Frau Kiewel, das ZDF feiert dieses Jahr 25 Jahre Fernsehgarten und Sie sind als Moderatorin dabei. Hätten Sie das Ende 2007 nach Ihrem Rauswurf aufgrund von Schleichwerbung für „Weight Watchers“ für möglich gehalten?

Damals dachte ich, ehrlich gesagt: Das war's. Ich hatte einen schlimmen Fehler begangen, der eigentlich nicht verzeihlich ist. Deswegen war ich auch der glücklichste und erleichtertste Mensch der Welt als es hieß: Du darfst wieder ran. Als ehemalige Leistungssportlerin bin ich aber auch ehrgeizig genug, dass ich so nicht abdanken wollte und habe mir nichts mehr gewünscht, als die Geschichte wieder gut zu machen und das zurückzugeben, was man mir in den Jahren vorher an Vertrauen entgegengebracht hat. Dass es dann dazu kam ist mein ganz persönliches Kiwi-Wunder.

 

 

Wie hat Ihr Team Sie wieder aufgenommen? Gab es da Schwierigkeiten?

Mein Team ist nie schlecht mit mir umgegangen, sondern ich mit meinem Team, weil ich diesen Fehler gemacht habe. Aber das ist wie in einer guten Ehe: Es gibt gute und schlechte Zeiten. Jetzt sind wieder gute Zeiten. Ich liebe mein Team sehr und glaube, dass die mich auch ganz gut leiden können, sonst würden wir nicht seit so langer Zeit so gut zusammen arbeiten. Nachdem die Zuschauer mich damals mit jeder Menge angebrachter Kritik überhäuft haben, bekomme ich mittlerweile wieder enormen Zuspruch. Ich merke jetzt, wie mich die Leute sehen: Ich bin eine Frau aus dem Fernsehen, die einen Fehler gemacht hat, der man verziehen hat und die den Fehler wieder gut machen durfte. Zeigen Sie mir den Menschen, der immer alles richtig macht. So lebe ich, so arbeite ich und so erfahre ich auch bei anderen Sendern oder in anderen Sendungen des ZDFs nie Vorbehalte.

Sie haben von insgesamt 381 Sendungen allein 169 moderiert. Verliert man da nicht langsam die Lust?

Die 169 Sendungen sind ja auf elf Jahre verteilt. Die Lust verliere ich auf keinen Fall, im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das dazu kommt, bin ich noch aufgeregter und freudig angespannter als zuvor, weil wir uns immer wieder neue und schöne Sachen ausdenken. Ich weiß genau, dass mein Herzschlag am 8. Mai um 10.55 Uhr, fünf Minuten bevor die Sendung losgeht, in etwa so hoch ist wie wenn ich im Frauenfinale der Fußballweltmeisterschaft stünde.

Was erwartet den Zuschauer in der Jubiläums-Saison?

Wir werden 25 Jahre Fernsehgarten in den unterschiedlichsten Formen begehen und uns mit Musik, Einspielern und Gästen an diese Zeit erinnern. Richtig feiern werden wir dann am Pfingstwochenende, an dem wir sowohl Sonntag als auch Montag senden. Dazu gehört auch die Nacht von Sonntag auf Montag, in der das ZDF mit einer speziellen Aktion den Zuschauern danken wird. Das bleibt aber noch eine Überraschung. Aber wir wollen den Zuschauern etwas zurück schenken, denn wenn das Publikum nach zehn Jahren kein Interesse mehr gehabt hätte, gäbe es uns schlicht und einfach nicht mehr. Aber das Interesse ist ungebrochen. Und wir werden nicht nur passiv gesehen, sondern bekommen auch viele Anregungen. Die Leute mischen sich mit ein, sowohl vor Ort, als auch mit E-Mails und Briefen. Wir sind sozusagen eine große Familie.