© Amazon
USA: And the Emmy goes to... Prime Video - und zwar gleich die ganze Verleihung. Bislang hatten sich die großen Networks reihum mit der Übertragung der Emmy-Verleihung abgewechselt, dieser Vertrag endete in diesem Jahr allerdings. Nun hat die Television Academy stattdessen einen Deal mit Amazon geschlossen, der Prime Video von 2027 bis 2032 zur exklusiven Heimat der Emmys macht - und zwar weltweit. Amazon wird die Verleihung nicht hinter der Paywall zeigen, man muss also kein Prime-Abo haben, um die Show zu sehen. Academy-Chef Chris Abrego spricht von einer "Gelegenheit, das ganze Modell zu überdenken": Künftig müsse man sich nicht Jahr für Jahr mit einem neuen Partner absprechen, sondern über sechs Jahre hinweg dazulernen und auf dem Vorjahr aufbauen. Die Emmys überholen mit ihrem Wechsel ins Streaming damit noch die Oscars, die zwar schon einen Wechsel von ABC zu YouTube angekündigt haben - allerdings erst ab 2029. Jetzt bleibt für Amazon nur noch zu hoffen, dass die Emmy-Ausbeute künftig etwas üppiger ausfällt als zuletzt: In der TV-Gala 2025 spielten Amazon-Produktionen gar keine Rolle.
© BBC
Großbritannien: Die BBC und Channel 4 könnten sich einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge stärker zusammentun. Beides sind öffentlich-rechtliche Sender, die aber völlig anders aufgestellt sind: Channel 4 ist rein über Werbung finanziert, die BBC maßgeblich über Rundfunkgebühren. Nun soll es erste Gespräche mit er Regierung über die Zusammenlegung einiger Geschäftsbereiche geben - so könnte man sich vorstellen, das Werbegeschäft von Channel4, Sender wie E4 und die VoD-Dienste mit der kommerziellen BBC-Tochter UKTV in einem neuen Joint-Venture zu bündeln, um Kosten zu senken und sich gegen die wachsende Marktmacht der internationalen Plattformen zu wappnen. Ein solcher Zusammenschluss wäre die nächste große Umwälzung der britischen TV-Landschaft, nachdem gerade schon der Pay-TV-Konzern Sky den Free-TV-Konzern ITV übernommen hat. Sowohl die BBC als auch Channel 4 stehen aktuell unter großem Spardruck, Channel 4 plant den Abbau von mehr als einem Viertel der Belegschaft, die BBC will 550 Stellen abbauen und 500 Millionen Pfund einsparen. Unterdessen haben beide Sender wichtige Personalien geklärt: Rachel Jupp wird neue Nachrichtenchefin der BBC als Nachfolgerin von Deborah Turness, die im November im Zuge der Diskussion über eine Trump-Doku zurückgetreten ist. Channel 4 hat David Brindley zum Director of Programmes ernannt, der von der Produktionsfirma Twofour kommt.
© Česká televize
Tschechien: Das tschechische Fernsehen Česká televize hat seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien abgesagt - diesmal allerdings nicht wegen der Israel/Gaza-Problematik, sondern aus finanziellen Gründen. In einem Social-Media-Posting schreibt der Sender, dass der ESC ein Projekt mit "erheblichen programmlichen, produktionstechnischen und organisatorischen Anforderungen" sei. Angesicht der "derzeit laufenden Anpassungen des Budgets" habe man sich daher entschieden, 2027 nicht teilzunehmen. Diese "Budgetanpassungen" hängen damit zusammen, dass die tschechische Regirung im Sommer beschlossen hat, die allgemeine Rundfunkgebühr schon zum Jahresende abzuschaffen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk stattdessen aus dem Staatshaushalt zu finanzieren - bei einer gleichzeitigen Budget-Kürzung um 15 Prozent. Zurück zum ESC: Seitens des tschechischen Fernsehens heißt es, dass es keine generelle Absage für eine künftige Teilnahme sei, man werde jedes Wettbewerbsjahr separat bewerten.
© Skydance
USA: Skydance hat die Übernahme von Warner Bros. Discovery diese Woche nun endlich abgeschlossen, nun hat David Ellison ein paar Ankündigungen für die Zukunft gemacht. Das Unternehmen hat im Vergleich mit den Generalstaatsanwaltschaften zugestimmt, beide Studio-Lots von Warner und Paramount für mindestens fünf Jahre weiter zu bespielen. Ellison plant nun, eines davon auf Filmproduktionen zu fokussieren, während auf dem anderen die TV-Produktionen konzentriert werden. Filme dürften voraussichtlich auf dem Paramount-Lot entstehen - dem einzigen Studio-Gelände, das überhaupt noch in Hollywood liegt. Auf dem deutlich größeren Warner-Gelände wäre dann die TV-Produktion angesiedelt. Auch zur Zukunft von Paramount+ und HBO Max hat sich Ellison geäußert. Nachdem Streaming-Chef Casey Bloys zuletzt anklingen ließ, dass beide womöglich weiter existieren und nur als Bundle angeboten würden, stellte Ellison klar, dass er sie mittelfristig zu einem Angebot verschmelzen will - wenn alle technischen Hürden genommen sind. Bundles seien nur die kurzfristige Lösung. Und noch eine spannende Personalie: Kevin MacLellan, bislang President of International and Global Content Distribution bei Paramount, verlässt das Unternehmen.
© Canal+
Frankreich: Canal+ ist eigentlich vor allem ein Pay-TV-Anbieter, bringt am heutigen Freitag aber mit Sport+ ein kostenloses, werbefinanziertes Sport-Angebot auf den Markt, das sich - nach einer Registrierung - auch ohne Canal+-Abo nutzen lässt. Verfügbar ist Sport+ über die Canal+-App. Es ist für die mobile Nutzung konzipiert und bietet einen Feed mit vertikalen Sport-Videos, wofür Canal+ sein umfangreiches Rechteportfolio nutzt - vor allem tritt man damit also in Konkurrenz zu Social-Media-Plattformen. "Sport+ wird die einzige App auf dem Markt sein, die eine derart umfangreiche Auswahl an Inhalten mit Sportübertragungsrechten bietet. Sie richtet sich an alle Zielgruppen, ob Abonnent oder nicht", sagte Canal+-Sportdirektor Thomas Sénécal der Zeitung "Le Figaro. Man komme damit dem Wunsch nach einem umfassenderen digitalen Angebot nach.
© DWDL
USA: Disney rückt sein Streaming-Angebot immer stärker ins Zentrum und hat angekündigt, den Super Bowl im kommenden Jahr neben ABC auch parallel auf Disney+ zu streamen. Für Disney ist es die erste Übertragung des reichweitenstärksten US-Sport-Events seit 21 Jahren. Mit ESPN hat Disney zwar auch ein eigenes Sport-Angebot, man wählt aber die größtmögliche Bühne. Auch die Übertragung von zwei Monatagabendspielen der NFL sollen Disney+ stärken. Zudem wird man die traditionsreiche ABC-Silvestershow "Dick Clark’s New Year’s Rockin’ Eve with Ryan Seacrest" auch bei Disney+ streamen. Die Schritte stehen im Einklang mit der von Disney-Chef Josh D'Amaro ausgegebenen Strategie, Disney+ zum "digitalen Herzstück" des Unternehmens zu machen.
Serien-Update
© Netflix
Noch müssen sich Fans der Regency-Ära mit einer fünften Staffel von “Bridgerton” gedulden. In der Zwischenzeit gab es nun zumindest weiteres Futter für Vorfreude, denn das Netflix-Universum wird - wie schon länger geplant und gemunkelt - weiter ausgebaut. Nach dem Ableger “Queen Charlotte” über die jungen Jahre der späteren Königin folgt ein weiteres Prequel, das aktuell noch namenlos ist, sich aber um die Vorgeschichte der späteren Matriarchin Lady Violet, Mutter der Bridgerton-Sprösslinge, drehen wird. Konkret soll ihre Liebesgeschichte zu Viscount Edmund Bridgerton erzählt werden, Vater der Kinder, der in der Mutterserie bereits tot ist. Produziert wird die nun bestellte Miniserie von Shondaland - mit Shonda Rhimes als Autorin, Produzentin und Co-Showrunnerin.
© HBO
Seit zwei Jahren in der Entwicklung, lässt sich bei der Serienadaption zum erfolgreichen Rom-Com-Kinohit “Crazy Rich Asians” von 2018 grünes Licht vermelden. Die Produktion war zunächst für HBO Max in Planung, wandert nun aber rüber zu HBO, mit den großen Stars des Films im Gepäck. In Form einer Dramaserie treffen sich dort Constance Wu als Rachel und Henry Golding als Nick wieder, die einst im Film eine Reise nach Singapur machten und dort auf Nicks Familie trafen. Erstaunt musste Rachel feststellen, dass die Familie zu einer der reichsten des Landes gehört. Emmy-Gewinner Ronny Chieng (“The Daily Show”) ist ebenfalls Teil der Serie und Oscarpreisträgerin Michelle Yeoh (“Everything Everywhere All at Once”) wird wiederkehrend in ihre Filmrolle schlüpfen. Mit an Bord bei der Serienadaption zu Kevin Kwans Büchern ist die Co-Autorin des Films, Adele Lim, Regisseur Jon M. Chu, Nina Jacobsen und Brad Simpson.
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David E. Kellys Produktionsfirma macht gemeinsame Sache mit Warner Bros. Television, Brownstone Productions, Audible und Law&Crime für Prime Video. Bestellt wurde dort eine Serie mit Elizabeth Banks (“Cocaine Bear”), die aktuell noch keinen Namen trägt und einen wahren Mordfall unter die Lupe nimmt. Im Zentrum steht der aufsehenerregende Kriminalfall in Massachusetts über den ermordeten Polizeibeamten John O’Keefe aus Boston. Dieser lag am 29. Januar 2022 tot vor seinem Haus im Schnee - unter Verdacht stand seine Freundin Karen Read. Vor allem True-Crime-Interessierte zog der Fall an: ein nicht geklärter und zum Tode führender Ablauf, eine romantische Beziehung zwischen Opfer O’Keefe und Angeklagter Read, ein zweifelhaftes Vorgehen der Ermittlungsbehörden, Verschwörungstheorien auf Social Media mit Lagerbildung. Kreativ verantwortet wird die Serie von Justin Noble (“Brooklyn Nine-Nine”), der meint: “Dieser Fall hat mehr Wendungen als jede andere Geschichte, die ich je erlebt oder gelesen habe - egal, ob wahr oder erfunden.” Banks wiederum, selbst aus Massachusetts, wird Read spielen und sagt, dass der Fall ihre Familie, den Freundeskreis, ja die ganze Stadt gespalten hat. Gründe genug also, um das alles in Serienform zu gießen.
© Marvel
Millennials könnten beim Titel “Zodiac” an den Film von David Fincher mit Jake Gyllenhaal, Robert Downey Jr. und Mark Ruffalo aus dem Jahr 2007 denken. Damals machte sich der Thriller auf die Suche nach dem echten Zodiac-Killer, der in den 1960ern und folgend Schrecken verbreitete. Doch in Kombination mit Marvel nimmt der Name eine andere Wendung, denn in den Comics ist Zodiac eine kriminelle Organisation mit Mitgliedern mit Namen wie Widder, Schütze oder Skorpion und Gegner der Avengers. Im Rahmen der New York Comic-Con haben die Marvel Studios auf ihrem Panel verraten, dass für 2028 eine “Zodiac”-Serie zu Disney+ kommt. Angelegt ist das Projekt als Spionage-Thriller und nicht animiert, sondern mit real agierenden Personen, also Live-Action. Wenig ist bekannt, ein Logo wurde jedoch schon präsentiert. Darüber spekuliert der “Hollywood Reporter” wiederum, dass man darin eine mögliche Verbindung zur Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. erkennen könnte. Es bleibt also noch abzuwarten, welche Ausrichtung genau mit der Serie verfolgt wird.
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Erst über einige Umwege kam die schwedische Autorin Karin Smirnoff zum Schreiben: als Altenpflegerin und Karatelehrerin lag der Weg zur Bestsellerautorin nicht unbedingt bereit. Doch mit “Jag for ner till bror”, in Deutschland als “Mein Bruder” erschienen, widmete sie sich literarisch der Figur Jana, die nach Nordschweden zum den elterlichen Hof reist, um ihren Zwillingsbruder von der Alkoholsucht zu befreien und sich ihrer traumatischen Kindheit zu nähern. Sieben Jahre nach ihrem Buch wurde die Geschichte vom schwedischen Sender SVT seriell als “My Brother” aufbereitet. Und das Kapitel ist noch nicht beendet, denn dort widmet man sich dem Nachfolgebuch und hat das Sequel “My Mother” bestellt. Premiere feiern soll die von Banijays Label Filmlance, NRK, DR, YLE, RUV und Filmpool Nord produzierte Serie nächstes Frühjahr. Begleitet werden Jana (Amanda Jansson) und ihr Bruder Bror (Rasmus Johansson) dabei dann bei der Beerdigung ihrer Mutter. Gleichzeitig stoßen sie auf Geheimnisse, die das Bild der Familie und ihrer Vergangenheit verändern.
Serien-Ticker +++ Sylvester Stallone bleibt bei Paramount+ weiterhin der "Tulsa King", eine fünfte Staffel wurde nun schon vor dem Start von Staffel 4 bestellt. Sie spielt dann allerdings in New York, weil es um die Mafia-Wurzeln von Dwight Manfredi geht +++ "Imperfect Woman" war von Apple TV zwar eigentlich als Miniserie angekündigt - doch das heißt heutzutage ja immer häufiger nicht, dass es nicht doch eine zweite Staffel geben kann. So auch hier. Diesmal steht Kerry Washington alias Eleanor im Mittelpunkt +++ Netflix schickt das Revival der 80er-Jahre-Sitcom "A Different World" in eine zweite Staffel +++ Frühzeitig hat Netflix auch schon grünes Licht für eine dritte Staffel der Mysteryserie "The Hunting Wives" gegeben. Staffel 2 startet erst Ende November +++ USA Network ist mit der ersten Staffel von "Anna Pigeon" so zufrieden, dass man nun eine zweite Staffel bestellt hat +++ Wer will nochmal, wer hat noch keine Sherlock Holmes-Serie? Der Roku-Channel! Hier ist eine Miniserie geplant, die im Romcom-Genre angesiedelt ist. Es geht um Scarlett Holmes, eine Nachfahrin des Detektivs, die Klienten dabei hilft, deren Beziehungsprobleme zu bewältigen - und die sich natürlich selbst in einen Moriarity verliebt.