweis: Wir haben den Text bezüglich der Möglichkeit der Teilnahme eines anderen Senders korrigiert.
© BBC
Kanada: Das auf Kinder-Unterhaltung spezialisierte kanadische Unternehmen WildBrain, zu dessen Marken unter anderem die "Teletubbies" gehören, übernimmt das ebenfalls auf Kinder spezialisierte GenAI-Startup Personality AI. Der Kaufpreis kann abhängig von der Geschäftsentwicklung bis zu 69 Millionen US-Dollar erreichen. Personality AI entwickelt dialogfähige KI-Charaktere auf Basis lizenzierter Figuren und setzt dabei nach eigenen Angaben auf besondere Sicherheitsvorkehrungen für Kinder. Die Modelle sollen keine Daten von Kindern speichern. Im vergangenen Jahr hatte Amazon das Unternehmen für die Entwicklung eines KI-Angebots für seinen Dienst Amazon Kids+ ausgewählt, darunter eine auf "Peppa Pig" basierende Anwendung. WildBrain will mit der Übernahme seine Marken stärker für interaktive und kontinuierliche Fan-Erlebnisse nutzen. Personality-AI-Chef John Goscha wechselt als Executive Vice President zu WildBrain. Rund 11 Millionen Dollar werden zunächst in bar sowie eine Million WildBrain-Aktien gezahlt, bis zu 56 Millionen Dollar hängen von der Umsatzentwicklung bis 2029 ab.
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Großbritannien: Netflix hat 2025 allein in Großbritannien einen Umsatz in Höhe von 2,06 Milliarden Pfund gemacht und damit erstmals den größten privaten lokalen Anbieter überholt: ITV lag bei einem Umsatz von rund 1,9 Milliarden Pfund im Sender- und Streaming-Geschäft - die inzwischen verkaufte Produktionstochter ITV Studios außen vor gelassen. Netflix konnte innerhalb eines Jahres seinen Umsatz in Großbritannien um 11,3 Prozent steigern, die Abo-Zahl stieg um sieben Prozent - wobei die Mehrheit der neuen Abschlüsse im Tarif mit Werbung verzeichnet werden. Netflix erwirtschaftete damit einen operativen Gewinn von 44,9 Millionen Pfund im Vereinigten Königreich.
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USA: Der Sportstreaming-Anbieter DAZN übernimmt EverPass Media und stärkt damit seine Position im kommerziellen Sportgeschäft der USA. EverPass ist darauf spezialisiert, Sportübertragungen in Bars, Hotels und anderen öffentlichen Locations zu vermarkten und technisch bereitzustellen. Zum Rechteportfolio gehören unter anderem NFL Sunday Ticket sowie Live-Sport von Peacock, Netflix, Paramount und Apple. Für DAZN ist die Übernahme ein wichtiger Schritt beim Ausbau des zuletzt verstärkten US-Geschäfts, das bislang vor allem vom Boxsport geprägt war. Zuletzt hatte DAZN bereits die lokalen Streaming-Rechte für die New York Knicks und die New York Yankees übernommen. EverPass soll nun für die nötige Reichweite im kommerziellen Markt sorgen. NFL, RedBird Capital und TKO, die bislang an EverPass beteiligt waren, werden Minderheitsgesellschafter des kombinierten Unternehmens. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.
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Großbritannien: Die BBC holt "Top Gear" nun doch wieder aus der Garage. Das ursprünglich 1977 gestartete Autosendung ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten Marken der BBC, war aber seit 2022 nicht mehr zu sehen. Nachdem sich Freddie Flintoff, einer der Moderatoren, bei Dreharbeiten schwere Verletzungen zugezogen hatte, unterbrach die BBC die Produktion und gab eine Untersuchung in Auftrag. Als die Ergebnisse vorlagen, erklärte die BBC, das Format ruhen zu lassen. Diese Ruhephase ist nun offenbar vorbei. Auf dem Edinburgh TV Festival bestätigte Entertainment-Chef Ed Havard die geplante Rückkehr, äußerte sich aber nicht zu Personalspekulationen. Angeblich soll es Gespräche mit dem Comedian Jimmy Carr als neuem Moderator geben, auch Joe Marlers Name wird genannt.
Serien-Update
© Warner Bros. Discovery
HBO Max hat Lust auf Meta-Humor im “Superman”-Universum. Bei den DC Studios bestellt wurde eine Mockumentary vom “American Vandal”-Team, Tony Yacenda und Dan Perrault, das den Titel “The People v. Gorilla Grodd” trägt. Im Zentrum der zunächst acht Folgen des Spin-offs steht “Daily Planet”-Reporter und “Superman”-Freund Jimmy Olsen (Skyler Gisondo; spielte diese Rolle bereits im letztjährigen “Superman”-Film), der an einer True-Crime-Sendung arbeitet. Er geht darin der Frage nach, “ob Gorilla Grodd in einem der berühmtesten Mordprozesse von Metropolis zu Unrecht verurteilt wurde”. Der überintelligente Affe und gelegentliche Gegenspieler “Supermans” wiederum wird porträtiert von Jimmy Tatro.
© Netflix
Kate Winslet geht für Netflix auf einen Rachefeldzug. Unterstützung erhält ihr Charakter in der jetzt bestellten Miniserie “The Unheard” der “Adolescence”-Macher von ihrer Serienschwester, gespielt von Maxine Peake (“Say Nothing”). Wie auf dem letztmalig in Edinburgh stattfindenden “Edinburgh TV Festival” bekannt wurde, wird die Oscarpreisträgerin dabei nicht nur eine der Hauptrollen übernehmen, sondern auch mit produzieren. In fünf von Jack Thorne geschriebenen Teilen wird erzählt, wie die zwei besagten Schwestern nach einem schief gegangenen Akt aus Rache die Flucht ergreifen. Dabei stellt sich die Frage, wieso sie so leichtsinnig vorgegangen sind und ob das nicht sogar ihr Kalkül war, um entdeckt zu werden.
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An einer abgeschlossenen Serie hat auch Prime Video Interesse. Zugeschlagen hat man dort bei der Adaption einer Kurzgeschichte von Stephen King. In sechs Folgen zu audiovisuellem Leben erweckt wird der Horror “Crouch End” in Großbritannien. Der Schauplatz ist London und ganz konkret zunächst ein Polizeirevier, welches der weltbekannte Filmstar Doris Freeman aufsucht. Der Grund: sie glaubt, dass mysteriöse Phänomene hinter dem Verschwinden ihres Ehemanns stecken. Dies veranlasst den Polizeichef zu Ermittlungen, der fortan in alle Richtungen denken muss. Hat Doris ihren Mann umgebracht? Oder verbirgt sich hinter der Geschichte doch etwas ganz anderes, gar Unheimliches?
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Bei Peacock könnte es zum ersten Spin-off auf Basis einer Eigenproduktion in der Geschichte des Streamingdienstes kommen. Will Smiths Westbrook Studios und Universal Television tun sich mit dem Autor Tracy Oliver zusammen und erarbeiten aktuell einen Ableger zu “Bel-Air”, was wiederum ein Reboot zur 1990er-Sitcom “Der Prinz von Bel-Air” von und mit Will Smith ist. Die als Dramaserie angelegte Interpretation “Bel Air” endete nach vier Staffeln im Dezember 2025. Nun könnte es also weitergehen mit Familie Banks. Fokussiert würde Hilary Banks (Coco Jones), Cousine des Protagonisten Will in “Bel Air”, die ein überraschendes Jobangebot aus New York erhält. Um sich als Köchin weiterzuentwickeln, zieht sie an die Ostküste und muss dort feststellen, dass ein Leben ohne familiären Background neue Herausforderungen mit sich bringt.
Serien-Ticker +++ Streamingdienste wie Sender scheinen diese Woche in Kauf- und Bestelllaune: Disney+ hat eine Rom-Com mit dem Arbeitstitel “Mad Love” geordert. Darin geht es um eine britische Hochzeitsplanerin in Italien, die eine vielseitige Kundschaft betreut +++ Nach Italien geht es auch für einen jungen amerikanischen Arzt im von USA Network bestellten Medizin-Drama “Diplomatic Immunity”. Dieser wird der US-Botschaft in Rom zugeteilt und muss fortan nicht nur medizinische Probleme lösen, sondern sich auch in diplomatischen Kreisen mit eigenem Regelwerk bewegen +++ Bei Amazon Prime wurde neben der Miniserie zu Stephen King auch “Everyone in My Family Has Killed Someone” geordert. Die als düstere Comedy beschriebene Serie handelt von einem Familientreffen mit so einigen Mordfällen +++ Bei Netflix könnte die Kurzgeschichten-Welt von Roald Dahl Raum bekommen. Für die Serie stehen schon Dominic West, Nicola Coughlan und Imelda Staunton in den Startlöchern +++ Online-Star Amelia Dimoldenberg möchte den Vibe des einstigen Channel 4-Hits “Skins” für die Gen Z wiederbeleben. Dafür arbeitet sie mit der BBC zusammen +++ Geschrieben wurde zuletzt viel über die unerklärliche Rückkehr von Harry und Meghan nach UK. Meghan Markle wiederum hätte einen Part in der nun von Netflix verlängerten Serie “The Gentlemen” von Guy Ritchie bekommen können. Doch das Vorhaben für die dritte Staffel ist wohl wieder vom Tisch +++ Auch die britische Netflix-Anthologie “Black Mirror” geht weiter. Bestellt wurde eine achte Staffel. Zweite Staffeln auf der Insel erhalten zudem “House of Guinness” und “Legends” +++ Die Zahl 2 spielt auch bei diesen Serien eine glückliche Rolle: “Furios” bekommt von Hulu eine zweite Staffel, “Alice And Steve” und “Raising Chelsea” von Disney+ und “Ann Droid” von der BBC +++ Bei Sky geht Detective Eric Bull (Rafe Spall) in eine weitere Runde: “Under Salt Marsh” bekommt ein zweites Kapitel, welches noch einen separaten Namen bekommen dürfte +++ Und dann wäre da noch eine News, die in die andere Kerbe schlägt: Hulu zieht Mindy Kalings “Not Suitable for Work” nach nur einer Staffel den Stecker +++