Stefan Piëch von RiC © YFE
Interview zum Start des Kindersenders RiC

RiC-Chef Piëch: "Nichts, was dick und doof macht"

 

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Also wird es nicht nur fiktionales Programm geben, sondern auch Musiksendungen, Shows etc?

Wir wollen RiC am Anfang bewusst mit einer beschränkten Anzahl an Programmen starten, um erstmal ein Profil herausbilden zu können. Wir starten daher mit einer begrenzten Auswahl an Live-Action und Animations-Serien. Animation schafft dabei schnell Aufmerksamkeit, hat etwas Zeitloses und zieht letztlich auch Quote. Aber mit der Zeit wollen wir unser Programm auch in die von Ihnen genannte Richtung ausweiten, sei es mit Volksmusik-Magazinen, Schlager-Themen oder auch anderen Bereichen.

Welche Sendungen sind es denn konkret, auf die sie am Anfang setzen?

Wir starten beispielsweise mit "Die Abenteuer der Prudence Petipas", eine französische Serie, die wir koproduziert haben, eine Art Miss Marple-Geschichte, mit der wir generationenübergreifende Zusammenwachsen innerhalb der Gesellschaft von Großeltern bis zu den Kindern symbolisieren wollen. Wir haben "Jim Henson's Dog City" im Programm. In der Serie ist auch zu sehen, wie klassische Animation gemacht werden - damit wollen wir zeigen, dass Animation eine Art sein kann, seine Kreativität auszuleben. Wir starten mit "Neon Rider", eine Live-Action-Serie, wo wir ein Rehabilitationscamp für Jugendliche besuchen, was auch positiv besetzt ist. "Rescue Heroes" ist eine Serie über Action-Helden, die aber bei Hilfskräften wie der Feuerwehr oder der Bergrettung arbeiten und die zudem Tipps für Verhalten in bestimmten Situationen wie Blitzschlag bietet. Wir versuchen also mit einem Angebot zu beginnen, das durchaus Symbol-Charakter hat und ein positives Umfeld schafft. Wir glauben, dass gute Unterhaltung und eine bestimmte Botschaft gut zusammengebracht werden kann.

Welchen Anteil des Programms machen bei RiC Eigenproduktionen aus?

60 Prozent der Sachen, die bei RiC laufen werden, sind Eigenproduktionen. Langfristig sehen wir da eine recht spannende Zukunft vor uns. Sie brauchen sich nur die Jugendliteratur anzusehen: Da sind die lokalen Themen Marktführer. Das Fernsehen ist stark durch weltweite Konzerne geprägt – aber das schafft eine Nische für das, was Kinder sehen wollen und was Eltern für ihre Kinder für geeignet halten. Wir glauben, dass wir da gut hineinpassen. Und wir werden uns übrigens mit einem weiteren Stilmittel von der Konkurrenz abgrenzen: Wir senden unser gesamtes Programm in einem „Rahmen“, innerhalb eines Vorhangs. Dieser rote Vorhang wird zu Beginn der Sendungen aufgehen und sich danach wieder schließen. Damit wollen wir den „Erste-Reihe-Kinoeffekt“ verhindern, der auftritt, wenn die Kinder ganz nah vor dem großen Flachbildschirm im Wohnzimmer sitzen. Dieses Verfahren haben wir uns auch patentieren lassen.

Nun sitzen Kinder in der Regel tagsüber vor dem Fernseher - was zeigt RiC dann abends?

Zunächst mal: Wir werden den Eltern helfen, ihre Kinder ins Bett zu bringen und schalten um 19 Uhr gewissermaßen das Licht aus. Zwischen 19 Uhr und 19:30 Uhr läuft bei uns „Your Family Radio“. Wir zeigen während dieser Zeit nur Schwarzbild und bringen die „Gute-Nacht-Geschichte“ als Hörspiel nach Deutschland zurück. Das macht es einfacher, die Kinder vor dem Schlafen gehen zu beruhigen, besser als das mit Bewegtbild ginge. Ende des Jahres wird Your Family Radio dann auch eigenständig als Hörspielsender starten.

Und wenn die Kinder dann im Bett sind?

Am Anfang werden wir uns beschränken und auch Abends das Kinderprogramm zeigen. Via Satellit ist schon seit Ende letzten Jahres eine Ankündigung für unseren Sender zu sehen. Als das analoge Fernsehen abgeschaltet wurde, sind viele Eltern also beim Sendersuchlauf schon über diese Ankündigung gestolpert und haben den Sender vielleicht auch schon abgespeichert. Wenn die nun abends den Sender einschalten, dann sollen sie sehen „Aha, da läuft das, den Sender kann ich für meine Kinder einprogrammiert lassen.“ Aber im Lauf der Zeit wollen wir unser Programm dann natürlich ausweiten. Wir wollen dann abends elternaffines Programm zeigen, das eher Familienthemen aufgreift. Entsprechende Gespräche laufen, womöglich werden wir damit noch in diesem Jahr starten.

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