© ITV
USA: "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" ist in Deutschland seit dem Start im Jahr 2004 durchweg das mit Abstand erfolgreichste Reality-Format des Landes, in UK ist "I'm a Celebrity - Get me out of here" sogar schon seit 2002 on air. Doch zum weltweiten Hit avancierte das Format nie, aktuell ist es ansonsten einzig noch in Australien zu sehen, in vielen anderen Ländern gab es nur kurzlebige Adaptionen. Auch in den USA fasste das "Dschungelcamp" nie Tritt: 2003 versuchte sich ABC an einer Adaption, 2009 NBC, beide Male war nach einer Staffel Schluss. Doch 2027 wagt der zu NBC gehörende Streamer Peacock einen neuen Anlauf. Allerdings schraubt man für das Format, das auf die "Celebrities" im Arbeitstitel verzichtet und nur als "Get me out of here" entwickelt wird, spürbar am Format. Geplant ist, dass die Stars jeweils im Team mit einem nicht-prominenten Freund oder Familienmitglied antreten. Gemeinsam sollen sich diese dann "physischen und psychischen Herausforderungen" stellen, um sich Belohnungen zu verdienen und nicht auszuscheiden. Gleich bleibt aber das Dschungel-Setting und der Verzicht auf jegliche Annehmlichkeiten und Komfort. "Die Teams sind mehr denn je aufeinander angewiesen und müssen allen Widrigkeiten des Dschungels trotzen, während ihre Willenskraft, Ausdauer und Belastbarkeit bis an die Grenzen strapaziert werden", heißt es in der Beschreibung. Klingt nach einem deutlich anderen Ansatz als man das hierzulande vom Dschungelcamp kennt.
© Channel 4
Großbritannien: Channel 4 steht vor dem größten Stellenabbau seiner 43-jährigen Geschichte. Bis Ende des Jahres sollen rund 340 Stellen wegfallen - das entspricht rund 28 Prozent aller Beschäftigten. Channel-4-Chefin Priya Dogra, die ihr Amt vor sechs Monaten angetreten hat, begründet den Einschnitt mit einem schwieriger gewordenen Werbemarkt, steigenden Produktionskosten und dem wachsenden Druck durch globale Plattformen und größere Wettbewerber. Seit 2019 seien die operativen Kosten bei weitgehend stabilen Einnahmen um 25 Prozent gestiegen. Zugleich sei der britische TV-Werbemarkt seit 2019 um mehr als 400 Millionen Pfund geschrumpft. Durch eine neue Organisationsstruktur mit weniger Managementebenen und weniger Doppelstrukturen soll künftig ein größerer Anteil der Einnahmen in Programme fließen. Details zu den Auswirkungen auf das Programmgeschäft und die geplante Ausweitung der Eigenproduktionen stehen noch aus. Die BBC hatte zuletzt ebenfalls einen Abbau von rund 2.000 Stellen angekündigt. Channel 4 ist ebenfalls ein Sender im öffentlichen Besitz, finanziert sich aber nicht aus Rundfunkgebühren, sondern durch Werbung.
© Amazon
USA: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Synchronisierung von Serien ist ein heikles Thema. Synchronsprecherinnen und -sprecher fürchten um ihre Jobs - und bislang können sie auch darauf verweisen, dass KI-generierte Snychro erheblich schlechter funktioniert als der klassische Weg. Auch Amazon hat damit schon negative Schlagzeilen produziert (war damals für die peinliche KI-Synchro aber nicht selbst verantwortlich). Nun wurde für Prime Video aber eine neue Technik angekündigt, die das Beste aus beiden Welten vereinen soll: Amazon setzt demnach weiterhin auf eine klassische Synchronisation durch Menschen, passt aber die Lippenbewegungen mit KI-Tools an die Synchronisation an. Zum ersten Mal kommt diese neue Technologie bei der englischen Synchronisation der deutschen Serie "Maxton Hall" zum Einsatz. Dieser "verantwortungsvolle Einsatz von KI- und VFX-Technologie solle es dem internationalen Publikum ermöglichen, voll in die Geschichten eintauchen zu können, ohne von asynchronen Lippenbewegungen abgelenkt zu werden. Die neue Technik kommt nicht nur bei der kommenden 3. Staffel von "Maxton Hall" zum Einsatz, auch die ersten beiden werden nachbearbeitet. Generell will man die neue Synchro-Technik dann auf weitere Produktionen ausweiten.
© Ongehoord Nederland
Niederlande: In den Niederlanden droht dem öffentlich-rechtlichen rechtspopulistischen Sender Ongehoord Nederland der Lizenzentzug. Das öffentlich-rechtliche System ist dort anders organisiert als etwa in Deutschland: Verschiedene gesellschaftlich und politisch profilierte Rundfunkvereine machen dort unabhängig voneinander unter dem Dach der NPO Programm. Kulturministerin Rianne Letschert kündigte nun an, die bis Ende 2028 laufende Lizenz von Ongehoord Nederland vorzeitig entziehen zu wollen. Hintergrund sind wiederholte Verstöße gegen journalistische Standards, darunter Fake News, Verschwörungstheorien sowie rassistische und antisemitische Äußerungen. Den unmittelbaren Anlass lieferte eine Ende Juli ausgestrahlte Online-Sendung, in der ein Moderator einer Hitler-Aussage zustimmte, wonach eine "wurzellose internationale Clique" die Völker gegeneinander aufhetze, und Hitler dafür lobte, dies "ganz gut" gesagt zu haben. Sowohl die Medienaufsicht als auch der öffentlich-rechtliche Dachverband NPO stellten sich gegen den Sender. Ongehoord Nederland will gegen den Lizenzentzug rechtlich vorgehen. Umstritten ist die Entscheidung auch deshalb, weil ein Ausschluss aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht auf einer politischen Bewertung von Inhalten beruhen darf und damit die Frage aufgeworfen wird, wie sich der Fall auf die Meinungsfreiheit auswirken könnte.
© Screenshot ABC
USA: Der Konflikt zwischen Jimmy Kimmel, ABC und der US-Medienaufsicht FCC sorgt weiter für Schlagzeilen. Die FCC unterzieht bekanntlich die Broadcast-Lizenzen mehrere ABC-Stationen einer vorzeitigen Überprüfung, droht also mit deren Entzug. Als Kimmel am Donnerstag nun den demokratischen Senatskandidaten James Talarico aus Texas interviewte, wurde dieses Gespräch nicht bei ABC, sondern ausschließlich auf dem YouTube-Kanal von "Jimmy Kimmel Live!" gezeigt. Kimmel begründete die Entscheidung mit dem Druck der von Donald Trump eingesetzten FCC auf ihn, seine Show, ABC und lokale ABC-Stationen in Texas. Hintergrund ist ein Streit um die "Equal-Time"-Regeln. Diese besagen, dass Rundfunksender konkurrierenden Kandidaten grundsätzlich vergleichbare Sendezeit einräumen müssen. Für Late-Night- und Daytime-Talkshows galt diese Vorgabe bislang eigentlich nicht, weil sie als journalistische Formate von der Regel ausgenommen waren – eine Praxis, die die FCC Anfang des Jahres anders auslegt. Aus Rücksicht auf die Affiliates wolle man diese nun nicht weiteren Problemen mit der FCC aussetzen, so Kimmel. Bereits im Februar hatte Stephen Colbert ein Interview mit Talarico wegen entsprechender FCC-Vorgaben nur online gezeigt. Talarico kritisierte die Entscheidung als "gefährlichste Form von Cancel Culture".
© Unifrance
Frankreich: Der internationale Verkauf französischer TV-Programme ist 2025 deutlich eingebrochen. Wie CNC und Unifrance berichten, gingen die Exporte im Jahresvergleich um 21,6 Prozent auf 164,3 Millionen Euro zurück, das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren. 2024 hatte der Markt noch um drei Prozent zugelegt und mit 209,6 Millionen Euro den zweitbesten Wert der vergangenen 30 Jahre erreicht. Besonders stark betroffen war die Fiction: Die Verkäufe sanken um 27 Prozent auf 54,9 Millionen Euro, dennoch blieb sie mit einem Anteil von 33,4 Prozent das wichtigste Exportgenre. Auch Animation verlor kräftig und kam nach einem Rückgang um 30,3 Prozent nur noch auf 32,2 Millionen Euro. Robuster zeigte sich der Dokumentarfilm, dessen Verkäufe lediglich um 2,7 Prozent auf 43,1 Millionen Euro zurückgingen und der erstmals einen höheren Exportanteil als Animation erreichte. Als Gründe nennen CNC und Unifrance ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, sinkende TV-Werbeerlöse, Budgetkürzungen bei öffentlich-rechtlichen Sendern sowie eine stärkere Fokussierung auf lokale Inhalte.
© Atresmedia
Spanien: Netflix baut in Spanien sein Angebot an täglichen TV-Inhalten aus und hat dafür eine Vereinbarung mit der Mediengruppe Atresmedia geschlossen. Nach "Equipo de Investigación" sind nun auch "El Hormiguero", "El Intermedio", "Pasapalabra" und die tägliche Serie "Sueños de libertad" jeweils nach ihrer TV-Ausstrahlung direkt bei Netflix abrufbar. Damit erweitert Netflix die seit 2015 bestehende Zusammenarbeit mit Atresmedia erstmals deutlich über fiktionale Inhalte hinaus. Zu den bereits gemeinsam erfolgreichen Serien zählen unter anderem "Velvet", "Vis a Vis" und "Haus des Geldes". Mit "El Hormiguero" und "El Intermedio" holt Netflix nun zwei der wichtigsten täglichen Primetime-Marken Spaniens auf die Plattform. Damit macht Netflix auch dem Atresmedia-eigenen Atresplayer Konkurrenz.
Serien-Update
© Comedy Central
"South Park" nimmt sich auch weiterhin Donald Trump vor: Vor dem Start der 29. Staffel kündigten die Macher Trey Parker und Matt Stone an, die Serie in "South America" umzubenennen. Damit parodieren sie Trumps Hang dazu, Orten plötzlich den Namen "America" aufzudrücken - wie unlängst dem "Lake Ontario", der nun nach Trumps Willen "Lake America" heißen soll, oder dem Golf von Mexiko, der nun der Golf von Amerika sein soll. Bei der Umbenennung der Serie habe man sich "von der Tapferkeit und de Patriotismus von Apple und Google" inspirieren lassen, die die neune Namen bereits in ihren Kartendiensten integriert haben. Auch der eigene Mutterkonzern bekommt noch sein Fett weg und wird als "Paramount - A Skydance Capitulation" betitelt. Ob es sich um einen kurzzeitigen Gag zum Start der Staffel handelt, oder ob dieser über längere Zeit durchgezogen wird, ist unklar. Start der neuen Folgen ist am 16. September.
© Netflix
Netflix und Peacock setzen auf bekannte Romanstoffe: Netflix hat eine Serienadaption von Larry McMurtrys Western-Klassiker "Lonesome Dove" in Auftrag gegeben. Als Showrunner und Autoren fungieren Zoe Kazan und Jeb Stuart, die für Netflix bereits die kommende Miniserie "East of Eden" umgesetzt haben. Die als fortlaufende Serie angelegte Neuauflage folgt den ehemaligen Texas Rangers Gus McCrae und Woodrow Call bei einem letzten gefährlichen Viehtrieb von Texas nach Montana. "Lonesome Dove" war 1989 bereits als erfolgreiche CBS-Miniserie mit Robert Duvall und Tommy Lee Jones verfilmt worden und gewann unter anderem sieben Emmys. Peacock wiederum hat nach mehrjähriger Entwicklung "Before I Let Go" bestellt, eine Adaption von Kennedy Ryans gleichnamigem Bestseller. Im Mittelpunkt des romantischen Dramas stehen ein geschiedenes Paar, das trotz gemeinsamer Kinder und alter Verletzungen weiterhin Gefühle füreinander hat. Ryan und Malcolm D. Lee haben den Pilotfilm gemeinsam geschrieben, Attica und Tembi Locke übernehmen als Showrunnerinnen. "Before I Let Go" ist der erste Band von Ryans dreiteiliger Skyland-Reihe.
Serien-Ticker +++ Netflix gibt "Ransom Canyon" den Laufpass: Nach zwei Staffeln endet die Texas-Romanze +++ Ende des Jahres kommt noch eine dritte Staffel der Starz-Serie "P-Valley", mit der die Serie zu einem Abschluss gebracht wird +++ Die BBC-Comedy "Small Prophets" war mit bis zu 9,2 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern ein großer Erfolg und erhält daher eine zweite Staffel +++ Schon 2024 hat Apple TV neben der dritten auch eine vierte Staffel von "Silo" in Auftrag gegeben. Nun ist auch offiziell klar, dass es diese die Geschichte auch zum Abschluss bringt. Veröffentlicht wird sie im Juli 2027 +++ Es war ein bittersüßes Wochenende fürs Team von "Spider-Noir": Bevor die Serie mehrere Emmys erhielt, entschied sich Amazon, keine zweite Staffel in Auftrag zu geben +++