Matthias Opdenhövel © ProSieben/Stephan Pick
DWDL.de-Interview

Opdenhövel: "Ich mag keinen doppelten Boden"

 

Am Samstag moderiert er wieder "Schlag den Raab" und ab Februar auch den deutschen ESC-Vorentscheid "Unser Star für Oslo". DWDL.de sprach mit Matthias Opdenhövel über Live-Shows, öffentliches Leiden und seine TV-Momente des Jahres.

von Thomas Lückerath
18.12.2009 - 12:03 Uhr

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Matthias OpdenhövelHerr Opdenhövel, stellen wir uns folgende Situation vor: Sie sitzen im Auto und erhalten einen Anruf von ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner, der sie fragt, ob sie mal darüber nachgedacht hätten, irgendwann mal "Wetten, dass..?" zu präsentieren. Wie würden Sie reagieren?

(lacht) Da wäre ich froh, dass ich einen alten Automatik-Mercedes fahre. Bei einem Schalt-Getriebe würde ich mich glaub ich direkt in den Rückwärtsgang verhauen. Da wäre ich schon sehr überrascht.

Nicht wenige Kollegen sehen Sie in ein paar Jahren dort, weil es nur wenige Moderatoren im deutschen Fernsehen gibt, die so souverän live moderieren. Macht das für Sie noch einen Unterschied ob eine Show live kommt oder aufgezeichnet wird?


Ehrlich gesagt fällt mir gerade gar keine aktuelle Sendung ein, die ich noch aufzeichne. Bei Live-Shows habe ich inzwischen eine gewisse Grundentspanntheit, die ich mir aber auch erst zulegen musste. Die letzten drei Jahre mit "Schlag den Raab" haben da natürlich sehr zu beigetragen. Ob Live-Show oder nicht, macht für mich keinen Unterschied mehr.
 

 
Langweilen Aufzeichnungen sie?

Es ist in der Tat so, dass man bei Aufzeichnungen immer dazu verführt wird, im Hinterkopf den Gedanken zu haben, dass man ja alles noch einmal machen könnte, wenn etwas schief geht. Und ich mag keine Sendungen mit doppeltem Boden.

Den gab es beim "Großen Kipp-Roll-Fall-Spektakel", das ja im Desaster endete, nun wirklich nicht...

(lacht) Da muss man ja differenzieren. Ich glaube nicht, dass die Moderation oder die Quote ein Desaster war. Nur die Tatsache, dass einfach mal so gar nix umfallen wollte, war jetzt suboptimal für so eine Show. Aber hey: Sie hätten sich mal die Generalprobe anschauen sollen. Dagegen war die Live-Show schon ganz gut (lacht). Ehrlich gesagt, hat das alles den Abend doch noch spannender gemacht. Und die Quote: Über 18 Prozent! Was hätten wir bloß erst für eine Quote geholt, wenn auch mal irgendetwas umgefallen wäre. Gar nicht auszudenken.

Also letztlich trotz lauter Pannen eine gelungene Show?

Man fordert immer vom Fernsehen innovative Ideen und den Mut mal etwas auszuprobieren. Dann darf man aber eben auch nicht bei jedem neuen Format mit der Erwartung herangehen, dass es der nächste Knaller wird. Diese Erwartungshaltung schüchtert ein. Ich halte das "Kipp-Roll-Fall-Spektakel", abgesehen von dem Namen über den man mal reden müsste, für eine Idee mit viel Potential. Das war doch spannender als wenn man vier Stunden lang bunten Bauklötzen beim Umfallen zuschaut.

Aber die fallen wenigstens um...


Das ist richtig. Der größte Star der Sendung war ja die Hand, die alle 2 Minuten die Kette wieder angeschoben hat. Die war ja öfters zu sehen, als der Moderator. (lacht) Da ist man wohl etwas zu ambitioniert herangegangen. Ein paar Tage oder Wochen mehr zum Proben für die teilnehmenden Teams wären nicht verkehrt gewesen. Trotzdem waren wir Talk of the Town und die Quote war sehr gut. Und für mich war es tausendmal aufregender durch so eine Show zu führen als vom Teleprompter abzulesen. Ich würde mir wünschen, dass wir es im nächsten Jahr noch mal probieren.

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