Foto: Sevenload © Sevenload
Interview zum Relaunch der Videoplattform

Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan über Sevenload 3.0

 

Am kommenden Montag, den 31. März, geht die Videoplattform Sevenload in neuer Optik und mit erweitertem Konzept als Social Media Community online. Dies kündigt Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan im Exklusiv-Interview mit DWDL.de an und gibt einen ersten Ausblick. Evsan über Gemeinsamkeiten mit iTunes, das Web 3.0, neue Produzenten und Fernsehmacher, die ihm leid tun.

von Thomas Lückerath
28.03.2008 - 13:50 Uhr

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Foto: SevenloadHerr Evsan, am kommenden Montag geht Sevenload in einer neuen Version online. Was war der Hintergedanke beim Relaunch?

Noch macht es vielen Nutzern viel Spaß in Video-Suchmaschinen auf gut Glück zu suchen, zu finden und herum zu surfen. Das wird auch in Zukunft immer noch einigen Nutzern Spaß machen, weil es ein Grundinstinkt des Menschen ist, Dinge zu entdecken. Aber ich glaube, dass die Nutzer in Zukunft auch geführt werden wollen. In Channels, die den eigenen Interessen entsprechen.

Wobei es auch bislang schon Channels gab bei Sevenload...


Wir haben das mit der Version 2 umgesetzt als Burda investiert hat. Wir brauchten damals durch den neuen Partner eine Möglichkeit sehr viele neue Videoformate unterzubringen und haben dafür die Kanalstruktur entwickelt und weltweit zuerst umgesetzt. Alle anderen haben es kopiert. Mit Recht. Inzwischen haben wir über 400 verschiedene Sendungen in diversen Channels.

Liegt es also einfach an der Handhabung der Vielzahl an Channels?


Wir haben gemerkt, dass unsere Nutzer neue Werkzeuge haben wollen, um ihren Content individuell darstellen zu können. Das war mit der bisherigen Seitenstruktur aber nicht möglich, die im Fall der Channels manuell von uns angepasst werden musste. Wir haben im vergangenen Jahr viele Gespräche mit Content-Providern geführt, dass wir sehr gut verstanden haben, was die wollen. Sevenload 3.0 ist nur die logische Konsequenz aus dem, was wir vergangenes Jahr angefangen haben. Dieser Schritt musste folgen.

War Version 2.0 demnach nur eine Zwischenstufe?

Das bishrige Sevenload war eine Zwischenstufe, damit wir schnell ein System hatten, was halbwegs funktioniert, um es mal ganz offen zu sagen. Damit hatten wir die nötige Zeit ein komplexes und komplett neues System zu bauen. Im vergangenen Oktober sind wir mit allen Entwicklern in die Toskana gefahren um den Kopf frei zu bekommen für die konkrete Planung von Sevenload 3.0. Auf diese Version können wir dann auch endlich stolz sein. Auch wenn wir schon mit dem bisherigen Angebot Preise gewonnen haben und vieles richtig gemacht haben, bin ich auf das neue Sevenload zum ersten Mal selbst richtig stolz.

Die Arbeiten an der neuen Version laufen also seit Oktober?


Richtig, seit Oktober wurden von 16 Programmierern 240.000 neue Zeilen Code geschrieben. Das ist mehr als fünfmal die ganze Bibel. Das geht nur mit konzentrierter Arbeit Tag und Nacht. Die Launchversion mit der wir starten, wird noch relativ schlicht aussehen, weil wir einige Features und Inhalte später noch ergänzen. Aber es werden schon zum Start auch sehr viele innovative Ideen umgesetzt sein.

Wenn Sevenload 2.0 nur eine Zwischenstufe war, dann ist die neue Version....?

Version 3.0 ist meine persönliche Befriedigung. Jetzt können wir endlich genau das machen, was wir immer machen wollten. Wir können endlich kreativ sein, weil endlich die richtige Basis geschaffen ist. Das kann ich nicht deutlich genug betonen.

Und was unterscheidet die Basis des neuen Sevenload vom bisherigen Angebot?

Wir haben verstanden, dass wir standardisieren statt individualisieren müssen. Inhaltlich sind die einzelnen Channels natürlich völlig individuell. Aber in der Technik und Anbindung werden die Channels standardisiert. Es gibt keine Extrawürste mehr - abgesehen von großen Partnern wie „Big Brother“ für die wir natürlich nochmal selbst Hand anlegen. So können wir in dem neu abgesteckten Rahmen den Nutzer alles selbst bestimmen lassen, weil der Channel im Gesamten am Ende doch standardisiert ist und uns keine Probleme macht.
 

Preview: Die neue Sevenload-Optik ab Montag
Screenshot: Sevenload
Das Portal wirkt dezenter, mit neuer Channel-Navigation und Community-Features
 
 
 
Was ändert sich denn darüber hinaus spürbar beim neuen Sevenload, wenn der Nutzer am Montag draufklickt?

Wir haben das Design vereinfacht und die Kanäle sichtbarer nach vorne geholt. Wir setzen noch stärker auf die Community und haben die Profile und Funktionen dort ausgebaut. So gibt es jetzt bei uns auch endlich Gruppen. Die Qualität der Videos wurde deutlich verbessert und man kann sich aus mehreren Videos eine Playlist zusammenstellen und diese mit Freunden teilen. Ganz wichtig war uns auch, dass man seinen Content künftig noch komfortabler hochladen kann, was uns meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. Und wir haben YouTube integriert.

Inwiefern YouTube integriert?


Wenn Sie bei Sevenload suchen, bekommen Sie künftig auf Wunsch auch die Suchergebnisse von YouTube und können die Videos dann im YouTube-Player auf den Sevenload-Seiten anschauen.

Wo fängt eigentlich User Generated Content an, wo hört er auf - bezogen auf Videos im Web?

Ab dem Tag, an dem ein Content-Produzent anfängt, etwas in Serie zu produzieren, hört der User Generated Content auf. Dann ist man Produzent und plant seine Produktionen. Und das ist am Ende ja der Traum eines jeden Filmers. Das ist die Evolution der neuen Produzenten. Und daran glaube ich sehr. Mancher träumt vielleicht von Millionen Zuschauern, aber stellen Sie sich vor, Sie drehen zuhause aus Spaß ein Video und bekommen dafür im Internet 500 Zuschauer. Man muss sich nur einmal bildlich vorstellen, wie diese 500 Leute vor einem stehen. Jeder der das schafft, ist schon ein kleiner Produzent.

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