Ynon Kreiz © Paramount
USA: Nun ist wirklich die letzte Hürde beseitigt: Am Mittwoch hat das zuständige Gericht den Deal zwischen Paramount und den Generalstaatsanwaltschaften bestätigt, damit kann die Übernahme von Warner Bros. Discovery voraussichtlich zum 6. Oktober abgeschlossen werden - die Höhe der "Ticking Fee", die ab Anfang Oktober fällig wird, hält sich also zumindest in Grenzen. Nun richtet sich der Blick auf die neue Aufstellung des dann fusionierten Unternehmens. Erste Personalentscheidungen wurden schon getroffen: David Ellison hat Ynon Kreiz (Foto) zu seinem künftigen Co-CEO ernannt. Kreiz kommt vom Barbie-Konzern Mattel und soll sich um das operative Tagesgeschäft und die Integration der zusammengeführten Geschäftsbereiche kümmern - also das anstrengende Klein-Klein. Ellison werde sich stattdessen um "die langfristige Strategie, die kreative Vision und die Ausrichtung des Unternehmens" kümmern - das seien die Bereiche, in denen er "den größten Beitrag leisten" könne. Ellison spricht davon, dass durch die Fusion ein "globales Medienunternehmen der nächsten Generation" entstehe. "Die Führung dieses Unternehmens erfordert eine seltene Kombination aus strategischer Weitsicht, operativer Expertise und Erfahrung in der Leitung eines börsennotierten Unternehmens auf höchster Ebene der Medienbranche. Ynon bringt all diese Voraussetzungen mit." Er verfüge über "ausgeprägte Führungsqualitäten" und "operative Durchsetzungskraft".

Casey Bloys © WBD
Nicht mehr Teil des fusionierten Unternehmens wird hingegen Cindy Holland sein. Sie verantwortete bislang das Streaming-Geschäft von Paramount Skydance. Offiziell bestätigt ist es noch nicht, aber damit läuft nun alles darauf hinaus, dass HBO-Chef Casey Bloys die Verantwortung fürs Streaming im fusionierten Unternehmen übernehmen wird - zusätzlich zu HBO und HBO Max würde ihm dann also auch die Leitung von Paramount+ und Pluto TV zufallen. Damit liegt bei ihm auch die schwierige Frage, wie man künftig mit HBO Max und Paramount+ umgeht. Eine Zusammenführung läge zwar nahe, würde aber viele Fragen etwa zur Preisgestaltung aufwerfen. Womöglich kommt es dazu vorerst also gar nicht. Auf einem Bloomberg-Event sagte er diese Woche: "Ich möchte mich nicht dazu äußern, was geschehen wird oder Ähnliches, aber ich würde auf das HBO-Max-Disney-Paket verweisen, das sehr erfolgreich war. Könnte man sich also so etwas vorstellen? Das würde durchaus Sinn ergeben." Daneben wird noch über eine andere heikle Personalie spekuliert: Wer führt künftig CNN? Berichten zufolge will Ellison CNN-Chef Mark Thompson im Amt belassen - was Kritiker der Fusion zumindest ein bisschen beruhigen könnte. Noch seien die Gespräche allerdings in einem frühen Stadium.

Canal+ © Canal+
Frankreich: In Frankreich sorgt ein Vorschlag des Finanzministeriums für Unruhe bei Canal+: Geplant wird, den Mehrwertsteuersatz für lineares Pay-TV ab 2027 von derzeit zehn auf 20 Prozent zu erhöhen. Canal+ rechnet dadurch mit Mehrkosten von rund 200 Millionen Euro pro Jahr. Das Unternehmen könne die Mehrbelastung nicht vollständig an bestehende Kunden weitergeben, für Neukunden könnte ein derzeit rund 29 Euro teures Abo jedoch um knapp drei Euro monatlich teurer werden. Zugleich warnt Canal+ laut "Les Echos" vor möglichen Stellenstreichungen in größerem Umfang. Vor allem aber steht das Engagement für das französische Kino zur Debatte: Canal+ hat sich in einer aktuellen Vereinbarung zu Investitionen von 980 Millionen Euro über fünf Jahre verpflichtet – allerdings unter einer Bedingung, die an die Beibehaltung des bisherigen Mehrwertsteuersatzes geknüpft ist. Canal+ ist der mit Abstand größte Einzel-Unterstützer des französischen Kinos, eine Reduzierung wäre für die Branche also ein schwerer Schlag.

ITV © ITV
Großbritannien: Warner Bros. Discovery und ITV sind im Vereinigten Königreich eine neue Content-Partnerschaft eingegangen: Ab sofort stehen auf ITVX insgesamt 2.000 Stunden Programm der WBD-Sender TLC und Quest in eigenen, gebrandeten Kollektionen zur Verfügung. Zum Start sind unter anderem die erste Staffel von "Mock the Week", "The Bad Skin Clinic" und "Dr. Pimple Popper" dabei. In den kommenden Monaten sollen auch Inhalte aus den "Salvage Hunters"- und "Shed & Buried"-Reihen sowie "Vinnie Jones in the Country" und "Richard Hammond’s Workshop" folgen. Die Kooperation ist ein Beispiel für die zunehmende Zusammenarbeit britischer Sender und Streamingdienste – ITVX hat bereits eine ähnliche Content-Partnerschaft mit Disney+. Sie kommt zudem kurz vor dem Abschluss der 110 Milliarden Dollar schweren Fusion von Paramount und WBD.

USA: Unterdessen gibt es Ärger zwischen Warner Bros. und Fox News Media um eine neue Dating-Realityshow: Warner Bros. hat Fox und Lionsgate per Unterlassungsschreiben aufgefordert, den für November angekündigten Start von "Chris Harrison’s The Vow" auf Fox Nation so nicht zu bewerben. Der frühere "Bachelor"-Moderator Chris Harrison steht im Mittelpunkt der neuen Sendung. Warner Bros., Inhaber der "Bachelor"-Rechte, moniert unter anderem die Verwendung fallender Rosenblätter, die Anspielung auf die "Bachelor Mansion" sowie die Worte "The Bachelor" in einem Teaser. Fox News Media weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, Rosenblätter seien typische Elemente des Romantik-Genres. Zudem werde "The Bachelor" auch umgangssprachlich verwendet, weshalb man auch darin kein Problem sehe.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Youtube, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt anzeigen lassen. Dabei können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

The Walt Disney Company GmbH © The Walt Disney Company GmbH
USA: Bei Disney geht der Stellenabbau weiter: Wie unter anderem "Variety" berichtet, verlieren konzernweit einige hundert weitere Beschäftigte ihren Job, vor allem in den Bereichen Personal und IT. Für den seit März amtierenden CEO Josh D’Amaro ist es bereits die dritte Entlassungsrunde in diesem Jahr. Im April hatte Disney rund 1.000 Stellen gestrichen, im Juli folgten weitere Kürzungen um mehrere hundert Jobs, unter anderem bei Pixar, ESPN, Disney Entertainment Television und den Studios. Im August bot der Konzern zudem langjährigen Führungskräften Abfindungen für einen vorzeitigen Ruhestand an. Disney hatte zuletzt angekündigt, die Kosten weiter senken zu wollen, um zusätzliche Spielräume für Investitionen in Wachstum zu schaffen.

Sky © Sky
Großbritannien: Sky setzt trotz des laufenden Umstiegs auf internetbasierte Verbreitung weiter auf Satelliten-TV: Der britische Pay-TV-Anbieter hat seine Vereinbarung mit SES über Satellitenkapazitäten auf der Position 28,2 Grad Ost für Großbritannien und Irland bis ins kommende Jahrzehnt verlängert. Über diese Kapazitäten erreicht Sky weiterhin Millionen Haushalte direkt per Satellit. Zugleich setzt das Unternehmen mit Sky Glass und Sky Stream verstärkt auf IP-Verbreitung. Wie lange der neue Vertrag genau läuft und wie viele Transponder davon betroffen sind, teilten Sky und SES nicht mit. Die Vereinbarung zwischen beiden Unternehmen besteht bereits seit 1988 und wurde zuletzt im Oktober 2024 bis 2029 verlängert. Die neuerliche Einigung deutet darauf hin, dass Sky Satellit und Internet-TV auch mittelfristig weiterhin parallel betreiben will.

Serien-Update

Peacock © NBC Universal
Es wird schnell, wild und wütend bei Peacock. Denn dort wird ein Franchise das Licht der Serienwelt erblicken, das Anfang 2001 seinen Ausgang im Kino nahm und eine Straßenrenn-Gang mit viel kriminellem Potential in den Blick nahm. Bestellt wurde eine Serie zu “Fast & Furious”, bei der auch Vin Diesel (spielte Dominic “Dom” Toretto) als ausführender Produzent mit an Bord ist. “Im Laufe des letzten Jahrzehnts haben wir erkannt, dass sich die Fans mehr gewünscht haben - sie wollten, dass wir die bereits etablierten Figuren und ihre Geschichten ausbauen. Und seit einem Jahrzehnt besteht der Wunsch, dass wir uns auch dem Fernsehen zuwenden”, so Diesel bei den NBC-Upfronts von Mai. Geplant ist ein Start der Produktion von Mike Daniels und Wolfe Coleman für Universal Television in 2028, im Windschatten des elften und letzten Kinofilms, “Fast Forever”. Dieser wird am 17. März 2028 Premiere feiern. Zudem könnte bei Peacock auch Eddie Murphy in seiner ersten Serien-Hauptrolle zu sehen sein. Viele Details zu "The Chairman" sind zwar noch nicht bekannt, aufhorchen lässt aber schonmal, dass dahinter "Mad Men"-Creator Matthew Weiner steckt. Noch ist das Projekt in der Entwicklungsphase

Prime Video © Amazon
Mit “Spider-Noir” bot Amazons Prime Video im Frühling eine im “Spider-Man”-Universum spielende Serie in Farbe oder Schwarz-Weiß mit Nicolas Cage in der Hauptrolle als Privatdetektiv Ben Reilly, beziehungsweise “Die Spinne”, an. Doch nach acht Folgen war trotz der positiven Kritiken und den fünf gewonnenen Emmys in Werkskategorien bekanntlich wieder Schluss. Da kommt es wenige Wochen später fast etwas überraschend, dass man sich bei Amazon einer weiteren Serie nähert, die Spinnen-Bezug hat und von Sony Pictures produziert werden soll. Wie “Deadline Hollywood” berichtet, soll die Beauftragung einer neuen Live-Action-Serie bevor stehen, die sich dann der Klonsaga annehmen will. Drehen soll sich die Adaption zu den Comics von Marvel um die “Spider-Man”-Klone von Peter Parker, Kaine Parker und Ben Reilly (nicht der aus “Spider-Noir”, sondern der “echte”). Erhebliche Änderungen im Vergleich zu den Comics sind denkbar, sie sollen wohl eher als Vorlage und Inspiration dienen. 

AMC+ © AMC Networks
Lange ist es her, dass sich das Vater-Sohn-Duo, Martin und Charlie Sheen, auf dem Bildschirm in eben dieser Beziehung begegnet ist. Doch AMC / AMC+ macht es nach “Anger Management” (FX) oder dem Film “Wall Street” möglich und hat die halbstündige Comedy “Happy Jack” mit den beiden bestellt. Die von AMC Studios produzierte Serie stammt von Jim Petterson und Matt Ross, die ihrerseits auch bei “Two and a Half Men” und “The Ranch” zusammengearbeitet haben. Die beiden Sheens treten dafür übrigens im ehemaligen Studio von “Friends” von Warner Bros. für einen Sender auf, der das Genre “halbstündige Comedy” in letzter Zeit alles andere auf Platz eins gesetzt hatte. Und darum geht’s: Charlie Sheen spielt den Titel gebenden Jack, einen unsteten Vater zweier Töchter, der die Erziehung lieber seinem Vater (Martin Sheen) überließ. Als eine der beiden einen ihm gleichaltrigen Freund vorstellt, überdenkt er seine Abwesenheit in der Erziehung und will Teil des Lebens der Töchter werden. 

Serien-Ticker +++ Nicht nur "Reacher" ist für Prime Video ein riesiger Erfolg, auch der Ableger "Neagley" hat gerade einen starken Einstand hingelegt. Amazon hat daher kurzentschlossen bereits eine zweite Staffel bestellt - und das Original ist schon vor Ende der vierten Staffel bis Staffel 6 verlängert worden +++ Nicht vermissen wird man auch weiterhin "No One Will Miss Us": Die mexikanische Young-Adult-Serie geht bei Amazon in Staffel 3 +++ Apple TV hat den französischen Hit "Carême" um eine zweite Staffel verlängert +++ Wie "Deadline" berichtet arbeitet Tom Winchester an einer Mary-Poppins-Serie, die auf den ursprünglichen acht Büchern, nicht dem Disney-Film aus den 60ern basieren soll +++