International Update vom 25. September
Niederlande zurück beim ESC, BBC Three erneut auf der Kippe
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Die Niederlande kehren nun doch zum ESC zurück, Belgien bleibt an Bord. In Großbritannien steht BBC Three zum zweiten Mal vor dem Aus. Beim Warner-Deal droht Paramount doch noch eine Verzögerung. Und Darkwing Duck ist wieder da.
© BBC Three
Großbritannien: Die BBC hat im vergangenen Jahr massiv auf ihre finanziellen Rücklagen zugegriffen, die Cash-Reserve sank einem Bericht des "Guardian" zufolge rapide von 369 Millionen auf nur noch 125 Millionen Pfund. Es bestehe also nicht mehr viel "Ellbogenfreiheit für irgendetwas", warnte BBC-Boss Matt Brittin in einem internen Call - was wohl auch die Notwendigkeit des nächsten großen Sparprogramms unterstreichen sollte, das die BBC vor sich hat. Wie "Deadline" berichtet, könnten schon kommende Woche begleitend zu einem Stellenabbau auch "direkt das Publikum betreffende" Schließungen geben - konkret also auch die Einstellung ganzer Radio- oder TV-Sender. Brittin hatte eine Überprüfung des Senderportfolios bereits im Juni angekündigt. Spekulationen zufolge könnte es erneut BBC Three treffen - schon zum zweiten Mal. 2016 hatte die BBC das lineare Programm eingestellt und das an ein junges Publikum gerichtete Programm rein online fortgeführt. 2022 revidierte man diese Entscheidung und schickte den Sender doch wieder linear on air. Auch zur Debatte seht demnach der vor sieben Jahren gestartete Sender BBC Scotland. Der zu Paramount gehörende Sender 5 hat hingegen gerade angekündigt, am 21. Oktober 5Drama als linearen Sender (als Ersatz für 5Select) zu starten. Dort sollen rund um die Uhr eigene und zugekaufte fiktionale Serien zu sehen sein - dort glaubt man also offenbar noch stärker auch an lineare Angebote.
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Niederlande/Belgien: Die Niederlande kehren nach einem Jahr Pause 2027 zum Eurovision Song Contest zurück. Die öffentlich-rechtliche Dachorganisation NPO wird die Organisation der Teilnahme dafür nun selbst übernehmen. Seit 2014 war eigentlich der Sender AVROTROS für den holländischen Beitrag zuständig, hatte aber kürzlich unter Verweis auf die Teilnahme Israels klar gemacht, dass man eine eigene Teilnahme erneut nicht mit den öffentlich-rechtlichen Werten vereinbar halte. Innerhalb des öffentlich-rechtlichen Senderverbunds waren mehrere Sender anderer Meinung, wollten die ESC-Organisation aber nicht selbst stemmen. Nun übernimmt stattdessen also die NPO. Deren Vorstandsvorsitzender Jet de Ranitz erklärte, dass man die EBU ausdrücklich darum gebeten habe, den "verbindenden Charakter des Wettbewerbs wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen". Um die künftige Entwicklung mitgestalten zu können, nehme man wieder am ESC teil. Ein Wackelkandidat war bislang auch Belgien, in dieser Woche hat aber auch der belgische Sender VRT bestätigt, dass man 2027 in Burgas dabei sein wird. Hier hat wohl geholfen, dass die EBU schon einige Regeländerungen durchgeführt hat. Der Sender teilte mit, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe und sie nicht als Billigung des israelischen Vorgehens im Gaza-Streifen zu sehen sei. "Wir stellen jedoch fest, dass die EBU schwierigen gesellschaftlichen und geopolitischen Themen nicht mehr aus dem Weg geht." Man wolle die Bemühungen unterstützen, die Werte wiederherzustellen, für die der ESC stehe, da dieser Prozess noch nicht abgeschlossen sei.
© Paramount
USA: Obwohl sich Paramount und die zwölf US-Bundesstaaten im Streit um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery in dieser Woche bekanntlich auf einen Vergleich geeinigt haben (mehr zu den Details hier), ist der 111-Milliarden-Dollar-Deal noch immer nicht endgültig über die Bühne - denn zunächst muss dieser Vergleich noch vom Gericht bestätigt werden. Das galt eigentlich als reine Formsache - doch kurz vor der Anhörung hat Richterin Araceli Martínez-Olguín Anträge von Gegnern der Fusion zugelassen, eigene Stellungnahmen als "amicus brief" einzureichen - damit können sich auch Nicht-Verfahrensbeteiligte äußern. Damit dürfte sich eine sofortige Genehmigung des Vergleichs zumindest verzögern. Bei der Anhörung stellte die Richterin zudem mehrere Fragen zu dessen rechtlichen Grundlagen und machte deutlich, dass sie die Vereinbarung nicht einfach durchwinken werde. Eine Entscheidung solle "zu gegebener Zeit" fallen. Viel Zeit hat Paramount freilich nicht, denn jeder Tag erhöht die Kosten: Ab 1. Oktober fällt eine sogenannte Ticking Fee von sieben Millionen Dollar pro Tag an, die an WBD-Aktionäre zu zahlen ist. Parmaount hat unterdessen angekündigt, nochmal 7,5 Milliarden Dollar weitere Schulden zur Finanzierung des Deals aufzunehmen. Schon vor dieser Ankündigung prognostizierte Morgan Stanley, dass auf dem fusionierten Unternehmen Ende des Jahres eine Nettoverschuldung in Höhe von 77,2 Milliarden Dollar lasten werde - dieser Betrag dürfte nun noch übertroffen werden. Paramount könnte also frisches Eigenkapital durch neue Investoren gut gebrauchen. Einem "Semafor"-Bericht zufolge will David Ellison dafür auch Elon Musk gewinnen - was Kritiker der Fusion kaum beruhigen wird.
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USA: Am Donnerstag sind sich Ellison und Musk auf jeden Fall schonmal bei einem Dinner im Weißen Haus begegnet - denn beide waren offenbar zum Staatsbankett mit Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping geladen. Die Anwesenheit Ellisons sorgte vor allem deswegen für Schlagzeilen, weil seine mutmaßliche Neuerwerbung CNN nicht für Berichterstattung vor Ort sein durfte. US-Präsident Trump hatte CNN, MS NOW und "Politico" in dieser Woche aus dem Weißen Haus verbannt, die anderen Mitglieder des "Fernsehpools" erklärten sich daraufhin solidarisch und schränkten ihre Berichterstattung ebenfalls ein. CNN, MS NOW und "Politico" zogen vor Gericht und bekamen - von einem von Trump selbst ernannten Richter - vorläufig recht. Danach erhielten sie ihre Akkreditierung zwar theoretisch zurück, trotzdem wurde ihnen der Zugang auch teils weiterhin verwehrt. Das führte dazu, dass im US-Fernsehen weithin keine bewegten Bilder des Staatsbesuchs von Xi Jinping zu sehen waren. Trump startete nach der zwischenzeitlichen Verbannung von CNN & Co. mit "Trump TV" einen eigenen 24-Stunden-Livestream unter anderem auf YouTube - allerdings mit sehr überschaubaren Nutzungszahlen.
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Frankreich: Die französische Film- und TV-Branche warnt vor den Folgen geplanter Kürzungen bei France Télévisions. Die Regierung will die staatliche Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Senders 2027 um 47 Millionen Euro reduzieren. Zusammen mit sinkenden Werbeeinnahmen und der Inflation drohe sogar ein Minus von insgesamt rund 90 Millionen Euro, erklärte France-Télévisions-Präsidentin Delphine Ernotte Cunci gegenüber "Le Monde". Bereits 2026 war die staatliche Finanzierung um 80 Millionen Euro gekürzt worden. In einem offenen Brief sprechen die Produzentenverbände SPI, USPA und AnimFrance von einer schweren Belastung für die gesamte Branche: Rund 700 Produktionsfirmen arbeiten mit France Télévisions zusammen, nach Einschätzung der Verbände könnten durch weniger Aufträge fast 10.000 weitere Arbeitsplätze verloren gehen – zusätzlich zu seit 2023 bereits weggefallenen 10.000 Stellen. Die Verbände kritisieren insbesondere den Widerspruch zu den Aussagen beim von Präsident Emmanuel Macron Anfang September veranstalteten Lumière Summit, bei dem die strategische Bedeutung der audiovisuellen Industrie für Frankreich betont wurde.
© DWDL
Großbritannien: Disney+ hat sich mit einer überraschenden Werbeunterbrechung während der Live-Übertragung eines Fußballspiels der Women’s Champions League scharfe Kritik eingehandelt. Beim 1:0 von Arsenal gegen HB Køge wurde die zweite Halbzeit rund 15 Minuten vor Schluss für etwa drei Minuten unterbrochen. Während einige Zuschauer Werbung sahen, wurde anderen lediglich ein Hinweis auf eine laufende Werbepause angezeigt. Werbung mitten während eines Fußballspiels, ganz ohne "Trinkpause"? Das wäre schon eine neue Dimension. Nach Angaben des "Guardian" war die Unterbrechung allerdings nicht beabsichtigt und auf ein technisches Problem zurückzuführen, das Disney+ beheben will. Die Champions-League-Übertragungen werden von ESPN produziert, Disney+ hält seit 2025 für fünf Jahre die exklusiven Rechte an der Frauen-Königsklasse in Europa und löste damit DAZN ab.
Serien-Update
© Netflix
Zwar hatte die Miniserie "The Beast In Me" bei den 78. Emmy-Awards gegen “DTF St. Louis” im Bereich der abgeschlossenen Serien / Anthologien das Nachsehen, Hauptdarsteller Matthew Rhys konnte jedoch durch den Rekord von zwei Hauptdarstellerpreisen am Abend ("Widow’s Bay" und "The Beast In Me") für ordentlich Aufsehen sorgen. Und da es auch ein Trend ist, eine ursprünglich als abgeschlossen geltende Geschichte doch fortzuführen, überrascht die News, dass "The Beast In Me" eine zweite Staffel bei Netflix erhält, gar nicht mehr so wirklich. Wenig ist bekannt, nur, dass Claire Danes wieder in ihre Rolle als Autorin Aggie Wiggs schlüpfen wird und Howard Gordon erneut den Posten des Showrunners übernimmt. "Wir haben uns immer gesagt, dass wir nur dann eine zweite Staffel machen, wenn wir eine Geschichte finden, die der ersten Staffel würdig ist - und ich freue mich sehr, dass wir sie gefunden haben", so Gordon. Ob Rhys im Gefängnis sitzender Charakter in irgendeiner Form auftauchen wird, ist unklar.
© HBO
Laut "Deadline Hollywood" kam es zuletzt zu einem harten Bieterwettstreit für eine Dramaserie von Fifth Season mit Oscarpreisträger Javier Bardem ("No Country for Old Men") in der Hauptrolle. Durchsetzen konnte sich HBO, das sich "The Spread" von Bill Dubuque (“Ozark”) sichern konnte. Beschrieben ist die Serie als "packende Geschichte über Macht und Ehrgeiz", die nicht in New York, Los Angeles oder Las Vegas angesiedelt ist, sondern sich mit Miami den heißen Süden vornimmt. In einer Art "Wall Street South” kollidieren Industriegiganten, Hedgefondsmanager und alle, die auf knallharten Finanz-Wettbewerb stehen, flankiert von einem ruchlosen Nachtleben. In diese Welt stößt ein Milliardär (Bardem), der das Ziel verfolgt, Miami zum neuen Machtzentrum zu machen. Um jeden Preis, mit allen Mitteln und einem Einfluss, die an Sphären eines Elon Musks erinnern.
© Disney
"Ich bin der Schrecken, der die Nacht durchflattert!". Damit ist nicht Batman gemeint, sondern Darkwing Duck, der nach 35 Jahren ein animiertes Revival bei Disney+ bekommt. Der Erpel befindet sich nach vielen Jahren in einer alternativen Welt, in der er ein Nobody ist und niemand je von seinen Heldentaten gehört hat, ein einziger Albtraum. Wäre da nicht Duckie, eine Wissende, die ihn zur Rückkehr bewegen kann, so dass er mit ihr zusammen den Kampf gegen das Böse und zur Rettung des Universums aufnimmt. Teil des Reboots der Superhelden-Paraodie sind Mark Hamill (spricht Darkwing Duck, bzw. Drake Mallard), Seth Rogen (Launchpad McQuack), Lizzy Caplan (Gosalyn Mallard) und Lilimar (Duckie).
© Andrej Vasilenko
Elyas M’Barek goes AMC+. Für die USA und Kanada hat der Streamingdienst die europäische Produktion "Smillas Gespür für Schnee" von Constantin Film, Viaplay, ARD Degeto Film and Baltic Film Services mit M’Barek, Filippa Coster-Waldau und Henry Lloyd-Hughes ergattert, die im letzten Dezember Premiere bei MagentaTV feierte, nachdem nur wenige Wochen zuvor Netflix ausgestiegen war. Nun kommt also auch das Übersee-Publikum in Kontakt mit Waldaus neu interpretiertem Charakter von Smilla Jaspersen, die in Kopenhagen lebt, sich aber auf die Reise durchs Land macht, um den mysteriösen Tod eines Inuit-Jungen aufzuklären. Die Serienadaption des Bestsellers “Fräulein Smillas Gespür für Schnee” von Peter Hoeg spielt in der Neuinterpretation im Jahr 2040, in einer dystopischen Zeit mit Energiekrise und überwachendem Staat.
Serien-Ticker +++ Hulu ergründet in der neuen Miniserie "Heatwaves" die verborgenen Geheimnisse zweier Familien während eines Ibiza-Urlaubs +++ Amazon bringt seine epische Bibel-Serie "House of David" nach drei Staffeln zu einem Ende +++ Die Romanze "Sweet Magnolias" geht nach fünf Staffeln bei Netflix zu Ende. Dafür bestellte der Streamer bei Showrunnerin Sheryl J. Anderson direkt das nächste Projekt: "Ladies of the House". Nach dem Tod eines Weinguts-Besitzers müssen sich dessen Frau und seine beiden erwachsenen Töchter ihren persönlichen Konflikten und den geschäftlichen Herausforderungen stellen +++ Überraschend hat Prime Video "Ride or Die" nach nur einer Staffel den Stecker gezogen - obwohl die Serie als einer der Streaming-Hits des Sommers galt. Paramount Studios will nun nach einer neuen Heimat suchen +++ "Daredevil: Born Again" mit Charlie Cox in der Hauptrolle endet bei Disney+ mit der gerade abgedrehten dritten Staffel +++ Das Young-Adult-Drama "Crew Girl" geht bei Netflix in eine zweite Staffel +++ Netflix schickt Ted Danson als Spion nun endgültig in Rente: "A Man on the Inside" (in Staffel 1 hierzulande noch "Undercover im Seniorenheim") endet mit der dritten Staffel +++ Ob es mit den "Verrätern" in Deutschland weiter geht, ist noch offen - in den USA hat Peacock nun hingegen gleich drei weitere Staffeln des dort sehr erfolgreichen Formats "The Traitors" bestellt +++ Netflix arbeitet an einem "Sesamstraßen"-Film, um sein Angebot für Kinder im Vorschulalter auszubauen +++ Ebenfalls bei Netflix geht "Chef's Table" weiter. Hier wurden gleich zwei weitere Staffeln bestellt.
Niederlande zurück beim ESC, BBC Three erneut auf der Kippe
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