International Update vom 4. September
USA planen Tax Incentives, Streamer kaufen bei Europas Sendern
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Die USA sollen ein bundesweites Tax-Incentive-Modell für die Filmbranche bekommen, Talpa schließt einen Deal mit Netflix, M6 mit Disney+, CH Media bündelt alles unter der Marke 3+, Manifest bekommt ein Spin-Off und die "Modern Family"-Macher produzieren eine neue Comedy.
© Trump Vance Transition Team
USA: Während Wolfram Weimer ein Steueranreizmodell hierzulande als kaum umsetzbar ansieht und daher lieber auf einen anderweitigen Ausbau der Filmförderung setzt, nehmen in den USA die Pläne für ein bundesweites Tax-Incentive-Programm konkrete Formen an, nachdem Präsident Trump via Truth Social die Order ausgegeben hat "Let's Get This Done!". Das Gesetzesvorhaben hört auf den Namen "The Motion Picture, Television, and Entertainment Revitalization Act" und ist eine Reaktion darauf, dass immer mehr US-Studios lieber kostengünstiger außerhalb der USA produzieren lassen. Da es für die Pläne Unterstützung sowohl aus der Demokratischen als auch aus der Republikanischen Partei gibt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine zeitnahe Umsetzung durchaus gegeben. "Wir werden diese einst große Industrie zurück nach Amerika bringen", schrieb Trump, nachdem er sich zu Beginn der Woche unter anderem mit dem von ihm als "Special Ambassador" eingesetzten Jon Voight und dessen Geschäftspartnern Steven Paul und Scott Karol getroffen hat. Dort sei ihm erklärt worden, dass die Produktionslandschaft in den USA an einem kritischen Punkt sei. Inzwischen gewährt eine dreistellige Anzahl an Ländern Vergünstigungen für Filmproduktionen - Länder, die hier zurückstehen, haben also einen wachsenden Nachteil.
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Niederlande: US-Streamer zeigen ein stetig wachsendes Interesse an Inhalten der klassischen europäischen TV-Sender, die in den jeweiligen Ländern jeweils schon große Bekanntheit genießen. Das hat sich schon in zahlreichen Deals der letzten Monate gezeigt, diese Woche kamen zwei weitere hinzu. So hat Netflix in den Niederlanden erstmals einen großen Lizenz-Deal mit Talpa geschlossen, der über 300 Folgen bekannter Formate von SBS6 umfasst. Das umfasst Formate wie "Chateau Meiland", "Mr. Frank Visser Doet Uitspraak" oder "Het Roer Om". Marloes Sturkenboom, Managing Director Group Content & Global IP bei Talpa: "Wir halten es für wichtig, dass starke niederländische Inhalte weiterhin ein breites Publikum erreichen. Da die Zuschauer nicht mehr an eine einzige Plattform gebunden sind, konzentriert sich unsere Partnerschaftsstrategie darauf, kontinuierlich neue Wege zu finden, um Talpa-Inhalte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen." Durch die Partnerschaft mit Netflix wolle man für die Titel neue Zuschauergruppen erschließen.
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Frankreich: Zwei andere Partner haben sich in Frankreich gefunden: Disney+ hat dort mit der zur RTL Group gehörenden Groupe M6 angebandelt und wird Titel wie die Sitcoms "Scènes de ménages" und "En Famille" ebenso auf seine Plattform nehmen wie die Reality-Formate "Mariés au premier regard" und "The Power: Qui a le pouvoir?". Die Inhalte erscheinen nicht alle gleichzeitig, am Ende umfasst der Deal aber mehrere hundert Episoden. M6-Chef David Larramendy sagt, die Vereinbarung "ermöglicht es einigen unserer bekanntesten Marken, ein neues Publikum zu erreichen und von der zusätzlichen Sichtbarkeit bei den Abonnenten von Disney+ zu profitieren. Diese Vereinbarung spiegelt den Wandel der audiovisuellen Medienlandschaft wider und zeigt, wie Sender und Streaming-Dienste zusammenarbeiten können, um neue Modelle zu entwickeln, von denen Publikum, Inhalte und Kreative gleichermaßen profitieren." Bei Disney+ spricht man von einer "idealen Ergänzung" der eigenen Inhalte.
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Schweiz: CH Media bündelt pünktlich zum 20. Geburtstag des Senders 3+ ihre acht nationalen Free-TV-Sender unter der einheitlichen Marke 3+. Zugleich werden die Programmprofile der einzelnen Sender geschärft und stärker an konkreten Interessen, Stimmungen und Nutzungsmotiven ausgerichtet - was sich dann auch direkt im Namen der jeweiligen Sender niederschlägt. Während 3+ als Hauptsender unangetastet bleibt, wird 4+ zu 3+ Movies und verspricht "Blockbuster am laufenden Band", TV24 wird zu 3+ Adrenalin (Sport und Real-Life). Aus S1 wird 3+ Focus für "Menschliche Themen", 5+ wird zu 3+ Series, TV25 wird zu 3+ Emotion, 6+ zu 3+ Crime und 7+ zu 3+ Family. Laut Malte Probst war das Ziel, das gewachsene Angebot angesichts sich verändernder Nutzungsgewohnheiten "verständlicher zu machen, ohne die Vielfalt zu verlieren". "Mit der gemeinsamen Marke 3+ schaffen wir Orientierung und geben jedem Sender ein klares Profil." Dass es eine gemeinsame Marke 3+ gibt, macht auch den Auftritt auf Social Media und YouTube einfacher. Das zentrale Streaming-Zuhause von CH Media heißt allerdings trotzdem weiterhin oneplus.com, weil es dort neben den Inhalten von 3+ auch RTL+ und Paramount+ gibt.
Serien-Update
© FOX
Von “Modern Family”-Co-Schöpfer Christopher Lloyd und “Modern Family”-Autor Danny Zuker stammt eine neue Serie, die ins Portfolio von Fox stößt. Entschieden hat man sich dort für die Comedy “Mammoth”, die wiederum auf der gleichnamigen BBC-Sitcom von Mike Bubbins basiert und für Fox die erste nicht-animierte Comedy-Bestellung nach zwei Jahren markiert. Erzählt wird in der Adaption eine Fish-out-of-Water-Komödie, die den Highschool-Sportlehrer Tony Mammoth fokussiert. Das Problem: dieser wurde 1983 durch eine Schneelawine ausgeknockt, 40 Jahre später kommt er jedoch wieder zu sich. Das 80er-Jahre Mindset erhielt kein Update, so auch der Look und das alte Auto, ein Trans AM. Der Rest um ihn herum hat sich allerdings stark verändert, was ihn aber nicht davon abhält, wieder in seinen alten Job einzusteigen. Andere Realitäten, Regeln und Beziehungsformen stellen ihn als Coach vor Herausforderungen.
© NBC
Geschichten über Flugzeugabstürze, wie in “Lost” oder zuletzt “Yellow Jackets” und “Herr der Fliegen”, kommen nicht aus der Mode. Im NBC’schen “Manifest” endete der Flug 828 von Jamaika nach New York City zwar nicht in der Katastrophe, allerdings erfahren die Menschen an Bord bei der Landung, dass mehr als fünf Jahre vergangen sind - dabei gab es eigentlich nur Turbulenzen auf einem gefühlt normal langen Flug. Als verschollen galten die Insassen jedoch für die Zurückgebliebenen mit “normalem” Zeitempfinden. Nachdem die Geschichte nach drei Staffeln von NBC für beendet erklärt wurde, belebte Netflix das Szenario mit einer 20 Folgen umfassenden vierten Staffel 2023 wieder. Drei Jahre nach dem Finale hat der Streamingdienst nun kommuniziert, dass das Spinoff “Arrivals: A New Manifest Mystery” geordert wurde. Darin kommt es dann tatsächlich zu einem Absturz und zwar in Denver. Die Passagiere steigen unverletzt aus, sie können sich aber an nichts mehr erinnern. Wer sind wir? Wo kommen wir her? Und vor allem, warum sind wir hier? Fortan gilt es einige Rätsel zu lösen, die auch mit der Rettung der Menschheit zu tun haben.
© Paramount
Wer übernimmt die Vormachtstellung in London: die Harrigans, die Stevensons, mexikanische oder marokkanische Clans oder gar das Kartell? Diese Frage wird in der am 18. September startenden, zweiten Staffel von “MobLand - Familie bis aufs Blut” weiter geklärt. Doch bevor es so weit ist, gab es noch gute Nachrichten für Fans von Mafiastoffen. Paramount+ schickt die von Guy Ritchie mitproduzierte Serie von Ronan Bennett in eine dritte Staffel. Die noch bessere Nachricht für Fans: neben Pierce Brosnan als Conrad Harrigan und Helen Mirren als Maeva Harrigan wird Tom Hardy wieder seine Rolle als Problemlöser, Harry da Souza, einnehmen. Dies ist keineswegs verständlich, kam es doch bei der Produktion von Staffel 2 zu Zerwürfnissen zwischen dem Schauspieler Hardy, der bei “MobLand” auch mitproduziert, den anderen Produzenten, sowie dem Showrunner Jez Butterworth. Durch ein Krisentreffen wurden die Differenzen jedoch so weit beigelegt, dass Tom Hardy in der dritten Staffel entgegen der Annahmen nun doch dabei ist.
© Disney
Grotesk geformte Wasserspeier an Brunnen oder Hauswänden, so genannte Gargoyles, wurden von Disney in “Gargoyles - Auf den Schwingen der Gerechtigkeit” vor über 30 Jahren auf animierte Weise in Szene gesetzt. Darin erwachen die tagsüber steinernen Gebilde nachts zu Leben und tun entgegen ihrer eigentlich böse anmutenden Fratzen-Optik Gutes. Gemeinsam mit der Polizistin Elisa Maza kämpfen sie gegen das Böse von New York. Die Story sollte im Rahmen einer Live-Action-Serie für Disney+ wiederbelebt werden, “Annabelle”-Autor Gary Dauberman und die Produktionsfirma Atomic Monster sollten dies realisieren. Drei Jahre lang war das Reboot in der Entwicklung, doch wie nun einer der Schöpfer des Originals, Greg Weisman, mitteilte, ist das Vorhaben gestorben. Es wird keine Live-Action-Neuauflage von “Gargoyles” bei Disney geben.
Serien-Ticker +++ Die Hulu-Serie “Furious” von Elizabeth Meriwether mit Emmy Rossum in der Hauptrolle als FBI-Agentin Alice Black erhält eine zweite Staffel +++ Weiter geht es bei Hulu auch für “Vanderpump Villa”. In der nun bestellten vierten Staffel geht es dann nach Salzburg +++ Mehr will Netflix von der Comedy “Tires”. Bestellt wurde auch hier eine vierte Staffel +++ Bei Paramount+ ist man in Verlängerungslaune: neben “MobLand” wurden auch vier ehemalige BET+Originals in eine weitere Runde geschickt. “Divorced Sistas” und “The Black Hamptons” erhalten eine dritte Staffel, “Zatima” eine sechste und “The Family Business” eine siebte +++ Die dänische Produktionsfirma Lunderskov Magic und das britische Haus CMG Productions verbinden sich für eine internationale Ko-Produktion “Gunsmoke & Mirrors”, die sich aktuell in der Entwicklung befindet. Sie soll im späten 19. Jahrhundert spielen und die Transformation eines dänischen Straftäters zu einem Helden in der Frontier-Bewegung erzählen +++ Apple TV nimmt “Small Prophets” von Mackenzie Crook ins Portfolio auf. Die BBC-Dramedy über das Verschwinden einer Frau und einen magischen Zaubertrank ist ab dem 7. Oktober weltweit (Ausnahme UK) abrufbar +++
USA planen Tax Incentives, Streamer kaufen bei Europas Sendern
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