3sat © 3sat
Schweiz: Nachdem der Bundesrat die Streichung des Bundesbeitrags für das Auslandsangebot abgelehnt hat, kann die SRG ihr Auslandsangebot zwar fortsetzen, hat auch aufgrund der Senkung der Medienabgabe dafür aber künftig ein erheblich geringeres Budget zur Verfügung. Das betrifft auch die beiden Sender TV5Monde und 3sat, an denen die SRG beteiligt ist. Für 3sat ist künftig nur noch ein Budget von 3,7 Millionen Schweizer Franken vorgesehen, die Bund und SRG jeweils hälftig zahlen. Der Anteil der eingebrachten Schweizer Inhalte sinkt von 10 auf 8 Prozent. Dies werde durch eine "gezielte Reduktion von Auftrags- und Eigenproduktionen" erfolgen. Die anderen 3sat-Partner sind ARD, ZDF und ORF. Für TV5Monde stehen 9,8 Millionen Franken zur Verfügung, davon der Großteil vom Bund. Inhaltlich werde man hier weiterhin den vertraglich festgelegten Anteil von 9 Prozent Schweizer Inhalten liefern. Besonders drastisch sind die Kürzungen bei Swissinfo, das künftig statt 18,8 nur noch 10,5 Millionen Schweizer Franken zur Verfügung hat. Als Folge daraus werden die Angebote auf Japanisch und Portugiesisch sowie TVsvizzera eingestellt. 

Channel 4 © Channel 4
Großbritannien: Channel 4 trennt sich endgültig vom Format "Married at First Sight UK" - also der dortigen Version von "Hochzeit auf den ersten Blick", das hierzulande in Sat.1 zu sehen ist. Der Sender hatte das Format im Mai auf Eis gelegt und alle bisherigen Folgen offline genommen, nachdem die BBC die Vorwürfe mehrerer Frauen öffentlich gemacht hatte, dass sie während der Dreharbeiten sexueller Gewalt ausgeliefert gewesen seien. In der Folge wurde eine externe Untersuchung eingeleitet. Zwar kam die Untersuchung zum Ergebnis, dass eine Wiederaufnahme der Produktion möglich sei, Senderchefin Priya Dogra will die schon abgedrehte sechste Staffel aber trotzdem nicht ausstrahlen, ebensowenig das geplante Spinoff "Second Married at First Sight", das ursprünglich diesen Sommer produziert werden sollte. Die Umsetzung der Empfehlungen würde "grundlegende Fragen zum redaktionellen Konzept einer Sendung aufwerfen, die meiner Meinung nach ihren Zenit überschritten hat", sagt Dogra. Channel 4 habe sich schon immer durch Neuerfindung ausgezeichnet, dies sei nun der richtige Zeitpunkt dafür, das Budget für andere innovative Formate zu nutzen. Um die konkreten Anschuldigungen ging es in der Untersuchung nicht, die seien weiter Sache der zuständigen Behörden.

Ceska Televize © Ceska Televize
Tschechien: In Tschechien laufen weiterhin Proteste gegen die Pläne der Regierung um Andrej Babis, die Rundfunkgebühren abzuschaffen. Stattdessen sollen die öffentlich-rechtlichen Sender aus dem Staatshaushalt finanziert und zugleich ihr Budget deutlich gekürzt werden. Ein entsprechendes Gesetz war Ende Oktober im Schnellverfahren schon in erster Lesung abgesegnet worden, die zweite Parlamentskammer muss aber noch zustimmen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des tschechischen Rundfunks traten dagegen in dieser Woche in einen Streik, die öffentlich-rechtlichen Radio- und TV-Sender schränkten infolgedessen ihr Programm ein. Zugleich gingen in Prag und anderen tschechischen Städten tausende Bürgerinnen und Bürger gegen die Pläne auf die Straße, darunter Berichten zufolge vor allem jüngere Leute. Es steht zu befürchten, dass durch die Pläne die Unabhängigkeit der Sender untergraben und die Pressefreiheit angegriffen wird, auch wenn die Regierung dies bestreitet. Ein Symbol des Protests sind dreieckige Papierhüte, die an eine Zeichentrickfigur aus dem tschechischen Fernsehen erinnert.

The Voice © NBC
USA: Second Screen: "The Voice" erhält in den USA ab dem 9. November eine Live-Begleitshow bei TikTok. Josh Brubaker geht immer 20 Minuten vor Beginn der TV-Show bei NBC live und bleibt dann auch während der gesamten TV-Sendung bei TikTok on air. Zu sehen geben soll es beispielsweise Interviews mit den Coaches und Kandidatinnen und Kandidaten der Castingshow. Der Livestream wird auf dem offiziellen TikTok-Account von "The Voice" zu sehen sein und verspricht den "ultimativen, ungefilterten Blick hinter die Kulissen" der Show. Es soll wechselnde prominente Co-Hosts und besondere Gastauftritte geben. "Von ungefilterten, spontanen Emotionen unmittelbar nach den Auftritten bis hin zur pulsierenden Live-Atmosphäre im Studio: Die Zuschauer verfolgen 'The Voice' nicht nur – sie erleben es hautnah mit. Sie erhalten einen Blick hinter die Kulissen von 'The Voice', wie es ihn so noch nie gegeben hat", heißt es in der Beschreibung.

Sky © Sky
Großbritannien: Die geplante Übernahme von ITV (ohne ITV Studios) durch die Comcast-Tochter Sky für 1,6 Milliarden Pfund wird nun offiziell auf mögliche Auswirkungen auf die Medienvielfalt und das öffentliche Interesse geprüft. Kulturministerin Lisa Nandy hat dafür die Medienaufsicht Ofcom und die Wettbewerbsbehörde CMA eingeschaltet, die bis zum 27. Januar ihre Berichte vorlegen sollen. Anschließend entscheidet Nandy, ob eine vertiefte Untersuchung durch die CMA eingeleitet wird. Zu den Bedenken zählen die Meinungsvielfalt in Nachrichtenmedien sowie die Verfügbarkeit eines breiten Programmangebots im gesamten Vereinigten Königreich. 

Serien-Update

Criminal Minds: Evolution © Paramount+
Halbe und volle Jubiläumsstaffeln scheinen für “Criminal Minds” Unheil zu bringen. Nachdem der Krimi-Dauerbrenner über die Behavioral Analysis Unit “BAU” des FBI schon nach der 15. Staffel im Jahr 2020 von CBS ins Seriengrab geschickt wurde, kehrte die Serie mit den Veteranen David Rossi (Joe Mantegna), Jennifer JJ Jareau (A.J. Cook), Penelope Garcia  (Kirsten Vangsness) und Emily Prentiss (Paget Brewster) mit dem Untertitel “Evolution” im Jahr 2022 bei Paramount+ zurück. Doch fünf Staffeln später, mit der 20. Staffel, ist auch dort wieder Schluss mit Geschichten, die das Profiling als zentrale Komponente in der Ermittlungsarbeit begreift. Enttäuschend für Fans könnte es darüber hinaus auch inhaltlich mit dem Ende von “Criminal Minds: Evolution” werden. Da die finale Staffel schon für eine Veröffentlichung 2027 fertig produziert vorliegt, dürften gewisse Handlungsbögen nicht zum Abschluss kommen. 

Tori Spelling, Brian Austin Green © IMAGO / Image Press Agency
In den 1990er Jahren kam man an “Beverly Hills, 90210” nur schwerlich vorbei. Der von Aaron Spelling und Darren Star für Fox erzeugte Hype um die Clique des Teils von Los Angeles mit der berühmten Postleitzahl “90210”, fokussierte vor allem die Geschwister Brandon und Brenda Walsh mit ihrem Umfeld. Dazu gehörten auch Tori Spelling als Donna Martin und Brian Austin Green als David Silver in der Kultserie. Nachdem sie dort ein vermeintliches Traumpaar mimten und sich auch privat verbanden, gab es im Nachgang jedoch fast zwei Jahrzehnte Funkstille. Umso bemerkenswerter ist daher die Nachricht, dass sie für die mobile Streamingapp verTV Teil eines Microdramas werden - jene bereits etablierte Kulturtechnik des vertikalen Kurzerzählens, die aktuell immer weiter Fahrt aufnimmt. Auch die Serienmutter des ikonischen Geschwisterpaars Brenda und Brandon, Cindy Walsh, wird Teil des noch namenlosen Projekts, über das inhaltlich bislang nichts bekannt ist. So werden also nicht nur Spelling und Green zu sehen sein, sondern auch Carol Potter. 

HBO Logo © HBO
Das für mutige und eigenwillige Stoffe bekannte Produktionsstudio A24 weitet sein Portfolio im non-fiktionalen Bereich aus. So hat man sich für HBO mit dem britischen Journalist (“Vice”), Filmemacher (“How To Trick Your Way Onto The Property Ladder”) und Moderator Oobah Butler (“Catfish UK”) zusammengetan, um in “Scams for a Better Tomorrow” beispielsweise die Wellness- und Weinbranche oder den Adel hinters Licht zu führen. Mit dem Ziel, den Unsinn gewisser Lebensbereiche und Berufsgruppen aufzudecken, entwickelt Bulter “ausgeklügelte und zunehmend dreiste Betrugsmaschen, indem er Online-Bewertungen manipuliert, erfundene Identitäten annimmt und fingierte Unternehmen mit völlig frei erfundenen Hintergrundgeschichten gründet”. Mit seinen viralen Stunts lehrte Butler schon einige in der Vergangenheit das Fürchten. Apropos: wer dem Gruselfest “Halloween” nachhängt, kann sich mit einer Überraschungsfolge von “Es: Welcome to Derry” trösten. Noch vor dem Start der zweiten Staffel des Horrors à la Stephen King hat HBO unerwartet eine Episode integriert. Die Zahl zwei ist auch bei einer anderen Produktion en vogue: “Youth” geht beim Sender ebenfalls in eine zweite Runde.  

Toni Collette © Apple
Golden-Globe- und Emmypreisträgerin Toni Collette (“Unbelievable”, “The Sixth Sense”) hat ein neues Engagement in ihrem Heimatland Australien. Schlüpfen wird sie dort in die Rolle einer alleinerziehenden Mutter, die nach einer Familientragödie Wege sucht, um mit den neuen Herausforderungen des Alltags klarzukommen. Nebenbei hilft sie zudem als Sozialarbeiterin anderen bei der Bewältigung ihrer Probleme. Unbekannt ist die Geschichte nicht, denn das von Made Up Stories und Keshet International für Apple TV aktuell in Sydney produzierte “Lenni” basiert auf der norwegischen Dramedy “Pernille” (“Pørni”), die zwischen 2021 und 2025 fünf Staffeln lang bei Viaplay lief. 

Serien-Ticker +++ “Reacher”, “Jack Ryan” und “The Terminal List” zementieren bei Prime Video die Lust an Aufarbeitungen zu Action-Bestsellern. Und gerade Letzteres weitet sich weiter aus: bestellt wurde “Savage Son”, bei dem Chris Pratt in seine aus “The Terminal List” bekannte Rolle des James Reece schlüpfen wird +++ Bei Netflix wurde eine neue Young-Adult- Serie geordert, die auf den Titel “Prep” hört und auf dem Roman “One Day” von Curtis Sittenfield basiert. Darin geht es in einer “Fish-out-of-Water”-Geschichte um die Stipendiatin Lee Fiora, die sich an einer Eliteschule in Neuengland zurechtfinden muss. Denn im Gegensatz zu ihren Mitschülerinnen und Mitschülern ist sie nicht so privilegiert aufgewachsen +++ Die Animationsserie “Haunted Hotel” von Matt Roller (“Rick & Morty”) geht bei Netflix in einen dritten Durchgang +++ ITV will mehr vom Crimedrama “Gone” mit Keeley Hawes. Bestellt wurde eine zweite Staffel +++