SkyShowtime © ViacomCBS / Comcast
Europa: Die Zukunft des Streamingdienstes SkyShowtime ist offenbar ungewiss. Medienberichten zufolge prüfen Comcast und Paramount Skydance verschiedene strategische Optionen für ihr Gemeinschaftsunternehmen - bis hin zu einer vollständigen Einstellung des Angebots. Das geht laut "Reuters" aus einem Schreiben des SkyShowtime-Verwaltungsrats an CEO Monty Sarhan hervor. Als Grund wird das schwierige und wettbewerbsintensive Marktumfeld genannt. Sarhan informierte daraufhin auch die Belegschaft über die Überlegungen und räumte ein, dass die Nachricht für Unsicherheit sorgen dürfte. Eine Entscheidung über die Zukunft des Dienstes ist demnach noch nicht gefallen. SkyShowtime war 2022 gestartet und ist inzwischen in 22 europäischen Märkten verfügbar, darunter Spanien, Portugal, Dänemark und Schweden.

Channel 4 © Channel 4
Großbritannien: Channel 4 will trotz seines drastischen Sparkurses nicht an der Vergütung seiner Führungskräfte rütteln. Wie "Deadline" berichtet, erwägt der Verwaltungsrat des britischen Senders derzeit keine Reduzierung der Spitzengehälter. Das Thema sorgt für Diskussionen, weil die neue CEO Priya Dogra zugleich einen umfassenden Umbau eingeleitet hat, in dessen Zuge bis Jahresende 340 Stellen und damit mehr als ein Viertel der Belegschaft wegfallen sollen. Unter Dogras Vorgängerin Alex Mahon war die Zahl der Beschäftigten deutlich gestiegen; zugleich erreichten auch die Bezüge des Top-Managements Rekordwerte. Mahon erhielt während ihrer Amtszeit insgesamt 8,46 Millionen Pfund, der frühere Content-Chef Ian Katz kam in seinen ersten sechs Jahren auf 4,2 Millionen Pfund. Channel 4 verteidigt die Entwicklung mit dem tiefgreifenden Umbau des Unternehmens, darunter die stärkere Präsenz außerhalb Londons und die Transformation zum Streaming-Anbieter. Dogra will nun Doppelstrukturen abbauen und mehr Geld ins Programm lenken. Unter anderem sollen die bislang getrennten Drama- und Comedy-Teams zusammengelegt werden. Zusätzlich verschärft wird der Sparkurs nach Senderangaben durch eine unerwartet schwache Entwicklung des Werbemarkts.

Paramount © Paramount
Großbritannien: Channel 4 und Paramount bündeln in Großbritannien Teile ihres Werbeverkaufs. Von 2027 an übernimmt Channel 4 Sales exklusiv die Vermarktung der klassischen TV- und Streamingangebote von Paramount, darunter der Privatsender 5 sowie dessen Ableger 5USA, 5Star, 5Select und 5Action. Auch die Werbezeiten von MTV, Comedy Central und Nickelodeon werden künftig von Channel 4 vermarktet. Erstmals liegt damit der Werbeverkauf der beiden kommerziell finanzierten Public-Service-Sender Channel 4 und 5 in einer Hand. Paramount behält dagegen die Vermarktung seiner Direct-to-Consumer-Angebote Paramount+ und Pluto TV sowie unter anderem Sponsoring und kreative Partnerschaften im eigenen Haus. Channel-4-Chefin Priya Dogra verspricht sich von der langfristig angelegten Kooperation größere Reichweiten für Werbekunden und zusätzliche kommerzielle Möglichkeiten für beide Unternehmen. 5 erreicht nach eigenen Angaben monatlich 28,5 Millionen Menschen in Großbritannien und zählt 24 Millionen registrierte Streaming-Nutzer.

Eurovision Song Contest 2026 © Sarah Louise Bennett / EBU
Irland: Auch 2027 wird Irland nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen. Der öffentlich-rechtliche Sender RTÉ kündigte an, weder einen Beitrag zu nominieren noch den Wettbewerb zu übertragen. Zur Begründung verwies der Sender auf den anhaltenden Verlust von Menschenleben im Gazastreifen und die dortige humanitäre Krise infolge des Vorgehens der israelischen Armee. Bereits beim diesjährigen ESC in Wien hatte Irland gemeinsam mit vier weiteren Ländern aus Protest gegen die Teilnahme Israels auf eine Teilnahme verzichtet. Die EBU bedauere die erneute Absage, respektiere die Entscheidung jedoch, erklärte ESC-Direktor Martin Green. Auch die Niederlande hatten jüngst angekündigt, 2027 erneut nicht teilnehmen zu wollen, sollte Israel dabei sein. Der 71. Eurovision Song Contest soll im Mai kommenden Jahres im bulgarischen Burgas stattfinden, nachdem die Sängerin Dara 2026 für Bulgarien gewonnen hatte.

Strictly Pro Dance Off © BBC
Großbritannien: Die BBC baut "Strictly Come Dancing" - das britische "Let's Dance"-Original - mit einem neuen Format für ein junges Publikum aus. "Strictly Pro Dance Off" startet bereits an diesem Samstag beim Kindersender CBBC und im BBC iPlayer. In den jeweils siebenminütigen Folgen treten die Profitänzerinnen und -tänzer der großen Abendshow gegeneinander an: Ein "Strictly"-Profi bringt zwei Kolleginnen oder Kollegen zunächst eine Choreografie bei, anschließend treten die beiden im Dance-Battle gegeneinander an und werden von ihrem jeweiligen "Lehrmeister" mit den bekannten Punktetafeln bewertet. Zum Auftakt übernimmt Dianne Buswell die Rolle der Trainerin, Kai Widdrington und Lauren Oakley treten mit einem Jive gegeneinander an. Die einzelnen Ausgaben werden zunächst im Rahmen der samstäglichen CBBC-Show "Saturday Mash-Up!" ausgestrahlt und greifen jeweils Themen der am selben Abend laufenden Folge auf. Die Produktion übernimmt BBC Studios Entertainment.

Primetime Emmys 2026 © Television Academy
USA: Die Emmys könnten künftig bei Prime Video laufen. Nach Informationen des US-Branchendienstes "Variety" befindet sich die Television Academy in fortgeschrittenen Gesprächen mit Amazon über die Übertragungsrechte. Ein Abschluss würde eine Zäsur bedeuten: Erstmals seit dem Start der Emmys im Jahr 1949 wäre die Preisverleihung nicht mehr im klassischen US-Fernsehen zu sehen. Zugleich würde damit nach 31 Jahren das sogenannte "Wheel Deal"-Modell enden, bei dem sich ABC, CBS, Fox und NBC mit der Übertragung jährlich abwechselten. Zuletzt sollen die Networks dafür jeweils etwas mehr als acht Millionen Dollar pro Jahr gezahlt haben. Die Emmys wären damit die nächste große US-Awardshow, die komplett ins Streaming wandert: Die SAG Awards laufen bereits bei Netflix, die Oscars wechseln 2029 von ABC zu YouTube. Noch ist der Deal allerdings nicht abgeschlossen; über mögliche Konditionen ist bislang dementsprechend nichts bekannt. Kleine Randnotiz: Bei der jüngsten Emmy-Verleihung war Prime Video leer ausgegangen.

Serien-Update

Bereits im Dezember wurde eine Serienadaption heiß gehandelt: Wieder aufgelegt werden sollte “Gefährliche Brandung”, im Original “Point Break”, welches vor 35 Jahren Patrick Swayze als Surfer Bodhi und Keanu Reeves als FBI-Undercover-Agent, Johnny Utah, im Kino aufeinandertreffen ließ. Nun gab es von AMC und dem französischen Canal+ grünes Licht für die Neuauflage von Alcon Entertainment. Wie bereits bekannt war, soll die Serie von Dave Kalstein Jahrzehnte nach der Filmhandlung ansetzen und sich um eine neue Gruppe aus Kriminellen mit Wellenreiter-Bezug drehen. Um diese zu infiltrieren, greift das FBI auf einen ehemaligen Profi-Surfer zurück, der wiederum selbst eine dunkle Vergangenheit hat. Ein Bindeglied der zunächst achtteiligen Serie zum Film bildet die berüchtigte Gang der “Ex-Präsidenten” mit entsprechender Maskierung. 

FOX © FOX
Die viermalige Emmy-Gewinnerin und vor allem mit den “Sopranos” und “Nurse Jackie” assoziierte Edie Falco hat ein neues Engagement. Fox hat für 2027/28 das Rechtsdrama “Katie Greaves” bestellt, in dem sie die Hauptrolle übernimmt. Darin wechselt Falco ins juristische Fach und mimt eine einst engagierte Pflichtverteidigerin, die ihren Job aufgrund einer persönlichen Tragödie aufgab. Stattdessen versucht sich die titelgebende Protagonistin in der Erziehung der Enkelkinder, worüber sie unerwartet wieder in Fragen ihres Jobs als Anwältin zurückfindet. Hat nicht jeder eine zweite Chance verdient und jemanden, der sich dafür einsetzt? Diese und weitere juristische Fragen trieben auch “Judge Judy” in 30 Jahren TV-Karriere um. In “Barbara Salesch”-Manier urteilte die Richterin bissig wie humorvoll in ihrer Reality, doch das endet nun altersbedingt. Jedoch setzt sich die bald 84-jährige Judith B. Sheindlin nicht ganz zur Ruhe, sie bleibt hinter der Kamera aktiv und protegiert ihren Sohn Adam Levy bei seiner Gerichtsshow “Adam’s Law”, die vor wenigen Tagen gestartet ist.

Netflix © Netflix
Viel spekuliert wurde in den letzten Jahrzehnten über eine Serienversion zum Gaming-Klassiker “Diablo”. Wie nun auf der BlizzCon von Hersteller Blizzard Entertainment bekannt gegeben, arbeitet man bei Netflix an einer animierten Serie des erfolgreichen Franchise, das 1996 seinen Anfang nahm und daher in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Eintreten will man beim Streamingdienst, der das Projekt bestätigte, also in die düstere Fantasywelt Sanktuario, die zwischen den Mächten des Himmels und der Hölle gefangen ist. Im Spiel schlüpft man in die Rolle des Helden, der auch gegen den mächtigen Dämonenfürsten Diablo antritt. Wer gewinnt den Kampf um das Schicksal der Menschheit zwischen Dämonen, Engeln und den Menschen? Bei Netflix will man genau das seriell aufarbeiten. Düster wird es auch in der jetzt bestellten Serie “All The Rage” von Liz Feldman (“Dead to Me”) zugehen, wenn auch mit einem lustigen Unterton. In der Netflix-Comedy geht es um zwei ehemals beste Freunde, die Rache an der Person nehmen, die sie einst zum Zerwürfnis brachte. 

HBO Max © Warner Bros. Discovery
Ray Romano, Kaley Cuoco, Joshua Jackson und Rita Wilson sind Teil des neuen Familiendramas von Greg Berlanti bei HBO Max. Nachdem bereits im November ein Pilot von “How To Survive Without Me” beauftragt wurde, gab es nun das finale Go für zunächst 15 Folgen für eine Auftaktstaffel. Im Fokus steht Familie De Angelis, die um ihre Matriarchin Beverly (Wilson) trauert. Weder ihr Witwer (Romano), noch die weiteren Familienmitglieder, wissen, wie sie ihr Leben ohne sie strukturiert bekommen. Doch im Sinne Beverlys muss die Familie zusammenhalten, auch, um ihr letztes Werk zu erleben. Verglichen wird der Vibe des Dramas mit “Brothers and Sisters” oder “Everwood”, ebenfalls von Berlanti, sowie Alan Balls “Six Feet Under”. 

The Pitt © Warrick Page/HBO Max
Sechs Preise gab es bei den diesjährigen Emmys für die Dramaserie “The Pitt” von HBO Max - Preis für die Königskategorie und beste Schauspielleistung für Noah Wyle inklusive. Da überrascht es wenig, dass man den Erfolg und Hype idealerweise auch in andere Länder mit Adaptionen transferieren möchte. Mit “Rush” (Arbeitstitel) soll dies in Frankreich gelingen, denn dort soll laut Sarah Aubrey von HBO Max der europäische Siegeszug idealerweise beginnen. Das sich in der Entwicklung befindende Medizin-Drama spielt in Paris, mit medizinischem Personal, das gegen die Zeit arbeitet, aber mobil miteinander um Leben kämpft: Rettungsmaßnahmen an Straßenecken, in der U-Bahn, oder auch vor Ort in Wohnungen. 

NBC © NBC
David Hyde Pierce durfte seine Rolle als Dr. Niles Crane, jüngerer Bruder von Dr. Frasier Crane, in den 1990er Jahren und folgend in der NBC-Sitcom “Frasier” in elf Staffeln spielen. Vier Primetime-Emmys und viele Jahre später hatte er auf die Neuauflage bei Paramount+ jedoch keine Lust, sodass Kelsey Grammers Charakter “Frasier” seine dritte Lebenshälfte ohne seinen Serienbruder bestreiten muss. Allerdings könnte es eine Rückkehr von David Hyde Pierce bei NBC geben, denn zusammen mit dem Macher einer anderen ehemaligen NBC-Comedy, “Caroline In The City”, Marco Pennette, arbeitet er an einer Multi-Cam-Comedy. Im bislang noch namenlosen Projekt würde Pierce einen älteren Herren spielen, der feststellen muss, dass es sich rächt, sein eigenes Leben nie zu hinterfragen

Serien-Ticker: +++ Hulu hat eine neue Rom-Com von und mit Mary Beth Barone bestellt. In “Hard Feelings” von A24 spielt sie eine gefragte Dating-Beraterin in NYC. Dabei bringt sie Männern bei, empathisch zu kommunizieren und Gefühle zuzulassen. Doof nur, dass sie selbst Männer datet, die genau das nicht erfüllen +++ In den wichtigen Kategorien ging “Only Margo” von David E. Kelley bei den Emmys zwar leer aus, dafür gab es drei in den Handwerkskategorien für die Comedy. Zusammen mit SK Global hat Kelley eine neue Miniserie am Start, die in den nächsten Wochen per Pitch angeboten wird. Für die Hauptrolle in “Smokeshow” vorgesehen, ist “White Lotus”-Schauspielerin Meghann Fahy, die eine Undercover-Agentin spielt, die zu nah ans Zielobjekt gerät +++ Zwar ist bei Apple TV jetzt erst die sechste Staffel von “Slow Horses” mit Gary Oldman gestartet, in den Plänen ist man jedoch schon viel weiter. So wurde nun eine achte Staffel geordert, die dann auf dem neunten Buch “Clown Town” aus der “Slough House”-Reihe von Mick Herron basiert. Bei den Emmys gab es mit dem Gewinn des Preises für die beste Regie ebenfalls einen Erfolg +++ Peacock macht kurzen Prozess und trennt sich nach nur einer Staffel vom Crime-Drama “M.I.A” +++ Nach 25 Jahren gibt es ein Revival der australischen Serie “McLeods Töchter” von Stan. Die Rollen der eine Rinderfarm in Südaustralien führenden Schwestern übernehmen Rachel Griffiths, Angourie Rice und Anna Friel +++ Stan, RTE und BBC wollen unterdessen mehr von anderen Schwestern: “The Walsh Sisters” erhält eine zweite Staffel +++