Radio Televizija Slovenija © Radio Televizija Slovenija
Slowenien: Am vergangenen Wochenende wurde in Slowenien über die Abschaffung der Rundfunkgebühr abgestimmt. Dieser Antrag ist haarscharf gescheitert: 50,04 Prozent der abgegebenen Stimmen votierten am Ende für die Beibehaltung - nach ersten Prognosen hatte es noch nach einer knappen Mehrheit für die Abschaffung ausgesehen, Umfragen hatten im Vorfeld sogar ein deutliches Votum für ein Aus der Rundfunkgebühr vorausgesagt. Nun kann man beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufatmen, der rund 70 Prozent seiner Einnahmen aus diesen Gebühren bestreitet. Die Initiative ging ursprünglich von einer populistischen, pro-russischen Partei aus, die Mitte-Rechts-Regierung hatte sich den Vorschlag dann zu eigen gemacht und mit anderen Vorschlägen zur Abstimmung gestellt - mit denen die Regierung ebenfalls knapp scheiterte.

Sky © Sky
Großbritannien: Noch ist es kein done deal: Die britische Kulturministerin Lisa Nandy erwägt eine vertiefte Prüfung der geplanten Übernahme von ITV durch Sky. Sie sehe mögliche Risiken für die Medienvielfalt, insbesondere bei Nachrichten sowie im lokalen Journalismus, heißt es in einer Mitteilung. Das zu Comcast gehörende Sky hatte sich im Juli mit ITV auf die Übernahme von Sender- und Streaming-Geschäft von ITV für 1,6 Milliarden Pfund geeinigt. Die Produktionssparte ITV Studios soll bei einem Abschluss abgespalten und als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen weitergeführt werden. Sky und ITV können bis zum 20. Oktober Stellung nehmen. Sollte Nandy offiziell intervenieren, müssten zunächst die Wettbewerbsbehörde CMA und die Medienaufsicht Ofcom die Auswirkungen der Übernahme untersuchen. Eine ähnliche Mitteilung hatte Nandy übrigens auch beim Paramount-Warner-Deal gemacht, diesen aber wenige Wochen später trotzdem bei kleineren Auflagen genehmigt.

Donald Trump © Trump Vance Transition Team
USA: Von Donald Trumps USA ist man inzwischen einiges gewohnt, doch die Pläne des US-Kriegsministeriums, die Hinrichtung des Attentäters von Fort Hood live zu übertragen, gingen selbst vielen Trump-Unterstützern zu weit. Nach parteiübergreifender Kritik hat Trump nun angekündigt, dass die für den 3. Dezember geplante Erschießung des 2013 zum Tode verurteilten Nidal Hasan doch nicht live übertragen wird. Zuvor hatte das Pentagon eine öffentliche Übertragung angekündigt, Trump selbst hatte sie mit einer möglichen abschreckenden Wirkung begründet. Auch Vizepräsident JD Vance äußerte Zweifel an dem Vorhaben. Hasan hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood 13 Menschen getötet und 32 weitere verletzt. Die Hinrichtung soll wie geplant stattfinden, allerdings ohne Livestream. Vor der Absage vermieden erstaunlicherweise die Mehrzahl der Plattformen, sich dazu zu äußern, ob man einen solchen Livestream zulassen würde - offensichtlich aus Angst, den Unmut des Präsidenten auf sich zu ziehen.

Movistar Plus © Movistar Plus
Spanien: Movistar Plus und Skydance führen in Spanien ein gemeinsames Label für lokale Serien ein, die künftig als "Movistar Plus & HBO Original" vermarktet werden. Die ersten beiden Projekte sind "Veredicto" sowie eine noch unbetitelte Serie von Carles Porta und der Produktionsfirma Los Moriarti. Mit der Initiative wollen die Partner spanische Stoffe auch international sichtbarer machen. Grundlage ist eine auf zwei Jahre angelegte Ausweitung ihrer strategischen Allianz, die darüber hinaus die weitere Integration von HBO Max in die Plattform von Movistar Plus, ausgewählte Skydance-TV-Sender, wichtige Kinostarts von Warner Bros. sowie weitere Content-Vereinbarungen umfasst.

Halk TV © Halk TV
Türkei: In der Türkei haben Sicherheitskräfte den oppositionellen Fernsehsender Halk TV durchsucht und die Kontrolle über den Kanal übernommen. Eine laufende Sendung wurde dadurch abgebrochen, Mitarbeiter am Betreten des Gebäudes gehindert, wie der Sender selbst berichtet.. Die Behörden setzten den Sender nach eigenen Angaben unter Zwangsverwaltung, nachdem ein Strafgericht die Beschlagnahmung von Unternehmen des Vorstandschefs Cafer Mahiroglu angeordnet hatte. Gegen ihn wird wegen Bestechung, Ausschreibungsbetrugs und Geldwäsche ermittelt, Mahiroglu weist die Vorwürfe zurück. Die türkische Journalistengewerkschaft TGS verurteilte das Vorgehen als willkürlich und warnte vor Zensur. Auch Oppositionspolitiker kritisierten die Razzia als Angriff auf die Pressefreiheit. Es handle sich um Maßnahmen, die nur ein Diktator ergreifen würde, schrieb Özgür Özel von der erst im Sommer gegründeten Yeni Parti.

X-Box XP © Microsoft
USA: Microsoft bündelt die Aktivitäten rund um die Verfilmung seiner Spielemarken in einer neuen Entertainment-Sparte: Unter dem Namen XP fasst Xbox künftig Film und Fernsehen, Konsumprodukte, strategische Partnerschaften und Live-Erlebnisse zusammen. Der Bereich wird von Kayleen Walters geleitet, die zuvor 13 Jahre bei Lucasfilm tätig war und zuletzt bei Minecraft-Entwickler Mojang arbeitete. Mit Xbox Pictures soll die Umsetzung der Spielewelten und ihrer Figuren in Film, Fernsehen und andere erzählerische Formate vorangetrieben werden. Als Beispiel für das Potenzial solcher Adaptionen verweist Microsoft auf "A Minecraft Movie", der nach Unternehmensangaben den bislang erfolgreichsten Kinostart einer Videospielverfilmung hinlegte. XP soll bestehende Aktivitäten bündeln und die Marken über das Gaming hinaus für neue Zielgruppen erschließen.

SRG © SRG
Schweiz: Die Schweizer SRG konkretisiert ihren Sparkurs und baut bis 2027 insgesamt 285 bis 289 Vollzeitstellen ab. In den nun vorgestellten Maßnahmen für die zentralen Betriebs- und Supportbereiche sollen 202 Vollzeitstellen wegfallen und jährlich 41,4 Millionen Franken eingespart werden, davon allein 30,7 Millionen im Bereich Operationen, der Technologie und Produktion umfasst. Die SRG setzt dabei unter anderem auf gebündelte Aufgaben, harmonisierte IT-Services und vereinheitlichte Produktionsweisen. Insgesamt sollen ab 2027 jährlich 80 Millionen Franken eingespart werden, bis 2029 beläuft sich das Sparziel auf 270 Millionen Franken. Damit sollen die Auswirkungen auf das publizistische Angebot von SRF, RTS, RSI und RTR möglichst begrenzt bleiben. Etwa die Hälfte des Stellenabbaus soll über natürliche Fluktuation und Pensionierungen erfolgen, Entlassungen und Frühpensionierungen seien jedoch unvermeidlich.

Channel 4 © Channel 4
Großbritannien / USA: Beim Hype-Thema Microseries wollen immer mehr mitmischen: Nun hat der britische Channel 4 mit "The Guest List" seine erstes Vertical Drama vorgestellt. In der Hauptrolle ist Jadesola Odunjo zu sehen, die man aus der Netflix-Serie "You" kennt. Allzu umfangreich ist die Bestellung allerdings nicht: In den fünf Folgen werden die Zuschauer "eine Geschichte über berufliche Dilemmata und neue Schwärmereien erleben", heißt es in der Beschreibung. Samsung TV Plus bleibt im Geschäft mit Dhar Mann und hat mit "Unlikely Families" eine als Anthologie angelegte Reihe angekündigt. Fox Entertainment wiederum will keine eigenen Microdramas entwickeln - aber gerne aus erfolgreichen Microdramas Filme und Serien für den großen Bildschirm entwickeln. Dafür hat man einen First-Look-Deal mit Kevin Harts Produktionsfirma Hartbeat geschlossen und damit Erstzugriffsrecht auf alle Produktionen, die unter den Labeln Codeblack, Essence und Revolt erscheinen. Als Teil des Deals wird Fox Entertainment Global zudem die originalen Vertical Series weltweit vertreiben.

Serien-Update

Lena Dunhams "Girls" galt einst als Anti-"Sex and the City" und nachdem die in Manhattan spielende HBO-Serie mit Sarah Jessica Parker als Zeitgeist-Kolumnistin Carrie Bradshaw in Form von "And Just Like That…" zwei Jahrzehnte nach Beendigung in drei Staffeln wiederbelebt wurde, wird nun auch "Girls" aus dem Seriengrab in Brooklyn geholt. Denn dort, im weniger vornehmen und damals noch rauen Teil New York Citys, spielte sich das Erwachsenwerden der Titel gebenden Girls, Hannah (Lena Dunham), Marnie (Allison Williams), Jessa (Jemima Kirke) und Shoshanna (Zosia Mamet) hauptsächlich in sechs Staffeln ab. Eine Reunion der Freundinnen auf dem Bildschirm im Rahmen einer fünf Folgen umfassenden Miniserie ist für nächstes Jahr geplant, zehn Jahre nach dem Ende der preisgekrönten HBO-Serie und dann auch - siehe Kim Cattrall in der Causa “And Just Like That…” - mit allen vier Protagonistinnen. Publik wurde die Info mit einem Video, in dem Macherin Dunham ihre Ex-Kolleginnen Ende 30 / Anfang 40 per Video mit Blick auf deren Alter anruft und fragt: “Können wir es immer noch “Girls” nennen?” Neben den Serienfreundinnen aus dem alten Cast mit von der Partie ist auch wieder Andrew Rannells (Elijah Krantz). Unklar ist, ob Adam Driver in seiner Rolle als Adam Sackler zurückkehrt.

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The X Files © FOX
Wer die neun Staffeln von “Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI” bei Fox, die zwei Filme danach und das Reboot der Serie in jüngerer Vergangenheit mit David Duchovny als Fox Mulder und Gillian Anderson als Dana Scully nicht im Detail kennt, dürfte trotzdem schon mal irgendwann durch die von Mark Snow komponierte Titelmusik - sphärische Synthesizerklänge mit markantem Pfeifton - mit dem Universum in Verbindung gekommen sein. Der Name “Akte X” fällt und schon hat man (wie bei “Twin Peaks”, “James Bond” oder dem “Tatort”) bestimmte Klänge im Ohr. Ob es diese auch in der Neuauflage geben wird, steht noch in den Sternen, denn nach einer langen Reise ist das Projekt von Ryan Coolger nun endlich in seiner Heimat angekommen: Hulu hat das “The X-Files”-Reboot in Zusammenarbeit mit Onyx Collective und 20th Television bestellt und wird in der Neuinterpretation der Serie von Chris Carter Himesh Patel und Danielle Deadwyler als ungleiches FBI-Agentenduo antreten lassen. Dieses wird einer länger stillgelegten Abteilung zugeteilt, die sich mit Fällen rund um mysteriöse und übernatürliche Phänomene befasst. 

Amazon MGM Studios © Amazon MGM Studios
Die Historie zum “Stargate”-Franchise nahm mit dem gleichnamigen Film des Stuttgarters Roland Emmerich 1994 seinen Ausgang. Es folgten mit “Stargate - Kommando SG-1”, “Stargate Atlantis”, “Stargate Universe” oder der Animationsserie “Stargate Infinity” weitere Serien über das ringförmige Sternentor, das Menschen in Sekundenschnelle zu fremden Planeten und entfernten Galaxien reisen lässt. Und so sollte auch ein 2025 bestelltes Reboot von Martin Gero bei Prime Video in Serie gehen. Doch im Juni wurde klar, dass das Projekt nicht weitergeht und das obwohl schon 20 Wochen Writers Room und Vorproduktion in Großbritannien erfolgten. Nun ein zweiter Versuch: laut “Deadline Hollywood” ist “WandaVision”-Schöpferin Jac Schaeffer für Amazon MGM Studios für eine Neuauflage von “Stargate” am Zuge. Als Produzent/Produzentin mit an Bord sind zudem Joby Harold und Tory Tunnell.

Serien-Ticker +++ HBO Max hat gleich zwei Staffeln der animierten Serie "Merrick & Treves" bestellt. Sie handelt von einem Team aus ungewöhnlichen Helden, die durch die Zeit reisen, um Jack the Ripper zu stoppen. Dahinter steckt das "Archer"-Team +++ Amazon schickt "Bella from Barneys" in Serie. Es geht um eine Außenseiterin aus einem der Außenbezirke in New York, die es schafft, zur persönlichen Einkaufsberaterin im Luxuskaufhaus zu werden und dort in eine gnadenlose Welt voller Mode und Familiengeheimnisse gerät +++ Apple TV schickt "Maximum Pleasure Guaranteed" mit Tatiana Maslany und Jake Johnson in den Hauptrollen in eine zweite Staffel +++ Paramount+ lässt nicht nur zwei weitere Staffeln von "Avatar: Seven Havens" produzieren, sondern hat mit "Avatar Kuruk: Wave of Chaos" noch ein Spin-Off in der Avatar-Welt bestellt +++ Disney hat unterdessen eine Adaption von "Artemis Fowl" als animierte Serie angekündigt +++ Die BBC schickt das Legal-Drama "The Split Up" in einer zweite Staffel +++ Kelsey Grammer könnte 22 Jahre nach dem Ende von "Frasier" (und nach der Absetzung der kurzzeitigen Neuauflage bei Paramount+) könnte Grammer zu NBC zurückkehren: Das Network pilotiert eine Drama-Serie, in der ein älterer Mann nach einer erfolgreichen Karriere einen Neustart in der Welt der Notfallmedizin plant - zwischen Leuten, die halb so alt sind wie er +++ Hulu hat die Serie "Durango" bestellt. Ein Skiort-Hallodri und eine ausgerissene Heimschülerin verlieben sich darin und geraten auf der Flucht vor Polizei, Kriminellen und seiner Ehefrau in einen Strudel aus Fehlentscheidungen.